Und hinter Allem, hinter dem Männchen und der potenzierten Psyche das sehnsüchtige, irre Sinnen der öden, weiten Landstrecken, die brütende Starre der Sommernächte, die schwüle Spannung der über der Erde gelagerten Nebelmassen, das dumpfe Brausen des Meeres und sein ewiges Wogen.
Daher die spröde Empfindlichkeit, die enorme Reinheit mitten in der Verderbnis und die kranke Keuschheit, mit der Alles, was nur einen Schein vom Unreinen an sich hat, als etwas ungeheuer Widriges und Ekelhaftes zurückgestoßen wird.
Was an dem Werke von einer unermesslichen Bedeutuug ist, das ist die Psychologie des neuen Geistes in seiner feinsten und intimsten Struktur.
Der neue Geist auf dem Grunde des idealistischen Kritizismus und seiner Lehren, dass Alles, was da ist, nur zentral in meinem Kopfe vorhanden ist, dass ich selbst nur meine Vorstellung bin, dass ich eine Welt völlig abgeschlossen, völlig einsame Welt bin, zu der es keine Brücken, keine Zugänge gibt, dass ich nichts empfinde außer meinen seelischen Zuständen, nichts sehe als nur meine zentralen Bilder, nichts höre als zentrale Tonkomplexe, dass meine ganze Kausalität sich nur aus meinen seelischen Verhältnissen und Empfindungen zusammensetzt.
Und gerade diese innere Kausalität ist in Hansson bis zu den unmöglichsten Grenzen entwickelt.
In ihm bildet sich die Welt als ein Kontinuum ab. Aus dem Fluss der Erscheinungen werden nicht einzelne Punkte herausgegriffen und festgenagelt, wie es der Mensch noch heutzutage tut, die alsdann als „Dinge”, „Grenzen”, „Gegensätze”, „Widersprüche” beschrieben werden, sondern der Fluss wickelt sich ohne Unterbrechung ab.
Für den neuen Geist gibt es keine Gegensätze, keine Widersprüche, weil sich Alles als eine ununterbrochene Kette von fortwährend wechselnden, in allen Farben und Lichtern schillernden und auf das innigste zusammenhängenden Gefühlszuständen seinem Geiste präsentiert, weil es keine Schwingung gibt, die sich nicht in Nervenschwingung und bewusste Gehirnvibration übersetzte.
Daher das Grenzen– und Uferlose im Hansson.
Er macht zwischen Normalem und Pathologischem keinen Unterschied, weil er alle die feinen und feinsten Zwischenstufen zwischen beiden durchlaufen kann und beide, für das halbe Gehirn gegensätzlichen Punkte, für ihn auf einer einzigen Entwicklungslinie gelagert sind, auf einer Linie, die er von Anfang bis zu Ende verfolgen, auf ihr kontinuierlich das Auge abgleiten lassen kann.
Und diese Kontinuität der Erscheinungen, die durch den enormen Umfang des Bewusstseins sich in eine Kontinuität der inneren Kausalität übersetzt, ist der wesentlichste Gegensatz zu dem herrschenden Herdentiergehirn.