Vierter Abschnitt (S. 68-101).
[1]: Die Kordonwege sollten die Kolonie gegen die Ueberfälle von weggelaufenen Sklaven und Buschnegern, die die Pflanzungen immer beunruhigten, beschützen. Sie zogen sich, der rechte Flügel vom Surinam bis an den Comowyne, der linke von da bis zur See. Die Wege waren ungefähr 80 Fuss breit und hatten, wenn sie durch Waldungen sich zogen, an beiden Seiten 4 Fuss tiefe und 10 Fuss breite Gräben, in denen die Waldwasser sich sammelten und die einen Abzug nach den Flüssen oder Kreeken hatten. Alle Viertelstunden waren Wachthäuser und Pikete, die theils vom Hauptposten besetzt wurden, theils eine bleibende Besatzung hatten. Das Feldgeschrei durchlief in wenigen Minuten den Cordonweg von einem Ende bis zum andern. Der Unterhalt der Wege, Gebäude und Besatzungen verursachte grosse Kosten. Seit dem Frieden mit den Buschnegern wurden die Posten vermindert und kamen immermehr in Verfall, bis endlich im Jahr 1844 beide Cordonwege verlassen wurden und man jetzt beinahe die Spur nicht mehr davon entdecken kann.
[2]: Maschoas sind etwa 5 Fuss lange, aus Palmblattstielen gemachte und mit Lianen verflochtene, spitz zulaufende Körbe oder vielmehr Schläuche, deren Oeffnung etwa 9 Zoll Durchmesser hat. Die Palmstäbe stehen etwa ½ Zoll von einander, so dass das Wasser durchlaufen kann. Um sie zu gebrauchen, dämmt man mit Palmblättern und Stöcken ein Waldwasser oder den Abfluss eines Sumpfes ab, so dass kein Fisch durchdringen kann. In diesen Damm werden nun so viele Abzuglöcher gemacht, als man Maschoas setzen will und diese in die Löcher gesteckt, so dass die weite Oeffnung des Maschoas dem Laufe des Wassers entgegensteht. Fische, kleine Wasserschildkröten und dgl. gerathen nun in diese Körbe, in deren spitz zulaufendem Ende sie stecken bleiben. Jeden Morgen und Abend untersucht man dieselben und kann sich auf diese Weise das ganze Jahr über mit Fischen versorgen.
[3]: Diese Schlange bekam ich im August 1842 lebendig und hatte sie mehrere Wochen lang wohlverwahrt in einem Käfig. Sie frass durchaus nicht und wie man sie auch plagte, so gebrauchte sie doch nie ihre tödtlichen Waffen. Als ich eine Reise zu machen hatte, wollte Niemand dieses gefährliche Thier in Bewahrung nehmen; ich tödtete es desshalb. Ein Neger packte sie beim Kopfe, worauf ich ihr den Bauch aufschnitt. Sie wendete alle Kraft und Mühe, um sich loszuringen und drehte ihre giftigen Zähne hin und her; als sie sich nicht mehr zu helfen wusste, entledigte sie sich ihres Giftes, das wie ein feiner Strahl aus den Rinnen ihrer Zähne auf meine Hand fiel. Das Gift war hell und farblos.
[4]: In der Mitte der trockenen Zeit flogen wenigstens 6 Wochen lang eine solche Menge gelber Tagschmetterlinge von der Grösse der Zitronfalter längs des etwa 80 Fuss breiten Cordonweges, dass ich manchmal drei auf einen Schlag mit dem Netze in der Luft fing. Der Schwarm kam etwa um 10 Uhr des Vormittags an und dauerte ununterbrochen bis 3 Uhr Nachmittags. Sie flogen in einem fort, ohne sich zu setzen, immer von Osten nach Westen, sowohl dicht über der Erde, als bis auf eine Höhe von 50 Fuss. In den Waldungen und über dieselben flogen nur wenige. Der Hauptschwarm blieb im Wege selbst. Wo sie herkamen und hinzogen weiss ich nicht; die Raupen so vieler Millionen aber müssen ganze Waldungen abgefressen haben. Ich habe noch mehrere Male ähnliche Wanderzüge bemerkt. Man betrachtet sie als Vorzeichen einer grossen Trockenzeit.