6. Tarsius fuscus Fisch.-Waldh.
Die Art kommt nach Weber (Zool. Ergebn. III, 264 1893) nur auf Celebes, Sangi, Saleyer[1] und Savu vor, wir werden aber sehen, dass die Sangi Form von der von Celebes abweicht und abzutrennen ist. Das Museum besitzt T. fuscus von Manado, Lotta und Kenilo, in der Minahassa, von der Insel Menado tua[2] bei Manado, vom Pik von Bonthain in Süd Celebes, von Tonkean, in Nordost Celebes gegenüber Peling, und von der Insel Saleyer, im Ganzen 15 Exemplare, das Leidener Museum hat ihn ausserdem von Gorontalo (Jentink Cat. XI, 81 1892), und ebendaher das Berliner Museum aus meiner Sammlung, er scheint also ganz Celebes zu bewohnen. Die Exemplare von Manado tua unterscheiden sich nicht von denen des Festlandes. Ob T. fuscus, wie wahrscheinlich auch Cynopithecus niger, vom Menschen auf diese kleine vulkanische Insel hinübergebracht worden ist?
Das Exemplar von Saleyer hat den Schwanz weniger behaart, scheint aber noch jung zu sein.
Inländischer Name in der Minahassa: tankassin. Ich besass das Gespenstthierchen im Jahr 1871 in Manado lebend, konnte es aber nicht lange in der Gefangenschaft erhalten.
Forbes (Prim. I, 21 1894) registrirt die Art irrigerweise auch von den Philippinen. Er nennt als einziges Unterscheidungsmerkmal von T. spectrum (Pall.) die dunkelbraunen Hände, allein an der Farbe der Hände kann man die beiden Arten, deren Charaktere Weber schon genügend und in bemerkenswerther Weise klar gestellt hat, nicht erkennen. Die Verschiedenheiten im Skeletbaue lohnte es sich wohl an genügendem Materiale weiter zu untersuchen (s. Burmeister Tarsius 1846, 17 u. 126 und Weber 265).
Eine jetzigen Anforderungen entsprechende Abbildung[3] von T. fuscus giebt es nicht; ich hoffe eine, die sich der von T. philippensis auf [Tafel IV] zur Seite stellt, bei anderer Gelegenheit bieten zu können. (Vgl. Fischer: Anat. Maki 1804 T. III, Skelet IV u. V; Burmeister: Tarsius 1846 T. 2 u. 7 f. 8–14, Skelet; Schlegel: Handleiding 1857 pl. I, 9; Cassels Nat. Hist. I, 249 s. a.)
Die Schwanzbeschuppung kommt, wie wir sehen werden, wohl bei T. sangirensis, bemerkenswertherweise aber nicht bei T. spectrum und philippensis vor. (S., ausser bei Weber l. c., de Meijere: Haren der Zoogdieren, Diss. 1893, 46 u. 119 und Reh: Verh. Ntw. Ver. Hamburg 3. F. I, 35 1893 u. Jena. Zeitschr. 29, 189 u. 190 1894, wo sich eine interessante Zusammenstellung des Vorkommens von Schuppen bei den Säugethierordnungen findet.)
Weber nannte die Art fuscomanus, da aber Fischer (Maki 1804, 37) „fuscus s. fuscomanus“ sagt, so ist der erste Name der berechtigtere. [[9]]
[1] Teijsmann (Natuurk. Tijdschr. Nederl. Ind. 38, 77 1879) glaubt, dass das Thierchen hier podi heisse. [↑]
[2] Ob Wallace (Geogr. Verbr. D. A. I, 496 1876) die Insel Manado tua meinte, als er sagte: „Soll auch auf einer kleinen Insel an der Nordspitze von Celebes vorkommen“? (S. auch Is. life 1880, 427.) In seinem Mal. Arch. (1869) hatte er das in der Minahassa gar nicht seltene Thier nicht näher localisirt, im 2. Bde. der Geogr. Verbr. (p. 201) dagegen hiess es, dass es „auf einigen Theilen von Celebes“ gefunden werde. (Vgl. auch Jentink in T. Aardr. Gen. 2. s. VI, 247 1889 und c. Schuiling 251.) [↑]
[3] Man findet bei Burmeister: Tarsius 1846, 3 alle bis dahin vorhandenen aufgezählt. [↑]
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