Muridae
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31. Mus rattus L.
- a. mas, in Spiritus, Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, 2. III 94.
Ein typisches Exemplar, wie das Dresdner Museum noch mehrere von Nord Celébes besitzt. Jentink (Webers Zool. Erg. I, 119 1890) registrirt die Art auch von Makassar, Süd Celébes. M. rattus von Celébes hat vielleicht einen etwas weniger behaarten Schwanz als deutsche Exemplare.
Mus rattus var. celebensis Hoffmann (Abh. Ber. 1886/7 Nr. 3 p. 18) stelle ich zu M. neglectus (s. den folgenden Artikel).
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32. Mus neglectus Jent. (?)
- Mus rattus var. celebensis B. Hoffm. Abh. Ber. Mus. Dresd. 1886/7 Nr. 3 p. 18, Taf., Fig. 4 (Schädel)
- 1880 Jentink NLM. II, 14
- 1887 id. Cat. MPB. IX, 211
- 1888 id. ibid. XII, 65
- 1894 Thomas AMNH. (6) XIV, 453
- 1895 id. ibid. XVI, 163
- 1896 id. ibid. XVIII, 246 „(?)“; Hartert NZ. III, 150
- 1897 Trouessart Cat. Mam. (III) 478
- 1898 Thomas TZS. XIV, 402 und 403.
- a. Balg mit Schädel, fem., Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, 1. IV 95.
- b, c. mares, in Spiritus, Tomohon, III und 5. VII 94.
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Die Art ist ursprünglich von Bórneo und Batjan von Jentink beschrieben worden, was schon auf eine weitere Verbreitung deutete; darauf hat Thomas sie ebenfalls von Bórneo von verschiedenen Fundorten, ferner von Mantanani, Balabac und Nord Luzon aufgeführt, neuerlich auch von Celébes mit (?). Solche Celébes-Exemplare, von Thomas bestimmt, liegen mir ebenfalls vor, und darum ziehe ich dazu auch die Sarasinschen — mit demselben Vorbehalte wie Thomas —, denn Jentinks Beschreibung ist nicht ausreichend, und es fehlen mir Bórneo- und Batjan-Exemplare zum Vergleiche. Letzthin (TZS. XIV, 403) hat Thomas sich dahin ausgesprochen, dass er auch die Bórneo-Exemplare nur provisorisch zu neglectus stelle, nachdem er früher (AMNH. XIV, 453) schon gesagt hatte, dass er die Exemplare aus den Niederungen dazu rechne, ohne aber über die Verwandtschaft mit solchen ausserhalb Bórneos eine Meinung äussern zu wollen. Es handelt sich jedenfalls um eine weiter verbreitete Form, deren genaue Kenntniss nach Localitäten noch aussteht. Das Dresdner Museum besitzt auch Exemplare von der Insel Banka im Norden von Celébes, ferner von Talaut und Timorlaut, die ich ebenfalls dazu stelle.
Die Fundorte auf Celébes sind in der Minahassa: Main, Lotta, Rurukan 3500 Fuss hoch, Berg Masarang 3000 Fuss hoch (Mus. Dresd.), Tomohon (Sarasins); Gorontalo (Mus. Dresd.); im Süden: Pik von Bonthain unter 5000 Fuss (Everett apud Hartert), Indrulaman 2300 Fuss hoch (Mus. Dresd.).
Als Hoffmann M. rattus var. celebensis aufstellte, lag ihm M. neglectus nicht vor und Jentinks Beschreibung allein genügte zur Identificirung nicht.
Die Art ist noch nicht abgebildet.
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33. Mus ephippium Jent.
- 1880 Jentink NLM. II, 15
- 1887 Hoffmann Abh. Ber. Dresd. 1886/7 Nr. 3 p. 17; Jentink Cat. MPB. IX, 211
- 1888 id. ibid. XII, 64
- 1889 Thomas PZS. 235
- 1893 Hose Mam. Borneo 59
- 1894 Thomas AMNH. (6) XIV, 453
- 1895 id. ibid. XVI, 163
- 1896 id. ibid. XVIII, 246
- 1897 Trouessart Cat. Mam. 479.
- a–c. fem. mit 2 juv., in Spiritus, Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, 2. V 94. Aus einem Neste, das aus Blättern und Reisig gebaut war. Es waren 3 Junge darin.
- d. fem., in Spiritus, Tomohon, 94.
- e. fem., in Spiritus, Kottabangan, Bolang Mongondo, Nord Celébes, XII 94.
- f, g. 2 juv., in Spiritus, Posso See, Central Celébes, 13. II 95.
- h–k. mas, 2 juv., Loka, Pik von Bonthain, Süd Celébes, Ende 1895.
- l. juv., in Spiritus, Pik von Bonthain, Ostseite 1350 m hoch, X 95.
Eine von Sumátra, Bórneo, Palawan, Luzon und Celébes registrirte Art. Eine Hochlandform, die vielleicht in M. concolor Blyth übergehe, hat Thomas (TZS. XIV, 403) von Negros (6600 Fuss hoch) und Nord Luzon (Monte Data, 8000 Fuss hoch) als M. ephippium negrinus abgetrennt.
Als Fundorte in Celébes kennt man bis jetzt: Im Norden Lotta, Rurukan (Mus. Dresd.), Tomohon und Kottabangan; im Centrum Posso See; im Süden Pik von Bonthain (Sarasins).
Die Art ist noch nicht abgebildet.
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34. Mus musschenbroeki Jent.
[Tafel VI] Fig. 1. Nat. Grösse[1]
- 1879 Jentink T. Ned. D. Ver. p. LV („2o“) und LVI („1o“); id. NLM. I, 10
- 1887 Hoffmann Abh. Ber. Dresd. 1886/7 Nr. 3 p. 8, 14, 23, Taf. Fig. 3 a–f (Zähne); Jentink Cat. MPB. IX, 212 [[24]]
- 1888 Jentink Cat. MPB. XII, 66
- 1889 Thomas PZS. 1889, 235
- 1893 C. Hose Mam. Borneo 59
- 1894 Weber Zool. Erg. III, 474
- 1896 Thomas AMNH. (6) XVIII, 246
- 1897 Trouessart Cat. Mam. 497 (Acomys)
- a. Balg mit Schädel, Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, IV 94.
- b–g. 6 Exemplare in Spiritus, 1 mas, 5 fem. Tomohon II, III, VI 94.
Ausser von Nord Celébes von Bórneo aufgeführt (Kinabalu bis 3000 Fuss, Berg Dulit 2000 Fuss hoch, Penrisen Hügel). Mir sind bis jetzt keine Exemplare von Bórneo zu Gesichte gekommen.
Als Fundorte in der Minahassa sind bis jetzt registrirt: Manado-Langowan (Mus. Leid.), Amurang (Mus. Dresd.).
Einige Autoren schrieben den Artnamen musschenbroeki irrthümlich mit ck.
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35. Mus callitrichus Jent.
[Tafel VII] Fig. 1. Nat. Grösse[2]
- Mus callitrichus Jentink 1879 T. Ned. D. Ver. IV p. LV („6o“) und LVI („5o“ err., = meyeri); id. 1879 NLM. I, 12; Thomas 1896 AMNH. (6) XVIII, 246; Trouessart 1897 Cat. Mam. 479.
- Mus callithrichus (th laps. aut em. err.) Jentink 1887 Cat. MPB. IX 212; id. 1888 ib. XII, 65; id. 1890 Webers Zool. Erg. I, 120 Tab. X, 4–6 (Schädel); id. 1893 III, 78; Weber 1894 ib. 474.
- Mus chrysocomus („n. sp. 3o“ Jentink 1879 T. Ned. D. Ver. IV p. LVI); B. Hoffmann 1887 Abh. Ber. Dresd. 1886/7 Nr. 3 p. 20, Tafel Fig. 1 a–f (Schädel); Thomas 1895 AMNH. (6) XVI, 163 und 1896 XVIII, 247; Trouessart 1897 Cat. Mam. 485; Thomas 1898 TZS. XIV, 403.
- Mus fratrorum Thomas 1896 AMNH. (6) XVIII, 246; Trouessart 1897 Cat. Mam. 485.
- a, b. fem., in Spiritus, Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, III und IV 94.
- c. mas juv., in Spiritus, Tomohon, III 94.
- d, e. fem. juv., in Spiritus, Tomohon, III 94.
Als Hoffmann 1887 M. chrysocomus beschrieb, besass das Dresdner Museum kein Exemplar von callitrichus, er war auf Jentinks Beschreibung angewiesen. 1894 trafen aber 4 Exemplare ein, die Dr. Jentink die Güte hatte, mit seinen Typen zu vergleichen und als solche zu bestimmen, man kann daher an ihrer Identität nicht zweifeln, trotzdem die Beschreibung der Art (NLM. 1879 I, 12) nicht so zutreffend und genügend ist, dass sie danach allein sicher erkannt werden könnte. Zwischen dem einzig vorhandenen Typus von chrysocomus und den mir nun vorliegenden Exemplaren von callitrichus kann ich aber keine irgendwie wesentlichen Unterschiede constatiren, sowenig wie zwischen M. fratrorum Thos. (wovon das Dresdner Museum 2 von Thomas bestimmte Exemplare besitzt) und callitrichus. Dieser sagt (AMNH. XVIII, 247), dass fratrorum M. chrysocomus sehr nahe stehe, aber durch Grösse, geperlte Supraorbitalränder und mächtigere Molaren unterschieden sei, allein die Schädel der zwei mir vorliegenden Exemplare zeigen diese Perlung nicht, sondern haben scharfe Ränder wie gewöhnlich; Grösse und mächtigere Molaren können als Artunterschiede, in Ansehung der bedeutenden Differenzen der Exemplare nach Alter und Geschlecht, nicht angesehen werden.
Jentink identificirte ferner einen Schädel ohne Unterkiefer von Parepare, Süd Celébes (Webers Zool. Erg. I, 120) mit callitrichus und sagt, dass es sehr leicht sei, die Art nur nach dem Schädel zu unterscheiden, unterlässt es aber die unterscheidenden Charaktere anzugeben; er verweist nur auf einige Abbildungen zum Vergleiche (Cat. MPB. IX Pl. 7, Zool. Erg. I Tab. X), die aber hierfür, in Ansehung der beträchtlichen Unterschiede nach Alter und Geschlecht und wegen der nicht hinlänglich deutlichen Details an den Zähnen, nicht genügen. Ich halte eine solche Identificirung für unsicher und möchte erst weiteres Material von Süd Celébes abwarten, so wenig ich die Möglichkeit des Vorkommens von M. callitrichus in Süd Celébes in Abrede stellen will. [[25]]
Endlich hat Thomas neuerdings (TZS. XIV, 403) M. chrysocomus vom Berge Data, Lepanto, Nord Luzon, von 8000 Fuss Höhe aufgeführt und bemerkt, dass die Art von fast allen anderen der Gattung durch das völlige Fehlen der scharfen Supraorbitalränder unterschieden sei. Ein von Thomas bestimmtes, ebenfalls männliches, ziemlich adultes Exemplar im Dresdner Museum von demselben Fundorte zeigt am Schädel ebensowenig scharfe Supraorbitalränder, während der Typus von chrysocomus von Nord Celébes, ein noch junges Exemplar, diese deutlich markirt hat, wie auch aus der Hoffmannschen Abbildung ersichtlich ist, und wie es der von mir angenommenen Identität mit callitrichus entspricht. Da nun ausserdem das Exemplar von Luzon einen viel weicheren und nicht so lebhaft gefärbten Pelz hat wie callitrichus (und chrysocomus) und noch andere kleine Unterschiede aufweist, so möchte ich, auch unter Berücksichtigung des entlegenen und hohen Fundortes, trotz notorisch vorhandener Ähnlichkeiten, die Identität nicht vertreten und nenne die Exemplare vom Berge Data: Mus datae. Erst bei einer weit besseren Kenntniss der Mäuse dieser Gegenden, die wohl noch lange auf sich warten lassen wird, kann man zu einer klareren Einsicht, als es jetzt möglich ist, gelangen.
Was die speciellen Fundorte von M. callitrichus auf Celébes angeht, so ist die Art im Norden aus der Minahassa registrirt von Manado, Langowan, Kakas (Mus. Leid.), Tomohon (Sarasins), Lotta (Mus. Dresd.), Rurukan 3500 Fuss hoch („fratrorum“ Brit. Mus. und Mus. Dresd.), Amurang („chrysocomus“ Mus. Dresd.); im Süden von Parepare, welcher letztere Fundort aber meiner Ansicht nach noch der Bestätigung bedarf.
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36. Mus hellwaldi Jent.
[Tafel VII] Fig. 2–10
- 1879 Jentink T. Ned. D. Ver. IV p. LV („5o“); id. NLM. I, 11
- 1883 id. ibid. V, 176
- 1887 id. Cat. MPB. IX, 212
- 1888 id. ibid. XII, 65
- 1894 Weber Zool. Erg. III, 474
- 1896 Thomas AMNH. (6) XVIII, 246
- 1897 Trouessart Cat. Mam. 479.
- a. mas, in Spiritus, Minahassa, Nord Celébes, 8. V.
Bis jetzt nur von der Minahassa bekannt: Manado, Langowan, Amurang (Mus. Leid.), denn die Angabe, dass die Art auch auf Bórneo und Bunguran (Natuna Ins.) vorkäme, hat Thomas (AMNH. 6. s. XIV, 455 1894) zurückgezogen (vgl. auch Hose Mam. Borneo 1893, 59, Nov. Zool. I, 658 1894 und NLM. XIX, 160 1897).
Der Färbung und weichen Beschaffenheit des Pelzes nach eine sehr schöne Art. Der Schwanz ist (nach dem Sarasinschen Spiritus-Exemplar) unten gelblich, oben im basalen Drittel grau, im mittleren zu gelblich übergehend, im distalen gelblich wie unten (dies zur Ergänzung der Jentinkschen Beschreibung). Die schöne braune Farbe der Oberseite ist scharf von der weissen Unterseite abgesetzt, auch an den Beinen.
Bezüglich der einzelnen Figuren siehe die Tafelerklärung.
[[Inhalt]]
37. Mus xanthurus Gr.
[Tafel VI] Fig. 2–10
- 1867 J. E. Gray PZS. 598
- 1879 Günther ib. 75 (Mus everetti); Jentink T. Ned. D. Ver. IV p. LV („4o“) und p. LVI („2o“); id. NLM. I, 10
- 1883 Jentink NLM. V, 177
- 1887 Hoffmann Abh. Ber. Dresd. 1886/7 Nr. 3 p. 1, 4, 13; Thomas PZS. 514 (Mus xanthurus und everetti); Jentink Cat. MPB. IX, 212
- 1888 Jentink Cat. MPB. XII, 66
- 1893 Hickson Nat. N. Cel. 229 [[26]]
- 1894 Weber Zool. Erg. III, 474
- 1895 Thomas AMNH. (6) XVI, 163 (Mus everetti)
- 1896 id. ibid. XVIII, 246
- 1897 Trouessart Cat. Mam. 472
- 1898 Thomas TZS. XIV, 400 (Mus everetti).
- a, b. Bälge mit Schädel, mares, Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, 11. VII 94 und 30. III 95.
- c. Balg mit Schädel, fem. juv., Makassar, Süd Celébes. 26. XI 95.
- d–f. 2 mares, 1 fem., in Spiritus, Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, III und IV 94.
- g, h. 1 mas, 1 fem., in Spiritus, Minahassa.
- i. fem. juv., in Spiritus, Matinang Südspitze, 29. VIII 94.
An manchen Exemplaren ist das Schwanzende behaarter als bei anderen, ein behaarteres ist [Tafel VI], 2 abgebildet.
Günther beschrieb M. everetti von Mindanao oder einer kleinen Insel der Nachbarschaft; er hat zwar keinen Fundort angegeben, während solche bei allen anderen Arten, die in der Abhandlung vorkommen, nicht fehlen, allein da sie sich nur über Mindanao-Thiere oder Thiere der nächsten Nachbarschaft verbreitet, so scheint der Fundort nicht zweifelhaft; ebensowenig sagt Thomas (TZS. XIV, 400), woher das Exemplar stammte, er erwähnt aber die Art vom Berge Data, Nord Luzon, 7500 Fuss hoch, von wo auch das Dresdner Museum ein Exemplar von derselben Ausbeute und demselben Fundort erhielt. An diesem allein kann ich die Identität feststellen, denn Günthers Beschreibung ist ungenügend. Da nun aber keine wesentlichen Unterschiede zwischen diesem Exemplar und denen von M. xanthurus von Celébes vorhanden zu sein scheinen und Mindanao (oder Nachbarschaft) die Brücke zwischen Celébes und Luzon bildet, so ziehe ich sie zusammen bis eventuell eine bessere Kenntniss mir Unrecht giebt.
Die Fundorte auf Celébes sind bis jetzt in der Minahassa: Tondano (Brit. Mus.), Manado, Langowan, Tondano, Kakas, Amurang (Mus. Leid.), Manado, Amurang, Lotta, Rurukan 3500 Fuss hoch, Berg Masarang 3500 Fuss hoch (Mus. Dresd.), Berg Kelelonde 4000 Fuss hoch (Hickson), Tomohon (Sarasins); ausserhalb der Minahassa: Matinangkette, westlich vom Gorontaloschen (Sarasins); im Süden: Makassar (Mus. Dresd. und Sarasins).
Die Art muss sehr zahlreich vorkommen nach der relativ grossen Zahl von Exemplaren im Leidener und Dresdner Museum und in der Ausbeute der Herren Sarasin zu urtheilen (in Dresden 17). Hickson erwähnt dies auch für den Berg Kelelonde und sagt, dass diese Ratten die saftigen Stiele der Kaffeebeeren besonders lieben und daher den Plantagen sehr schaden. Ratten sind in der Minahassa eine gesuchte Zuspeise zum Reise, 3 Arten Rattenfallen von dort befinden sich im Museum der Bataviaasch Genootschap (Not. XXV, 145 1897 und LIV [1898]), was beides für die Häufigkeit der Thiere spricht.
Bezüglich der einzelnen Figuren siehe die Tafelerklärung.
[[Inhalt]]
38. Lenomys meyeri (Jent.)
[Tafel VIII]. Nat. Grösse
- 1879 Jentink T. Ned. D. Ver. IV p. LV („7o“) und LVI („5o“, J. verwies hier irrthümlich auf 6o p. LV = M. callitrichus); id. NLM. I, 12
- 1887 Hoffmann Abb. Ber. Dresd. 1886/7 Nr. 3 p. 12, 17, 21, Tafel Fig. 2 a und b (Zähne); Thomas PZS. 514; Jentink Cat. MPB. IX, 211 pl. VII, 5–8 (Schädel)
- 1888 Jentink Cat. MPB. XII, 65
- 1894 Weber Zool. Erg. III, 474
- 1896 Thomas AMNH. (6) XVIII, 246
- 1897 Trouessart Cat. Mam. 472
- 1898 Thomas TZS. XIV, 409 Anm., pl. XXXVI, 1 (Zähne). Lenomys, von den früheren Autoren zu Mus gestellt.
- a, b. Bälge mit Schädel, fem., Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, 6. und 18. III 94.
- c, d. Skelette, mas, fem., Tomohon III 94. [[27]]
- e. Skelet, mas, Kema, Minahassa, Nord Celébes, VIII 93.
- f, g. mares, in Spiritus, Tomohon, III 94.
Die Individuen variiren in der Färbung zwischen mehr Grau und mehr Braun, auf [Tafel VIII] ist ein graueres Exemplar abgebildet.
Jentink (NLM. I, 13) sagt, dass die braunen Schnurrhaare weiss gespitzt seien, allein dies ist bei den mir vorliegenden 8 Exemplaren (ausser den obigen noch 4 des Dresdner Museums) nicht der Fall, höchstens dass man bei dem einen oder andern vielleicht eine schwache Andeutung davon sehen könnte; keinenfalls ist diese Angabe für die Art charakteristisch.
Bis jetzt nur aus der Minahassa und dem Gorontaloschen bekannt, aus letzterem von Bone (Mus. Leid.), aus ersterer von Manado-Langowan (Mus. Leid.), Lotta, Rurukan 3600 Fuss hoch, Berg Masarang 3500 Fuss hoch, Amurang (Mus. Dresd.) und Tomohon (Sarasins). Vielleicht ist der Verbreitungsbezirk der Art über Celébes ein viel grösserer. Wenn man bedenkt, wie lange dieses relativ grosse Thier aus der Minahassa, wo so viel gesammelt worden ist, unbekannt blieb, so dürfte diese Vermuthung nicht ungerechtfertigt erscheinen.
[[Inhalt]]
39. Craurothrix leucura (Gr.)
[Tafel IX]. Nat. Grösse
- 1867 J. E. Gray PZS. 599 Echiothrix (Schädel abgebildet)
- 1879 Jentink T. Ned. D. Ver. IV p. LVI. Echiothrix
- 1880 id. NLM. II, 12. Echiothrix
- 1883 id. ibid. V, 177. Echiothrix
- 1888 id. Cat. MPB. XII, 73. Echiothrix
- 1891 Flower & Lydekker Intr. Mam. 477 Echinothrix
- 1894 Weber Zool. Erg. III, 474 Echiothrix
- 1896 Thomas AMNH. (6) XVIII, 246 Craurothrix
- 1897 Trouessart Cat. Mam. 502 Echiothrix.
- a. Balg mit Schädel, fem., Tomohon, Minahassa, Nord Celébes, 11. VII 94
- b–d. 2 fem., 1 mas juv., in Spiritus, Tomohon, IV 94 und IV 95.
Bis jetzt nur von der Minahassa, Nord Celébes, bekannt, und zwar von den Localitäten Amurang (Mus. Dresd. und Mus. Leid.), Berg Masarang 3500 Fuss hoch (Mus. Dresd.), Tomohon (Sarasins). Gray hatte zwar die Art von Australien beschrieben, aber Thomas desavouirte diesen Fundort. Ob sie auf Celébes eine grössere Verbreitung hat, wird die Zukunft lehren.
Lydekker (Intr. Mam. 1891, 477) sagt anmerkungsweise, dass er Echimys Gray in Echinothrix (PZS. 1867, 59) verbessere, allein Gray hat Echiothrix, nicht Echimys. Thomas schlug 1896 vor, Craurothrix für Echinothrix zu gebrauchen, da letzterer Name bereits vergeben sei.
[1] Die Farbe der nackten Theile (Füsse etc.) der Ratten auf dieser, wie den folgenden 3 Tafeln ist mehr oder weniger nach Gutdünken gewählt, da Angaben darüber nicht vorliegen. [↑]
[2] Die goldige Ringelung der einzelnen Haare konnte auf der Abbildung (mit Handkolorit) nicht wiedergegeben werden. [↑]
[[Inhalt]]
Ungulata
Suidae
[[Inhalt]]
40. Sus verrucosus celebensis (Müll. Schl.)
- a. Eine Kopfhaut mit Schädel eines alten Männchens von Kalimba am Pik von Bonthain, Süd-Celébes, 26. X 95.
- b. Haut eines Weibchens, in Spiritus, aus der Gegend von Makassar, Süd Celébes.
- c, d. 2 Häute mit Schädeln, in Spiritus, von Frischlingen, längsgestreift, von Kema, Nord-Celébes, XII 94.
Weitere Schädel sind noch in den Händen des Hrn. Dr. Stehlin in Basel, um zusammen mit den Babirusaschädeln der Herren Sarasin (s. unten) bearbeitet zu werden. [[28]]
Ich weise auf Nehrings Besprechung von Sus celebensis (Abb. Ber. Dresd. 1888/9 Nr. 2 S. 5–14, Taf. I–II) und bemerke nur, dass die Sau eine gelbliche Querbinde an der Schnauze und der alte Eber nur éine Gesichtswarze jederseits besitzt. Im Übrigen scheint mir Forsyth Major’s Benennung (AMNH. 6 s. 1897 XIX, 527) die zweckentsprechendste zu sein. Da das Dresdner Museum inzwischen ein grösseres Material von Wildschweinen von Nord und Ost Celébes (im Ganzen jetzt 14 Bälge, 12 Skelette, 4 Schädel, 1 juv. in Spiritus), sowie von den Philippinen erhielt, so hoffe ich darauf zurückkommen oder das Material Anderen zur Verfügung stellen zu können.
Die Herren Sarasin brachten auch den jungen Schädel mit Milchgebiss eines Hausschweines von Tomohon, Nord Celébes, mit, das eventuell vom Wildschwein abstammen könnte.
[[Inhalt]]
41. Babirusa alfurus Less.
Die Herren Sarasin erbeuteten 16 (oder mehr) Babirusa-Schädel in Celébes, die Hr. Dr. Stehlin in Basel zur speciellen Bearbeitung übernommen hat. Ich benutze aber diese Gelegenheit, indem ich zugleich auf meine früheren Auseinandersetzungen über Babirusa alfurus (Abh. Ber. 1896/7 Nr. 6 S. 15–25 [Taf. IX]) verweise, folgende Bemerkungen über inzwischen erhaltenes Schädelmaterial zu machen:
Der (l. c. p. 17) von mir erwähnte angebliche Babirusa-Schädel aus dem Museum Godeffroy in Hamburg von den Salomo Inseln ist nunmehr im Leipziger Museum für Völkerkunde aufgefunden worden, und meine Vermuthung, dass es nur ein Sus-Schädel mit abnorm gewachsenen unteren Hauern sei, hat sich als richtig erwiesen (er figurirt im Leipziger Museum jedoch noch als Babirusa-Schädel). Die oberen Hauer sind frühzeitig entfernt worden, so dass sich die unteren unbeschränkt entwickeln konnten, allein sie sind in dieser Entwicklung noch nicht weit vorgeschritten, und die oberflächliche Ähnlichkeit mit einem Babirusa-Schädel, wenn man überhaupt von einer solchen reden kann, ist nur im Stand einen Laien zu täuschen. Übrigens sehe ich nachträglich, dass Finsch dies bereits 1888 (Ethn. Erf. I, 148) richtig gestellt hat. Einen kreisförmigen Schweinezahn bildete schon E. Rousseau: Anat. comp. du syst. dent. Paris 1839 T. 20 f. 2 ab.
Hinsichtlich der Frage der oberen Eckzähne bei der adulten Sau bemerkte ich l. c. p. 25: „Ob die Normalformel für den weiblichen Babirusa bezüglich der Eckzähne 0/1 oder 1/1 zu lauten habe, lässt sich erst sagen, wenn mehr authentische weibliche Schädel in den Sammlungen sein werden, um zu erkennen, ob 0/1 oder 1/1 die Ausnahme ist.“ Das Museum erhielt von der Insel Lembeh bei Nord Celébes einen adulten weiblichen Schädel (B 3452) von 286 mm Länge, der beiderseits einen mehr oder weniger horizontal nach vorn und auswärts gerichteten, links 11, rechts 9 mm aus der Alveole hervorragenden, ziemlich spitzen, oberen Eckzahn hat. Die Alveolarkrämpe (aileron), in der er wurzelt, ist nicht stärker ausgebildet als bei dem l. c. [Taf. IX], 3 von mir abgebildeten Exemplar ohne oberen Eckzahn. Die Eckzähne des Unterkiefers ragen links 11, rechts 12 mm aus der Alveole hervor. Weibliche Schädel sind selten in Museen. Hr. Dr. Stehlin theilte mir mit, dass ihm unter c 80 Schädeln, die er an verschiedenen Orten gesehen, nur 5 weibliche vorgekommen seien. Sie werden ihrer Unscheinbarkeit wegen eben an Ort und Stelle nicht aufbewahrt, während die auffallenden Eckzähne des Männchens jeden Laien zum Sammeln anregen. Das von mir l. c. p. 24 erwähnte Leidener semiadulte Exemplar ist nach Dr. Stehlins Ansicht völlig adult und zeigt auch rechts eine Spur des oberen Eckzahnes in Form eines Rudimentes; der linke ist zugespitzt. Ein dritter junger weiblicher Schädel in Leiden, von 177 mm Länge, habe auch keine Spur eines oberen Eckzahnes, so wenig wie das von mir erwähnte. Die Herren Sarasin hätten aber auch einen alten weiblichen Schädel mitgebracht mit oberem Eckzahne beiderseits von nicht ganz 1 cm Länge, ziemlich stumpf, mit einem auf eine sehr mässige Kante reducirten Alveolarvorsprung.
Ich bin an der Hand dieser Daten jetzt mehr geneigt, c 1/1 für die Norm und c 0/1 für abnorm anzusehen. Bei seiner Gracilität kann der Zahn unter Umständen früh ausbrechen oder ist überhaupt deciduös und sein Fehlen daher, wie in dem von mir l. c. p. 24 beschriebenen Falle, möglicherweise besser so zu erklären, als durch die Annahme, dass er nie vorhanden gewesen sei; denn sein Nichtvorhandensein bei jungen Schädeln mit Milchgebiss oder Resten davon beweist nicht, dass er nicht schon vorhanden gewesen sein konnte. [[29]]
In Bezug auf die Zahnformel des adulten Ebers meinte ich l. c. p. 22, dass es noch sicher gestellt werden müsste, ob in allen Fällen im definitiven Gebisse 3 Praemolaren auftreten. Das Dresdner Museum erhielt inzwischen ebenfalls von der Insel Lembeh bei Nord Celébes einen jungen männlichen Schädel (B 3453) von 249 mm Länge, der in dieser Beziehung lehrreich ist: m 3 überall noch nicht durchgebrochen; im Unterkiefer jederseits 3 Praemolaren, p 3 (der vorderste) aber beiderseits deciduös; Eckzähne c 22 mm aus der Alveole hervorragend, ihre Wurzeln reichen aber bereits bis ans hintere Ende von m 2; im Oberkiefer beiderseits nur 2 Praemolaren, p 3 ist schon ausgefallen, die Alveolenreste sind jedoch noch vorhanden, und man erkennt hier deutlich den Grund des Ausfallens: die Wurzeln der Hauer, die c 27 mm aus der Alveole hervorragen, reichen bis an die vordere Wurzel von p 2 und sind über den alveolaren Löchern der ausgefallenen p 3 sichtbar, sie haben zweifellos das Ausfallen von p 3 mechanisch bewirkt; p 2 dex. bietet noch die Anomalie, dass er quer steht, die Längsaxe der Krone ist nicht von vorn nach hinten gerichtet, sondern von aussen nach innen; der Grund davon liegt zu Tage, indem ein Praemolar des Milchgebisses zwischen den Alveolen von p 3 und p 2 stehen geblieben ist und noch so fest sitzt, dass man ihn nicht bewegen kann; p 2 war nicht im Stand ihn hinauszudrängen und hat sich daher quer stellen müssen. Legt man die Zahnreihen beider Kiefer aufeinander, so passen sie rechts normal, links aber findet sich zwischen p 2 und p 1 sup. eine Lücke, da p 2 nicht längs, sondern quer steht.
Dieser Befund von 3 Praemolaren im Unterkiefer und der sichere Beweis, dass auch p 3 im Oberkiefer vorhanden gewesen ist, lässt mich, zusammen mit dem Umstande, dass Hr. Dr. Stehlin mir mittheilt, er habe Spuren von p 3 oder die Zähne selbst öfters angetroffen, nunmehr annehmen, dass das Vorhandensein von p 3 im Dauergebiss als die Norm zu gelten habe, wenn dieser Zahn auch meistens früh ausfällt; im Oberkiefer treibt ihn die Wurzel des Eckzahns mechanisch heraus, im Unterkiefer ist dies bei dem vorliegenden Schädel (B 3453) nicht der Fall, die Wurzel verläuft im basalen Theile des Knochens und berührt die Knochen von p 3 nicht.
Endlich bemerke ich über einen auch neuerdings erhaltenen alten männlichen Schädel (B 3556) von 302 mm Länge aus dem Gorontaloschen (wo der Babirusa tualangio heisst), dass ihm p 2 sup. sin. fehlt und dass dessen Alveole vollkommen verstrichen ist; in Folge davon hat sich p 2 inf. sin. abnorm entwickelt, er überragt mit seiner Spitze die Kaufläche von p 2 um 6 mm, während diese bei p 2 inf. dex. unter der von p 1 bleibt, und stösst fast an den Rand des Oberkiefers; p 2 inf. sin. steht mit seiner Basis auch höher als p 1, was wohl ebenfalls eine Folge des fehlenden Antagonisten ist; denn dass die Wurzel des unteren Hauers die Basis in die Höhe getrieben haben sollte, ist nicht anzunehmen, weil der Zwischenraum zwischen ihrer Alveole und dem Kieferrande zu gross ist. In diesem Fall hat aber auch die Wurzel des oberen Hauers p 2 sup. sin. nicht etwa ausgetrieben, denn ihre Alveole berührt dessen Basis nicht. Wenn schon, wie wir oben und l. c. p. 22 sahen, p 3 Wechselfällen in höherem Maass ausgesetzt ist, so scheint sich doch auch p 2 mehr oder weniger, wenn auch seltener, anomal zu entwickeln, und steht auch dies wohl in Correlation zu dem aussergewöhnlichen Wachsthume des Eckzahnes.
Bei einem schon länger im Museum aufbewahrten adulten Schädel von Buru (Nr. 1993), von 284 mm Länge, liegt p 2 sup. sin. nicht hinter p 2 inf., wie normal, sondern sie stehen übereinander und in Folge dessen haben sich die Spitzen gegenseitig platt geschliffen.
Was die Verbreitung des Babirusa anlangt (l. c. p. 15), so erfuhr ich inzwischen, dass er bei Tolitoli (Nordküste von Celébes) ganz ausserordentlich häufig vorkomme.
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