Vespertilionidae

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17. Vesperus pachypus (Temm.)

Diese von Vorderindien bis zu den Philippinen und Java verbreitete Art wurde zuerst von Jentink (NLM. V, 175 1883, XI, 30 1888 u. Cat. MPB. XII, 176 1888) von Amurang, Nord Celébes, aufgeführt, mir liegt sie auch von der Insel Saleyer, im Süden, vor, während sie von Bórneo noch nicht nachgewiesen ist.

Peters (Mb. Ak. Berl. 1872, 705) hat von mir aus Luzon mitgebrachte kleinere als meyeri abgetrennt, was Dobson (Cat. 1878, 208) jedoch nicht anerkannte. Ein mir von Mindanao vorliegendes Exemplar ist ebenfalls in allen Dimensionen kleiner (Vorderarm 24 mm), was aber besonders, gerade wie bei denen von Luzon, „in Bezug auf den Kopf und Fuss auffallend“ ist (vgl. Peters’ Maasse mit Dobsons ll. cc.). Dobson giebt für pachypus die Vorderarmlänge auf 28 mm (1.1 inch.) an, drei Saleyer-Exemplare messen 26–26.5. Ich möchte daher die Identificirung Dobsons nicht ohne Weiteres als berechtigt ansehen. [[13]]

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18. Vesperugo petersi n. sp.

[Tafel IV] Fig. 2 (​2⁄1 n. Gr.)

Oberseite vandykebraun, die Haare einfarbig, Unterseite etwas mehr rostfarben, die Haare an der Basis grau bis schwärzlich, Fell sammetartig. Flughäute schwarz, an der dorsalen und ventralen Oberfläche nackt bis auf ein Dreieck zwischen den Körperseiten und der proximalen Hälfte des Femur, und bis auf ein ebensolches an der Schwanzbasis; am Knöchel angewachsen; die Schenkelflughaut schliesst den Schwanz bis zum äussersten Glied ein; Sporn mit einem schmalen Hautläppchen am mittleren Drittel. Ohren innen sehr sparsam hellbräunlich behaart, Innen- und Aussenrand convex, crus helicis lappig, Antitragus gut abgesetzt, 2 mm hinter dem Mundwinkel endend, Spitze abgerundet, Tragus ziemlich gleich breit in seinem ganzen Verlauf, am inneren Rande wenig concav, fast gerade, am äusseren convex, Zacken angedeutet, Spitze schwach abgerundet. Schnauzendrüsen gut entwickelt, schwach behaart, Nasenlöcher nach aussen offen, innen vorgewölbt, dazwischen nicht vertieft.

i 1 sup. zweispitzig, i 2 einspitzig und kaum kürzer als die hintere Zacke von i 1, auch im Querschnitt an der Basis i 1 nicht sehr viel nachstehend; p 2 sup. innenständig, spitz, ⅔ so gross wie p 1 und von aussen sichtbar, p 1 ein wenig von c abgerückt und halb so lang; i 1–3 inf. dreilappig und in der Richtung des Kiefers stehend, nicht übereinander greifend, i 3 durch ein kleines Diastema von i 2 getrennt und ein wenig quer gerückt (die linken unteren Incisiven etwas verletzt); p 2 inf. mit der Spitze etwas nach aussen ausladend, durch ein kleines Diastema von c getrennt und ⅔ so gross wie p 1, dieser ⅔ so lang wie c.

Ein spitzer, 2.5 mm langer Stützknochen in der Ruthenspitze.

Maasse:

Kopf 17mm
Körper 32mm,,
Ohr 11 × 6.8 mm,,
Vorderer Ohrrand 7mm,,
Tragus 5 × 2 mm,,
Humerus 24mm,,
Vorderarm 36.5mm,,
Dig. 1 mit Kralle 9mm,,
Dig.,, 2 (33 + 4?) 37mm,,
Dig.,, 3 (35 + 12.5 + 10 + 7) 64.5mm,,
Dig.,, 4 (34 + 12 + 8) 54mm,,
Dig.,, 5 (32 + 7.5 + 5) 44.5mm,,
Femur 12mm,,
Unterschenkel 15.5mm,,
Fuss mit Krallen 8.5mm,,
Sporn 18mm,,
Schwanz 41mm,,
Penis 9mm,, [2]

Ich widme diese Art dem Andenken meines hochverehrten Lehrers und Freundes Wilhelm Peters, der sich bekanntlich um die Förderung der Kenntnisse der Fledermäuse grosse Verdienste erworben hat. So sagt Dobson (Cat. 1878 p. XXXV): „Peters, to whom we owe the first attempt to arrange scientifically many of the genera of Chiroptera“, und: „At Berlin, through the great liberality of Prof. Peters, I had the privilege of inspecting the beautifully executed series of unpublished plates representing the species of Chiroptera in the collection of the Royal Zoological Museum.“ Leider hat Peters die von ihm vorbereitete Monographie dieser Ordnung 1883 unvollendet hinterlassen, allein ihre Veröffentlichung, auf den Stand unserer heutigen Kunde gebracht, ist erfreulicherweise nunmehr, wenigstens vorläufig zum Theil, in Aussicht gestellt. [[14]]

Ganz nahe schliesst sich diese Art keiner bekannten an. V. brachypterus (Temm.) von Java, Sumátra und Banka (Dobson Cat. 1878, 223) hat, abgesehen von anderen Differenzen, kurze Flügel, keinen Penisknochen und weicht in der Bezahnung wesentlich ab. Die Untergattung Hesperoptenus Ptrs. (Mb. Ak. Berl. 1868, 626) ist u. a. auch auf das Vorhandensein eines Penisknochen gegründet worden, welcher Charakter aber, ausser bei V. petersi, in der Gattung Vesperugo noch sonst vorkommen dürfte; es sind bis jetzt noch nicht alle Arten daraufhin untersucht.

Anmerkung

Ich benutze diese Gelegenheit zur Charakterisirung einer Subspecies von Neu Guinea.

Peters & Doria beschrieben (Ann. Mus. Gen. XVI, 696 1881) nach einem Weibchen von Salawati Vesperugo papuanus und Thomas (NZ. II, 164 1895) führte ihn von Fergusson Insel, D’Entrecasteaux Gruppe, im Südosten von Neu Guinea, auf, ohne weiter eine Bemerkung dazu zu machen. Das Dresdner Museum erhielt eine Anzahl Exemplare von Bongu, an der Astrolabebai, Ost Neu Guinea, die dieser Art sehr nahe stehen, wenn auch nicht mit ihr zu identificiren sind. Ich nenne sie:

Vesperugo papuanus orientalis.

Sie unterscheiden sich in folgenden Punkten: Vorderarm 27–31 mm (statt 27), 27 kommt nur bei éinem Exemplar unter 19 vor, meist 28, aber auch 29, 30 und 31 mm; die Füsse sind viel robuster, die Haftscheiben am Daumen und an den Fussohlen viel deutlicher ausgeprägt (die Individuen variiren in dieser Beziehung etwas untereinander); endlich ist p 2 inf. ⅔ so gross wie p 1 inf., nicht ½ wie bei dem Salawati-Exemplare nach der Angabe von Peters & Doria, wobei ich aber bemerken muss, dass bei dem Typus, den ich durch die Güte des Hrn. Dr. Gestro untersuchen konnte, das Verhältniss von ½ nicht scharf ausgeprägt ist, es neigt da auch zu ⅔. Auf alle Fälle aber differiren die Ost Neu Guinea-Exemplare von dem von Salawati genügend, um sie vorläufig subspecifisch abzutrennen. Es wird sich später erweisen, ob ihnen Species-Charakter zukommt.

Das Männchen besitzt einen kleinen zweispitzigen Ruthenknochen. Dobson (Cat. 1878 p. XXIX) sagt von den Penisknochen der Chiropteren im Allgemeinen: „Its form varies sometimes considerably even in species of the same genus.“

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19. Vesperugo minahassae n. sp.

[Tafel IV], Fig. 3 (​2⁄1 n. Gr.)

Körper gedrungen. Oberseite zwischen vandykebraun und proutbraun (Ridgw.), kurzhaarig, glänzend, sammetartig, Unterseite proutbraun, mässig stark behaart. Dorsal ist nur ein Drittel des Oberarms und die Hälfte des Oberschenkels mit Haaren besetzt, ventral reichen sie etwas weiter.

Flughäute schwärzlich, dorsale Oberfläche nackt, nur auf der Schulterflughaut ein Querstreif spärlich mit Haaren besetzt, und die Schenkelflughaut schwach, kaum bis zum Ende des ersten Schwanzwirbels behaart; ventrale Oberfläche ebenfalls nackt, nur auf der Schulter- und Fingerflughaut zwischen Vorderarm und 5. Finger spärliche Haare, sowie ein Dreieck am Ellenbogen kaum bis zum Knie, und die Schenkelflughaut in ihrem proximalen Theile, schwach behaart. Die Lendenflughaut ist am Knöchel angewachsen, [[15]]die Schenkelflughaut schliesst den Schwanz bis zur Mitte des letzten Gliedes ein, und er liegt in ihrer Oberseite; der hintere freie Rand der Schenkelflughaut verläuft ziemlich gerade, der Sporn trägt an seiner proximalen Hälfte ein bis 1.5 mm breites, 9 mm langes Hautläppchen (rechts kürzer).

Ohren innen, vom crus helicis und anthelicis querüber bis zur Spitze, spärlich mit Haaren besetzt, aussen nackt; Innenrand gerade, Spitze abgerundet, Aussenrand convex, Antitragus stark gewulstet, breit, etwas über der Mitte des äusseren Randes des linken Ohrs ein kleiner Einschnitt, darüber der Helix etwas ausladend, am rechten Ohre fehlt dieser Einschnitt, ist aber durch eine leichte Concavität des Randes, sowie durch eine seichte Depression markirt; der äussere Ohrrand endet 6 mm unterhalb des Auges, 3.5 mm hinter und etwas unter dem Mundwinkel[3], nicht am Mundwinkel, wie bei den meisten Vesperugo-Arten; crus helicis wulstig, crus anthelicis gut ausgebildet; Tragus mit verbreiterter Basis, proximal mit Haaren bestanden, Innenrand ziemlich gerade, Spitze etwas abgerundet, Aussenrand convex, in der Mitte etwas verdickt, Zacken angedeutet, in der unteren Hälfte gerade.

Kopf platt, Augen klein, die Behaarung beginnt erst hinter einer Querrinne, die die Schnauze abgrenzt; diese schwach behaart, breit (21 mm) und kurz (5 mm), vorn abgestutzt, an den Nasenlöchern 4.5 mm breit, Drüsentheil gut entwickelt, Lippen median glatt, lateral mit etwas papillösen Aussenrändern; die zwischen den zwei unteren Praemolaren und dem Lippenrande befindliche grosse Hautpapille hat hier den Lippenrand nicht nur nach aussen gedrängt, sondern auch bewirkt, dass er an dieser Stelle verschmälert und nach unten ausgerandet ist, so dass die Papille von aussen sichtbar wird; Oberlippe die Unterlippe überragend; Nasenlöcher sublateral nach aussen offen, Ränder, besonders median gewulstet, Zwischenraum 1.5 mm breit, nicht vertieft; Unterkiefer und Kinn ziemlich glatt, schwach behaart, auf der Kehle eine runde Warze mit kurzen und einigen langen Haaren, wie sie oft vorkommt.

Bezahnung: i 1 sup. dreizackig, mit der innersten längsten Zacke median sehr stark ausladend, die mittlere zurückstehend, kurz und breit, die äusserste noch weiter zurück und klein, i 2 nur so lang wie diese letztere, an der Spitze leicht eingekerbt, ebenfalls nach innen gerichtet, und dicht an i 1 stehend, Diastema der zwei mittleren Incisiven, an den Wurzeln gemessen, etwas über 1 mm; c sup. 2 mm lang, Diastema zwischen ihm und i 2 nur gering; p 1 sup. steht dicht an c und ist halb so lang, p 2 ganz innenständig, sehr klein, eben das Zahnfleisch überragend und nur bei genauester Untersuchung kenntlich, von aussen ganz unsichtbar. Die sechs unteren Incisiven in der Richtung des Kiefers stehend, dreilappig, der zweite anscheinend der grösste (sie sind bei dem Exemplare rechts und links nicht ganz gleich), der dritte dicht am Caninus, dieser 1.5 mm lang, p 2 inf. dicht daran stehend und fast ⅔ so gross, p 1 dicht an p 2 und fast eben so gross und so lang wie m 1.

Penis lang, ein Stützknochen in der Ruthenspitze, Praeputium zweilappig und mit kurzen stacheligen Haaren besetzt.

Maasse:

Kopf 18mm
Körper 41mm,,
Ohr 14 × 10 mm,,
Vorderer Ohrrand 8.5mm,,
Tragus (Länge von der tiefstenStelle der Basis bis zur Spitze) 5 × 2 mm,,
Humerus 24mm,,
Vorderarm 36mm,,
Dig. 1 mit Kralle 6.3mm,,
Dig.,, 2 (33.5 + 5.5) 39mm,,
Dig.,, 3 (35 + 11.5 + 9 + 3) 58.5mm,,
Dig.,, 4 (33 + 11 + 5) 49mm,,
Dig.,, 5 (29 + 5.5 + 4.7) 39.2mm,,
Femur 12mm,,
Unterschenkel 15.5mm,,
Fuss mit Krallen 10mm,,
Sporn c. 13 mm,,
Schwanz c. 37 mm,,
Penis 9mm,,

Diese Art hat mit einer Reihe von Vesperugo-Arten gewisse Ähnlichkeiten, so mit V. stenopterus Dobs. von Bórneo, oder auch mit imbricatus Horsf. von Malakka, Sumátra, Java und Bórneo, affinis Dobs. von Yunnan, indicus Dobs. von Vorderindien etc., aber sie ist keiner bekannten zu subsummiren. [[16]]Das Gebiss, der tiefe Ansatz des äusseren Ohrrandes, und die Combination aller ihrer anderen Charaktere genügen, um sie leicht zu erkennen, ohne dass es nöthig wäre, die Unterschiede von einer Reihe anderer Arten im Einzelnen namhaft zu machen.

Sonst ist bis jetzt von Celébes an Vesperugo-Arten nur der von Vorderindien bis zu den Philippinen, Neu Guinea und Australien weit verbreitete V. abramus (Temm.) nachgewiesen. Dobson (Cat. 1878, 228) nennt ein von mir gesammeltes Exemplar im Britischen Museum von Nord Celébes mit der Bemerkung, dass die Form und die Stellung der oberen Incisiven ein wenig abweiche, und eins von Süd Celébes; das Dresdner Museum besitzt ebenfalls je eins von Nord und Süd Celébes (Amurang und Makassar).

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20. Vespertilio muricola Hdgs.

Dobson (Cat. 1878, 288) giebt für den Vorderarm allgemein 31.75 mm (1.25 inch.) und (p. 317) 34.29 (1.35) an; Jentink (Webers Zool. Erg. I, 128 1890) für Exemplare von Java (mares) 33.5–35 mm, (fem.) 34–36.5, von Sumátra 36, von Flores 35; Dresdner Exemplare messen: Bórneo 33.5, Ambon 37–38, was gut mit Dobsons früherer Angabe (Cat. As. Chir. 1876, 135) Bórneo 34 mm (1.35 inch.), Ambon 38 (1.5) stimmt, seine Maasse variiren überhaupt zwischen 30.5 und 38 mm (1.2 und 1.5 inch.). Es fragt sich, ob nicht bei genauem Studium, wozu ein grosses Material von überall her gehörte, Rassen unterschieden werden können. Dobson (l. c. 136) hat sich hierüber zwar in negativem Sinn ausgesprochen, allein sein Material genügte keineswegs, ein endgültiges Urtheil zu gewinnen.

Die Art, die von Vorderindien bis zu den Molukken nachgewiesen ist, wurde auch schon speciell von Nord Celébes registrirt (Dobson Cat. 1878, 317 und Jentink Cat. MPB. XII, 190 1888), während der Sarasinsche Fundort von Süd Celébes neu ist. Dresden besitzt sie auch von NW Neu Guinea (36 mm).

Dobson (Cat. 1878, 316 Anm.) sagte, dass ein Exemplar von Sumátra im Leidener Museum in der Ohrform etwas abweiche, und ich hebe daher hervor, dass die Celébes-Individuen in dieser Beziehung unter einander differiren, und zwar speciell hinsichtlich des äusseren oberen Ohrrandes, sowie des Tragus; auch die Grösse des Hautläppchens am Sporne variirt. Nach Dobson (Mon. As. Chir. 1876, 136) kann muricola von den verwandten Arten auch durch den kleinen, aber deutlichen postcalcanealen Lappen unterschieden werden, allein bei einigen der vorliegenden Exemplare von Celébes fehlt er so gut wie ganz.

Von anderen Vespertilio-Arten hat Dobson (Cat. 1878, 292) noch V. adversus Horsf. von Celébes aufgeführt, auch ist ein von mir im Jahr 1871 gesammeltes Exemplar von Gorontalo im Berliner Museum; Jentink hatte die Art auch von der Minahassa genannt (NLM. V, 175 1883), später aber als muricola aufgeführt (Cat. MPB. XII, 191 1888). Ferner nennt Jentink (l. c. p. 186 und Webers Zool. Erg. I, 128 1891) von Celébes V. hasselti Temm.


[1] Bezeichnungen nach Hensel. [↑]

[2] Dobson (Cat. 1878, 227) sagt von V. abramus, dass er relativ einen grösseren Penis habe als alle anderen Fledermäuse, Jentink (Webers Zool. Erg. I, 128 1890) führt ein junges Exemplar von Sumatra auf (Vorderarm nur 14.5 mm), dessen Penis 4.5 mm lang ist. [↑]

[3] Diese Maasse stimmen nicht genau mit denen der Abbildung [Tafel IV], Figur 3, da diese perspectivisch gezeichnet ist. [↑]

[[Inhalt]]

Emballonuridae

Molossi

[[Inhalt]]

21. Nyctinomus sarasinorum n. sp.

[Tafel IV] Fig. 4–6, [Tafel X] Fig. 3, 4 und 28, und [Tafel XI] Fig. 2 und 2 a

[[17]]

Oberseite kastanienbraun (Ridgw. IV, 9), sammetartig, Unterseite zimmetfarben (R. III, 20), die Haare mit helleren Spitzen. Flughäute bräunlich; dorsale Oberfläche: Schulterflughaut spärlich mit kastanienbraunen Haaren besetzt, Fingerflughaut mit ebensolchem Haarstreifen aussen am Vorderarme, desgleichen ist die proximale Hälfte des Metacarpus des 5. Fingers mit solchen Härchen besetzt, wie auch der Aussenrand auf der Lendenflughaut und die proximale Hälfte der Schenkelflughaut (alles dies jedoch deutlich nur am getrockneten Exemplare sichtbar); ventrale Oberfläche so gut wie nackt, nur an den Körperseiten setzt sich ein zimmetfarbener Haarsaum auf sie fort. Die Lendenflughaut inserirt an der Mitte der Tibia, die Schenkelflughaut am distalen Drittel des Sporns, sie ist, besonders an der Unterseite, quer gefaltet. Ohren median durch einen 4 mm hohen, dorsal behaarten Hautwulst vereinigt; Innenrand des Ohres stark convex, Spitze ganz abgerundet, Aussenrand oben ziemlich gerade, unten convex, crus helicis lappig, breit, umgebogen, Tragus sehr klein, oberer Rand convex, innerer concav, äusserer oben convex, unten concav, mit einem Zacken; Antitragus etwas eckig, durch einen tiefen Einschnitt hinten abgetrennt; Behaarung der Ohrmuscheln schwach, dorsal fast nur an den proximalen Parthieen behaart, ventral nackt bis auf einen kastanienbraunen Haarstreifen an der dorsalen Fläche des crus helicis, von da quer nach oben und hinten zur Ohrspitze ziehend. Die ganze Hautparthie hinter dem Verbindungsbande der inneren Ohrränder (dorsale Fläche der Ohrenbasis) bis zur Stirn so gut wie nackt, und zwar in einer Ausdehnung von 6 mm von vorn nach hinten und von 11 mm in der Quere, so dass die mediane, nach hinten offene, taschenförmige Einsenkung offen liegt. Schnauze mässig breit, stumpf, vorn schräg nach hinten und unten abgeschnitten. Nasenlöcher mit scharfem oberen Rande, der median nach vorn spitz zusammenläuft, mit schwacher Einsenkung dazwischen. Die borstigen Haare der Schnauze, besonders die ihrer Unterseite, an der Spitze verbreitert[1]. Oberlippe dick, vertical gerunzelt, aber nicht so faltig wie bei N. plicatus (Buch, Ham.).

Bezahnung. Die beiden oberen Incisiven stehen etwas weiter auseinander als bei N. plicatus (0.7 mm), es ist nur ein oberer Praemolarzahn vorhanden, und er ist vom Caninus durch ein Diastema getrennt, p 2 inf. ist nur ½–⅔ so gross wie p 1 inf., die zwei mittleren unteren Incisiven sind zweilappig und stehen in der Richtung des Kiefers, die zwei äusseren sind abgerundet und stehen theilweise dahinter und quer.

Zitzen 5 mm unter der Achselhöhle.

Keine Kehlgrube (beim Weibchen!).

Maasse:

Kopf 25mm
Körper 45mm,,
Ohr 21 × 15 mm,,
Tragus (Länge von der Zacke an gemessen) 2 × 1.2 mm,,
Humerus 29mm,,
Vorderarm 40mm,,
Dig. 1 mit Kralle 8.5mm,,
Dig.,, 2 (40 + 2) 42mm,,
Dig.,, 3 (39 + 18 + 15 + 7.5) 79.5mm,,
Dig.,, 4 (37.5 + 14 + 10 + 1.7) 63.2mm,,
Dig.,, 5 (23.5 + 11.5 + 4 + 1.6) 40.6mm,,
Femur 16mm,,
Unterschenkel 14.5mm,,
Fuss mit Krallen 13mm,,
Sporn 8mm,,
Schwanz (davon frei 23 mm) 34mm,,

Auf [Tafel IV] Fig. 4 ist eine dorsale Ansicht des ganzen Thieres in natürlicher, Fig. 5 die des Kopfes von der Seite in doppelter, Fig. 6 die des Tragus in vierfacher Grösse.

Nyctinomus sarasinorum schliesst sich zwar N. plicatus (Buch. Ham.) an, allein ist doch wesentlich davon verschieden. Abgesehen von den Dimensionen und der Färbung, in der Bezahnung, da plicatus [[18]]2 obere Praemolaren hat, und die unteren Incisiven anders gestellt und geformt sind, in dem Ansatze der Lendenflughaut in der Mitte der Tibia, statt am unteren Ende wie bei plicatus, in der Behaarung der Flügelhäute, die bei plicatus nackt oder so gut wie nackt sind (wenigstens bei den mir vorliegenden Exemplaren), in der partiellen Nacktheit der Kopfhaut, und in Anderem.

Es könnte auffallend erscheinen, dass auf Celébes eine andere Form des weit verbreiteten N. plicatus lebt, allein ich zweifle nicht, dass bei näherem Eingehen auf ein genügend grosses Material von vielen Fundorten verschiedene Rassen oder Subspecies unterschieden werden können. Dobson (Cat. 1878, 425) gab die Verbreitung von Vorderindien bis zu Bórneo und den Philippinen an, Peters & Doria (Ann. Mus. Gen. XVI, 35 1881) führten Exemplare von Jobi, im Norden von Neu Guinea auf — es war dies jedoch nicht der erste Molosside von Neu Guinea, wie diese Autoren meinten, da schon N. australis (Gray) von Neu Guinea bekannt war (Dobson Cat. 1878, 434) —, Leche (PZS. 1884, 51), solche von Süd Australien und Nord Tasmanien, Jentink endlich (Cat. MPB. XII, 202 1888) ein junges von Timor. Mir liegen nur 3 Exemplare von Jobi und je eines von Sumátra, Java und NW Australien vor, die von Jobi und Australien sind dunkelbraun oben (R. III, 1), etwas heller unten (R. III, 6), das von Sumátra ebenso, aber gesättigter, das von Java wie die Jobi-Exemplare, unten jedoch mit weisslichen Haarspitzen. Buchanan (TLS. V, 161 1800) sagte von Exemplaren von Bengalen: „The hair is mixed with ash colour, and is paler below than on the back“; Horsfield (Zool. Res. Java Nr. V 1824) von javanischen: „The body is deep brown, inclining to sooty black; intense above, and grayish underneath“; Temminck (Mon. Mam. I, 223 1827) von britischindischen: „Le pelage est … d’un fauve cendré“; Cantor (JASB. XV, 179 1846) von hinterindischen: „Back of a velvety snuff colour, becoming a shade lighter on the underparts“; Blyth (l. c. XX, 517 1853) von britischindischen: „Nearly as dark-coloured as the Malayan race …, which, we think, differs not otherwise than in being constantly of a much darker hue than the ordinary … plicatus of India“; Dobson (Cat. 1878, 425) sagt ganz allgemein, was gewiss nicht zutrifft: „Above black or smoke black, beneath somewhat paler“; Blanford (Fauna Br. Ind. Mam. 1888–91) von britischindischen Exemplaren: „Fur brownish black to greyish brown above, sometimes the same but generally paler below, basal portion of the hair lighter in colour“. Es liessen sich diese Auszüge noch vermehren, ohne dass damit eine grössere Übereinstimmung oder Klarheit erzielt würde, was den Gedanken stützt, dass hier von verschiedenen Rassen die Rede ist, wie ja Blyth schon von einer constant dunkleren maleischen Rasse sprach. Das Maass des Vorderarms giebt Dobson allgemein mit 49.5 mm (1.95 inch.) an, die mir vorliegenden Jobi-Exemplare messen 45, das Exemplar von Java 46, das von Sumátra 42, das von Australien 49 mm (gegen 40.5 bei N. sarasinorum von Celébes).

Interessante Mittheilungen über die massenhaften Flüge von N. plicatus aus Höhlen in Barma machte kürzlich A. R. S. Anderson in dem „Administration Report of the Marine Survey of India“ 1897/8 (nach einem Referat in Nat. Sc. XIV, 259 1899).

In Bezug auf die Bezahnung mit nur éinem oberen Praemolaren gleicht N. sarasinorum den Arten der Untergattung Mormopterus Ptrs. (PZS. 1865, 468) von Madagaskar, Südost Afrika etc., allein sonst weicht er in den meisten in Frage kommenden Punkten von ihnen ab. Dobson (Cat. 1878, 442) hat schon hervorgehoben, dass man auf die Zahl der oberen Praemolaren hier keine Untergattung gründen und N. norfolcensis (Gray) von der Norfolk Insel und Australien [N. wilcoxi (Krefft)] mit 2 oberen Praemolaren nicht von Mormopterus trennen könne (Thomas beschrieb Ann. Mus. Gen. 1897, 609 N. loriae von S Neu-Guinea, der norfolcensis nahe steht). Später hat Peters selbst (Mb. Ak. Berl. 1881, 482) das Fehlen von p 2 sup. als entscheidenden Charakter zurückgezogen, aber zugleich Mormopterus zu einer Gattung erhoben unter Namhaftmachung anderer Unterschiede und Hinzuziehung einiger anderer Arten. Das Fehlen von p 2 sup. ist eine Folge der Resorption des für ihn bestimmten Materiales seitens der Nachbarzähne, c sup. und p 1 sup. (daher auch meist das Diastema), ein Process, der sich bei manchen Arten einer Gattung schon vollzogen hat, bei anderen noch nicht. Ein Vorstadium dazu ist es, wenn p 2 sup. deciduös ist; Dobson (Cat. 1878, 431) erwähnt dies bei N. mops (F. Cuv.) von Sumátra, und dasselbe kommt bei N. plicatus vor, denn bei dem erwähnten Exemplare dieser Art von Sumátra fehlt er. [[19]]

Anmerkung

Ich benutze diese Gelegenheit um eine Nyctinomus-Art von Neu Guinea zu beschreiben:

Nyctinomus astrolabiensis n. sp.

[Tafel X] Fig. 19 und 30, und [Tafel XI] Fig. 6.

Oberseite proutbraun (R.), sammetartig, Unterseite broccolibraun (R.). Flughäute bräunlich, nackt, auf der dorsalen Oberfläche greifen die Haare nur an den Körperseiten über, auf der ventralen ist ein Dreieck von der Mitte des Humerus bis zum Knie behaart, in der Farbe ähnlich wie die Körperhaare der Unterseite, auch greifen die Haare etwas auf die ventrale Oberfläche der Schenkelflughaut über; 15 mm des Schwanzes frei, 19 in der Flughaut, aber in ihrer Unterseite. Die Lendenflughaut inserirt ziemlich in der Mitte der Tibia, die Schenkelflughaut an der Basis des Sporns, ihr hinterer Rand ist etwas convex. Ohren auf der Schnauze 3 mm auseinander, 8 mm von der Schnauzenspitze entfernt, innerer Rand ziemlich gerade, nur median etwas eingezogen, Spitze abgerundet, äusserer Rand convex, Antitragus nur durch eine schwache Einsenkung abgesetzt, 3 mm vom Mundwinkel endend, crus helicis leistenartig, Tragus klein, fast quadratisch, oben etwas abgerundet und ziemlich stark verdickt, die Basis verbreitert. Ohrmuschel innen fast nackt, aussen an der Basis etwa bis zur Hälfte ihrer Länge behaart. Kopf abgeplattet, von der breiten Schnauze nicht abgesetzt, diese ad maximum 12 mm breit, vorn abgerundet und schräg nach hinten und unten abgeschnitten, Oberlippe schwach gerunzelt, Nasenlöcher nach vorn und aussen geöffnet, mit mässig scharfem oberen Wulste, der median nach vorn spitz zusammenläuft, mit einer medianen Einkerbung nach hinten und einem erhabenen Fortsatze nach unten. Die Oberseite der Schnauze etwas warzig mit einzelnen, in Vertiefungen stehenden längeren Haaren, ein Kranz von an ihrer Spitze verbreiterten Haaren umsäumt die Schnauze unten, und auch an ihren Seiten stehen solche vereinzelt[2].

Bezahnung. Die beiden oberen Incisiven 1 mm auseinander, p 2 sup. sehr klein und durch ein relativ grosses Diastema von c getrennt, p 1 sup. fast halb so gross wie c sup., p 2 inf. dicht an c inf. und fast halb so gross, p 1 inf. etwas grösser als p 2 inf. Die zwei mittleren Incisiven sind zweilappig und stehen in der Richtung des Kiefers, die zwei äusseren nicht ganz so ausgesprochen zweilappig und etwas dahinter, sowie etwas quer stehend.

Keine Kehlgrube.

Maasse:

Kopf 25mm
Körper 41mm,,
Ohr 15 × 16 mm,,
Tragus 2 × 1.6 mm,,
Humerus 26mm,,
Vorderarm 36mm,,
Dig. 1 mit Kralle 7mm,,
Dig.,, 2 33mm,,
Dig.,, 3 (35 + 14 + 12.5 + 6) 67.5mm,,
Dig.,, 4 (33 + 11 + 9 + 1.5) 54.5mm,,
Dig.,, 5 (22 + 8 + 4 + 1.5) 35.5mm,,
Femur (?) 15 mm,,
Unterschenkel 13.5mm,,
Fuss mit Krallen 9mm,,
Sporn 11mm,,
Schwanz (davon frei 15) 34mm,,

Heller (Abh. Ber. 1896/7 Nr. 8 p. 4) hatte das Exemplar für Mormopterus beccarii Ptrs. (von Bongu) angesehen, der s. Z. von Salawati beschrieben wurde (Mb. Ak. Berl. 1881, 484). N. astrolabiensis steht keiner bekannten Art so nahe, dass eine Differentialdiagnose zu geben wäre, gehört aber in Dobsons Gruppe b (Cat. 1878, 421 und 422), der sich die Arten der Petersschen Gattung Mormopterus (Mb. 1881, 482) anschliessen. [[20]]


[1] (Ähnliche an den Füssen). Diese auffallend geformten Haare beobachtete ich zuerst an der Schnauze von Nyctinomus sarasinorum, aber ich fand sie dann auch bei anderen Molossiden. Da sie bisher keineswegs die Berücksichtigung gefunden haben, die sie ihrer Eigenartigkeit wegen zweifellos verdienen, so bat ich Hrn. Dr. J. Jablonowski, Assistenten am Museum, sie einer näheren Untersuchung zu unterziehen, welcher Aufgabe er im Anhange zu dieser Abhandlung („Die löffelförmigen Haare der Molossiden.“ Mit 2 Tafeln) in dankenswertester Weise gerecht geworden ist. [↑]

[2] Ähnliche an den Füssen. Siehe Anhang. [↑]

[[Inhalt]]

Insectivora

Soricidae

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22. Crocidura fuliginosa (Blyth)

Bekanntlich ist die Gattung Crocidura (wie die verwandten) systematisch noch nicht durchgearbeitet, man kann daher ohne grösseres Vergleichsmaterial eine sichere Bestimmung nur nach den Beschreibungen nicht erzielen. So nennt Anderson (Cat. Mam. Ind. Mus. I, 197 1881) die Farbe der Haare von C. fuliginosa „dark slaty at the base, the root fuliginous brown with inconspicuous, dull, long tips; under part scarcely, if at all, paler, with silvery reflections“ (Tenasserim); Blanford (Fauna Br. Ind. Mam. 1888–91, 242) „deep rich reddish brown above, ashy brown to ashy grey below, basal half of fur throughout slaty“ (Eastern Himalayas, Assam, Tenasserim); Hose (Mam. Borneo 1893, 36) „bluey slate above and below“ (Kinabalu). Zudem sind in den letzten Jahren 10 neue Crocidura-Arten aus dem Ostindischen Archipele beschrieben worden (Dobson Ann. Mus. Gen. XXIV, 566, 1886, Jentink NLM. X, 161 1888 und Webers Zool. Erg. I, 123 1890, Dobson AMNH. 6. s. VI, 494 1890, Thomas ib. 7. s. II, 247 1898).

Jentink (Aardr. Weekbl. 2. Jg. Nr. 44 p. 291 1881 und NLM. X, 161 1888) führte Sorex myosurus Pall.Pachyura murina (L.) — von Celébes auf; sonst ist, meines Wissens, keine Spitzmaus bis jetzt von dort registrirt, aber wohl in Museen vorhanden.

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Carnivora

Viverridae

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23. Viverra tangalunga Gray

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24. Paradoxurus hermaphroditus (Schreb.)

Das Dresdner Museum besitzt ein Exemplar vom Pik von Bonthain, Süd Celébes. Weber (Zool. Erg. I, 109 1890) fand die Art (P. musanga) auf Saleyer. Weder Blanford in seiner Monographie (PZS. 1885, 797), noch Lydekker (Allen’s Nat.’s Libr., Carnivora I, 235 [1895]), noch Trouessart (Cat. Mam. 329 1897) erwähnen Celébes als Fundort.

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25. Paradoxurus musschenbroeki Schl.

Vgl. meine Bemerkungen Abh. Ber. 1896/7 Nr. 6 p. 10. Ausserhalb der Minahassa ist die Art bis jetzt noch nicht gefunden worden. [[21]]

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Rodentia

Sciuridae

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26. Sciurus leucomus Müll. Schl.

Vgl. Abh. Ber. 1896/7 Nr. 6 p. 25, [Taf. X] Fig. 2 und 1898/9 Nr. 4 p. 2.

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27. Sciurus leucomus occidentalis A. B. M.

Abh. Ber. Mus. Dresden 1898/9 Nr. 4 p. 2 (1898)

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28. Sciurus sarasinorum A. B. M.

[Tafel V]

Abh. Ber. Mus. Dresden 1898/9 Nr. 4 p. 1 1898

Figur 1 stellt das Exemplar von Ussu in natürlicher Grösse dar, Figur 2 das von Mapane in ½ natürlicher Grösse. Siehe l. c. über die Differenzen der beiden.

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29. Sciurus murinus Müll. Schl.

Die Art ist nur von Nord Celébes bekannt, von der Nordspitze der Minahassa (Main) an bis zur Matinangkette, westlich vom Gorontaloschen, aber westlich und südlich von da wurde sie noch nicht erbeutet, wenigstens ist Nichts darüber verlautbart. Hickson fand sie auf der Insel Talisse im Norden und das Dresdner Museum erhielt sie von der Insel Lembeh, im Osten von der Minahassa (5 Exemplare), wo sie nicht abzuweichen scheint. E. & Ch. Hose erbeuteten sie im October 1895 3500 Fuss hoch auf dem Masarang (Mus. Dresd.), und sonst ist sie aus der Minahassa registrirt von Manado, Langowan, Amurang (Mus. Leiden), Rurukan und Main (Mus. Dresd.); dazu noch der obige Fundort Tomohon. Jenseit der Minahassa: [[22]]im Bonethal, östlich von Gorontalo, bei Gorontalo und auf der Matinangkette, westlich vom Gorontaloschen. Bei der Kleinheit des Thieres ist es wohl möglich, dass es sich auch noch ausserhalb seines bis jetzt bekannten Verbreitungsgebietes anfindet.

Der inländisch-maleische Name in der Minahassa ist bunto kitjil.

Die Art ist noch nicht abgebildet worden.

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30. Sciurus rubriventer Müll. Schl.

Schon Jentink (NLM. 1883, 128) zeigte, dass es ein Irrthum von Anderson war, diese Art zu Sc. bicolor zu ziehen. Auch sie ist, wie Sc. murinus, bis jetzt nur von Nord Celébes nachgewiesen, und zwar von der Minahassa und aus dem Gorontaloschen. Die bekannten Fundorte in der Minahassa sind: Manado (Mus. Leid.), Lotta, Kakaskassan (Mus. Dresd.) und Tomohon (Sarasins); im Gorontaloschen: Tulabello und Modelido (Mus. Leid.). Es ist dies immerhin auffallend, da ein relativ so grosses und prachtvoll gefärbtes Thier dem Jäger weniger leicht entgehen kann, als der unscheinbare und kleine Sc. murinus, und man meinen sollte, ihm stünden keine Hindernisse im Weg, um sich über die ganze Insel zu verbreiten.

Der inländische Name in der Minahassa ist talu.

Abgebildet ist die Art noch nicht.

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