Dritte Scene.

Die Vorigen. Ein Diener.

Diener.

Der Oberst Scalosúb.

Famussoff (ohne zu hören).

Nur zu, nur immer zu!

Du kommst noch unter’s Halsgericht!

Das ist gewiß, wie zwei mal zwei macht vier.

Tschatzki.

Es ist da jemand angekommen.

Famussoff.

Ich höre nichts! Vor’s Halsgericht!

Tschatzki.

Sie haben falsch vernommen:

Es ist ein Fremder vor der Thür.

Famussoff.

Vor’s Halsgericht, vor’s Halsgericht mit Dir!

Tschatzki.

So kehren Sie sich um, Sie kriegten einen Gast.

Famussoff (dreht sich um).

Was? Krieg? Rebellion?

Auf Sodoms Schicksal bin ich längst gefasst.

Diener.

Der Oberst Scalosúb hält vor der Thür,

Befehlen Sie ihn zu empfangen?

Famussoff.

Schaafskopf! Natürlich! sagt’ ich’s Dir

Nicht hundert mal schon? Schneller, lauf —

Bitt’ ihn ergebenst gleich herauf,

Sag’, daß ich hocherfreut, sag’ Wort für Wort,

Sag’, daß ich ihn erwarte, — pack Dich fort! —

(Diener ab.)

(Zu Tschatzki.)

Ich bitte Dich Mosje, folg’ einmal mir:

Es ist ein angeseh’ner Offizier

Hat, für sein Alter unerhört —

Schon einen Rang beneidenswerth,

Hat Orden ohne Zahl,

Ist heute oder morgen General,

Dazu ist er solid in seiner Denkungsart;

Ich bitt’ Dich, nimm Dich jetzt zusammen.

(Kopfschüttelnd.)

Ach, lieber Tschatzki, — nein!

Nicht alles ist mit Dir — so wie es sollte sein! — —

Er ist recht oft und gerne hier —

Du weißt empfangen wird ja jedermann von mir.

Die Leute hier vergrößern alles gleich;

Da spricht man in der ganzen Stadt,

Daß er ein Aug’ geworfen hat

Auf mein Sophiechen — dummes Zeug —!

Nun — möglich wär’s — Sophie ist frisch und roth,

Allein sie ist noch jung; — ich sehe keine Noth

So bald die Tochter aus dem Haus zu geben.

Er mag sie wohl — wenn mich nicht alles trügt,

Doch übrigens, wie es der Himmel fügt.

Ich bitt’ Dich, kommt er her,

So streite nicht die Kreuz und Quer.

Erwäge doch ein jedes Wort

Und wirf die albernen Ideen fort.

Indeß wo bleibt er denn? Was kann das sein?

Er ging gewiß zu mir, auf jene Seit’, hinein.

(Geht eiligst ab.)