Fünfte Scene.
Tschatzki. Natalie Dmítrewna. Goritscheff.
Natalie Dmítrewna.
Wie, seh’ ich recht — ja — es sind seine Züge!
Herr Tschatzki, wenn ich mich nicht trüge?
Tschatzki.
Sie seh’n mich zweifelnd an, vom Kopf bis zu den Füßen.
Es wär’ doch wunderbar,
Daß mich verändert so drei Jahr!
Natalie Dmítrewna.
Ich dacht’ mir alles andre ehr
Als Sie in Moskau zu begrüßen.
Nun woher?
Wann sind Sie angelangt?
Tschatzki.
So eben.
Natalie Dmítrewna.
Das ist schön!
Und auf wie lang?
Tschatzki.
Ich werde sehn!
Doch Sie? Ich kann nicht zu mir vor Erstaunen kommen.
Sie haben unbegreiflich zugenommen.
Was haben Sie nur angefangen?
Welch Gliederspiel und welche rothe Wangen!
Verjüngt, voll Geist, im Blicke welche Laune?
Was ist geschehen? Ich erstaune!
Natalie Dmítrewna.
Ich habe mich vermählt.
Tschatzki.
Das mußten längst Sie sagen!
Natalie Dmítrewna.
Mein Mann, ein einz’ger Mann — ich darf mich nicht beklagen —
Gleich ist er hier. — Nicht wahr — ich mache Sie bekannt?
Tschatzki.
Ich bitt’ Sie drum!
Natalie Dmítrewna.
Gewiß, Sie finden ihn charmant.
Ein Blick genügt.
Tschatzki.
Ich glaub’s! Es ist Ihr Mann.
Natalie Dmítrewna.
O deßhalb nicht allein,
Man kann nicht liebenswürd’ger sein.
Durch eignen Werth, durch Geist und durch Verstand
Ist mein Platon als ganz vorzüglich anerkannt.
Er ist jetzt Civilist, war früher Militair,
Er dient nicht mehr, und alle Welt bedauert dieses sehr.
Denn dient’ er weiter — sehen Sie —
Bei solcher Tapferkeit und dem Genie
So meinen alle — die ihn früher kannten —
Er hätt’s in Moskau hier gebracht
Ganz sicher bis zum Commandanten.