2.

In der Hölle ging es hoch her. Ihre Bewohner gebärdeten sich wie toll.

Wie ein Blitz hatte die Kunde eingeschlagen, daß das Licht und die Sonne, die Krone und der Ruhm der Welt, der eingeborene Sohn Gottes, der Menschensohn gefangen genommen sei und nach Golgatha geführt werde.

Und die rasende Hölle donnerte, wie eine dräuende unbarmherzige Gewitterwolke; die Hölle brüllte, wie ein gereizter

Löwe; die Hölle brummte, wie ein tollgewordener Stier; die Hölle stöhnte, wie das weite Meer bei Unwetter; die Hölle glühte, wie ein verwundetes Herz.

Mit dem Reiche Christi, das ewig sein sollte, war es zu Ende!

Und die finstern Teufel heulten und schwangen sich vor Freude in wildem, rasendem Tanz.

Der Teufel, der nur ein Hühnerbein hatte, der böse Knecht der Schlange, hüpfte auf dem einen Hühnerbein bis zu den höchsten Türmen empor, die den Eingang in den finsteren Wohnort der finstern, stolzen, unglücklichen Dämonen, in das Reich der ewigen Qualen, schützten. Und die boshaften Ratgeber der Schlange, die nur Knorpeln statt Knochen haben, kletterten in tollem Spiel einer auf den andern und bliesen und pfauchten, daß der giftige Dunst und Staub, der ihren Mäulern entquoll, durch die Mauern der Hölle bis auf die Erde drang. Und inmitten des wüsten Gewirbels leuchtete wie ein Smaragd das grüne Auge Satans.

Die wächserne Brücke der Prüfungen zwischen Paradies und Hölle und die Brücke der Toten, die über den brausenden Pechstrom führt, brach zusammen. Und die unersättliche höllische Flamme leckte an den Säulen des Himmels.

Mit dem Reiche Christi, das ewig sein sollte, war es zu Ende.