Wunschtraum
Wenn ich ein Vöglein wäre, flöge ich natürlich dieser Welt davon. Hätte ich aber in ihr etwas zu sagen, so führe dieser Tage ein strammer und himmellanger Besen in den Markusplatz hinein. Die an der Porphyrsäule Lehnende würde in eine Calle hinter einen Ladentisch mit Mortadella zurückgefegt. Sodann müßten mir die Konzertprogramme bei Quadri, Olympia, Florian und Lavena unterbreitet werden. Denn bei schwerer Geldstrafe dürfte keine Bumsmusik auf der Piazza hin- und herüber tönen. Ich erlebte folgendes: Eine der dortigen Kapellen – sie bestand aus Deutschen, Südtirolern und einem Italiener – gab als schüchterne Konzession an den Karfreitag Paraphrasen aus dem Parsifal. Zum Schluß rief jemand Bis. Daraufhin entspann sich zwischen den Musikern und mir folgender Dialog: „Spielen Sie das doch noch einmal.“ – „Wir können nicht.“ – „Man hat doch Bis gerufen.“ – „Es war ja nur Hohn.“ „Non li piace,“ sagte der Cellist, „piace a noi, ma non a loro.“ Ich würde mir aber das Publikum schon ziehen.
Haben wir, die wir uns in der Welt nicht mehr recht zu Hause fühlen, am Ende ehrlichere Gesichter von unserem Unbehagen weg? – Ich erstand ein Fernglas, hatte aber nicht genügend Geld bei mir und ersuchte die Verkäuferin, es mir zurückzulegen. Da trat aus dem Schatten die Padrona hervor, bat mich um Namen und Adresse und händigte mir das Fernglas ein.
Und doch bin ich finsterer denn je entschlossen, den nächsten Fund, den ich mache, zu behalten. Aber ach! Die Menschen teilen sich in Finder und in Verlierer ein und mir sind die Finder immer an den Fersen. –