Eindruck der Nachrichten aus Irland in Frankreich.

Die Kunde von diesen wichtigen Ereignissen verbreitete sich rasch und brachte ganz Europa in heftige Aufregung. Die Nachricht von Wilhelm’s Verwundung ging überall der Nachricht von seinem Siege um einige Stunden voraus. Paris wurde mitten in der Nacht durch die Ankunft eines Couriers geweckt, der die frohe Botschaft brachte, daß der Ketzer, der Vatermörder, der Todfeind der Größe Frankreich’s, im Angesicht beider Armeen von einer Kanonenkugel tödtlich getroffen worden sei. Die Polizeicommissare liefen in der Stadt umher, klopften an die Hausthüren und forderten die Leute auf zu illuminiren. In Zeit von einer Stunde strahlten die Straßen, die Quais und die Brücken in hellem Lichterglanze, Trommeln wirbelten und Trompeten schmetterten; die Glocken von Notre-Dame läuteten und Kanonenschüsse donnerten von den Batterien der Bastille. In den Straßen wurden Tafeln aufgeschlagen und allen Vorübergehenden Wein gereicht. Eine Strohpuppe, welche den Prinzen von Oranien darstellte, wurde durch den Koth geschleift und schließlich den Flammen übergeben. Sie war begleitet von einem widerlichen Abbilde des Teufels, der einen Zettel trug, auf dem geschrieben stand: „Ich habe Dich seit zwei Jahren erwartet.” Die Läden mehrerer Hugenotten, welche durch Einquartierung gezwungen worden waren, sich für Katholiken zu erklären, die aber in dem Verdachte standen, im Herzen noch immer Ketzer zu sein, wurden vom Pöbel geplündert. Es war gefährlich, die Wahrheit der Nachricht, welche die Menge so freudig willkommen geheißen hatte, in Zweifel zu ziehen. Bald jedoch wagten es einige nüchterne Leute zu bemerken, daß das Factum des Todes des Tyrannen noch nicht so ganz ausgemacht sei als man wohl wünschen könnte. Da entspann sich eine heftige Polemik über die Wirkung solcher Verwundungen, denn der große Haufe meinte, daß Jemand, der von einer Kanonenkugel an der Schulter getroffen worden sei, nicht wieder aufkommen könne. Die Streitenden appellirten an medizinische Autoritäten, und die Thüren der renommirtesten Chirurgen und Aerzte wurden belagert, als ob, wie man scherzhaft sagte, eine Epidemie in Paris geherrscht hätte. Die Frage wurde bald durch ein Schreiben von Jakob entschieden, worin er seine Niederlage und seine Ankunft in Brest meldete.[34]