Eindruck der Nachrichten aus Irland in Rom.

In Rom machten die Nachrichten aus Irland eine Sensation ganz andrer Art. Auch dort fand die Kunde von Wilhelm’s Tode eine kurze Zeit lang Glauben. Im französischen Gesandtschaftshotel herrschte nichts als Freude und Triumph; die Gesandten des Hauses Oesterreich aber waren in Verzweiflung, und das Aussehen des päpstlichen Hofes verrieth nichts weniger als Jubel.[35] Melfort schrieb in einem Anfall von Freudentaumel einen Beglückwünschungsbrief an Marie von Modena. Dieser Brief ist noch vorhanden und würde allein hinreichen zu erklären, warum er der Günstling Jakob’s war. Herodes — so war Wilhelm genannt — sei nicht mehr. Es müsse eine Restauration stattfinden und diese Restauration müsse eine furchtbare Rache und die Herstellung des Despotismus nach sich ziehen. Die Macht der Geldbewilligung müsse den Gemeinen entzogen werden. Politische Verbrecher dürften nicht durch Juries, sondern durch Richter abgeurtheilt werden, auf die sich die Krone verlassen könne. Die Habeascorpusacte müsse aufgehoben, die Urheber der Revolution mit schonungsloser Strenge bestraft werden. „Wenn,” schrieb der gefühllose Apostat, „der König gezwungen ist zu begnadigen, so mögen es so wenig Schurken sein als möglich.”[36] Nach Verlauf einiger angstvoller Stunden stieg ein Bote, der neuere und authentischere Nachrichten brachte, in dem Palaste ab, den der Vertreter des katholischen Königs bewohnte. In einem Augenblicke war Alles verändert, die Feinde Frankreich’s — und das war die ganze Bevölkerung mit Ausnahme der Franzosen und der britischen Jakobiten — wünschten einander von Herzen Glück. Die sämmtlichen Sekretäre und Schreiber der spanischen Gesandtschaft reichten nicht hin, um Abschriften der Depeschen für die Cardinäle und Bischöfe zu fertigen, die es nicht erwarten konnten, Ausführlicheres über den Sieg zu erfahren. Die erste Abschrift wurde dem Papste zugesandt und sie war ihm ohne Zweifel willkommen.[37]