Marlborough’s Complot durch die Jakobiten verrathen.
Sie waren von der Falschheit ihres Complicen so fest überzeugt, daß sie sich nicht nur weigerten, in der Ausführung des von ihm entworfenen Planes weiter zu gehen, sondern den ganzen Anschlag Portland entdeckten.
Wilhelm scheint durch diese Mittheilung in einem bei ihm ganz ungewöhnlichen Grade beunruhigt und aufgebracht worden zu sein. Er war sonst nachsichtig, ja sogar absichtlich blind für die Schlechtigkeit der englischen Staatsmänner, die er in seinem Dienste verwendete. Er ahnete, er wußte sogar, daß einige seiner Diener mit seinem Nebenbuhler in Correspondenz standen, und doch bestrafte er sie nicht, verabschiedete sie nicht und zeigte ihnen nicht einmal ein finstres Gesicht. Er schätzte das ganze Geschlecht von Staatsmännern, welches die Restauration gebildet und der Revolution hinterlassen hatte, gering, und er hatte nur zu guten Grund, sie gering zu schätzen. Er kannte sie zu gut, als das er sich hätte darüber beklagen sollen, daß er bei ihnen keine Wahrhaftigkeit, Treue, Consequenz und Uneigennützigkeit fand. Das Aeußerste was er von ihnen erwartete, war, daß sie ihm dienen würden, soweit als sie ihm ohne Gefahr für sich selbst dienen konnten. Wenn er hörte, daß sie, während sie in seinem Staatsrathe saßen und von seiner Freigebigkeit reich wurden, sich in Saint-Germains einen Einfluß zu verschaffen suchten, der ihnen im Falle einer Contrerevolution von Nutzen sein konnte, so war er eher geneigt ihnen das geringschätzende Lob zu ertheilen, das vor Alters der weltlichen Klugheit des ungerechten Hausverwalters gezollt wurde, als sie zu strenger Rechenschaft zu ziehen. Aber Marlborough’s Verbrechen war von ganz andrer Art. Sein Verrath war nicht der eines Kleinmüthigen, der sich für alle Fälle eine Hinterthür offen halten will, sondern der eines Mannes von furchtlosem Muthe, großer Klugheit und maßlosem Ehrgeize. Wilhelm war nicht zur Furcht geneigt; aber wenn es irgend etwas in der Welt gab was er fürchtete, so war es Marlborough. Den Verbrecher so zu behandeln wie er es verdiente, war allerdings unmöglich, denn Die, welche seine Absichten der Regierung verrathen hatten, würden sich nie dazu verstanden haben, gegen ihn in der Zeugenloge zu erscheinen; aber ihm das Obercommando der Armee zu lassen, die er eben zu verführen beschäftigt war, würde Wahnsinn gewesen sein.