Fußnoten.
[1] London Gazette vom 14. März 1692.
[2] Die Schweden kamen zwar noch, aber erst als der Feldzug zu Ende war. London Gazette vom 10. Sept. 1691.
[3] Wilhelm an Heinsius, 14. (24.) März 1692.
[4] Wilhelm an Heinsius, 2. (12.) Febr. 1692.
[5] Wilhelm an Heinsius, 12. (22.) Jan. 1692.
[6] Wilhelm an Heinsius, 19. (29.) Jan. 1692.
[7] Burnet, II. 82, 83.; Correspondenz zwischen Wilhelm und Heinsius an mehreren Stellen.
[8] Mémoires de Torcy.
[9] Wilhelm an Heinsius, 28. Oct. (8. Nov.) 1691.
[10] Wilhelm an Heinsius, 19. (29.) Jan. 1692.
[11] Seine Briefe an Heinsius sind voll von diesem Gegenstande.
[12] Siehe die Briefe aus Rom unter den Nairne Papers. Die von 1692 sind von Lytcott, die von 1693 vom Cardinal Howard, die von 1694 vom Bischof Ellis, die von 1695 vom Lord Perth. Sie alle sprechen sich übereinstimmend aus.
[13] Wilhelm’s Correspondenz mit Heinsius; London Gazette vom 4. Febr. 1691. In einem 1693 erschienenen Pasquill, betitelt: „La Foire d’Ausbourg, Ballet Allégorique”, wird der Kurfürst von Sachsen folgendermaßen redend eingeführt:
„Moy, je diray naïvement,
Qu’une jartière d’Angleterre
Feroit tout mon empressement;
Et je ne vois rien sur la terre
Ou je trouve plus d’agrément.”
[14] Wilhelm’s Correspondenz mit Heinsius. In den Memoiren des Grafen Dohna findet sich eine interessante Mittheilung über Schöning.
[15] Burnet II. 84.
[16] Narcissus Luttrell’s Diary.
[17] Monthly Mercury vom Januar und April 1693; Burnet II. 84. In dem Burnet-Manuscript, Harl. 6584, findet sich eine feurige Lobrede auf den Kurfürsten von Baiern. Als das Manuscript geschrieben wurde, war er mit England gegen Frankreich verbündet. In der Geschichte, welche zum Druck vorbereitet wurde, als er mit Frankreich gegen England verbündet war, ist die Lobrede weggelassen.
[18] „Nec pluribus impar.”
[19] Mémoires de Saint-Simon; Dangeau; Racine’s Briefe und Erzählung betitelt: Relation de ce qui s’est passé au Siège de Namur; Monthly Mercury vom Mai 1692.
[20] Mémoires de Saint-Simon; Racine an Boileau, 21. Mai 1692.
[21] Monthly Mercury für Juni; Wilhelm an Heinsius, 26. Mai (5. Juni) 1692.
[22] Wilhelm an Heinsius, 26. Mai (5. Juni) 1692.
[23] Monthly Mercuries von Juni und Juli 1692; London Gazette vom Juni; Gazette de Paris; Mémoires de Saint-Simon; Journal de Dangeau; Wilhelm an Heinsius, 30. Mai (9. Juni), 2. (12.) Juni, 11. (21.) Juni; Vernon’s Briefe an Colt, abgedruckt in Tindal’s Geschichte; Racine’s Erzählungen und Briefe an Boileau vom 15. und 24. Juni.
[24] Mémoires de Saint-Simon.
[25] London Gazette vom 30. Mai 1692; Mémoires de Saint-Simon; Journal de Dangeau; Boyer’s History of William III.
[26] Mémoires de Saint-Simon; Voltaire, Siècle de Louis XIV. Voltaire spricht mit einer wahrscheinlich gerechten Verachtung von der Darstellung dieser Angelegenheit in den Causes Célèbres. Siehe auch die Briefe der Frau von Sévigné während der Monate Januar und Februar 1680. In mehreren englischen Schmähschriften wird Luxemburg seiner Häßlichkeit wegen spottweise Aesop und in Anspielung auf seinen Verkehr mit La Voisin ein Hexenmeister genannt. In einer jakobitischen Allegorie heißt er der Nekromant Grandorsio. In Narcissus Luttrell’s Diary vom Juni 1692 wird er ein Geisterbeschwörer genannt. Ich habe einige englische Karrikaturen auf Luxemburg’s Gestalt gesehen.
[27] Mémoires de Saint-Simon; Mémoires de Villars; Racine an Boileau, vom 21. Mai 1692.
[28] London Gazette vom 4., 8., 11. August 1692; Gazette de Paris, 9., 16. Aug.; Voltaire Siècle de Louis XIV.; Burnet II., 97; Mémoires de Berwick; Dykvelt’s Brief an die Generalstaaten vom 4. Aug. 1692. Siehe auch die sehr interessante Debatte, welche am 21. Nov. 1692 im Hause der Gemeinen stattfand. Eine englische Uebersetzung von Luxemburg’s sehr sorgfältig ausgearbeiteter und gewandt geschriebener Depesche findet man im Monthly Mercury vom September 1692. Das Original ist unlängst in der neuen Ausgabe von Dangeau abgedruckt. Ludwig erklärte sie für die beste Depesche, die er je gelesen. Der Herausgeber des Monthly Mercury behauptet, sie sei in Paris fabricirt worden. „Etwas Andres zu glauben,” sagt er, „ist Thorheit; als ob Luxemburg so viel Zeit hätte haben können, einen so langen Brief zu schreiben, mehr wie ein Schulfuchs denn wie ein General, oder vielmehr wie der aufsichtführende Schüler in einer Schule, der seinem Lehrer über das Betragen der anderen Knaben Bericht erstattet.” In dem Monthly Mercury findet man auch die französische officielle Liste der Gefallenen und Verwundeten. Von allen Berichten über die Schlacht scheint mir der beste der in Feuquières’ Memoiren enthaltene. Er ist durch eine Karte erläutert. Feuquières theilt Lob und Tadel sehr unparteiisch zwischen den Generälen. Die Traditionen der englischen Soldatentische hat uns Sterne erhalten, der auf den Knien der alten Soldaten Wilhelm’s aufwuchs. „Die Regimenter Cutts’,” fuhr der Korporal fort, indem er den Zeigefinger der rechten Hand an den Daumen der linken legte und an den Fingern weiter zählte, „die Regimenter Cutts’, Mackay’s, Angus’, Graham’s und Leven’s, Alle wurden in Stücke gehauen, und den englischen Leibgarden wäre es nicht besser ergangen, wenn nicht einige Regimenter von der Rechten muthig zu ihrer Rettung herbeigeeilt wären, welche das Feuer des Feindes gerade ins Gesicht bekamen, noch ehe eines ihrer Pelotons nur einen Schuß abgefeuert hatte. Sie werden dafür in den Himmel kommen,” setzte Trim hinzu.
[29] Voltaire, Siècle de Louis XIV.
[30] Langhorne, der vornehmste Laienagent der Jesuiten in England, wählte seine Werkzeuge, wie er Tillotson bekannte, stets nach diesem Prinzip. Burnet I. 230.
[31] Ich habe die Geschichte von Grandval’s Complot hauptsächlich seinem eignen Bekenntnisse entlehnt. Frau von Maintenon habe ich nicht erwähnt, weil Grandval sie in seinem Bekenntnisse nicht erwähnt. Die ihr zur Last gelegte Beschuldigung stützt sich einzig und allein auf Dumont’s Autorität. Siehe auch A True Account of the horrid Conspiracy against the Life of His most Sacred Majesty William III., 1692; Reflections upon the late horrid Conspiracy contrived by some of the French Court to murder His Majesty in Flanders, 1692; Burnet II. 92; Vernon’s Briefe aus dem Lager an Colt, veröffentlicht von Tindal; London Gazette vom 11. August. Die Gazette de Paris enthält kein Wort über den Gegenstand, — ein sehr bezeichnendes Stillschweigen.
[32] London Gazette vom 20. und 24. October 1692.
[33] Siehe seinen Rapport bei Burchett.
[34] London Gazette vom 28. Juli 1692. Siehe die Beschlüsse des Kriegsraths bei Burchett. In einem vom 10. Juli datirten Briefe an Nottingham sagt Russell: „In sechs Wochen wird das was wir Sommer nennen, so ziemlich zu Ende sein.” Lords’ Journals, Dec. 19. 1692.
[35] Monthly Mercury, Aug. und Sept. 1692.
[36] Evelyn’s Diary, July 25. 1692; Burnet II. 94. 95., und Lord Dartmouth’s Note. Die Geschichte des Streits zwischen Russell und Nottingham ist am besten aus den Protokollen und Debatten des Parlaments von der Session 1692/93 zu ersehen.
[37] Commons’ Journals, Nov. 19. 1692; Burnet II. 95; Grey’s Debates, Nov. 21. 1692; Pariser Gazette vom August und September; Narcissus Luttrell’s Diary, Sept.
[38] Siehe Bart’s Letters of Nobility und die Pariser Gazette vom Herbst 1692.
[39] Mémoires de Du Gay Trouin.
[40] London Gazette vom 11. Aug. 1692; Evelyn’s Diary, Aug. 10; Monthly Mercury vom September; A Full Account of the late dreadful Earthquake at Port Royal in Jamaica, licensed Sept. 9. 1692.
[41] Evelyn’s Diary, June 25., Oct. 1. 1690; Narcissus Luttrell’s Diary, June 1692, May 1693; Monthly Mercury, April, May, June 1693; Tom Brown’s Description of a Country Life, 1692.
[42] Narcissus Luttrell’s Diary, Nov. 1692.
[43] Siehe zum Beispiel die London Gazette vom 12. Jan. 1693.
[44] Narcissus Luttrell’s Diary, Dec. 1692.
[45] Ibid. Jan. 1693.
[46] Ibid. July 1692.
[47] Evelyn’s Diary, Nov. 20. 1692; Narcissus Luttrell’s Diary; London Gazette vom 24. Nov.; Hop an den Greffier der Generalstaaten, 18. (28.) Nov.
[48] London Gazette vom 19. Dec. 1692.
[49] Narcissus Luttrell’s Diary, Dec. 1692.
[50] Ibid. Nov. 1692.
[51] Ibid. Aug. 1692.
[52] Hop an den Greffier der Generalstaaten, 23. Dec. (2. Jan.) 1692/93. Die holländischen Depeschen von diesem Jahre sind voll von Geschichten von Räubereien.
[53] Hop an den Greffier der Generalstaaten, 23. Dec. (2. Jan.) 1692/93; Historical Records of the Queen’s Bays, published by authority; Narcissus Luttrell’s Diary, Nov. 15.
[54] Narcissus Luttrell’s Diary, Dec. 22.
[55] Ibid. Dec. 1692; Hop, 3. (13.) Jan. Hop nennt Whitney „den befaamsten roover in Engelandt.”
[56] London Gazette vom 2. Jan. 1692/93.
[57] Narcissus Luttrell’s Diary, Jan. 1692/93.
[58] Ibid. Dec. 1692
[59] Ibid. January, February; Hop, 31. Jan. (10. Febr.) und 3. (13. Febr.) 1693; Brief an den Sekretär Trenchard, 1694; New Court Contrivances or more Sham Plots still, 1693.
[60] Lords’ und Commons’ Journals, Nov. 4., Jan. 1692.
[61] Commons’ Journals, Nov. 10. 1692.
[62] Siehe die Lords’ Journals vom 7. bis 18. Nov. 1692; Burnet II. 102. Tindal’s Darstellung dieser Vorgänge ist Briefen des Unterstaatssekretärs Warre an Colt, Gesandten in Hannover, entnommen. Letter to Secretary Trenchard, 1694.
[63] Lords’ Journals, Dec. 7.; Tindal, aus den Colt’schen Briefen; Burnet II. 105.
[64] Grey’s Debates, Nov. 21. 23. 1692.
[65] Grey’s Debates, Nov. 21. 1692; Colt’s Briefe in Tindal.
[66] Tindal, Colt’s Briefe; Commons’ Journals, Jan. 11. 1692/93.
[67] Colt’s Briefe bei Tindal; Lords’ Journals vom 6. bis 19. Dec. 1692.
[68] Ueber die Vorgänge dieses Tages im Hause der Gemeinen sehe man die Protokolle vom 20. Dec. und den Brief von Robert Wilmot, Mitglied für Derby, an seinen Collegen, Anchitel Grey, in Grey’s Debates.
[69] Commons’ Journals, Jan. 4. 1692/93.
[70] Colt’s Briefe bei Tindal; Commons’ Journals, Dec. 16, 1692, Jan. 11. 1692/93. Burnet II. 104.
[71] Die heftige Antipathie des englischen Adels gegen die holländischen Günstlinge wird in einer 1698 von Renaudot geschriebenen höchst interessanten Note erwähnt, die sich in den Archiven des französischen Ministeriums des Auswärtigen befindet.
[72] Colt’s Briefe bei Tindal; Lords’ Journals, Nov. 28., 29. 1692, Feb. 18., 24. 1692/93.
[73] Grey’s Debates, Nov. 18. 1692; Commons’ Journals Nov. 18., Dec. 1. 1692.
[74] Siehe Cibbers’ Apologie und Mountford’s Greenwich Park.
[75] Siehe Cibbers’ Apology, Tom Brown’s Werke und überhaupt die Werke jedes Schöngeistes und Humoristen der Stadt.
[76] Das englische Wortspiel mit fair, was schön, aber auch unparteiisch, ehrlich bedeutet, läßt sich im Deutschen nicht wiedergeben. — D. Uebers.
[77] Meine Hauptquelle für diesen Prozeß ist die in Howell’s Sammlung enthaltene Darstellung desselben. Man sehe ferner Evelyn’s Diary unterm 4. Febr. 1692/93. Auch habe ich einige Umstände aus N. Luttrell’s Diary, aus einem Briefe an Sancroft, der sich unter den Tanner-Manuscripten in der Bodlejanischen Bibliothek befindet, und aus zwei Briefen von Brewer an Wharton, ebenfalls in der Bodlejanischen Bibliothek, entnommen.
[78] Commons’ Journals, Nov. 14. 1692.
[79] Commons’ Journals von dieser Session, namentlich vom 17. Nov., 10. Dec., 25. Febr. und 3. März; Colt’s Briefe bei Tindal.
[80] Commons’ Journals, Dec. 10.; Colt’s Briefe bei Tindal.
[81] Siehe Coke’s Institutes, Theil II, Kap. 1. Im Jahre 1566 betrug eine Subsidie 120,000 l., im Jahre 1598 78,000 l.; als Coke seine Institutes schrieb, gegen das Ende der Regierung Jakob’s I. 70,000 l. Clarendon sagt uns, daß 1640 zwölf Subsidien auf ungefähr 600,000 l. geschätzt wurden.
[82] Siehe die alten Grundsteueracten und die Debatten über die Grundsteuerablösungsbill von 1798.
[83] Lord’s Journals, Jan. 16, 17, 18, 19. 20.; Commons’ Journals, Jan. 17, 18, 20. 1692; Tindal, aus den Colt’schen Briefen; Burnet II. 104, 105. Burnet hat sich eines unrichtigen Ausdrucks bedient, den Tindal, Ralph und Andere abgeschrieben haben. Er sagt, die Frage sei gewesen, ob die Lords sich selbst besteuern sollten. Die Lords machten in keiner Weise das Recht geltend, den Betrag, der ihnen durch die Bill, wie sie ihnen zugesandt wurde, aufgelegten Besteuerung abzuändern. Sie verlangten bloß, daß ihre Güter nicht durch die gewöhnlichen Commissare, sondern durch Specialcommissare höheren Ranges abgeschätzt werden sollten.
[84] Commons’ Journals, Dec. 2. (12.) 1692.
[85] Diese Darstellung des Ursprungs des Actienschwindels in der City von London habe ich hauptsächlich nach einer höchst interessanten periodischen Schrift, betitelt: „Collection for the Improvement of Husbandry and Trade, by J. Houghton, F. R. S.” entworfen. Sie ist thatsächlich eine wöchentliche Geschichte der Handelsspekulationen jener Zeit. Ich habe mehrere Jahrgänge durchgesehen. In Nr. 33, vom 17. März 1692/93, sagt Houghton: „Das Kaufen und Verkaufen von Actien ist einer der großen jetzt florirenden Handelszweige. Ich finde aber, daß sehr Viele nichts davon verstehen.” Unterm 13. und 22. Juni 1694 schildert er den ganzen Prozeß des Börsenspiels. Unterm 13. Juli des nämlichen Jahres spricht er zuerst von Zeitkäufen. Wer über die im Texte genannten Compagnien Näheres wissen will, der lese Houghton’s Sammlung und eine 1695 erschienene Flugschrift, betitelt: Angliae Tutamen.
[86] Commons’ Journals; Stat. 4. W. & M. C. 3.
[87] Siehe eine höchst bedeutsame Anmerkung in Hume’s History of England, Anhang III.
[88] Wealth of Nations, Buch V. Kap. 3.
[89] Wesley fiel diese Anomalie im Jahre 1745 auf. Siehe sein Tagebuch.
[90] Pepys, 10. Juni 1668.
[91] Siehe die Politik, IV. 13.
[92] Die Bill befindet sich in den Archiven des Hauses der Lords.
[93] Lords’ Journals, Jan. 3. (13.) 1692/93.
[94] Introduction to the Copies and Extracts of some Letters written to and from the Earl of Danby, now Duke of Leeds, published by His Grace’s Direction, 1710.
[95] Commons’ Journals; Grey’s Debates. Die Bill selbst befindet sich in den Archiven des Hauses der Lords.
[96] Dunton’s Life and Errors, Autobiography of Edmund Bohun, privatim gedruckt 1693. Diese Selbstbiographie ist im höchsten Grade merkwürdig und interessant.
[97] Vox Cleri, 1689.
[98] Bohun war der Verfasser der unmittelbar nach der Revolution erschienenen History of the Desertion. In diesem Werke entwickelt er seine Lieblingstheorie. „Ich für meinen Theil,” sagt er, „bin erstaunt darüber, wie Jemand Bedenken tragen kann, sich dem gegenwärtigen Könige zu unterwerfen, denn wenn je ein Mensch gerechte Ursache hatte, einen Krieg zu beginnen, so war er es, und dies begründet ein Recht auf das was dadurch gewonnen wird. Indem der König seine Armee zurückzog und auflöste, trat er ihm den Thron ab, und wenn er denselben ohne weiteres bestiegen hätte, so hätte er nicht mehr gethan als alle anderen Fürsten unter gleichen Umständen gethan haben würden.”
[99] Character of Edmund Bohun, 1692.
[100] Dryden spricht in seinem Life of Lucian in zu überschwenglichen Ausdrücken von Blount’s Talenten. Aber Dryden’s Urtheil war parteiisch, denn Blount’s erstes Werk war ein Pamphlet zur Vertheidigung der „Eroberung von Granada.”
[101] Siehe seinen Appeal from the Country to the City for the Preservation of His Majesty’s Person, Liberty, Property, and the Protestant Religion.
[102] Siehe den Artikel über Apollonius in Bayle’s Dictionary. Ich sage Blount übersetzte nach der lateinischen Uebersetzung, denn sein Werk enthält zahlreiche Beweise, daß er nicht fähig war, aus dem Griechischen zu übersetzen.
[103] Siehe Gildon’s Ausgabe von Blount’s Werken, 1695.
[104] Wood’s Athenae Oxonienses unter dem Namen Heinrich Blount (Karl Blount’s Vater); Lestrange’s „Observator,” Nro. 290.
[105] Diese Piece wurde 1695 von Gildon in Blount’s Werken abgedruckt.
[106] Daß Bount’s Plagiarismus nur von wenigen seiner Zeitgenossen entdeckt wurde, ist nichts Wunderbares. Das aber ist wunderbar, daß seine Just Vindication in der Biographia Britannica warm gelobt wurde, ohne die mindeste Andeutung, daß alles Gute darin gestohlen ist. Die Areopagitica sind nicht das einzige Werk, das er bei dieser Gelegenheit plünderte. Auch aus Bacon entnahm er eine schöne Stelle, ohne die Quelle anzuführen.
[107] Ich stehe nicht an, dieses Pamphlet Blount zuzuschreiben, obgleich es von Gildon in seinen Werken nicht aufgenommen wurde. Wenn Blount es wirklich nicht schrieb, so mußte es doch sicherlich unter seiner Leitung geschrieben worden sein. Daß zwei Literaten ohne Verabredung binnen kurzer Zeit zwei Abhandlungen hätten veröffentlichen sollen, von denen die eine aus der einen Hälfte der Areopagitica, die andre aus der andren Hälfte compilirt war, ist unglaublich. Es wird sich nachher zeigen, warum Gildon es nicht für gut fand, das zweite Pamphlet abzudrucken.
[108] Bohun’s Selbstbiographie.
[109] Bohun’s Selbstbiographie; Commons’ Journals, Jan. 20. 1692/93.
[110] Bohun’s Selbstbiographie; Commons’ Journals, Jan. 20. 21. 1692/93.
[111] Oldmixon; Narcissus Luttrell’s Diary, Nov. und Dec. 1692; Burnet II. 334; Bohun’s Autobiography.
[112] Burn it, Burn it! ein Wortspiel auf Burnet. — D. Uebers.
[113] Grey’s Debates; Commons’ Journals, Jan. 21. 23. 1692/93. Bohun’s Autobiography; Kennet’s Life and Reign of King William and Queen Mary.
[114] „Die Meisten bedauerten den Bischof.” — Bohun’s Selbstbiogr.
[115] Der Beschluß der Gemeinen ist mit großer Wehmuth in den Memoiren erwähnt, welche Burnet damals schrieb. „Es sah,” sagt er, „ziemlich sonderbar aus, daß ich, der ich von meinem ersten Auftreten an unter allen Schriftstellern des Jahrhunderts vielleicht der größte Vertheidiger der öffentlichen Freiheit war, mit solcher Härte als ein Feind derselben behandelt wurde. Das kam jedoch daher, weil die Tories mich nie leiden konnten und die Whigs mich haßten, weil ich nicht in ihre Ideen und Leidenschaften einging. Aber weder dies, noch Schlimmeres, das mir vielleicht begegnet, soll hoffentlich im Stande sein, mich von den gemäßigten Prinzipien und der gerechten Vertheidigung der Freiheit des Menschengeschlechts abweichen zu lassen.” Burnet-Mscr. Harl. 6584.
[116] Commons’ Journals, Feb. 27 1692/93; Lords’ Journals, Mar. 4.
[117] Lords’ Journals, March 8. 1692/93.
[118] In dem Artikel über Blount in der Biographia Britannica wird ihm lobend eine Hauptrolle bei der Emancipation der Presse zugeschrieben. Aber der Verfasser war bezüglich der Facta sehr unvollkommen unterrichtet. Es ist auffällig, daß die Umstände von Blount’s Tode so ungewiß sind. Daß er an einer sich selbst beigebrachten Wunde starb, und daß er lange siechte, sind unbestrittene Thatsachen. Die allgemein verbreitete Meinung war, daß er sich habe erschießen wollen, und Narcissus Luttrell machte damals in seinem Tagebuche eine dahin lautende Notiz. Pope dagegen, der die beste Gelegenheit hatte, sich genau zu unterrichten, behauptet, „daß Blount, der in eine nahe Verwandte von ihm verliebt gewesen, aber verschmäht worden war, sich einen Stich in den Arm beibrachte, mit dem Vorsatze sich das Leben zu nehmen, an dessen Folgen er wirklich starb.” — Note on the Epilogue to the Satires, Dialogue I. Warburton, der erst mit den Helden der Dunciade und dann mit den ausgezeichnetsten Gelehrten seiner Zeit Umgang gehabt hatte, mußte die Wahrheit wohl kennen, und er bestätigt durch sein Stillschweigen Pope’s Versicherung. Gildon’s Rhapsodie über den Tod seines Freundes paßt auf jede der beiden Geschichten.
[119] Die gegen Coningsby erhobenen Beschuldigungen findet man in den Protokollen der beiden Häuser des englischen Parlaments. Diese Beschuldigungen wurden nach Verlauf eines Vierteljahrhunderts von Prior, den Coningsby mit großer Rücksichtslosigkeit und Härte behandelt hatte, in Verse gebracht. Ich will einige Strophen anführen. Man wird sehen, daß der Dichter sich herabließ, den Styl der Straßenballaden nachzuahmen:
„Dem Nero, dem Tyrannen, der
In nun vergangner Zeit
Regiert’ in Irland weit umher
Sei dieses Lied geweiht.
Hierauf wird die Geschichte von Gafney erzählt. Coningsby’s Spekulationen werden folgendermaßen geschildert:
„Gar große Massen Güter sackt
Er in die Taschen ein;
Des Königs Gut wird angepackt
Und Alles nennt er sein.
Verwirktes Gut auch zieht er ein,
Grundeigenthum und Geld;
Wo jenes ist, muß dies auch sein,
Der Cerberus Alles hält.”
Die letzte Beschuldigung hat die den Katholiken gewährten Begünstigungen zum Gegenstande:
„Papisten hat er allezeit,
Ganz unverhohl’n gepflegt,
Trotzdem sie raubten weit und breit,
Beschützt sie und gehegt.
Der Protestant, durch Nero’s Schuld
Geplündert und beraubt,
Er mußte schweigen in Geduld
Wie Hiob schwieg und glaubt’.
Denn schnöde schlug er diesem ab
Rechtsbeistand und Gericht,
Und schützte nur mit mildem Stab
Den röm’schen Bösewicht.”
[120] An Account of the Sessions of Parliament in Ireland, 1692, London, 1693.
[121] Die Poyningsacte ist 10 H. 7. C. 4. Sie war durch eine andere Acte, 3 und 4 P. und M., C. 4 erläutert.
[122] Die Geschichte dieser Session habe ich den Protokollen der irischen Lords und Gemeinen, den den englischen Lords und Gemeinen von Mitgliedern des irischen Parlaments vorgelegten schriftlichen Erzählungen und einer Flugschrift, betitelt: A Short Account of the Sessions of Parliament in Ireland, 1692, London 1693, entnommen. Burnet scheint mir (II. 118) eine richtige Ansicht von dem Streite gehabt zu haben. „Die Engländer in Irland glaubten die Regierung begünstige die Irländer zu sehr; Einige meinten, es sei dies eine Folge von Bestechungen, Andere hielten es für nothwendig, sich gegen Verfolgungen der Engländer zu sichern, welche sie haßten und heftig gegen sie erbittert waren... Auch wurde sehr über schlechte Verwaltung geklagt, namentlich in Bezug auf die Staatseinkünfte, auf die Besoldung der Armee und auf die Unterschlagung von Vorräthen.”
[123] Ueber Swift’s Abkunft und Jugendjahre sehe man die von ihm selbst geschriebenen Anekdoten.
[124] Journal to Stella, Letter LIII.
[125] Siehe Swift’s Brief an Temple vom 6. Oct. 1694.
[126] Journal to Stella, Letter XIX.
[127] Swift’s Anecdotes.
[128] London Gazette vom 27. März 1693.
[129] Siehe Seite 58 im II. Kapitel. — D. Uebers.
[130] Burnet II. 108 und Sprecher Onslow’s Note; Sprat’s True Account of the Horrid Conspiracy; Letter to Trenchard. 1694.
[131] Burnet II. 107.
[132] Diese Gerüchte werden in Narcissus Luttrell’s Tagebuche mehr als ein Mal erwähnt.
[133] London Gazette vom 27. März 1693; Narcissus Luttrell’s Diary.
[134] Burnet II. 123; Carstairs Papers.
[135] Register of the Actings or Proceedings of the General Assembly of the Church of Scotland, held at Edinburgh, Jan. 15. 1692, collected and extracted from the Records by the Clerk there of. Dieser interessante Bericht wurde 1852 zum ersten Male gedruckt.
[136] Act. Parl. Scot. June 12. 1693.
[137] Act. Parl. Scot. June 15. 1693.
[138] Dem Herausgeber der Carstairs Papers war augenscheinlich, gleichviel aus welchem Grunde, sehr darum zu thun, diese notorische und in die Augen springende Wahrheit zu entstellen. Er hat deshalb einigen Briefen Johnstone’s Inhaltsangaben vorausgeschickt, welche unaufmerksame Leser täuschen können. So schrieb zum Beispiel Johnstone an Carstairs unterm 18. April, als man noch nicht wußte, daß die Session eine ruhige sein werde: „Man bietet alles Mögliche auf und wird auch ferner alles Mögliche aufbieten, um die Dinge zu verwirren.” Des Herausgebers Inhaltsangabe von diesem Briefe lautet folgendermaßen: „Kunstgriffe, welche angewendet werden, um die auf Glencoe bezüglichen Angelegenheiten zu verwirren.” Ferner beklagte sich Johnstone in einem einige Wochen später geschriebenen Briefe, daß die Liberalität und Willfährigkeit der Stände nicht gebührend gewürdigt worden sei. „Es soll nichts geschehen,” sagt er, „um dem Parlamente Genugthuung zu verschaffen, ich meine was es als eine Genugthuung betrachtet haben würde.” Der Herausgeber giebt den Inhalt dieses Briefes wie folgt an: „Klagen, daß das Parlament nicht durch eine Untersuchung über das Gemetzel von Glencoe zufriedengestellt wird.”
Stereotypie und Druck von Philipp Reclam jun. in Leipzig.
[Zwanzigstes Kapitel.]
Wilhelm und Marie.
[Inhalt.]
| Seite | |
| Zustand des Hofes von Saint-Germains | [5] |
| Gesinnung der Jakobiten. Die Vergleicher | [8] |
| Die Nichtvergleicher | [8] |
| Ministerwechsel in Saint-Germains. Middleton | [10] |
| Jakob erläßt eine neue Erklärung | [12] |
| Eindruck der neuen Erklärung | [14] |
| Rüstungen der Franzosen für den Feldzug | [16] |
| Gründung des St. Ludwigsordens | [16] |
| Middleton’s Bericht über Versailles | [16] |
| Wilhelm’s Rüstungen für den Feldzug | [18] |
| Ludwig rückt in’s Feld | [18] |
| Ludwig kehrt nach Versailles zurück | [19] |
| Manövers Luxemburg’s | [20] |
| Schlacht bei Landen | [21] |
| Vernichtung der Smyrna-Flotte | [26] |
| Aufregung in London | [28] |
| Jakobitische Libelle; Wilhelm Anderton | [29] |
| Schriften und Kunstgriffe der Jakobiten | [32] |
| Verhalten Caermarthen’s | [34] |
| Der Ostindischen Compagnie eine neue Concession verliehen | [35] |
| Wilhelm’s Rückkehr nach England; militärische Erfolge Frankreich’s | [36] |
| Noth in Frankreich | [37] |
| Ein Ministerium nothwendig für die parlamentarische Regierungsform | [40] |
| Allmälige Bildung des ersten Ministeriums | [42] |
| Sunderland | [43] |
| Sunderland räth dem Könige den Whigs den Vorzug zu geben | [46] |
| Gründe für die Bevorzugung der Whigs | [47] |
| Häupter der Whigpartei; Russell | [48] |
| Somers | [49] |
| Montague | [51] |
| Wharton | [54] |
| Häupter der Torypartei | [57] |
| Harley | [58] |
| Foley | [61] |
| Howe | [61] |
| Zusammentritt des Parlaments | [62] |
| Debatten über die Unfälle zur See | [62] |
| Russell erster Lord der Admiralität | [64] |
| Nottingham’s Rücktritt | [64] |
| Shrewsbury will kein Amt annehmen | [64] |
| Debatten über den Handel mit Indien | [65] |
| Bill zur Regulirung des Prozeßverfahrens in Hochverrathsfällen | [68] |
| Die Dreijährigkeitsbill | [68] |
| Die Stellenbill | [70] |
| Bill zur Naturalisirung ausländischer Protestanten | [73] |
| Geldbewilligung | [75] |
| Wege und Mittel; Lotterieanlehen | [75] |
| Die Bank von England | [77] |
| Prorogation des Parlaments; ministerielle Arrangements | [86] |
| Shrewsbury Staatssekretär | [86] |
| Verleihung neuer Titel | [87] |
| Kriegsplan der Franzosen | [88] |
| Kriegsplan England’s | [88] |
| Expedition gegen Brest | [89] |
| Operationen im Mittelländischen Meere | [92] |
| Krieg zu Lande | [94] |
| Klagen über Trenchard’s Verwaltung | [94] |
| Die gerichtlichen Verfolgungen in Lancashire | [95] |
| Zusammentritt des Parlaments | [98] |
| Tillotson’s Tod | [99] |
| Tenison, Erzbischof von Canterbury | [100] |
| Debatten über die gerichtlichen Verfolgungen in Lancashire | [100] |
| Die Stellenbill | [101] |
| Die Bill zur Regulirung des Verfahrens in Hochverrathsfällen | [102] |
| Die Dreijährigkeitsbill angenommen | [102] |
| Tod Mariens | [102] |
| Mariens Leichenbegängniß | [105] |
| Gründung des Greenwich-Hospitals | [106] |
Zustand des Hofes von Saint-Germains.
Es ist jetzt Zeit die Vorgänge zu erzählen, die seit der Schlacht von La Hogue in Saint-Germains stattgefunden hatten.
Jakob war, nachdem er die Flotte, die ihn in sein Königreich zurückbringen sollte, bis zum Wasserspiegel hatte niederbrennen sehen, nicht in der besten Laune in seine Residenz bei Paris zurückgekehrt. Das Unglück machte ihn gewöhnlich nach seiner Weise fromm, und er darbte und kasteiete sich jetzt dergestalt, daß seine Seelsorger genöthigt waren sich ins Mittel zu legen.[1]
Man kann sich schwer einen traurigeren Ort denken als Saint-Germains zu der Zeit war, als er sein Hoflager dort hielt, und doch gab es in ganz Europa fast keine beneidenswerthere Residenz als die, welche der hochherzige Ludwig der Familie angewiesen hatte, die ihn um Beistand angefleht. Sie hatte prächtige Wälder, eine reine gesunde Luft und weite liebliche Fernsichten, keine Annehmlichkeit des Landlebens fehlte und die Thürme der prächtigsten Stadt des Continents zeigten sich in der Ferne. Die königlichen Gemächer waren mit Tapeten und Schnitzwerk, mit silbernen Vasen und Spiegeln in Goldrahmen glänzend ausgeschmückt. Alljährlich erhielt Jakob aus dem französischen Staatsschatze eine Pension von über vierzigtausend Pfund. Außerdem hatte er eine aus den schönsten Soldaten Europa’s bestehende Ehrenwache. Wenn er sich mit der Jagd unterhalten wollte, stand ihm eine viel glänzendere Einrichtung zu Gebote, als er sie selbst besessen, da er noch an der Spitze eines großen Reiches stand, ein Heer von Jägern und Falkonieren, eine reiche Sammlung von Flinten, Speeren, Histhörnern und Zelten, meilenlange Netze, Parforcehunde, Fuchshunde, Windhunde, Koppeln für Eber und Wölfe, Geierfalken für den Reiher und Hagerfalken für die wilde Ente. Sein Empfangszimmer und sein Vorzimmer waren eben so prächtig eingerichtet, als er es in Whitehall gewohnt gewesen war; auch hier war er von blauen Bändern und weißen Stäben umgeben. Doch über dem Schlosse und der ganzen Domäne lagerte eine beständige Trauer, zum Theil die Folge schmerzlichen Sehnens und vereitelter Hoffnungen, besonders aber des jämmerlichen Aberglaubens, der seinen Geist vollständig eingenommen hatte und den auch fast alle Diejenigen erheuchelten, die nach seiner Gunst strebten. Sein Palast hatte das Aussehen eines Klosters. Es befanden sich drei zu Andachtsübungen bestimmte Räume innerhalb des großen Gebäudes, und dreißig bis vierzig Geistliche wohnten darin, deren Gemächer von den Noblemen und Gentlemen, welche das Loos ihres Souverains getheilt hatten und denen es hart dünkte, daß sie, während so viel Platz unter seinem Dache war, in den Mansarden der benachbarten Stadt schlafen mußten, mit neidischen Blicken betrachtet wurden. Zu den Murrenden gehörte auch der glänzende Anton Hamilton. Er hat uns eine Skizze des Lebens in Saint-Germains hinterlassen, zwar eine nur flüchtige Skizze, aber des Künstlers nicht unwürdig, dem wir das vollendetste und lebensvollste Gemälde des englischen Hofes aus den Tagen seiner heitersten Blüthe verdanken. Er sagt, daß das Leben eine ununterbrochene Kette religiöser Uebungen gewesen sei, daß man, um in Frieden zu existiren, den halben Tag habe beten oder sich doch betend stellen müssen; daß, wenn er einmal versucht habe, seine Melancholie zu verscheuchen, indem er auf der prächtigen Terrasse, die auf das Thal der Seine hinabsieht, ein wenig frische Luft schöpfte, er durch die Stimme eines Jesuiten vertrieben worden sei, der einige protestantische Loyale ins Gebet genommen, um ihnen zu beweisen, daß kein Ketzer in den Himmel kommen könne. In der Regel, sagt Hamilton, haben Leute, auf denen ein gemeinsames Mißgeschick lastet, starke gegenseitige Sympathien und sind geneigt, einander Gefälligkeiten zu erzeigen. In Saint-Germains war dem nicht so. Dort war Alles Zwietracht, Eifersucht und Bitterkeit. Böswilligkeit verbarg sich unter dem äußeren Scheine der Freundschaft und Frömmigkeit. Alle die Frommen des königlichen Hauses beteten für einander und verleumdeten einander vom frühen Morgen bis in die späte Nacht. Hier und da bemerkte man unter dem Schwarme der Heuchler wohl auch einen Mann, der zu edeldenkend war, um sich verstellen zu können. Aber ein solcher Mann konnte darauf rechnen, von den Bewohnern jenes unheimlichen Aufenthaltsortes mit Geringschätzung behandelt zu werden, mochte er auch anderwärts noch so vortheilhaft bekannt sein.[2]
So sah es nach der Schilderung eines Katholiken am Hofe Jakob’s aus. War der Aufenthalt an diesem Hofe schon für einen Katholiken unangenehm, so war er für einen Protestanten noch viel unangenehmer. Denn der Protestant hatte außer all’ den Widerwärtigkeiten, über welche der Katholik klagte, eine Menge Kränkungen zu ertragen, von denen der Katholik frei war. Bei jeder Concurrenz zwischen einem Protestanten und einem Katholiken wurde der Katholik vorgezogen. Bei jedem Streite zwischen einem Protestanten und einem Katholiken wurde angenommen, daß der Katholik Recht habe. Während der ehrgeizige Protestant vergebens auf Beförderung wartete, während der vergnügungssüchtige Protestant sich vergebens nach Unterhaltung umsah, sah sich der ernste Protestant vergebens nach geistlichen Belehrungen und Tröstungen um. Jakob würde gewiß den Mitgliedern der englischen Kirche, die um seinetwillen Alles aufgeopfert hatten, leicht haben die Erlaubniß auswirken können, sich in aller Stille in einem bescheidenen Betzimmer zu versammeln und das Brot und den Wein des heiligen Abendmahls aus den Händen eines ihrer Geistlichen zu empfangen; aber er wollte seine Residenz durch solche gottlose Andachtsübungen nicht schänden lassen. Doctor Dennis Grandville, der lieber die reichste Dechanei, das reichste Archidiaconat und eine der reichsten Pfründen in England aufgegeben, als daß er die Eide geleistet hatte, erregte großes Aergerniß durch das Ansuchen, den Verbannten seiner Glaubensrichtung Gebete vorlesen zu dürfen. Sein Gesuch wurde abgeschlagen, und er wurde von den Kaplanen seines Gebieters und deren Anhängern so gröblich insultirt, daß er gezwungen war, Saint-Germains zu verlassen. Damit kein zweiter anglikanischer Doctor in ähnlicher Weise lästig fiele, schrieb Jakob seinen Agenten in England, er wünsche nicht, daß noch ein protestantischer Theolog zu ihm herüberkomme.[3] Der überwiegende Klerus wurde sogar in seinem Palaste noch ärger verhöhnt und geschmäht, als in dem seines Neffen. Wenn irgend Jemand Anspruch darauf hatte, in Saint-Germains mit Achtung genannt zu werden, so war es gewiß Sancroft. Es hieß jedoch, daß die dort versammelten Bigotten nur mit Widerwillen und Abscheu von ihm sprächen. Das Opfer der höchsten Stelle in der Kirche, der ersten Stelle in der Pairie, des Palastes in Lambeth und des Palastes in Croydon, eines ausgedehnten Patronats und eines jährlichen Einkommens von mehr als fünftausend Pfund Sterling, galt für eine geringfügige Sühne für das große Verbrechen, bescheidene Einwendungen gegen die Indulgenzerklärung gemacht zu haben. Sancroft wurde für einen eben solchen Verräther und für einen eben solchen Bußfertigen erklärt wie Judas Ischariot gewesen war. Der alte Heuchler, sagte man, habe, während er Ehrerbietung und Liebe zu seinem Gebieter zur Schau getragen, den Feinden seines Gebieters das verderbliche Zeichen gegeben. Als das Unheil angerichtet und nicht mehr gut zu machen gewesen sei, habe das Gewissen den Sünder zu quälen begonnen. Er habe, wie sein Vorbild, sich Vorwürfe gemacht und gejammert. Er habe, wie sein Vorbild, seinen Reichthum Denen vor die Füße geworfen, deren Werkzeug er gewesen sei. Das Beste was er jetzt thun könne sei, die Parallele vollständig zu machen, indem er sich aufhänge.[4]
Jakob scheint der Meinung gewesen zu sein, daß er den Ketzern, die um seinetwillen Vermögen, Vaterland und Familie aufgegeben, keinen größeren Beweis von Güte geben könne, als indem er sie auf ihren Sterbebetten von seinen Priestern heimsuchen ließe. Wenn ein an Körper und Geist hoffnungslos krank darniederliegender Mann, von dem Gesumme schlechter Logik und schlechter Rhetorik betäubt, sich eine Hostie in den Mund zwingen ließ, so wurde dem Hofe triumphirend ein großes Werk der Gnade verkündet und der Neubekehrte mit allem religiösen Pompe begraben. Wenn aber ein Royalist vom höchsten Range und vom makellosesten Character als treuer Anhänger der englischen Kirche starb, so wurde auf freiem Felde eine Grube gegraben und er wurde mitten in der Nacht hineingeworfen und mit Erde zugedeckt wie ein Stück Aas. Eine solche Beerdigung wurde dem Earl von Dunfermline zu Theil, der dem Hause Stuart mit Gefahr seines Lebens und mit Verlust seines ganzen Vermögens gedient, der bei Killiecrankie gefochten und nach dem Siege die noch athmenden Ueberreste Dundee’s aufgehoben hatte. Bei seinen Lebzeiten war er schimpflich behandelt worden. Die schottischen Offiziere, welche lange unter ihm gedient, hatten vergebens darum gebeten, daß, wenn sie zu einer Compagnie formirt werden sollten, er auch ferner ihr Anführer bleiben möge. Seine Religion war als ein fataler Unfähigkeitsgrund angesehen worden. Ein unwürdiger Abenteurer, dessen einzige Empfehlung darin bestand, daß er ein Papist war, wurde eingezogen. Dunfermline erschien noch eine kurze Zeit lang in dem Zirkel, welcher den Fürsten umgab, dem er nur zu treu gedient hatte; aber es half ihm nichts. Die Bigotten, die den Hof beherrschten, verweigerten dem zu Grunde gerichteten und aus seinem Vaterlande vertriebenen Lord die Mittel zu seinem Unterhalte; er starb an gebrochenem Herzen, und sie verweigerten ihm sogar ein Grab.[5]