Gründung des Greenwich-Hospitals.

Die Liebe, mit der ihr Gemahl ihr Andenken feierte, wurde bald durch das prächtigste Denkmal bethätigt, das je einem Herrscher errichtet worden ist. Kein Plan war so ganz von ihr ausgegangen und hatte ihr so sehr am Herzen gelegen als der, den Palast zu Greenwich in ein Asyl für Seeleute zu verwandeln. Die Idee war in ihr aufgestiegen, als sie sah, wie schwer es hielt, den Tausenden von Tapferen, welche nach der Schlacht von La Hogue verwundet nach England zurückkehrten, ein gutes Obdach und gute Pflege zu verschaffen. Zu ihren Lebzeiten war so gut wie nichts für die Verwirklichung ihres Lieblingsplanes gethan worden. Aber es war als ob ihr Gemahl, sobald er sie verloren, sich wegen der Nichtachtung ihrer Wünsche Vorwürfe gemacht hätte. Es wurde keine Zeit mehr verloren. Man entwarf einen Bauplan, und bald erhob sich am Ufer der Themse ein Gebäude, das das Asyl, welches der prachtliebende Ludwig für seine Soldaten errichtet, bei weitem übertraf. Wer die Inschrift rund um den Fries der Halle liest, wird bemerken, daß Wilhelm keinen Theil von dem Verdienste des Plans für sich beansprucht und daß er dasselbe lediglich Marien überläßt. Hätte der König bis zur Vollendung des Bauwerks gelebt, so würde die Statue der Frau, welche die eigentliche Gründerin der Anstalt war, in dem Hofe, der den Massen, welche beständig den majestätischen Strom auf und ab fahren, zwei hohe Kuppeln und zwei geschmackvolle Säulengänge zeigt, einen ins Auge fallenden Platz erhalten haben. Doch dieser Theil des Planes kam nicht zur Ausführung, und nur Wenige von Denen, welche jetzt das großartigste aller Hospitäler Europa’s betrachten, wissen, daß es ein Erinnerungszeichen der Tugenden der Königin Marie, der Liebe und der Trauer Wilhelm’s und des großen Sieges von La Hogue ist.