Klagen über Trenchard’s Verwaltung.
Seit Trenchard’s Ernennung zum Staatssekretär hatten die jakobitischen Agitatoren ihre Lage viel unerquicklicher gefunden als vorher. Sidney war viel zu nachsichtig und viel zu vergnügungssüchtig gewesen, als daß er ihnen viel Grund zu Besorgniß hätte geben sollen. Nottingham war ein fleißiger und geschickter Minister, aber er war ein so entschiedener Hochtory wie ein treuer Unterthan Wilhelm’s und Marien’s es nur sein konnte; er liebte und achtete viele von den Eidverweigerern, und wenn er sich auch zwang, da streng zu sein wo nur Strenge den Staat retten konnte, so beobachtete er doch nicht zu ängstlich die Vergehen seiner ehemaligen Freunde; ebensowenig ermuthigte er die Angeber, mit Anzeigen von Verschwörungen nach Whitehall zu kommen. Trenchard aber war nicht nur ein thätiger Minister, sondern auch ein eifriger Whig. Selbst wenn er für seine Person zur Milde geneigt gewesen wäre, würde er durch seine Umgebungen zur Strenge getrieben worden sein. Er hatte beständig Hugo Speke und Aaron Smith zur Seite, zwei Männer, denen eine Jagd auf einen Jakobiten das reizendste aller Sportvergnügen war. Die Unzufriedenen sagten, Nottingham habe seine Bluthunde an der Leine gehalten, Trenchard aber habe sie losgelassen. Jeder rechtschaffene Gentleman, der die Kirche liebe und die Holländer hasse, schwebe in Lebensgefahr. Es sei ein beständiges Gewühl im Bureau des Sekretärs, ein fortwährendes Ab- und Zuströmen von ankommenden Denuncianten und mit Verhaftsbefehlen abgehenden Boten. Es wurde ferner gesagt, die Verhaftsbefehle seien oft regelwidrig abgefaßt, weder die Person noch das Verbrechen sei darin genau bezeichnet und doch würden unter der Autorität solcher Instrumente Privatwohnungen betreten, Pulte und Zimmer durchsucht, werthvolle Papiere weggenommen und Männer von guter Herkunft und Erziehung ins Gefängniß mitten unter gemeine Verbrecher geworfen.[118]
Der Minister und seine Agenten antworteten darauf, daß Westminster Hall offen stehe, daß, wenn Jemand unrechtmäßigerweise verhaftet worden sei, er nur seine Beschwerde einzureichen brauche; daß die Juries gerade bereit genug seien, Jeden anzuhören, der von grausamen und gewaltthätigen Machthabern tyrannisirt worden zu sein behaupte, und daß, da keiner der Gefangenen, deren angeblich erlittene Unbilden so ergreifend geschildert würden, es gewagt habe, zu diesem naheliegenden und einfachen Mittel, Genugthuung zu erlangen, gegriffen habe, man füglich annehmen dürfe, daß nichts geschehen sei, was sich nicht rechtfertigen lasse. Das Geschrei der Unzufriedenen machte jedoch einen bedeutenden Eindruck auf das Volk, und endlich zog ein Vorfall, bei welchem Trenchard mehr unglücklich als strafbar war, ihm und seiner Regierung viel zeitweilige Vorwürfe zu.