Krieg zu Lande.

Längs der östlichen Grenze Frankreich’s schien der Krieg dieses Jahr lässig betrieben zu werden. In Piemont und am Rhein waren die wichtigsten Ereignisse des Feldzugs kleine Scharmützel und räuberische Einfälle. Ludwig blieb in Versailles und schickte seinen Sohn, den Dauphin, in die Niederlande, um ihn dort zu repräsentiren; aber der Dauphin stand unter der Vormundschaft Luxemburg’s und er erwies sich als ein sehr folgsames Mündel. Mehrere Monate lang beobachteten die feindlichen Heere einander nur. Die Verbündeten versuchten einen kühnen Angriff in der Absicht, den Krieg auf französisches Gebiet zu übertragen; Luxemburg aber vereitelte den Plan durch einen Eilmarsch, der die Bewunderung aller Kriegskundigen erregte. Dagegen gelang es Wilhelm, Huy zu nehmen, damals eine Festung dritten Ranges. Keine Schlacht ward geliefert, keinige wichtige Stadt ward belagert, aber die Verbündeten waren mit dem Feldzuge zufrieden. Die vier letztverflossenen Jahre waren jedes durch eine große Niederlage bezeichnet worden. Im Jahre 1690 war Waldeck bei Fleurus geschlagen worden. Im Jahre 1691 war Mons gefallen. Im Jahre 1692 war Namur vor den Augen der Alliirten genommen worden und auf dieses Unglück war bald die Niederlage bei Steenkerke gefolgt. Im Jahre 1693 war die Schlacht bei Landen verloren worden und Charleroy hatte sich dem Sieger unterworfen. Endlich im Jahre 1694 hatte sich das Blatt zu wenden begonnen. Die französischen Armeen hatten keine weiteren Fortschritte gemacht. Die Verbündeten hatten zwar nicht viel gewonnen; aber den durch eine lange Reihe von Unfällen Entmuthigten war auch der kleinste Gewinn willkommen.

In England war man allgemein der Ansicht, daß trotz der Niederlage in der Camaretbai der Krieg im Ganzen einen befriedigenden Verlauf nehme. Aber einige Zweige der inneren Verwaltung erregten während dieses Herbstes viel Unzufriedenheit.