Wilhelm’s Rüstungen für den Feldzug.

Während Middleton die Franzosen vergebens zu überzeugen versuchte, daß Wilhelm’s Talente bedeutend überschätzt würden, erfuhr Dieser, der Middleton’s Werth volle Gerechtigkeit widerfahren ließ, mit großer Besorgniß, daß der Hof von St. Germains den Beistand eines so ausgezeichneten Rathgebers herangezogen habe.[21] Doch war dies nur eine von den tausend Ursachen zu Besorgniß, welche während dieses Frühjahrs den Geist des Königs umlagerten. Er bereitete sich für den Beginn des Feldzugs vor, beschwor seine Verbündeten zeitig im Felde zu sein, feuerte die Trägen an, handelte mit den Habsüchtigen, schlichtete Streitigkeiten und legte Vorrangsfragen bei. Er hatte das Wiener Cabinet zu bewegen, in Zeiten Succurs nach Piemont zu schicken. Er hatte ein wachsames Auge auf die nordischen Potentaten zu richten, welche eine dritte Partei in Europa zu bilden versuchten. Er hatte in den Niederlanden den Kurfürsten von Bayern zu bevormunden. Er hatte für die Vertheidigung von Lüttich zu sorgen, eine Angelegenheit, welche die Behörden von Lüttich kaltblütig nicht für ihre Sache, sondern für die Sache England’s und Holland’s erklärten. Er hatte das Haus Braunschweig-Wolfenbüttel abzuhalten, mit dem Hause Braunschweig-Lüneburg handgemein zu werden; er hatte einen Streit zwischen dem Prinzen von Baden und dem Kurfürsten von Sachsen zu schlichten, von denen Jeder eine Armee am Rhein commandiren wollte, und er hatte den Landgrafen von Hessen zu bearbeiten, der sein eignes Contingent nicht stellte, und doch ein Contingent anderer Fürsten befehligen wollte.[22]