Ludwig rückt ins Feld.

Die Zeit zum Handeln war jetzt gekommen. Am 18. Mai verließ Ludwig Versailles, und Anfangs Juni war er unter den Mauern von Namur. Die Prinzessinnen, die ihn begleiteten, residirten in der Festung. Er übernahm das unmittelbare Commando der Armee Boufflers’, welche bei Gembloux lagerte. Nicht viel über eine Meile davon stand die Armee Luxemburg’s. Die in dieser Gegend unter den französischen Lilien versammelte Streitmacht belief sich auf nicht weniger als hundertzwanzigtausend Mann. Ludwig hatte gehofft, daß er im Stande sein werde, im Jahre 1693 die Kriegslist zu wiederholen, durch welche 1691 Mons und 1692 Namur genommen worden war, und er hatte beschlossen, daß entweder Lüttich oder Brüssel ihm zur Beute werden müsse. Aber Wilhelm hatte dieses Jahr bei guter Zeit ein Heer zusammenbringen können, das zwar dem gegnerischen nachstand, aber doch immer achtunggebietend war. Mit diesem Heere nahm er seine Stellung bei Löwen auf der Straße zwischen den beiden bedrohten Städten und beobachtete jede Bewegung des Feindes.