3.

Der Sonnabend fiel aus den Bäumen. Auf dem Waldboden, in den dürren Nadeln blitzte es, daß es in den Augen weh tat.

Plötzlich wandte er sich um: Sie stand unten auf der Fahrstraße ...

Ein Holzweib sagt etwas zu ihr und die Frau öffnet die kleine Handtasche ...

Sie stieg langsam herauf.

Durch das Weggesträuch mit ihren langsamen Schritten. Plötzlich ist sie zwischen den Bäumen verschwunden. Aber da kam sie schon wieder auf den Weg heraus und er ist froh ...

Das Gesicht zurückgewandt, den einen Fuß vorgestellt, verweilt sie und schaut hinab zu den roten Dächern ...

Als sie wieder ihren Weg fortsetzt, tut er so, als wäre er wegen der Aussicht da und stellt sich auf.

Ein paar Schritte noch und sie war heroben.

Jetzt sah er auch, was sie in der Hand hatte, ein Babyhut war es, aus weißem Leinen. Den hält sie sich vor das Gesicht. Wie sie an ihm vorbeikommt, hat sie ein graugrünes Kleid an und weiße Handschuhe bis über den Arm hinauf.

Da setzt sie sich auf eine Bank und legt den Arm auf die Lehne.

Sein Herz klopft und treibt ihm das Blut ins Gesicht und als er sich der Bank nähert, werden seine Beine unsicher. Er vermag es nicht, den Arm zu heben und zu grüßen ...

Aber zwei Augen gingen mit ihm und um den Mund war ein Lächeln, das sagte: Ja, ja, ich bin es, mein Lieber.

Die Schuhspitze klopft auf dem Boden ... Der Arm auf der Banklehne spielt mit dem weißen Hütchen und der andere liegt wie eine schöne, weiße Schlange im Schoß ...

Er atmet auf, als er auf dem Plateau anlangt. Das hieß „der Kamm“, und es hat der Wind freies Feld da.

Er lächelt mit sich und blickt zu Boden; in seinem Hirn ging es drunter und drüber ...

Er sieht sich nach ihr um, da schaut sie zu ihm herauf: Er geht langsam zurück.

Und vorbei ... Nein, er wagte es nicht.

Sie verzieht den Mund und „du Kipfel“ heißt das.

Nach zehn Minuten taucht er wieder auf. Aber er ging wieder bis zum Plateau —

Sie schaut in den Wald hinein, fächelt mit dem weißen Kinderhut, da kommt Presoli.

Wie der auf dem Plateau ist, stützt er sich auf seinen Stock, steht so, betrachtet sich die zwei und denkt wohl: Ei ja ... Ein Blick nach ihm hin, er trollt sich und verschwindet.

Das kleine weiße Hütchen auf dem Knie, spitzt sie den Mund, und sie pfiff ...

Er wagt es; aber gerade jetzt stand sie auf und ging hinunter!

Er eilt ihr nach. Rechts von ihr: Verzeihen Sie, ich möchte Ihnen das geben ...

— Was? fragt sie im gröbsten Dialekt.

Hinter ihrem Festungswall, dem Babyhut, und sie ist brennrot im Gesicht.

Er hält ihr einen Brief hin mit der rechten Hand.

— Haha!

Dasselbe glaubt auch der Wald, denn er wiederholt es.

Sie nimmt den Brief mit der Linken. Eine feine Hand ist in dem weißen Handschuh, hinter der weißen Kappe lacht die Frau.

Nicht ganz so groß ist sie wie er. Ihre Schritte erinnern an die blendender Stuten vor dem Leichenwagen, denen der Galopp versagt ist.

— Er läßt sie über den Weg und sie geht hinunter.

... Nun war er wieder auf dem Plateau. Und viel weiter unten, da stand sie, ihr graugrünes Kleid nach der neuesten Mode.

Das Körpergewicht ruht auf dem rechten Bein, so stand sie und las. Vom Gemeindeplatz tönten die Glocken herauf. Dann geht sie rasch weiter und ihre rechte Hand mit dem Blatt Papier schwenkt übertrieben stark in der Luft.