Der Igel
Den Igel von der Buxtehuder Heide haben wir als Kinder bejubelt — wie er mit dem langbeinigen Junker Hasen um die Wette lief: seine Frau hatte er am Ziel versteckt, so daß der Hase, als ihm Fru Swinegelin zurief: „Ick bün all hier!“, meinte, nun sei ihm der krüppelbeinige Konkurrent doch zuvorgekommen. Im wiederholten Wettlauf ging dem Hasen die Puste aus, tot streckte er seine Stelzen.
Guter Meister Igel, was bist du trotz deiner Stacheln für ein herziger Bursche! Nicht nur der Heidebauer jubelt dir zu, weil du verschmitzter Kerl dir zu helfen gewußt mit deiner wackern Ehehälfte und weil du’s dem Junker Hochmut gründlich eingetränkt hast, daß er zu spotten gewagt über den geringen Mann. Glaube nun beileibe nicht, daß ich dich herabsetzen will, wenn ich deinen Namen einer zweibeinigen Kreatur gebe, die ihn nicht ganz verdient; denn der menschliche Igel, auf den ich zu sprechen komme, besaß deinen charaktervollen Schlaukopf bloß in seiner Einbildung, und seine Ähnlichkeit mit dir erstreckt sich fast nur auf das duckmäuserische Exterieur. Auch stand ihm keine Swinegelin zur Seite, sintemalen er bis in sein sechstes Jahrzehnt den Junggesellenstand beibehalten. Friedrichshagen, wo dieser Igel hauste und waltete, war damals noch dörflich, hatte an ländlichen Häuschen mit Rohrdach und Fliedergärtchen nicht Mangel, besaß noch keine Pflasterung, keine Kanalisation, keinen Kientopp und keinen Bürgermeister.
„Es ist schon lange her —
Das freut mich um so mehr“ —
— und zwar besonders aus dem Grunde, weil man nach so viel Zeit eine Lippe riskieren und ohne Gefahr einer Majestätsbeleidigung verraten darf, besagter Igel von dunnemals sei eine Respektsperson gewesen, gewissermaßen der Statthalter des Königs von Preußen am Müggelsee, nämlich etliche Monde lang stellvertretender Amtsvorsteher von Friedrichshagen. Sein bürgerlicher Name war Friedrich Hegel, und es ist nicht ausgeschlossen, daß er irgendwie verwandt war mit jenem Philosophen, den eines Schwabendichters Loblied wetteifern läßt mit den Guanovögeln:
„Trotz meinem Landsmann, dem Hegel,
Schafft ihr den vortrefflichsten Mist.“
Um die Kassenführung eines ostelbischen Städtchens war unser Fritz Hegel so verdient, daß ihn die allgerechte Obrigkeit mit dem Kronenorden vierter Güte und dem Titulo Rechnungsrat dekoriert hatte. Anfangs nannten ihn die Fritzenwalder Herr Rechnungsrat. An sein früheres Rechnen schien er freilich nicht sonderlich gern zu denken; er hatte auf diese Anrede zunächst einen stechenden Blick, dann näselte er mit einem Lächeln gemachter Leutseligkeit: „Bitte nennen Se mich einfach Rat.“ O freilich, Rat Hegel, das klingt vornehm; was ist dagegen Amtsvorsteher! Vorstehen kann schließlich jeder Bäckermeister. Aber Rat — das läßt auf Geist und Bildung schließen; Ratgeber hat man „oben“ nötig. Der Herr Landrat des Kreises Niederbarnim ist auch einfach Rat!
Der „Alte Fritz“, Gründer von Friedrichshagen, war Hegels besondere Schwärmerei und ja auch Friedrich getauft; deshalb nannte den Rat sein Stammtisch im „Waldhaus“ gern den „Jungen Fritz“. Allerdings war unser Igel durchaus kein Jüngling mehr; immerhin wäre ja der Große Friedrich, wenn er jetzt noch lebte, jetzt viel älter als der Amtsvorsteher Hegel. Übrigens wollte man ein unterscheidendes Merkmal gegenüber dem Alten Fritz geltend machen. Und schließlich gehörte es zu den Eigentümlichkeiten des Jungen Fritz, immer noch jugendlich aufzutreten, zumal der Damenwelt gegenüber, für die er eine nie versiegende Verehrung empfand.
Auch wie er zu dem Spitznamen Igel kam, will ich nicht verschweigen. Schon der Name Hegel hat die Anlage, in Egel, Igel umgewandelt zu werden. Und als ich zum erstenmal mit dem Rate zu tun hatte, ging es mir durch den Sinn: den mußt du schon mal gesehn haben! Wo denn aber? Da ward mir auf einmal klar, daß dieser Würdenträger Ähnlichkeit mit dem wettlaufenden Swinegel hat, wie ihn Ludwig Richter gezeichnet. Hier war ja dieselbe kurze Gestalt, derselbe kleine Duckmäuserkopf mit den listigen Schweinsäugelchen, dieselbe rattenhafte Spitzmäuligkeit — seine schmalen, rasierten Lippen wurden durch ein paar Nagezähne schräg nach vorn geschoben — hier war auch der huschende Leisegang des Igels.
Was die Pedale des Herrn Rat betrifft, so will ich beileibe nicht andeuten, daß sie krumm waren, wie die Schleichkrüppelchen des Buxtehuder Swinegels. Kurz und zierlich, ja das waren sie, deshalb würdigte sie der selbstbewußte Eigentümer auch einer besonderen Sorgfalt. Auf den Tanzkränzchen der Bürgerressource staunte man nicht bloß über die Elastizität der Hegelschen Hüpforgane, sondern auch über ihre patente Bekleidung. Beim Contretanz, den er mit den nasalen Lauten eines französischen Mäters zu kommandieren pflegte, kokettierte er in Lackstiefeletten, während er sonst gelbe Promenadenschuhe trug, die Beinkleider stutzerhaft aufgeschlagen. Sein Ideal war eine Mischung von Landrat und Friseur, emeritiertem Hauptmann und Tanzmeister.
Sein rastloser Ehrgeiz hatte ihn ins Fritzenwalder Amt befördert. Anfangs hatte er nur als Pensionär am Müggelsee leben wollen, als passionierter Angler, Tänzer und sonstiger Lebenskünstler. Dann in den Gemeinderat gewählt, fühlte er immer bestimmter, sein Genie sei noch lange nicht welk, vielmehr zu erneuter Karriere berufen. Damals fügte es sich, daß ein Friedrichshagener Amtsvorsteher, der sonst so tüchtige Herr Drachholz, wegen seines plötzlich gesteigerten Asthmaleidens auf Urlaub nach Ägypten gehn mußte, und nun war ein stellvertretender Amtsvorsteher nötig. Durch geschicktes Aufgebot all seiner Gönnerinnen gelang es dem Jungen Fritz, seinem gefährlichen Mitbewerber, dem reichen Klempnermeister Kuhlicke, viele Stimmen abspenstig zu machen. Nunmehr provisorischer Regent der „Kolonie“, hoffte er, dem Herrn Landrat und „den Herren da oben“ ebenso wie den Spießern bald zeigen zu können, daß Rat Hegel ein ganzer Kerl und Preuße sei, zum definitiven Amtsvorsteher fraglos vorherbestimmt.
Wenn der kleine Gernegroß den eleganten und gebildeten Weltmann herauszubeißen suchte, so kamen auch Entgleisungen vor, die dem Bierbankgelächter willkommene Nahrung boten. Als Beispiel mag eine Begebenheit dienen, die nach Errichtung einer biologischen Station für Binnenfischerei am Gestade des Müggelsees vorfiel. Ein fremdländisch aussehender Herr war von Berlin auf dem Bahnhof Friedrichshagen angelangt, als er in sichtlicher Ratlosigkeit, an einen Bahnbeamten gewandt, in gebrochenem Deutsch stammelte: „Wo ist biologische Station?“ — „Hier ist Station Friedrichshagen“, lautete die Antwort. Der Ausländer blieb bei seiner Formel: „Ich will zu biologische Station.“ — „Ach, Sie meinen wohl Station Zoologischer Garten?“ Der Ausländer protestierte: „Nicht zo — sondern bi, bi!“ Dies Zwiegespräch hatte Rat Hegel mit angehört, und um seine weltmännische Gewandtheit darzutun, schüttelte er vornehm mitleidig das Haupt über des Bahnschaffners unbeholfene Art: „Aber Mann! Erraten Sie denn gar nicht, was dieser Pariser will, hä?“ Und er blinzelte den Fremdling an: „Oui oui, monsieur, je comprends! Kommen Sie!“ Vertraulich seinen Arm ergreifend, führte er ihn nach jenem Bretterhäuschen, das von den Reisenden der wenig komfortablen Vorortzüge oft mit sehnsüchtiger Hast erstrebt wird. „Ici bibi! Ici biologische Station!“ Mit einem Blick der Entrüstung wandte sich der Fremdling ab; Rat Hegel, über solche Wirkung seines Ratschlags verdutzt, ratschlagte hin und her, ob er es an Takt habe fehlen lassen, oder ob dieser Pariser doch etwas anderes gemeint habe.
Als er sein Abenteuer im „Waldhaus“ erzählte, platzte der dicke Wirt heraus: „Warum haben Se’n denn nich zu mir geschickt, Herr Rat? Er meinte doch offenbar die Bierologische Station!“ Zufällig saß auch der Leiter der biologischen Station am Stammtisch, der schlug die Hände zusammen: „Also Sie, Herr Rat, sind das gewesen? Wissen Sie denn nicht, was für einen Beruf und Posten ich hier in Friedrichshagen habe!“ — „Sie — hä? Natürlich weiß ich das! Herr Professor sind Leiter des Instituts für Binnenfischerei am Müggelsee.“ — „Na das ist doch die biologische Station!“ War das ein Reinfall für unsern Igel! War das ein gefundenes Fressen für die auf Ulk erpichten Bürger des Kreises Niederbarnim! Zu seiner Entschuldigung machte er mit wehmütigem Lächeln geltend: „Wenn ich bei der Frage des Ausländers nicht sofort erraten habe, daß Biologie Binnenfischerei bedeutet, so ist das verzeihlich bei einem Manne, der auf seiner Realschule zwar ein leidlicher Franzose gewesen, aber natürlich kein Lateiner. Auch bin ich eben ein schlicht konservativer Patriot, und in meiner bald vierzigjährigen Amtstätigkeit sind mir immer nur Preußische Formen und Aufgaben vorgekommen, keine kosmopolitischen Probleme. Übrigens weiß man oben schon, was man an Rat Hegel hat, dem die Kolonie des Großen Friedrich anvertraut worden — oder etwa nicht, hä?“
Ein Patriot — nun ja, das war Rat Hegel — was mancher Beamte, um die Gunst seiner Vorgesetzten beflissen, so unter einem Patrioten versteht. Die politische Gesinnung gehört dabei zum Dienst, wie der Soldat vorgeschriebene Uniform zu tragen hat und stramm seinen Griff macht, wenn das Kommando erfolgt „Helm ab zum Gebet!“ Obwohl der Junge Fritz gelegentlich mit Fridericianischer Aufgeklärtheit kokettierte, so war er doch auch von jenem Geist erfüllt, der einem Polizeimenschen zu Anfang der neunziger Jahre, wenigstens einem Preußischen, eigen war, nachdem man durch das Ausnahmegesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen lange genug zum Unratschnüffeln abgerichtet war. So nahe beim blutroten Hexenkessel Berlin hatte Rat Hegel ein klein wenig von dem Grundsatz, den sein Kollege in Erkner, „Wehrhahn“ in Gerhart Hauptmanns „Biberpelz“, mit den schneidigen Worten verkündet: „Meine Aufgabe hier ist mustern und säubern. Was hat sich nicht alles für Kehricht am Orte angesammelt! Dunkle Existenzen, politisch verfehmte, reichs- und königsfeindliche Elemente. Die Leute sollen zu stöhnen bekommen.“
So schlimm wie dieser Bramarbas hatte es Rat Hegel nun freilich nicht vor, dazu liebte er zu sehr seine Ruhe. Ein paarmal raffte er sich indessen zur hurrapatriotischen Attacke auf gegen die erwähnten dunklen Existenzen. Nicht geheuer schien ihm jene Gruppe von Schriftstellern, die in einigen Literaturgeschichten „die Friedrichshagener“ heißen. Als Menschen, die sich im Punkte der Überzeugung keinerlei Vorschriften machen ließen, um vielmehr von ihren Ideen oder mindestens ihrer gutgemeinten Schwärmerei geleitet zu werden, betrachteten sie Ungebundenheit als ihr Lebenselement und waren in Wort und Werk verblüffend unpreußisch.
Das Generalquartier der Friedrichshagener, mit denen es auch allerlei Berliner Genies hielten, war jahrelang das Haus der Brüder Streitmüller in der Ahornallee. Zweier Soziologen, die, begeistert von Güte für die Massen armer Volksgenossen, einem Sozialismus huldigten, der selbst den Sozialdemokraten zu frei war, daher „Anarchismus“ genannt wurde. Benno Streitmüller, der jüngere Bruder, verkehrte überdies in Paris und London mit Leuten wie Réclus und Fürst Krapotkin. Persönlichkeiten, die man später, als ihre geistige Bedeutung nicht mehr abzuleugnen war, mit dem entschuldigenden Etikett „Edelanarchisten“ bezeichnet hat, die aber in den achtziger und neunziger Jahren für den normalen Polizeiverstand Hochverräter und Bombenwerfer waren. Kein Wunder, daß der Preußische Statthalter von Friedrichshagen, den auch noch die Berliner Polizei scharf gemacht hatte, ein Auge auf seine Literatenkolonie hatte.
In diese amtliche Stimmung platzte eines schönen Tages eine Bombe hinein. Wenigstens ähnlich einer Bombe wirkte eine Postkarte, die aus London anlangte, adressiert an Herrn Benno Streitmüller in Friedrichshagen. Auf einem obskuren, doch wohl einfachen Wege war ihr Inhalt zur Kenntnis des Amtsvorstehers gelangt. Der ging hoch wie ein gärender Vulkan, als er die Worte las: „Produkt wohlgeraten. Zur größern Sicherheit läßt Freund die Kiste lieber von Hamburg abgehen; damit unterwegs nichts passiert, ist Inhalt als leicht zerbrechlich bezeichnet. Wohl bekomm’s! Dein Krapotkin!“ — Oh! Da war ja nun die Bescherung, die längst von dieser Tintenkulibande zu erwarten war. In der Kiste mußte Dynamit oder so was sein, darauf ließen die Worte wie die Personen schließen. Vollends verdächtig war folgende Nachschrift der Postkarte: „Deinen Gruß an Fifi kann ich nicht bestellen. Denke dir, er hat sich fortgemacht — vor fünf Tagen fand man seinen Käfig leer.“ Also ein Verbrecher war ausgebrochen; kein Zweifel, dies rebellische Gesindel hatte gefährliche Anschläge. Gott sei Dank war ja nun Rat Hegel rechtzeitig dahinter gekommen, der Himmel hatte ihn zum Retter auserkoren. Ja, ja! Wer hat jetzt noch die Stirn, den Amtsvorsteher eines märkischen Dorfes gering zu schätzen? Der Mann kann ja für den Staat Friedrichs des Großen ähnlich wichtig sein, wie für das römische Kapitol die Gänse waren, die durch ihr Schnattern vereitelten, daß es der Feind bei Nacht überrumpelte.
Natürlich überbrachte Rat Hegel seine Entdeckung brühwarm dem Berliner Polizeipräsidium. Mit dem Erfolge, daß ein Dutzend handfeste Detektivs in aller Herrgottsfrühe die Friedrichshagener Anarchistenspelunke umzingelten, und daß der Igel, flankiert von zwei Revolverfritzen, in das Verbrecherhaus eindrang, sobald die erste Post mit der avisierten Dynamitkiste zu erwarten war. Streitmüllers Haushälterin wollte eben mit dem Marktkorb einholen gehn, als ihr der Amtsvorsteher eröffnete, daß Haussuchung stattfinde. Zuerst wurde der Korb der verblüfften Madam visitiert, dann hieß es: „Führen Sie uns zu Herrn Benno Streitmüller, wir wissen, daß er hier ist.“ — „Ach, der ist ja in Paris!“ — „Leugnen ist überflüssig — wenn Sie ihn verborgen halten, werden Sie ernste Unannehmlichkeiten haben.“ So ging die Untersuchung nach allen Regeln der Polizeikunst los. Doch kein Benno Streitmüller, nicht einmal sein Bruder Paul wurde aufgestöbert. Wie dann die Postkiste angelangt war, fanden sich darin Blechdosen. Das war ja nun bedenklich. Darin mochten die Dynamitbomben verwahrt sein. Mit größter Behutsamkeit ging man vor — konnte doch so’n Dings einem vor der Nase explodieren — und das Gesicht konfiszieren ... „In Wasser legen!“ krähte Rat Hegel und retirierte, als ein waghalsiger Polizeier eine der Höllenmaschinen öffnete ... Huhu brrr! Es waren rätselhafte Kugeln darin, faustgroß und dunkelrot. Jetzt hatte der heldenhafte Detektiv sein Käsemesser gezogen und wagte in solch eine Kugel — höchst schauderbar — hineinzupieken. „Det sieht ja aus wie Paradiesäppel!“ meinte er schnüffelnd — „Jotte doch, richtije Paradiesäppel, wo neierdings Tomaten heeßen. Wat will die Bande mit Obst?“ Nun bestätigte die Haushälterin, in den Blechdosen seien eingemachte Tomaten, und als man ihr den Inhalt der Postkarte mitteilte, gab sie unter Gelächter die Aufklärung: Fürst Krapotkin, ein passionierter Tomatenzüchter, habe Benno Streitmüller für seine Züchtungsmethode interessieren wollen. Und Fifi, der aus dem Käfig Ausgebrochene, war ein Kanarienvogel Krapotkins — in seiner Unerfahrenheit hatte das Tierchen sein Freiheitsideal außerhalb des Vogelbauers, im wüsten London gesucht.
Nicht ganz so harmlos wie die geschilderte Begebenheit, doch ebenso charakteristisch, verlief jene andere, die mich persönlich mit dem Igel aneinander brachte. Es mochte ihm bekannt sein, wer seinen zoologischen Spitznamen geprägt hatte, der ihn ebenso wurmte, wie der „Junge Fritz“ eine Schmeichelei bedeutete. Vollends gehörte ich zu der Literatursippe und war einer der Schlimmsten. Genug, ich witterte längst, daß er mir nicht grün; ja von Anfang an hatte mich der lauernde Zug in den Schweinsäugelchen ahnen lassen, dieser Igel werde mal einen listigen Gang mit mir tun und trage sich mit dem Vorsatz: „Warte nur, frecher Langbein, ich werde dich noch zur Strecke bringen, wie mein Namensvetter von Buxtehude!“
Na ja, an Diensteifer ließ er ’s nicht fehlen, als die Reiberei losging. Die Einleitung war ein Schriftstück, das vom Amtsdiener Bolle in meine Wohnung gebracht, mich „zur Vernehmung“ aufs Amt lud. Mein erster Gedanke war: Du hast wohl was Impertinentes in einer Rede gesagt oder durch Druck veröffentlicht? und nun will dir der Staatsanwalt zu Leibe? Aber nein doch! Wohl nur als Zeuge sollst du vernommen werden; vielleicht auch wollen diese Büropedanten einfach das Personalregister berichtigen. Sei’s, wie es sei — wir werden ja sehen!