NEUNTER AUFTRITT

DIENER tritt auf:

Graf Palen!

GRAF folgt sofort:

Marianne wollte zuerst, einem schönen Drange folgend, es Ihnen selbst sagen — sie war sehr glücklich — innig beglückt —

Theobald hat den Versuch gemacht, zu verschwinden.

GRAF:

Bitte mich vorzustellen.

CHRISTIAN in höchster Verwirrung:

Mein Vater ... bitte.

GRAF:

Tiens. Ah das —! Nein das — aber sehr angenehm. Graf Palen. Sehr erfreut!

Reicht Theobald beide Hände:

Und dachte ich immer — wie kam ich nur darauf? Sah unseren Freund als Waise —

Er lacht:

Wahrhaftig! Doch um so angenehmer. Charmant.

CHRISTIAN:

Mein Vater, von Zürich kommend, wo er lebt, kündigt mir den Tod meiner Mutter an. So gewinne ich Marianne im rechten Augenblick.

Er sinkt dem Grafen an die Brust.

GRAF:

Meine aufrichtige Teilnahme.

Zu Theobald:

Auch Ihnen, verehrter Herr.

THEOBALD verbeugt sich:

Danke, Herr Graf.

GRAF:

Ich kann nichts Besseres raten: eilen Sie zu Ihrer Braut. Inzwischen bleiben die alten Herren beisammen.

Zu Theobald:

Haben Sie gefrühstückt? Nein? Also auf! Die Frau, eine Braut ersetze ich nicht, doch was ein anständiges Essen vermag ...

CHRISTIAN:

Mein Vater wollte gleich zurück.

GRAF:

Aber das muten wir ihm nicht zu.

THEOBALD:

Frühstücken sollte man in jedem Fall.

GRAF:

Das ist jetzt mein Ehrenamt. Mit Kondolieren und Glückwünschen verbringen wir die kürzeste Zeit. Ihr Sohn hat Sie lange genug unter Verschluß gehalten; bei einer Flasche Rotspon beschnuppert man sich.

THEOBALD:

Beschnuppert — ist gut.

GRAF:

Sagt man nicht so?

THEOBALD lacht:

Ich würde beschnuppert sagen, Herr Graf.

CHRISTIAN bei Theobald, zischt:

Graf!

Zum Grafen:

Mein Vater will unbedingt mit dem Mittagszug heim.

GRAF energisch:

Aber lassen Sie doch endlich! Der alte Herr muß vor allem ausgiebig frühstücken. Und alles andere findet sich später. Kommen Sie!

Graf und Theobald exeunt.