16.
Auch in Sibirien und sogar auf Sachalin merkte man endlich etwas vom Frühling. Bobby Dodd und Polly warteten in Dui, wo sie sich in dem einzigen, sehr primitiven Gasthaus eingemietet hatten, noch immer vergeblich auf Peter Voß alias Iwan Basarow. Er wollte nicht kommen. Zweimal fuhr Dodd nach Wladiwostok hinüber und mußte, da der Amur noch nicht eisfrei war, den Seeweg wählen, um sich nach Iwan Basarow zu erkundigen. Allein die russischen Behörden zeigten ihm sehr wenig Entgegenkommen. Das einzige, was er in Erfahrung zu bringen vermochte, war, daß die Sträflingstransporte nach Sachalin über den Amur geleitet wurden.
Zu den Erzählungen Dodds über den Millionendieb lächelte man in Wladiwostok sehr skeptisch. Man neigte vielmehr ernstlich dazu, Bobby Dodd für den Komplicen Iwan Basarows zu halten, und hielt ihn schließlich auch wirklich dafür, als auf eine Anfrage von Dui der Bericht einlief, daß dieser Mann, der vorgab, ein amerikanischer Detektiv zu sein, mit der Frau des vermeintlichen Millionendiebes im besten Einvernehmen Tür an Tür wohnte.
Jetzt fand Dodd überhaupt nur taube Beamtenohren. Der amerikanische Konsul zuckte über seine Beschwerde mit den Achseln, da er ihm beim besten Willen nicht helfen konnte, und verwies ihn auf den inoffiziellen Weg der Bestechung.
Bobby Dodd holte sich aber erst für diese neuen, unerwarteten Ausgaben auf telegraphischem Wege die Erlaubnis seines Auftraggebers ein.
Er hat ihn noch immer nicht erwischt! schmunzelte Jim Stockes mit einem Blick auf die Kupferkurse, die endlich zum Stehen gekommen waren, und telegraphierte sofort nach Wladiwostok zurück: Kosten Nebensache. Erwarte, daß Sie ihn auf jeden Fall packen.
Darauf ging er in den Klub und zeigte seinen drei Pokerpartnern das Telegramm.
„Er kriegt ihn!“ sprach Dick Patton seelensruhig.
„Abwarten!“ lachte Peacock. „Ich glaub’s nicht.“
„Ich auch nicht!“ schrie Splarks.
„Wetten!“ schlug Dick Patton vor. „Um die Kosten!“
Aber die beiden andern lachten nur.
„Ihr habt gut lachen!“ stöhnte Stockes. „Meine Millionen hat er längst ausgegeben. Was soll ich tun?“
„Karten geben“, tröstete ihn Dick Patton, „und den Mut nicht verlieren.“
„Die zweitausend Mille sehe ich nicht wieder!“ behauptete Stockes traurig und begann die Karten zu mischen.
Als Bobby Dodd das Telegramm erhielt, zögerte er nicht länger, seine Auslagen zu vergrößern, und mußte die überraschende Beobachtung machen, daß die Beamten eigentlich schon lange darauf gewartet hatten. Nun ließen sie sich rein um die Finger wickeln. Ihr schnöder Verdacht war wie weggeblasen. Sie waren auch so ehrlich, ihm zu gestehen, daß sie über Iwan Basarow nicht das geringste wußten, gaben ihm aber die Versicherung, daß er ohne Zweifel nach Petrokowskji zurückgeschickt werden würde. Der Polizeipräsident gab ihm sogar eine Empfehlung an den Direktor dieser Strafanstaltsmine mit, der sein Kriegskamerad war.
Warum sollte er ihm nicht auch etwas von dem Gelde der revolutionären Nihilisten zukommen lassen! Denn ein Nihilist blieb Bobby Dodd trotz alledem!
Sogar der amerikanische Konsul, übrigens ein Stockrusse, hielt ihn für alles andere eher als für einen Detektiv. Seine Legitimation sah man an und dachte sich das Beste. Dafür war man eben in Rußland.
Bobby Dodd reiste nach Dui zurück und gab nach wenigen Tagen bei dem Direktor des Strafbergwerks Petrokowskji seine Empfehlung ab. Schnurrbartzwirbelnd empfing er den Fremden, musterte ihn mit militärisch durchdringendem Blick und nahm mit gnädigem Kopfnicken den Hundertrubelschein entgegen, den ihm Bobby Dodd für die Wohlfahrtskasse des Bergwerks zur beliebigen Verwendung überreichte. Auch für diesen Direktor, dem der Polizeipräsident von Wladiwostok ganz privatim längst ein paar orientierende Zeilen geschrieben hatte, war Dodd ein Nihilist. Allein dieser Eisenfresser, dem seine militärische Untüchtigkeit in der Schlacht von Mukden diesen Verbannungsposten eingetragen hatte, besaß nicht im entferntesten die Kunst der Verstellung, um sich gegen Dodd auf die Dauer behaupten zu können. Vorläufig jedoch schöpfte dieser noch keinen Argwohn.
„Können Sie sich eines Sträflings erinnern, der Iwan Basarow hieß?“ fragte er den Direktor.
„Iwan Basarow!“ rief der Bramarbas und sprang auf. „An diesen hundsgemeinen Kerl sollte ich mich nicht erinnern können! Das ist der abgefeimteste Spitzbube, den ich jemals unter den Fingern gehabt habe. Er hat in Petersburg Bomben fabriziert und revolutionäre Blätter gedruckt. Und hier hat er einen Aufstand angezettelt, hat mir drei Aufseher invalid geschlagen, das heißt nicht er, sondern die vierzehn, die mit ihm ausgerissen sind. Denn er ist ein feiger Hund. Nicht einen einzigen habe ich zurück bekommen. Alle sind sie über die japanische Grenze gegangen. Und diese gelben Affen liefern natürlich nicht aus.“
„Es ist ein Iwan Basarow vor mehreren Wochen in Moskau verhaftet worden!“ berichtete Dodd weiter.
„Was Sie sagen!“ schrie der Direktor voll ehrlicher Wut. „Sie haben ihn wieder erwischt? Sie werden ihn hierher zurückschicken? O, wie werde ich diesen Schurken zwiebeln! Ich presse ihm die Seele aus dem Leibe. Ich habe eine vorzügliche Methode. Ich mache einen stumpfsinnigen Kadaver aus ihm. Der wird mir nie wieder eine Verschwörung anzetteln.“
„Sie werden die Knute gebrauchen?“ forschte Dodd, von diesen echt russischen Drohungen sichtlich unangenehm berührt, und schaute zum Fenster hinaus, das den Blick auf den Gefängnishof und die Aussicht auf das nahe Meer freigab.
„O nein!“ wehrte der Direktor ab. „In meinem Bezirk wird nicht geprügelt. Ich bin kein Anhänger dieser Knutenkultur. Meine Methode ist eine viel raffiniertere. Ich habe sie selbst erfunden. Sie wirkt todsicher. Ich habe sie schon zweimal mit dem besten Erfolg angewendet.“
„Es wäre mir sehr interessant, diese Methode kennen zu lernen!“ versetzte Dodd.
„Sie sollen sie kennen lernen!“ erwiderte der Direktor und griff nach der Wodkaflasche. „Bleiben Sie hier. Seien Sie mein Gast. Der erste Transport ist mir bereits angekündigt. Vielleicht ist dieser Schuft schon dazwischen. Ich werde ihn sofort vornehmen. Ich werde Ihnen meine Methode an ihm demonstrieren. Es ist eine ganz einfache, eine simple Methode sozusagen. Nicht ein Fünkchen Gewalt wird angewendet. Aber ich garantiere Ihnen, daß der Kerl schon am dritten Tage mit dem Kopf gegen die Wand rennt, um sich das Leben zu nehmen. Die beiden andern haben es auch getan.“
Dodd überlegte. Da diese Methode von Gewaltmitteln absah, war sie ihm nicht unsympathisch. Je unerträglicher sich für Peter Voß die Gefangenschaft gestaltete, um so eher würde er Farbe bekennen und sein wahres Gesicht zeigen. Dann war noch immer Zeit, den Direktor in das Doppelspiel einzuweihen. Am einfachsten wäre es natürlich gewesen, wenn der Direktor den falschen Iwan Basarow, auf Grund seiner genauen Personalkenntnis des richtigen, einfach zurückwies. Doch das war sehr wenig wahrscheinlich. Dieser Direktor war trotz seiner gepriesenen Methode nicht viel mehr als ein harmloser Dummkopf. Der Umschwung mußte bei Peter Voß beginnen. Denn dessen falsche Behauptung, Iwan Basarow zu sein, war unter den Umständen, in denen er sich augenblicklich befand, von einer nicht zu erschütternden Beweiskraft. Sogar das Zeugnis seiner Frau hätte dagegen nichts ausrichten können.
Dodd nahm die Einladung des Direktors nicht an, versprach aber wiederzukommen, und kehrte nach Dui zurück. Hier erstattete er Polly, die ihn mit begreiflicher Unruhe erwartete, wahrheitsgetreu Bericht. Nur von des Direktors Methode verriet er nichts.
„Wir müssen ihn sofort zu befreien suchen!“ rief sie außer sich. „Schon auf dem Wege zum Bergwerk.“
„Ganz unmöglich!“ wies er den Vorschlag zurück. „Einen Gefangenen gegen seinen Willen zu befreien, ist so gut wie ausgeschlossen. Außerdem wird er als wieder eingefangener Flüchtling besonders scharf bewacht werden. Ich habe keine Lust, an seiner Seite in jenem Bergwerk zu arbeiten. Und bis zur nächsten japanischen Grenze sind über zwei Tagereisen. Die ganze Grenze ist mit Kosaken besetzt. Ehe wir uns nicht mit ihm in direkte Verbindung gesetzt haben, läßt sich nichts machen.“
„Also warten!“ seufzte sie und nahm die amerikanische Zeitung auf, die Dodd aus Wladiwostok mitgebracht hatte.
Es war eine sehr alte Nummer, worin der Kurs der amerikanischen Kupferpapiere wieder um einige Cent tiefer notiert war, obschon sie längst zum Stehen gekommen waren.
„Sie studieren die Kurse?“ fragte Dodd überrascht. „Spekulieren Sie?“
„Ein wenig!“ erwiderte sie und legte das Blatt weg.
Dodd entwarf ihr eine humoristische Schilderung des Bergwerkdirektors.
„Denken Sie lieber an unsern Vertrag!“ sprach sie gelangweilt. „Strengen Sie Ihren Geist an, ein Mittel zu finden, wie wir ihn befreien können.“
„Dieser Direktor gehört dazu!“ sprach er ernsthaft und schilderte ihn weiter. „Wir werden ihn bestechen, daß er ihn entfliehen läßt. Das Bergwerk liegt eine Stunde von der Küste. Wir werden einen kleinen Dampfer mieten!“
„Also wie in St. Malo?“ fragte sie interessiert.
„Jawohl!“ bestätigte er. „Nur ins Russische übersetzt.“
Dann schlug er ihr einen Spaziergang nach dem Hafen vor und sie nahm ohne Zwang seinen Arm, den er ihr anbot. Sie waren ja wieder Bundesgenossen geworden. In Dodds Herzen rührte sich wieder ganz bedenklich die alte Liebe.
Seine Lage wurde immer verzwickter.
Peter Voßens Lage aber war viel einfacher. Er befand sich als Iwan Basarow mit etwa dreißig andern schweren Verbrechern im Hofe des Gefängnisses zu Slatoust und wartete darauf, mit der sibirischen Bahn nach Osten befördert zu werden. Er war von seiner Verhaftung in Moskau an ganz langsam und gemächlich von einem Gefängnis zum andern abgeschoben worden, immer in der Richtung nach Sibirien zu, um in Slatoust Anschluß an einen größeren Verbrechertransport zu finden. Sein Schicksal, besonders den Empfang auf Sachalin, malte er sich durchaus nicht in rosigen Farben aus.
Er war überhaupt nicht beneidenswert. Die russischen Staatsverbrecher lernten weder die französische Galanterie noch die preußische Korrektheit kennen. Aber eine gewisse Gutmütigkeit war den russischen Soldaten und Gefängniswärtern nicht abzusprechen. Flegel, Grobiane und Berserker ließ Peter Voß über sich ergehen wie der Schlehdorn den Hagelschlag. Einmal bekam er unversehens einen Knutenhieb über den Rücken.
Pfui Deibel! dachte er und rieb sich die getroffene Stelle an der Wand. Auf die Dauer kann das höchst unangenehm werden! Ich muß wirklich darauf sinnen, wie ich weiter komme!
Und er kam weiter, aber nicht als Peter Voß, sondern als Iwan Basarow. Zwei schmiedeeiserne Manschetten, die durch kräftige Ketten verbunden waren, mußte er sich um Hand- und Fußgelenke legen lassen. Das war nun einmal hier so Sitte. Zur erhöhten Sicherheit wurden immer fünf Sträflinge an einer langen Kette zusammengeschlossen. Das brachte zwar für die betreffenden eine ganze Menge Unbequemlichkeiten mit sich, hatte aber das Gute, daß sich keiner in dem großen unwirtlichen Sibirien verlaufen konnte.
Peter Voß kam in die Mitte der dritten Kette und freundete sich mit seinen Nebenmännern sofort an. Der eine war ein junger Beamter aus Odessa, der mehrere Unterschlagungen begangen hatte und zu fünf Jahren Strafarbeit verurteilt worden war.
„Jeder russische Beamte lebt von Unterschlagungen und Bestechungen!“ meinte er mit Gleichmut. „Sie müßten alle nach Sibirien transportiert werden.“
Sein hinterer Nachbar war ein alter, graubärtiger Bauer aus dem Gouvernement Perm.
„Ich habe meinen Vater totgeschlagen!“ bekannte er auf Peter Voßens neugierige Frage, ohne bei diesem traurigen Bekenntnis irgendwelche Gemütsbewegung zu verraten.
Da bin ich in eine nette Gesellschaft geraten! dachte Peter Voß und rückte so entschieden von dem Bauern ab, daß die Kette rasselte.
„Er war krank,“ fuhr der Mann fort, „neunzig Jahre zählte er und hatte sehr große Schmerzen. Schon zehn Jahre plagte er sich damit. Da sagte er zu mir: Wassilew, nimm die Axt und schlag mich tot! Und da Gott befiehlt, man soll seinem Vater immerdar gehorsam sein, nahm ich die Axt und gehorchte ihm. Die Richter haben es nicht geglaubt, daß ich ein gehorsamer Sohn bin. Sie glaubten es besser zu wissen. Sie sagten, ich hätte ihn wegen der Erbschaft totgeschlagen. Aber sie wissen nichts von Gott und halten nicht seine Gebote.“
Peter Voß rückte wieder heran, die Konsequenz dieses arglosen Gemüts imponierte ihm.
„Und was hast du getan?“ fragte der Beamte.
„Ich habe eine revolutionäre Gesinnung!“ bekundete Peter Voß als Iwan Basarow; er war einfach nicht imstande, seine Schandtaten genauer aufzuzählen, weil er sie nicht wußte.
„Du bist der Schlimmste von uns!“ sprach der Bauer, und der Beamte war derselben Meinung.
Trotzdem blieben sie gute Freunde, lebten in Gütergemeinschaft und teilten sogar die letzte Zigarette miteinander.
Solange der Zug rollte, schliefen die Soldaten, die den Transport begleiteten. Die Gefangenen, die auf dem Fußboden lagen und saßen, durften nur leise miteinander sprechen. Jede dritte Station hielt der Zug. Jetzt durften die Gefangenen einige Minuten an die frische Luft, durften sich im schmelzenden Schnee die eingeschlafenen Füße vertreten und die Leute auf dem Bahnhof um Gaben ansprechen. Und alle gaben den armen Verurteilten um Gottes willen. Peter Voß war ehrlich erstaunt über diese russische Wohltätigkeit, vergaß aber darüber das Nehmen und das Danken nicht. Ein Teil der gesammelten Gaben mußte an die Soldaten abgeliefert werden, die dadurch immer in Hülle und Fülle hatten und deshalb selten schlechter Laune waren.
Und das war sehr wichtig!
Es läßt sich hier leben! dachte Peter Voß und steckte sich eine Zigarette an. Man darf nur nicht verwöhnt sein. Hauptsache ist, daß ich weiterkomme. Und wie schön, daß ich auf russische Staatskosten befördert werde! Dafür kann man schon einige Unbequemlichkeiten mit in Kauf nehmen.
Der Landschaft, die sich draußen vorbeischob, konnte er kein Interesse abgewinnen. Außerdem war es streng verboten, hinauszublicken. Erst hinter Irkutsk am Ufer des Baikalsees, den die schneebedeckten Bergriesen ernst und drohend umgaben, lohnte es sich, das Verbot zu übertreten. Bald darauf sichtete Peter Voß den ersten Chinesen.
Nur Geduld! dachte er vergnügt, zog ein altes Kartenspiel heraus, das ihm eine mitleidige Seele geschenkt hatte, und versuchte seine beiden Nachbarn in die Kunst des Dreimännerskats einzuweihen. Der Beamte hatte es schnell begriffen, aber der Bauer konnte mit den vielen bunten Blättern nicht zurechtkommen. Also ging Peter Voß zum Schafskopf über, wobei der Bauer den Zuschauer spielte. Zwischendurch horchte er auf die leisen, melancholischen Gesänge seiner Genossen.
Bei Kaidalow wurde der Gefangenentransport von der transsibirischen Bahn auf einen Nebenstrang geleitet, der am linken Ufer der Schilka bei Srjetensk sein Ende fand. Von hier aus ging die Reise zu Wasser weiter, zuerst in einem kleinen, von Blagowjeschtschensk aus auf einem größeren Dampfer, der sie den ganzen Amur hinunter direkt nach Dui bringen sollte. Je näher sie dem Ort ihrer Bestimmung kamen, um so vergnügter wurde die Stimmung. Alle waren froh, daß die Reise zu Ende ging. Wenn die Ketten an ihren Händen nicht gewesen wären, die Fußsesseln hatte man ihnen an Bord abgenommen, man hätte meinen können, freiwillige Auswanderer vor sich zu haben.
So kamen sie in Dui an.
Nachdem man den Gefangenen die Fußfesseln wieder angelegt und die Schlösser geprüft hatte, wurde der ganze Transport an Land gesetzt und vor der Kaserne des Kosakenpiketts, das in Dui stationiert war, in Reih und Glied aufgestellt. Neugierige und Mildtätige drängten sich in Menge heran. Und die Gefangenen streckten ihre Hände aus. Auch Peter Voß heimste ein, was er kriegen konnte, Brot, Fleisch, Speck, Zigaretten, Tabak, Schnaps und Zucker, und stopfte sich damit die Taschen seines durchlöcherten Mantels voll.
„Guten Tag, Mr. Voß!“ rief jemand auf englisch.
Dodd! dachte Peter Voß, ohne den Gruß zu beachten, und warf auf den Mann einen blitzschnellen Seitenblick. Er hatte sich nicht getäuscht. Es war Bobby Dodd. Er kam heran, offenbar hatte er die Kosaken bestochen. Denn sie hielten ihn nicht auf.
„Mein Herr, geben Sie mir ein paar Zigarren!“ rief Peter Voß alias Iwan Basarow auf deutsch. „Man kann nicht immerzu dieses entsetzliche Papier kauen.“
„Bitte!“ sagte Dodd und zog seine Zigarrentasche.
Peter Voß ließ nicht eine einzige darin, die Tasche gab er zurück.
„Danke!“ sagte er herablassend, griff an die Mütze und nahm eine von Dodds guten Zigarren zwischen die Zähne. „Nun noch etwas Feuer.“
Auch damit konnte Bobby Dodd dienen.
„Wollen Sie nicht endlich die Maskerade aufgeben, Mr. Voß?“ fragte er ihn auf englisch. „Schlimmer als Ihr augenblicklicher Zustand wird unmöglich der andere sein, der nach Ihrer Verurteilung als Millionendieb eintritt.“
Peter Voß schaute sich um. Es war kein Mensch in der Nähe, der auch nur ein Wort Englisch verstand. Eine Falle also war nicht zu befürchten. Warum sollte er sich nicht mit Bobby Dodd aussprechen? Der Mann hatte es durch sein intensives Interesse, das er an ihm nahm, längst verdient, daß er ihm ein paar freundliche Worte gönnte.
„Lange werden Sie das Spiel doch nicht treiben können!“ drängte Bobby Dodd. „Wozu halten Sie also die Entwicklung auf? Sagen Sie, wo Sie die Millionen versteckt haben, und ich garantiere Ihnen, daß Sie in wenigen Tagen ein freier und unverfolgter Mann sind. Mrs. Voß ist übrigens auch hier. Wir haben auf Sie gewartet.“
Peter Voß zuckte bei dieser Neuigkeit wohl ein wenig zusammen. Aber die Zeiten seiner Eifersucht lagen längst hinter ihm. Er wußte, daß Polly nur an ihn dachte, wenn sie in Dodds Begleitung reiste.
„Grüßen Sie die Dame von mir!“ sprach er auf deutsch zu Dodd und schüttelte ihm kettenrasselnd die Hand. „Ich werde mich freuen, wenn Sie sich weiterhin ihrer annehmen.“
„Damn!“ knirschte Dodd, wütend über diese Kaltblütigkeit des Verbrechers. „Wir stehen doch hier nicht beieinander, um Komplimente zu wechseln. Sagen Sie auf der Stelle, wo die Millionen sind.“
Dabei vergaß er im Eifer seines Amts ganz die merkwürdige Situation, in der er sich befand, und packte Peter Voß, den Millionendieb, alias Iwan Basarow vor der Brust.
„Sie wollen mich wohl wieder verhaften?“ rief Peter Voß vergnügt auf russisch und holte zum Boxen aus.
Allein seine neuen Freunde kamen ihm zuvor. Bobby Dodd bekam plötzlich von allen Seiten Püffe und Fußtritte und flog aus dem Haufen der Gefangenen heraus wie ein Ball aus dem Fenster.
Gleich darauf setzte sich die Kolonne nach dem Bergwerk Petrokowskji in Bewegung, bewacht von berittenen Kosaken.
Bobby Dodd kehrte ziemlich verzweifelt zu Polly zurück.
„Mrs. Voß!“ sprach er und befühlte die eben erhaltenen Beulen. „Wenn Mr. Voß weiter so hartnäckig bleibt, werde ich den Vertrag kündigen müssen.“
„Sie haben ihn gesprochen?“ fragte sie erstaunt.
„Der Transport ist soeben weiter gegangen!“ nickte er.
„Und Sie haben mich nicht davon benachrichtigt!“ rief sie außer sich. „So halten Sie den Vertrag?“
„Davon steht nichts darin!“ erwiderte er gereizt. „Was hätte es auch für einen Sinn gehabt. Oder wollen Sie vielleicht die Identität des Sträflings Iwan Basarow mit dem Millionendieb Peter Voß bezeugen?“
„Nicht eher, bis er sie selbst zugibt!“ erwiderte sie ruhig.
„Außerdem war er durchaus nicht salonfähig!“ setzte er entschuldigend hinzu.
Darauf gab sie ihm keine Antwort.
Dodd hoffte noch immer, hoffte aber weniger auf die geheimnisvolle Methode des Bergwerkdirektors als auf das Bergwerk selbst. Allzulange würde es selbst ein so durchtriebener Bursche, wie Peter Voß es war, nicht darin aushalten. Wenn er trotz alledem nicht mürbe wurde, blieb noch immer die Bestechung des Direktors übrig. Diesmal mußte er gewinnen.
Vierzehn Tage lang wurde schon Peter Voß alias Iwan Basarow ununterbrochen nach der Methode des Direktors, dem das Strafbergwerk unterstellt war, behandelt, ohne daß der erwünschte Erfolg eingetreten wäre. Im Gegenteil, er schwang jeden Morgen fröhlicher seine Schaufel und pfiff vergnügt vor sich hin. Nur die Fesseln an den Händen und den Füßen waren ihm bei der Arbeit etwas unbequem.
Die Methode, die bei ihm durchaus nicht anschlagen wollte, bestand nämlich darin, einen großen Haufen Dünger mit der Schubkarre aus einer Ecke des großen Gefängnishofes in die gegenüberliegende zu befördern. Sobald der Haufen rund und schön an seinem Bestimmungsort angelangt war, kam der Befehl, ihn schnellstens wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückzuschaffen.
Wenn’s weiter nichts ist! dachte Peter Voß und karrte, karrte, karrte.
Siebenunddreißigmal hatte er den Haufen hin und her geschoben, und noch immer zeigte der Delinquent zum Aerger des Direktors keine Spur einer geistigen oder körperlichen Anomalie.
„Warte nur, Bürschchen!“ knurrte er hinter dem Fenster seines Bureaus, von wo er die ordnungsgemäße Ausübung seiner Methode überwachte. „Warte nur, ich will dich schon mürbe kriegen! Beim tausendsten Mal rennst du sicher mit dem Schädel gegen die Wand!“
Und Peter Voß karrte unverdrossen weiter. Beim fünfzigsten Male kam ihm die Arbeit bereits ziemlich einförmig vor.
Dodd stattete dem Direktor hin und wieder einen Besuch ab und brachte ihm jedesmal ein paar Flaschen Wodka mit.
„Es geht los!“ rief er eines Tages und zog Dodd zum Fenster. „Sehen Sie, er arbeitet schon bedeutend schneller. Diese ungewöhnliche Hast ist das erste Symptom der geistigen Verwirrung. Jetzt geht es mit Riesenschritten vorwärts, das heißt abwärts mit ihm. Heut abend hat er sicher den ersten Tobsuchtsanfall.“
Dodd krauste die Stirn. Zuerst hatte er über die Methode gelächelt. Aber nun begann er einzusehen, daß sie, unablässig fortgesetzt, schließlich doch die gewünschte Wirkung erzielen konnte. Ein tobsüchtiger Millionendieb paßte durchaus nicht in sein Programm. Außerdem hatte Peter Voß, nach seinen bisherigen Taten zu urteilen, unbedingt Anlage zum Irrsinn. Und Dodd rückte daher mit der Wahrheit heraus.
„Dieser Iwan Basarow ist der Millionendieb Peter Voß aus St. Louis!“ erklärte er dem Direktor.
„Ich weiß!“ erwiderte der seelensvergnügt und goß ein Glas Wodka hinter die Binde. „Mein Freund aus Wladiwostok hat mir alles geschrieben. Sie sind ein Nihilist, der Geld hat. Wieviel wollen Sie für Ihren Freund geben?“
„Wieviel wollen Sie haben?“ fragte Dodd zurück, ohne den Irrtum richtigzustellen.
„100 000 Rubel!“ versetzte der Direktor gemütlich.
„Viel Geld!“ meinte Dodd verstimmt. „Aber ich werde versuchen, es herbeizuschaffen. Die Hälfte sofort, die andere Hälfte, sobald der Mann sicher auf dem Schiff ist.“
„Bringen Sie nur erst die eine Hälfte!“ rief der Direktor und trank noch ein Glas Wodka.
„Nun wohl!“ rief Dodd nach einigem Ueberlegen. „Vorher aber muß ich mit dem Mann eine Unterredung haben.“
„Wozu?“ fragte der Direktor mit argwöhnisch hochgezogenen Brauen. „Ich sehe es ungern, daß die Methode eine Unterbrechung erfährt.“
„Sie halten mich für einen Nihilisten!“ versetzte Dodd ruhig. „Ich bin es ebensowenig, wie jener Mann da unten Iwan Basarow ist. Lassen Sie mich zu ihm hinunter. Ich hoffe, er wird schon mürbe genug sein, um den Versteck der gestohlenen Millionen zu verraten.“
„Haha!“ lachte der Direktor laut auf. „Sie sind ein sonderbarer Kauz. Dieser Mann soll zwei Millionen gestohlen haben? Das wollen Sie mir weismachen? Wäre er dann hier? Wäre er hier, wenn er nicht Iwan Basarow wäre? Er behauptet selbst, es zu sein. Soll ich Ihnen mehr glauben als ihm? Sobald ich die ersten 50 000 Rubel habe, dürfen Sie mit ihm sprechen, eher nicht.“
Dodd kehrte nach Dui zurück und beriet sich mit Polly, die mit der Bestechungsaktion durchaus einverstanden war. Jim Stockes mußte das Geld geben. Das Schwierige war, ihn über die unbedingte Notwendigkeit dieser großen Summe und ihre Verwendungsart aufzuklären, ohne daß die russischen Telegraphenbeamten Argwohn schöpften. Dodd zerbrach sich vergeblich den Kopf.
„Geben Sie her!“ sagte Polly, nahm ihm die Feder aus der Hand und schrieb: „Stockes & Yarker, St. Louis, United States. Sofort 50 000 Dollar. Polly Voß.“
„Das soll genügen?“ rief er erstaunt.
„Ich hoffe!“ lächelte sie. „Wir können es ja versuchen.“
Am nächsten Abend kam die Antwort: „Geld in Nikolajewsk Sibirische Bank.“
Dodd und Polly fuhren sofort hinüber, um es zu holen. Polly behielt die Hälfte des Geldes.
Der Direktor von Petrokowskji aber wartete. Er nahm das vorgeschlagene Geschäft durchaus von der ernsten Seite. Er gedachte die ersten 50 000 der nihilistischen Rubel einzustecken, dann wollte er versuchen, nicht nur die zweite Rate, sondern womöglich noch mehr zu ergattern, ohne Iwan Basarow freizugeben. Schlug das fehl, wollte er dem Gefangenen wohl die Flucht ermöglichen, um die zweiten 50 000 einzusäckeln, dann aber nicht nur Iwan Basarow, sondern auch seinen Freund und Befreier einfangen lassen. Dazu waren nicht einmal die Kosaken nötig, das konnte er von seinen Wärtern besorgen lassen. Und so wurde die Sache nicht erst an die große Glocke gehängt. Dann wollte er die beiden Nihilisten so lange peinigen, bis er ihnen die letzte Kopeke abgepreßt hatte, seinen Abschied einreichen und nach Nizza übersiedeln, nicht ohne die beiden Nihilisten seinem Nachfolger warm ans Herz gelegt zu haben.
Dodd hatte dagegen einen ganz anderen Plan. Er nahm das vorgeschlagene Geschäft von der allerernsthaftesten Seite. Da Jim Stockes das Geld geschickt hatte, war Dodd skrupellos genug, es seiner Bestimmung zuzuführen. Aber 50 000 Rubel waren auch genug! Der Haken, an dem die Aktion festgeraten konnte, lag nicht bei dem Direktor, sondern bei Peter Voß. Gutwillig würde er sich nicht befreien lassen.
Aber es gab ein vortreffliches Mittel, Peter Voßens Willen völlig auszuschalten. Und das war der springende Punkt in Bobby Dodds reichlich erwogenem Plan.
Der Direktor, der sich trotz seiner schnöden Absichten wie ein ehrlicher Makler vorkam, verlor allmählich seine Geduld und unterhielt sich inzwischen damit, seinen Iwan Basarow zu beobachten, der eben den Misthaufen zum 463. Male über den Hof karrte.
Da trat Dodd zum Direktor herein und zahlte ohne lange Einleitungen die erste Rate von 50 000 Rubel auf den Tisch.
„Danke!“ sagte der Direktor und steckte das Geld sorgfältig in die Brusttasche. „Sie dürfen jetzt zu ihm hinuntergehen.“
„O, das hat keine Eile!“ versetzte Dodd, nachdem er sich durch einen Blick aus dem Fenster überzeugt hatte, daß Peter Voß die Grenze des Irrsinns noch vor sich hatte. „Es ist mir sogar lieber, dieser Millionendieb kommt etwas aus dem Gleichgewicht. Ich warte gern die Wirkung Ihrer Methode ab. Es ist mir sogar sehr erwünscht, wenn der Mann in die Zwangsjacke gesteckt wird. Wann werden Sie ihn so weit haben? Ich muß das ungefähr wissen, da ich ihn auf einem Wagen abholen werde. Ich bringe ihn dann nach Dui hinunter und sofort auf den ersten Dampfer, der nach Japan geht. Sie haben nur dafür zu sorgen, daß die Flucht nicht vor dem dritten Tage entdeckt wird.“
„Und die zweite Rate?“ fragte der Direktor begierig.
„Die zweiten 50 000 Rubel erhalten Sie am dritten Tage nach der Auslieferung!“ versetzte Dodd ruhig. „Sie verstehen, wenn ich mir den Rücken decke. Die Dame, die mich begleitet, wird sie Ihnen auszahlen. Sie wird erst mit dem nächsten Dampfer abreisen.“
Aber er gedachte sich den Rücken noch weiter zu decken, indem er mit Peter Voß nicht nach Dui hinunter, sondern schnurstracks über die japanische Grenze kutschieren wollte. In Japan durfte er hoffen, als amerikanischer Detektiv, nicht aber als Nihilist anerkannt zu werden.
Der Direktor zeigte sich mit allem einverstanden und erbot sich endlich, den vermeintlichen Millionendieb heraufrufen zu lassen.
„O!“ rief Dodd und sprang auf. „Sie wollen die Methode unterbrechen? Das wäre sehr schade. Ich müßte dann noch länger warten. Erlauben Sie, daß ich mich zu ihm hinunterbegebe, um festzustellen, wie weit er schon ist.“
Bald darauf trat Dodd zu Peter Voß, der bei jedem Spatenstich einen Fluch ausstieß.
„Das ist ja rein zum Verrücktwerden!“ stöhnte er auf englisch, als er Dodd bemerkte, und schob mit hochgetürmter Karre ab.
„Peter Voß!“ rief Dodd und stellte sich ihm in den Weg. „Wo haben Sie die Millionen versteckt?“
„Millionen?“ erwiderte Peter Voß auf englisch und setzte sich gemütlich auf die Karre. „Ich vermute sie in diesem Misthaufen, deshalb wühle ich ihn um und um. Und ich finde sie sicher, wenn ich nicht vorher verrückt werde.“
„Das ist auch der Zweck dieser Arbeit!“ klärte ihn Dodd auf. „Der Direktor hat diese Methode ersonnen, um unbequeme und gefährliche Sträflinge dem Narrenhaus überliefern zu können.“
„So ein Satansbraten!“ versetzte Peter Voß, ohne seine Miene zu verändern, denn er sah, daß der Direktor oben am Fenster stand und die Szene beobachtete. „Ich habe es längst geahnt. Jedenfalls bin ich Ihnen sehr dankbar dafür, daß Sie mich auf diese Gefahr aufmerksam machen.“
„Es gibt ein sehr einfaches Mittel!“ bemerkte Dodd freundlicher, „um diese Dankbarkeit zu beweisen.“
„Ich weiß es,“ sprach Peter Voß. „Aber ich weiß wirklich und beim besten Willen nicht, wo die Millionen sind. Es ist ein Jammer, daß Sie es mir nicht glauben. Und wenn die ganze Erde ein einziger Misthaufen wäre, Mr. Dodd, ich würde sie Ihnen zuliebe von vorn bis hinten durchwühlen, nur um die vertrackten zwei Millionen zu finden.“
„Machen Sie keine Flausen!“ rief Dodd ärgerlich. „Die Sache ist für Sie außerordentlich ernst.“
„Gewiß!“ bestätigte Peter Voß mit Grabesstimme. „Ich habe so ein ganz deutliches Gefühl, als wenn ich noch im Laufe dieses Tages verrückt werden müßte. Nur weiß ich noch nicht, ob ich mir an jener oder an dieser Mauer den Schädel einrennen werde. Oder meinen Sie, daß ich im Irrenhaus auch Mist karren muß? Dann bleibe ich lieber vernünftig. Man sieht hier wenigstens das Meer, und wenn man auch nur einen kleinen Zipfel davon sieht.“
„Sie sind ein Narr!“ sprach Dodd und wandte sich, mit Rücksicht auf den Direktor am Fenster, unter einer ärgerlichen Bewegung ab.
Heimlich aber freute er sich, daß sein Plan gedieh. Wenn alles glückte, so steckte Peter Voß heute abend in der Zwangsjacke.
„Der Mann ist schon halb verrückt!“ sprach Dodd, als er wieder zum Direktor trat, mit zufriedener Miene. „Sein Gedanken verwirren sich schon.“
„Sehen Sie!“ rief der Direktor triumphierend. „Meine Methode! Sie ist unfehlbar, so simpel sie ist.“
Dann standen sie beide am Fenster und beobachteten den karrenden Sträfling, der sich bei jedem zehnten Spatenstich herzhaft in die Hände spuckte und noch immer nicht das erste Anzeichen der beginnenden Geistesverwirrung zeigen wollte.
Dodd kehrte nach Dui zurück und berichtete Polly von seinem Erfolg.
„So halten Sie den Vertrag?“ rief sie empört.
„Vertrag oder nicht Vertrag!“ rief er triumphierend. „Ich habe den Dieb und werde ihn zu halten wissen.“
Jim Stockes erhielt telegraphischen Bericht.
„Abwarten!“ schmunzelte der. „Von Sachalin bis St. Louis ist ein weiter Weg.“
Dann warf er einen besorgten Blick auf den Kupferkurs, der noch immer nicht anziehen wollte, ging in den Klub und behielt das Telegramm für sich. Er war kein Freund von blindem Feuerlärm.