FOOTNOTES:

[1] Berthold hat diese Arbeit nicht vollendet. Sie wurde später Gerland (-1800) und Würschmidt (1800–1900) übertragen.

[2] Die Verwandtschaft des Ägyptischen mit dem Semitischen wurde besonders durch Erman dargetan, der die ältesten Verbalformen verglich und zahlreiche Übereinstimmungen auffand. Daß der altägyptische Typus von dem der Neger stark abweicht, hat Virchow durch die Untersuchung der Königsmumien nachgewiesen (Ber. d. Berl. Akad. von 1888).

[3] Siehe auch Wiedemann, Ägyptische Geschichte 1884. S. 22, sowie E. Meyer, Geschichte des Altertums 1. Bd. 1909. S. 44.

[4] Näheres über den Namen und über die Geographie des alten Ägyptens findet man in Paulys Realencykl. d. klass. Altertumswiss. Bd. I. S. 978.

[5] G. Maspero, Gesch. d. morgenländischen Völker im Altertum. Leipzig 1877. S. 63.

[6] So entstand z. B. aus der Eule

, die in der Hieroglyphenschrift m bedeutet, das Zeichen

(hieratisch) und schließlich

(demotisch). Der demotischen Schrift bediente man sich in der griechisch-römischen Zeit besonders im Verkehr.

[7] Z. B. Athanasius Kircher (1601–1680), der sich auch um die Naturwissenschaften verdient gemacht hat (s. a. anderen Stellen dieses Werkes).

[8] E. Meyer, Geschichte des Altertums. 1909. I. Band. S. 54. Siehe auch an späterer Stelle dieses Bandes.

[9] Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft. 1904. S. 386.

[10] Nach Nissen und Lockyer. Siehe die Abhandlung Charliers i. d. Zeitschr. der morgenl. Gesellschaft. 1904. S. 386 u. f. Danach wiederholte sich ähnliches bei den älteren christlichen Kirchen. Ihre Achse wurde mitunter gegen den Punkt des Horizontes gerichtet, an welchem die Sonne am Gedenktage des Heiligen der betreffenden Kirche unterging. Charlier will auf diese Weise das Alter von Kirchen auf astronomischem Wege bestimmt haben.

[11] M. Cantor, Vorlesungen über Geschichte der Mathematik. Bd. I (1880). S. 59.

[12] G. Maspero, Geschichte der morgenländischen Völker im Altertum. Übersetzt von R. Pietschmann. Leipzig 1877. S. 54.

[13] Um ihre Entzifferung hat sich zuerst Thomas Young und später Champollion die größten Verdienste erworben.

[14] Lepsius, Denkmäler II. 50.

[15] In Tell el-Amarna in Mittelägypten.

[16] Herodot II. 109.

[17] H. Hankel, Die Entwicklung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten. Tübingen 1869.

[18] Der Papyrus Rhind des Britischen Museums in London, den der Schreiber Ahmes des Hyksoskönigs Ra-a-us verfaßte. Die Entstehung dieser Schrift fällt zwischen 1700 und 2000 v. Chr. Das Dokument wurde übersetzt und erläutert herausgegeben von Eisenlohr, Leipzig 1877. Eine eingehende Besprechung seines Inhalts findet sich in M. Cantors Vorlesungen über Geschichte der Mathematik. Leipzig 1880. Bd. I. S. 19–52.

[19] J. Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 52.

[20] Eisenlohr, Ein mathematisches Handbuch der alten Ägypter (2. Ausgabe). S. 46–48.

[21] Schak im 38. und 40. Band der Zeitschrift für ägyptische Sprache.

[22] Cantor im Archiv für Mathematik und Physik. 8. Bd. 1904.

[23] Cantor, Vorlesungen über Gesch. d. Mathem. Bd. I (1880). S. 37.

[24] Näheres über das Verfahren und die erhaltenen Exemplare siehe bei Cantor, Vorlesungen über Gesch. d. Mathem. Bd. I. S. 43–45; 109–112 usw.

[25] Cantor, Bd. I. S. 46.

[26] Eisenlohr, Papyrus. S. 125.

[27] Cantor, Bd. I. S. 58. Abb. 6 u. 7.

[28] M. Cantor, Vorlesungen über Gesch. d. Mathem. Bd. I. S. 59.

[29] Cantor, a. a. O. Bd. I. S. 59. Siehe auch S. 9.

[30] Er lautet Seqt. Siehe Cantor, Gesch. d. Mathem. Bd. I S. 52, sowie Eisenlohr, a. a. O. S. 135 (Anm. 3).

[31] Tropfke, Gesch. d. Elementarmathematik. Bd. I. S. 74.

[32] C. Merkel, Die Ingenieurtechnik im Altertum. Berlin. J. Springer. 1900. An dies größere Werk lehnen sich die »Bilder aus der Ingenieurtechnik« an, die Merkel als 60. Bändchen der Sammlung »Aus Natur und Geisteswelt« veröffentlichte (B. G. Teubner. Leipzig 1904).

[33] Ist doch bekannt, welche Mühe es kostete, den Obelisken von Heliopolis auf dem Platze vor der Peterskirche in Rom mit Hilfe zahlreicher Göpel und Flaschenzüge aufzurichten. Dieser Obelisk ist eine einzige Steinmasse von über 300000 kg Gewicht. Näheres siehe bei Beck in seinen Beiträgen zur Geschichte des Maschinenbaus. Berlin 1899. S. 192.

[34] Siehe »Der alte Orient.« I., herausgegeben von der vorderasiatischen Gesellschaft.

[35] Ort zwischen Kairo und Theben, wo eine Anzahl Keilschrifttafeln entdeckt wurden. Sie befinden sich zum Teil im Museum der vorderasiatischen Altertümer in Berlin. In einem der Briefe (um 1400 v. Chr.) findet sich die erste Erwähnung Jerusalems. Die Berliner Sammlung enthält auch zahlreiche Tafeln der ältesten babylonischen Zeit (3000 v. Chr.). Bei ihrer Auffindung waren die Schriftzüge durch Auflagerungen unkenntlich; nach Anwendung verschiedener Reinigungsverfahren traten sie mit voller Deutlichkeit hervor. Erwähnenswert ist auch ein sumerisch-babylonisches Wörterbuch.

Von den Tell el-Amarna-Tafeln gelangten etwa 200 nach Berlin; die wertvollsten sind in London. Siehe auch C. Niebuhr, Die Amarna-Zeit. »Der Orient« I. 2. Heft. Berlin 1899.

[36] Hettitische Schriftdenkmäler wurden in Nordsyrien und in Boghaz-Kiri (Kappadozien) gefunden. Sie bilden einen Teil der Berliner Sammlung vorderasiatischer Altertümer. Die Hettiter haben Bedeutendes auf dem Gebiete der Metallurgie geleistet. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß durch sie metallurgische Kenntnisse, z. B. die Art der Gewinnung des Eisens, nach Ägypten und nach Babylonien gelangt sind (E. Reyer, Altorientalische Metallurgie. Zeitschrift der orientalischen Gesellschaft. 1884. S. 149).

[37] Merkel, »Die Ingenieurtechnik des Altertums«, enthält darüber und über den Wasserbau der übrigen alten Völker (Chinesen, Griechen, Römer) das Nähere.

[38] F. X. Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Münster 1907. Der Inhalt der astrologischen Keilschriftfunde wurde im III. Bande des Londoner Inschriftenwerkes veröffentlicht. Die Übersetzung der astronomischen Keilschrifttafeln begann 1874.

[39] Bezold, Ninive und Babylon, Monographien zur Weltgeschichte. 1903. Mit 102 Abbildungen.

[40] A. H. Layard, Niniveh and its remains (1848).

[41] Die Nippurtexte wurden unter der Oberleitung Hilprechts veröffentlicht: The Babylonian expedition of the university of Pennsylvania, Philadelphia.

[42] Siehe S. 19.

[43] Beispiele führt Cantor Bd. I. S. 71 in größerer Zahl an. So heißt es Samuel I. 18: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend. Und an anderer Stelle: Tausend mal tausend dienten ihm (Daniel 7. 10).

[44] Auf den Tafeln sind die Zahlen selbstverständlich ohne Zeichen nebeneinander gestellt.

Unter den neubabylonischen Tafeln der Berliner Sammlung findet sich der Grundriß eines größeren Gebäudes. Auf diesem Grundriß sind die Abmessungen durch Zahlen nach dem Sexagesimalsystem verzeichnet, z. B. 11 · 60 + 40 (= 700).

[45] Nach E. v. Lippmann ist es sogar sehr unwahrscheinlich.

[46] Siehe auch Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 76.

[47] Theo Smyrnaeus (ed. Ed. Hiller). Leipzig 1878. S. 177.

[48] Wilhelm Spiegelberg, Orientalistische Literaturzeitung, 1902. S. 6. Es fand sich unter einer großen Menge Ostraka (durch Einritzen beschriebene Tonscherben), welche die Straßburger Bibliothek erwarb, und wurde von Spiegelberg entziffert. Der Text ist demotisch.

[49] Geht ein Gestirn gleichzeitig mit der Sonne auf, so spricht man von seinem heliakischen oder Frühaufgang. Dabei ist der wahre Frühaufgang, der wohl ermittelt, aber nicht beobachtet werden kann, von dem sichtbaren Frühaufgang zu unterscheiden. Letzterer Zeitpunkt tritt ein, wenn das Gestirn schon etwas vor dem Aufgang der Sonne erscheint, so daß es in der Dämmerung wahrzunehmen ist. Der Zeitunterschied beläuft sich auf etwa 20 Tage. Ähnlich liegen die Verhältnisse beim heliakischen Untergang.

[50] Der Beginn der ersten ägyptischen Kalenderordnung wird in das Jahr 4241 v. Chr. verlegt. (E. Meyer, Ägypten zur Zeit der Pyramidenerbauer. Leipzig 1908. Sendschrift der deutschen Orientgesellschaft.)

[51] Der Sirius (Sothis) galt daher als der Stern der Isis, welche die Überschwemmung dadurch bewirkte, daß sie, die große Naturgöttin, eine Träne in den Strom fallen ließ. Siehe auch die Abhandlung »Die Nilschwelle« von W. Capelle in den neuen Jahrbüchern f. d. klass. Altertum. 1914. S. 317.

[52] Näheres über die Sothisperiode und andere im Altertum gebräuchliche Ären, d. h. der Einrichtung, die Jahre von einem allgemein anerkannten, festen Zeitpunkt ab zu rechnen, enthält Paulys Real-Encycl. d. klass. Altertumswissensch. unter »Aera« (1898. S. 606).

[53] Ideler, Über die Sternkunde der Chaldäer. Abhandlungen der Berliner Akad. d. Wissensch. 1814/15. S. 214.

Wie die alten Astronomen hierbei verfuhren, hat Pappus in seinem Kommentar zum V. Buche des Almagest geschildert.

[54] K. F. Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier. In den Beiträgen zur alten Geschichte. Bd. I (1902). S. 350.

[55] Vielleicht haben die Babylonier die Wasserwägung auf den Durchgang der Sonne durch den Meridian bezogen und so den durch die Schiefe der Sphäre bedingten Fehler vermieden.

[56] Siehe K. F. Ginzel a. a. O. S. 351.

[57] E. Meyer, Geschichte des Altertums. Bd. III. 1901. S. 132.

[58] Arabischer Name des astronomischen Hauptwerkes von Ptolemäos.

[59] E. Meyer, Geschichte des Altertums. Bd. I. S. 527.

[60] C. Bezold, Die Astrologie der Babylonier in Bolls Sternglaube und Sterndeutung. B. G. Teubner, Leipzig. 1918. S. 9.

[61] So erscheinen die Plejaden in der Siebenzahl auf der Stele (Grabsäule) eines Königs des 7. vorchristlichen Jahrhunderts.

[62] E. Meyer, Geschichte des Altertums. I (2). S. 369.

[63] Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier.

[64] Eine ausführliche Abhandlung von Rieß über die Astrologie im Altertum enthält Paulys Reallexik. d. klass. Altert. Bd. II (1896). S. 1802.

[65] A. H. Sayce, The astronomy and astrology of the Babylonians with translations. London 1874. Siehe auch Cantor I. S. 38 (3. Aufl. 1907).

[66] Nach Simplicius, Kommentar zu Aristoteles »De coelo«.

[67] Wolf, Geschichte der Astronomie. S. 10.

[68] H. Suter, Die Geschichte der mathematischen Wissenschaften. Zürich 1873. S. 18.

[69] R. Lepsius, Das bilingue Dekret von Kanopus. Berlin 1866. Die betreffende Inschrift wurde von Lepsius im Jahre 1866 in Unterägypten gefunden.

[70] Die aus dem Altertum auf uns überkommenen Nachrichten über die Astronomie der Babylonier hat Ideler zusammengestellt: Über die Sternkunde der Chaldäer (Abhandlungen der Berliner Akademie d. Wissensch. v. 1814/15).

Die in Idelers Schrift zusammengestellten und erläuterten Fragmente waren bis zur Entzifferung der Keilschriftfunde, also bis 1870 etwa, die wichtigste Quelle für die Geschichte der babylonischen Astronomie.

[71] F. Boll, Astronomische Beobachtungen im Altertum. Neue Jahrbücher f. d. klass. Altert. 1917. S. 17.

[72] Siehe Ginzel, »Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier und ihre kulturhistorische Bedeutung«; in den Beiträgen zur alten Geschichte (Klio). 1 Bd. (1901).

[73] Nach Ginzel a. a. O. S. 191.

[74] Siehe Ginzel a. a. O. (Klio).

[75] »Was auf diesem Gebiete die Assyriologie geleistet, gehört zu den erstaunlichsten Ergebnissen der Altertumsforschung und bildet einen der größten Triumphe der Keilschriftenentzifferung« (Bezold, Ninive und Babylon 1903. S. 89). Unter den Männern, welche die Astronomie und die Keilschriftenkunde in einer Person vereinigen, ist besonders F. X. Kugler zu nennen.

[76] Nach Kugler.

[77] F. X. Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Münster 1907.

[78] Nach Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier.

[79] Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier.

[80] Wie Geminos mitteilt. Wann Geminos lebte, ist nicht genau bekannt (100 v.-100 n. Chr.). Er stammte aus Rhodos und schrieb eine Einführung in die Astronomie (εἰσαγωγὴ εἰς τὰ φαινόμενα). Eine Ausgabe mit deutscher Übersetzung veröffentlichte K. Manitius. Leipzig 1898.

[81] Wie die Bewegung der Gestirne, so galt auch das Verhalten gewisser Tiere als Omen. In Babylon hat, nach dem Inhalt mancher Keilschrifttexte zu urteilen, der Skorpion in dieser Hinsicht eine Rolle gespielt, wie sie heute beim Volke noch der Spinne zugeschrieben wird. Aus dem Verhalten der Skorpione suchte man z. B. das Schicksal der Heere oder den Verlauf öffentlicher Angelegenheiten vorherzusagen. (Mitteilungen zur Gesch. d. Medizin und der Naturwissensch. 1906. S. 326.)

[82] Siehe Diodors von Sizilien historische Bibliothek, übersetzt von J. F. Wurm. Stuttgart 1827. Buch II. Kap. 30.

[83] Eingehender handelt von der kulturgeschichtlichen Bedeutung der babylonischen und der ägyptischen Priesterschaft E. Meyer im 1. Bande (1,2) seiner Geschichte des Altertums.

[84] Nach Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Assyriologische, astronomische und, astralmythologische Untersuchungen. I. Buch: Entwicklung der babylonischen Planetenkunde von ihren Anfängen bis auf Christus. Münster 1907. S. 41.

[85] Siehe Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Münster 1907.

[86] Kugler, Im Bannkreis Babels. S. 57.

[87] Wolff, Geschichte der Astronomie. S. 10.

[88] Berosos war Priester in Babylon. Er gibt selbst an, daß er unter Alexander, dem Sohne Philipps, gelebt habe. Näheres siehe in Christ, Geschichte der griechischen Literatur. 1889. S. 412.

[89] K. A. v. Zittel, Geschichte der Geologie u. Paläontologie. 1899. S. 2.

Die Aufzeichnungen des Berosos (Christ, a. a. O.) erregten bei den Juden und den Christen besonderes Interesse durch die mit der Bibel übereinstimmenden, jetzt auch durch Keilschrifttexte bestätigten Mythen von der Sündflut, dem Turmbau zu Babel usw.

[90] Nach Ginzel, Das astronomische Wissen der Babylonier. (Klio. 1901.)

[91] Nach einer von H. Winckler aufgestellten, jedoch sehr fragwürdigen Ansicht. Nach Winckler begann das babylonische Jahr mit dem Frühlingsäquinoktium. Nun wandern die Äquinoktialpunkte in 26000 Jahren durch den ganzen Tierkreis. Der Frühlingspunkt verweilt somit in jedem Tierkreisbild etwa 2000 Jahre. In Anbetracht des großen Zeitraums, über den sich die babylonischen Beobachtungen erstreckten, konnte die Wanderung der Äquinoktien den Babyloniern nach Winckler nicht entgehen. Als ihre Beobachtungen, soweit Urkunden darüber vorliegen, begannen, befand sich der Frühlingspunkt im Stier. Im 8. Jahrhundert v. Chr. war die Frühjahrssonne in den Widder getreten, während sie jetzt schon in den Fischen steht. Damit hängt vielleicht zusammen, daß die Aufzählung der Sternbilder in dem bekannten Verse: Sunt aries taurus ... mit dem Widder beginnt. Daß die Namen der Tierkreisbilder zum Teil mit babylonischen Benennungen zusammenfallen, weist darauf hin, daß sie, wenn auch auf Umwegen, von den Babyloniern auf uns gelangt sind. (S. auch Bezold, Ninive u. Babylon. 1903.)

[92] F. H. Kugler, Im Bannkreis Babels. Münster 1910.

[93] Ginzel, Das astronomische Wissen der Babylonier (Klio. 1901. S. 209).

[94] Dies entspricht auch einer Angabe des Josephus (Antiquit. I, 8). Siehe auch Kugler a. a. O. S. 117.

[95] A. Boeckh, Metrologische Untersuchungen über Gewichte, Münzfüße und Maße des Altertums in ihrem Zusammenhange. Berlin 1838.

[96] Siehe den Artikel »Gewichte« von Lehmann-Haupt in Paulys Reallexikon der klass. Altertumskunde. Supplement-Bd. III. (1918.) S. 588–654.

[97] Lehmann ist geneigt, hier eine absichtliche Verknüpfung anzunehmen. Beiträge zur alten Geschichte. Bd. I. (1902.) S. 355.

[98] C. F. Lehmann, Über die Beziehungen zwischen Zeit- und Raummessung im babylonischen Sexagesimalsystem (Klio. Bd. I. S. 381 u. f.).

[99] Von anderer Seite wird bestritten, daß die alten Babylonier schon das Gewicht aus dem Längenmaß abgeleitet hätten und auf das Bedenkliche derartiger Spekulationen, wie sie Lehmann und besonders Winckler (s. S. 36) anstellten, hingewiesen. Siehe u. a. E. Meyer, Geschichte d. Altertums. 1909. S. 518.

[100] Das Medizinalgewicht, das der Verfasser des Papyrus Ebers seinen Rezepten als Einheit zugrunde legt, betrug nach F. Hultsch (Griech. u. röm. Metr. 1882, S. 374 u. 376) ungefähr 6 g und das kleinste Gewicht namens pek 0,71 g. Vgl. R. Lepsius, Abhandl. d. Berliner Akademie, 1871. S. 41–43 und F. Chabas, Recherches sur les poids, mésures et monnaies des anc. Egypt. Paris 1876. S. 21, 38.

[101] Näheres über die Geschichte der Wage, der Gewichte und des Wägens enthält die Schrift: Th. Ibel, Die Wage im Altertum und Mittelalter. Erlangen 1908.

[102] Lepsius, Die Metalle in den ägyptischen Inschriften. Abhandl. d. Akademie d. Wissensch. zu Berlin. 1871. S. 111.

[103] A. Rössing, Geschichte der Metalle. 1901.

[104] A. de Rochas, Les origines de la science et ses premières applications.

[105] Rössing, Geschichte der Metalle. S. 11.

[106] Die erste schriftliche Erwähnung findet das Zink bei Paracelsus. Er nannte es »ein gar fremdes Metall, sonderlich seltsamer als die anderen«.

[107] Neuerdings hat man Gegenstände aus ziemlich reinem Zinn in spätägyptischen Gräbern gefunden. Die Römer unterschieden es als Plumbum candidum von dem Blei, das sie als Plumbum nigrum bezeichneten.

[108] Rössing, a. a. O. S. 3. In manchen untersuchten Bronzen ist das Zinn ganz oder zum Teil durch Antimon ersetzt. Entweder wurde dieses Metall in Form von Antimonerz bei der Verhüttung der Kupfererze zugesetzt oder man war im Altertum schon mit der Gewinnung des metallischen Antimons vertraut. Die letztere Ansicht vertritt Helm. Siehe den Jahresbericht über die Fortschritte der klassischen Altertumswissenschaft 1902. III. S. 26–82. (Stadlers Literaturbericht.)

Einen bei den Ausgrabungen in Sakkara zutage geförderten Bronzebarren von der Form, wie ihn die alten Abbildungen zeigen, untersuchte Berthelot (Comptes Rendus 1905. S. 183), Quelques métaux trouvés dans les fouilles archéologiques en Egypte. Dieser Barren enthielt 87,5% Kupfer und 11,47% Zinn. Der Rest bestand aus Blei und Patina.

[109] E. Gerland im Archiv f. d. Gesch. d. Naturw. u. d. Technik. 1910. S. 304.

[110] Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. 1909. S. 300.

[111] L. Wilser in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. 1907. S. 487. Nach A. Ludwig stammt das Wort aus dem Hebräischen (Zeitschr. f. d. Kunde des Morgenlandes. 1905. Bd. XIX. S. 239–240).

[112] Rössing, Geschichte der Metalle. S. 14, sowie die Abhandlung Eisen und Stahl in Indien von Dr. E. Schultze im Archiv f. d. Gesch. d. Naturw. u. d. Technik. 1910. S. 350.

[113] A. H. Layard, Niniveh and its remains. London 1849.

[114] A. C. Kisa, Die Erfindung des Glasblasens. Jahrbuch für Altertumskunde I. S. 1.

[115] Herodot II. 84.

[116] Kodex Hammurabis. Siehe Mitteilungen z. Geschichte d. Medizin u. d. Naturwissenschaften. 1903. Heft 1. S. 90. Hammurabi (Chammurabi) regierte von 1958–1916. Er hat die herrschenden Rechtsgrundsätze zusammengestellt. Das Gesetzbuch Hammurabis wurde 1901 gefunden.

[117] Die Staroperation, der man bisher ein Alter von etwa 2000 Jahren zuschrieb, ist infolge dieser Erwähnung in der Gesetzessammlung Hammurabis um weitere 2000 Jahre zurückzudatieren. Siehe H. Magnus, Zur Kenntnis der im Gesetzbuche des Hammurabi erwähnten Augenoperationen. Deutsche med. Wochenschrift. 1903. Nr. 23.

Es läßt sich mit Bestimmtheit annehmen, daß diese Gesetze schon vor ihrer Kodifizierung durch lange Zeiträume hindurch Geltung besaßen. Der 118. Paragraph der Sammlung Hammurabis lautet:

»Wenn ein Chirurg jemandem eine schwere Wunde mit dem kupfernen Skorpionpfriemen macht und den Menschen tötet oder den Star eines Menschen mit dem kupfernen Skorpionpfriemen öffnet und das Auge des Menschen wird zerstört, seine Hände soll man ihm abhauen.«

[118] Diodor, I. 82, 3.

[119] In einem altbabylonischen Texte wird Bilsenkraut als »die Pflanze, welche die Glieder lähmt« und »Fett vom Baume« (Harz) empfohlen. Mitteil. z. Gesch. d. Med. u. d. Naturwissensch. 1904. S. 221.

[120] F. v. Oefele, Zwei medizinische Keilschrifttexte in Urschrift, Umschrift und Übersetzung. (Mitteil. zur Gesch. der Med. u. d. Naturwissensch. 1904. S. 217 u. f.)

[121] H. A. Nielsen, Die Straßenhygiene im Altertum. Arch. f. Hygiene. Bd. 43 (1902). S. 85–115.

[122] Eine Liste der in Ägypten und in Palästina angebauten Pflanzen enthält die Abhandlung von Warburg, »Geschichte und Entwicklung der angewandten Botanik« (Berichte der Deutschen botanischen Gesellschaft. 1901. S. 153). Für Ägypten kommen unter anderen in Betracht: drei Weizenarten, zwei Gerstenarten, Knoblauch, Porree, Schalotten, Lein, Papyrus, Ölbaum, Weinstock, Dattel, Feige, Melonen, Kürbis, Artischocke, Spargel, Rettich, Ackererbse, Pferdebohne, Linse, Kohl, Fenchel, Anis, Absynth, Schlafmohn, Rizinus, Granatapfel. Die meisten dieser Pflanzen wurden auch in Palästina angebaut, wo man auch schon das Pfropfen verstand. Als Werkzeuge sind der Pflug, die Egge, Sicheln, Hecheln und Dreschbretter nachgewiesen.

[123] Im Papyrus Ebers finden sich einige Andeutungen, die erkennen lassen, daß die alten Ägypter die Heilung von Wunden durch Nähte förderten. Die erste Beschreibung dieses Verfahrens findet sich bei Celsus. Siehe Gurlts Geschichte der Chirurgie, sowie Erhardt, Die in der Chirurgie gebräuchlichen Nähte und Knoten in historischer Darstellung. (Volkmanns klin. Vorträge Nr. 580/81.)

[124] Tierärztliches Zentralblatt. 1903. Nr. 18.

[125] R. Burckhardt, Geschichte d. Zoologie. S. 12. Leipzig, Göschensche Buchhandlung. 1907.

[126] Eduard Meyer, Ägypten zur Zeit der Pyramidenerbauer. Leipzig 1908. (Sendschrift der deutschen Orientgesellschaft.)

[127] v. Hehn, Kulturpflanzen und Haustiere in ihrem Übergange aus Asien. Berlin 1902. S. 520.

[128] Gerland und Traumüller, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. Engelmann, Leipzig 1899. S. 9.

[129] Meyer, Geschichte der Chemie. S. 16.

[130] Ein ausführlicher Artikel über Industrie und Handel im Altertum findet sich im 9. Bande von Paulys Reallexikon, S. 1381–1535. Der Verfasser ist Gummerus.

[131] Von den Vorstellungen der Alten über Indien handelt sehr ausführlich Wecker in Paulys Reallexik. d. klass. Altert. Bd. IX. (1914). S. 1264–1325. Die beste Darstellung der antiken Kenntnisse über Indien findet sich in der »Geographie« des Ptolemäos (s. a. spät. Stelle).

[132] Nach Arrian.

[133] Lassen, Indische Altertumskunde. II. 511.

[134] Cantor, I. 509.

[135] Bürk in der Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft. Bd. 55 u. 56.

[136] Kap. I. 4. in der Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft. 56. Bd. (1902.) S. 328.

[137] Die Konstruktion von Altären unter Verwendung rechtwinkliger Dreiecke, deren Seiten sich wie ganze Zahlen verhalten, geht vielleicht in das 8. vorchristliche Jahrhundert zurück. Mitteil. z. Geschichte d. Medizin u. Naturwissenschaften. 1906. S. 473.

[138] Vor allem des Apastamba Sulbasutra.

[139] Siehe Zeuthens Bemerkungen in der Biblioth. mathem. (3. Folge). V. 97–112.

[140] Cantor, Über die älteste indische Mathematik. Arch. f. Math. und Physik. 1904.

[141] Ap. Sulb. Sutra. III. 2. Zeitschr. d. morgenl. Gesellsch. Bd. 55 u. 56. Abhandlung Bürks.

[142] Siehe S. 19.

[143] Cantor, Über die älteste indische Mathematik i. Arch. f. Math. u. Phys. 8. Bd. (1904).

[144] Siehe S. 6.

[145] Cantor, a. a. O. S. 71.

[146] Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 98.

[147] Siehe Arneth, Die Geschichte der reinen Mathematik. S. 143.

[148] Cantor, Geschichte der Mathematik. Bd. I. S. 540.

[149] Sie findet sich bei Aryabhatta (geb. 476 n. Chr.), dem ältesten indischen Astronomen, dessen Schriften auf unsere Zeit gekommen sind.

[150] Das Nirukta.

[151] Roth, »Indische Feuerzeuge«. Zeitschrift der morgenländischen Gesellschaft. 1889.

[152] Aristophanes, Wolken. v. 766 u. f. Aristophanes erzählt dort, ein Schuldner habe seinen Gläubiger dadurch geprellt, daß er die Wachstafel, welche die Forderung enthielt, mittelst einer der Linsen geschmolzen habe, die zum Erzeugen von Feuer gebraucht würden.

[153] Über die »Schießpulverfrage im alten Indien«, siehe die Mitteilungen zur Gesch. d. Med. u. d. Naturwissensch. 1905. S. 1 u. f.

[154] Hoernle, Studies in the Medicine of ancient India. Oxford 1907.

[155] E. v. Lippmann, Abhandlungen und Vorträge. 1906.

[156] Berendes, Das Apothekenwesen, seine Entstehung und geschichtliche Entwicklung. Stuttgart 1907.

[157] Ein Sanskrittext, der sich gegen den Genuß des Fleisches, der gegohrenen Getränke und gegen die geschlechtliche Liebe wendet, findet sich in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft, Jahrg. 1907, in der Übersetzung wiedergegeben.

[158] S. Hirschberg, Der Starstich der Inder. Zeitschr. f. prakt. Augenheilk. Januarheft 1909.

[159] Lindner, Weltgeschichte. Bd. I. S. 413.

[160] Siehe auch W. Förster, Die Astronomie des Altertums und Mittelalters. Berlin 1876.

[161] Wolff, Geschichte der Astronomie. S. 11.

[162] Der Jesuitenorden, dem ja neben der Verteidigung auch die Verbreitung des katholischen Glaubens oblag, ließ sich schon im 16. Jahrhundert in den außereuropäischen Ländern nieder. In China gewann er besonderen Einfluß dadurch, daß er für die Kalenderrechnung, die dort sehr in Unordnung geraten war, eine Neuordnung auf astronomischer Grundlage schuf. Eine solche Neuordnung war deshalb sehr wichtig, weil man eine verworrene Zeitrechnung als ein ungünstiges Omen für die Verwaltung und damit die Zukunft des Staates ansah.

[163] Baden-Powell, History of natural philosophy. London 1834. S. 11.

[164] Siehe auch H. Löschner, Über Sonnenuhren. Beiträge zu ihrer Geschichte und Konstruktion nebst Aufstellung einer Fehlertheorie. Graz 1905.

[165] Mitteilungen zur Gesch. der Medizin und der Naturwissenschaften. 1908. S. 351.

[166] Näheres enthält die Abhandlung R. Ehrenfelds in den Mitteilungen zur Gesch. der Medizin und der Naturwissenschaften. 1908. S. 144 u. f.

[167] Auch H. Winckler wendet sich in einer Abhandlung über die Bedeutung der Phönizier für die Kulturen des Mittelmeeres (Zeitschr. f. Sozialwissenschaft. 1903. Bd. IV. Nr. 6 u. 7) gegen die Auffassung, als ob die Phönizier die Buchstabenschrift erfunden hätten. Er ist der Ansicht, daß sich das Verständigungsmittel geistigen Lebens an dessen Mittelpunkt entwickelt haben wird und die phönizische Schrift im Anschluß an die Keilschriftliteratur entwickelt ist. Übrigens haben auch die arischen Perser die zu monumentalen Inschriften beibehaltene Keilschrift zu einer Buchstabenschrift umgestaltet (L. Wilser in den Mitteil. z. Gesch. d. Med. u. Naturwissensch. 1905. S 32). Die ältesten uns erhaltenen Inschriften im griechischen Alphabet und in griechischer Sprache gehen kaum über den Anfang des 7. vorchristlichen Jahrhunderts hinaus. Siehe Beloch, Griechische Geschichte. Bd. I. 2. S. 2. 1913.

[168] K. Suter, Geschichte der mathemat. Wissenschaften. Zürich 1878.

[169] Im Archiv für Geschichte der Philosophie (1902. S. 311) hat Peithmann in einer Abhandlung über die Naturphilosophie vor Sokrates neuerdings die Anschauung zu begründen versucht, daß Thales sich nicht als Philosoph, sondern nur als Astronom und Ingenieur verdient gemacht habe. Nach Peithmann hat es den Anschein, daß erst Aristoteles den Thales unverdientermaßen zu einem Philosophen gemacht hat. Die Ansicht wird nach v. Lippmann jedoch nicht allgemein anerkannt.

[170] Cantor, Geschichte der Mathematik. Leipzig 1880. Bd. I. S. 113.

[171] A. a. O. S. 114.

[172] Ein Verzeichnis der von den antiken Schriftstellern erwähnten Finsternisse findet sich in Paulys Reallexikon der klass. Altertumswiss. im 6. Bande auf S. 2352–2364. Dort findet sich auch (S. 2339–2364) ein ausführlicher, von Boll verfaßter Beitrag über die Finsternisse. Die erste verbürgte Nachricht betrifft eine Mondfinsternis, die am 19. 3. 721 in Babylon beobachtet wurde.

[173] Siehe oben S. 35.

[174] Thales hat die am 18. Mai 603 eingetretene große Sonnenfinsternis wahrscheinlich in Ägypten beobachtet. Er konnte deshalb damit rechnen, daß etwas mehr als 18 Jahre später eine neue Finsternis stattfinden würde. Sie fand denn auch am 22. Mai 585 statt (H. Diels, Antike Technik. 1914. S. 3). Siehe auch J. Zech, Astronomische Untersuchungen über die wichtigsten Finsternisse, welche von den Schriftstellern des Altertums erwähnt werden. Leipzig 1853.

[175] Neue Jahrbücher f. d. klass. Altertum. 1911. S. 5.

[176] Nach Plutarch, Vol. III, pag. 174, ed. Didot, sowie nach Plinius XXXVI. 12.

[177] A. Forbiger, Handbuch der alten Geographie. I. 44.

[178] Aristot., Metaphys. I, 3.

[179] Zeller, Die Philosophie der Griechen. Bd. I. (5. Aufl.) S. 35.

[180] E. Meyer, Alte Geschichte. Bd. IV. 1901. S. 199.

[181] Zeller, Die Philosophie der Griechen. 5. Aufl. Bd. I. S. 769.

[182] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. I (1854). S. 45.

[183] Zeller, Über die griechischen Vorgänger Darwins. Abhandlungen d. kgl. Akademie d. Wissensch. zu Berlin. 1878. S. 115.

[184] E. Meyer a. a. O.

[185] So heißt es bei Plutarch, Strom. VII. Dox. Gr. S. 581.

[186] S. auch Windelband, Die Lehre vom Zufall. Berlin 1870.

[187] A. Brieger, Die Urbewegung der Atome und die Weltentstehung bei Leukipp und Demokrit. Halle 1884.

[188] E. Meyer, Alte Geschichte. Bd. V. 1902. S. 340.

[189] Gesammelt durch Mullach, Berlin 1843. (Völlig veraltet; s. auch Diels' »Vorsokratiker«).

Ist auch die Zahl der authentischen Fragmente nur klein, so sind wir über Demokrits Lehren doch besser unterrichtet als über die Ansichten zahlreicher anderen Philosophen. Man hat mit Recht bemerkt, daß er eifriger ausgeschrieben als abgeschrieben wurde (F. A. Lange, Gesch. d. Materialismus. 1873. Bd. I. S. 11). Zumal durch Aristoteles und durch Lukrez sind wir mit Demokrits Anschauungen ziemlich genau bekannt. Selbst in der Überlieferung erscheinen sie als »so klar und folgerichtig, daß sich das kleinste Bruchstück mit Leichtigkeit dem Ganzen einfügen läßt« (Lange, a. a. O.).

[190] Lucretius Carus, De rerum natura. S. an späterer Stelle dies. Buches.

[191] 5. Buch. 181–194.

[192] 5. Buch. 419 u. f.

[193] Cardanus, De subtilitate. lib. XI. (Cardani operum tom. III. Lugduni 1663. p. 549.) Auf diese Stelle machte mich Leopold Löwenheim aufmerksam. Siehe auch die von ihm herausgegebene Schrift: Die Wissenschaft Demokrits und ihr Einfluß auf die moderne Naturwiss. Von Louis Löwenheim. Berlin 1914.

[194] Über diese Zusammenhänge siehe auch die soeben erwähnte Schrift Löwenheims.

Über den Einfluß, den die demokritischen Anschauungen auf die weitere Entwicklung der Wissenschaften ausgeübt haben, wurden von Louis Löwenheim eingehende Untersuchungen angestellt. Löwenheims Arbeit ist bisher nur im Auszuge (s. S. 74 Anm. 2) veröffentlicht. Sie ist dem Verfasser nach dem Erscheinen seines Werkes durch den Sohn des verstorbenen Forschers im Manuskript zugestellt worden, um bei einer neuen Auflage berücksichtigt zu werden. Dies konnte an mehreren Stellen dieses Bandes geschehen.

[195] Fr. Schultze in der Zeitschrift Kosmos. 1877. 8. u. 9. Heft.

[196] Siehe auch H. C. Liepmann, Die Mechanik der Leukipp-Demokritischen Atome. Leipzig 1885.

[197] Schaubach, Anaxagorae fragmenta. Lipsiae 1817. Mullachius, Fragm. phil. graec. Parisiis. I u. II. 1860–1867. Vor allem aber Diels' »Vorsokratiker«.

[198] D. h. Vernunft, hier Weltvernunft.

[199] Es besaß die Größe eines Mühlsteins und wird auch von Plutarch und Plinius erwähnt.

[200] Anaxagoras nahm an, daß die Sonne mehrere Male so groß sei wie der Peloponnes und daß der Mond ihr an Größe etwa gleich komme. Letzterer sei wie die Erde ein Wohnsitz lebender Wesen.

[201] Lange, Geschichte des Materialismus. Bd. I. S. 57.

[202] Man darf den hier gerügten Mangel der Alten aber auch nicht übertreiben, wie es z. B. Du Bois Reymond (Kulturgeschichte und Naturwissenschaft) getan hat. Daß das Experiment auch im Altertum eine Rolle spielte, und zumal bei den Alexandrinern zu wichtigen Ergebnissen führte, darf nicht verkannt werden. Im Mittelalter waren insbesondere die Araber bemüht, die ihnen von den Griechen übermittelten Wissenschaften durch experimentelle Untersuchungen weiter auszubauen. Siehe auch E. Wiedemann, Über das Experiment im Altertum und Mittelalter (Unterrichtsblätter für Mathem. und Naturwissensch. 1906. Nr. 4–6).

[203] Cantor, Geschichte der Mathematik. 1880. Bd. I. 128 u. 158.

[204] Näheres siehe bei Diels, Antike Technik, S. 21.

[205] H. Vogt, Die Geometrie des Pythagoras. Siehe Bibl. math. (3. Folge) 9. Bd. S. 15 u. f. Danach sind neuerdings auch Zweifel erhoben, ob Pythagoras mit der Konstruktion der fünf regulären Körper schon vertraut gewesen. Auch mit dem Begriff des Irrationalen wurden die Griechen wahrscheinlich erst viel später bekannt.

[206] Die Griechen haben schon über die Entwicklung der Mathematik geschrieben. Eudemos, ein Schüler des Aristoteles, verfaßte eine Geschichte der Astronomie und der Geometrie, die bis auf wenige, auch die erwähnten Angaben über Thales enthaltende Bruchstücke verloren gegangen ist. Ferner schrieb Theophrast von Eresos eine Geschichte der Mathematik. Sie ist leider ganz verloren gegangen (Suter, Geschichte der mathematischen Wissenschaften. 1873. S. 21). Die Fragmente des Eudemos wurden von L. Spengel gesammelt und herausgegeben: Eudemi fragmenta, quae supersunt. Berlin 1866. Zu erwähnen ist auch Menon. Er war gleichfalls ein Schüler des Aristoteles und schrieb eine Geschichte der Medizin. Die erhaltenen Bruchstücke veröffentlichte Diels (Suppl. Arist. III, 1. Berlin 1893).

[207] Tropfke, Geschichte der Mathematik. II. S. 5.

[208] Proclos, ed. Friedlein. S. 379.

[209] Tropfke, II. 88.

[210] Nach Angaben von Platon (Timäos) und Vitruv (De architectura). Näheres siehe Tropfke. II. 400.

[211] H. Vogt, Die Entdeckungsgeschichte des Irrationalen. Biblioth. mathemat. 10. Bd. S 97.

[212] Siehe Paulys Reallex. d. klass. Altert. Bd. VIII.

[213] Über Hippokrates siehe Brettschneider, Die Geometrie und die Geometer vor Euklid. Leipzig 1870.

[214] Antiphon um 430 v. Chr. Siehe Cantor, Vorlesungen zur Geschichte der Mathematik. I. 172. (1880.)

[215] Die wichtigsten Mitteilungen über die verschiedenen Wege, wie die Alten das delische Problem lösten, verdanken wir dem Eutokios, welcher die Schriften des Archimedes kommentierte, Archimedes, ed. Heiberg, III., S. 104.

[216] Diese Konstruktion, welche Eutokios in seinen Erläuterungen zu Archimedes bringt, wird Platon zugeschrieben. Archimedes, ed. Heiberg, III., S. 66–70.

[217] Näheres bringt die von Cantor (Bd. I. S. 199) nach Eutokios gegebene Darstellung der von Menächmos gefundenen Sätze.

[218] Ging man ähnlich wie bei der Ableitung der Parabel vor, stellte aber die Bedingung, daß von den an die Gerade anzutragenden Rechtecken stets ein Stück übrig bleibt, so ergab sich als geometrischer Ort die Ellipse (ἐλλείπειν heißt übrig bleiben). Überragten dagegen die Rechtecke die Gerade, so ergab sich die Hyperbel (ὑπερβάλλειν heißt überragen).

[219] Hippias von Elis.

[220] Näheres Cantor, I. 167.

[221] Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. II. S. 5.

[222] Beide Sätze werden Platons Schüler Eudoxos von Knidos zugeschrieben.

[223] Diese Entdeckung wird auf Aristaeos (um 320 v. Chr.), der ebenfalls der platonischen Schule angehörte, zurückgeführt. Er soll auch das erste Werk über die Kegelschnitte geschrieben haben. Cantor I, 211.

[224] Eine ausführliche Darstellung mit zahlreichen Literaturangaben enthält Paulys Realenzykl. f. d. klass. Altertum in Bd. II. (1896.) S. 1828–1862. Sie rührt von Hultsch her.

[225] F. Cumont, Babylon und die griechische Astronomie. Neue Jahrbücher f. d. klass. Altertum. 1911. S. 1.

[226] Aristophanes, Wolken. 615–619.

[227] Es ist wahrscheinlich, daß Meton sich hierzu der Tabellen bediente, welche die Chaldäer Jahrhunderte vorher für die Mondbewegung und die Finsternisse entworfen hatten.

[228] Das Wichtigste über die Hilfsmittel, welche im Altertum für die Zeitmessung zur Verfügung standen, bringt die Realenzykl. d. klass. Altertumswiss. von Pauly-Wissowa-Kroll (8. Bd. Sp. 2416–2433) in dem Beitrag »Horologium« von A. Rehm.

[229] Der Name Ekliptik (ἑκλειπτικός κύκλος) ist im Altertum erst spät in Gebrauch gekommen.

[230] Um 560 v. Chr. Siehe auch Darmstädter, Handbuch der Geschichte der Naturwissenschaften.

[231] Derartigen Versuchen, die Abstände der Planeten in eine mathematische Regel zu fassen, begegnet man bis ins 18. Jahrhundert (Titiussche Regel; 1766).

[232] August Boeckh, Philolaos des Pythagoreers Lehren nebst den Bruchstücken seines Werkes. Berlin, Vossische Buchhandlung. 1819.

[233] Schiaparelli, Die Vorläufer des Kopernikus im Altertum. 1873. Übersetzt von Curtze.

[234] Dies gilt z. B. von Anaxagoras, der nach der Begründung der pythagoreischen Schule lebte.

[235] Schiaparelli, a. a. O. S. 7.

[236] Platon erklärte im »Timäos«: »Vom Ganzen, welches kugelförmig ist, zu behaupten, daß es einen Ort unten, den anderen oben habe, ziemt keinem Verständigen« (siehe »Timäos«, 62 u. 63).

[237] Er lebte etwa von 390–310 und war den Pythagoreern in mancher Hinsicht geistesverwandt. Er verfaßte zahlreiche Schriften, von denen nur die Titel und Fragmente bekannt sind. Letztere den Titeln zuzuweisen, ist schwierig und oft nicht möglich. Über Herakleides siehe auch Gomperz, Griechische Denker. I, 98.

[238] Siehe die spätere Darstellung und Abbildung des Tychonischen Systems.

[239] Vitruv, De architectura. Von den meisten Schriftstellern wird der Ursprung dieser Lehre den Ägyptern zugeschrieben. Koppernikus selbst kannte sie durch Martianus Capella (siehe an späterer Stelle bei Koppernikus).

[240] Platons »Timäos«. 38.

[241] Siehe S. [93].

[242] Ein ausführlicher, von Boll herrührender Beitrag über die Fixsterne findet sich in Paulys Realenzyklopädie f. d. klass. Altert. VI. Bd. S. 2407–2431.

[243] Platons Phaedon. cap. 58. Leipzig, Wilhelm Engelmann. 1852.

[244] Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. I. S. 5.

[245] Ausg. v. Sturz, Vers 160–163. Seine Worte lauten: »Jetzt zuvörderst vernimm des Alls vierfältige Wurzeln: Feuer und Wasser und Erd' und des Äthers unendliche Höhe. Daraus ward, was da war, was da sein wird, oder was nun ist.«

[246] Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. I. S. 51.

[247] Plut. V. cap. 26.

[248] Aristoteles, De gen. animalium. Bd. I. S. 23.

[249] Aristoteles, De part. anim. I. S. 640a.

[250] Aristoteles, De generatione animalium. V. 8.

[251] Diogenes Laertius IX. 47.

[252] E. Dacqué, Der Deszendenzgedanke u. seine Geschichte. München 1903.

[253] Die auf Epikur und Demokrit zurückzuführenden Verse des Lucretius lauten folgendermaßen:

Denn wer nur immer sich jetzo erfreut der belebenden Lüfte,

Den hat entweder List oder Stärke beschützt oder Schnelle

Seit seiner frühesten Jugend und so sein Geschlecht stets erhalten.

Viele jedoch existieren, die unserem Schutz es verdanken,

Daß sie erhalten blieben, dem sichern Verderben entrissen.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Denen jedoch von alledem nichts die Natur hat gegeben,

Daß sie aus eigener Kraft vermochten ihr Leben zu fristen,

Diese sind selber zur Beute geworden.

[254] E. Meyer, Geschichte d. Altert. Bd. IV. 1901. S. 205.

[255] Über die den Alkmäon betreffenden Fragmente siehe die Angaben von Meyer in seiner Geschichte des Altertums Bd. IV. 1901. S. 207.

[256] Th. Beck, Hippokrates' Erkenntnisse. Jena 1907.

[257] Platons Protagoras. Kap. III.

[258] Hippokrates aus Kos lebte um 400 v. Chr.

[259] Als Corpus Hippocraticum sind der Nachwelt etwa 100 griechische und 30 lateinische Schriften übermittelt worden. Mit völliger Sicherheit lassen sich nur wenige Bücher auf Hippokrates selbst zurückführen. Man hat übrigens nie alle für echt gehalten. Näheres siehe in dem sehr ausführlichen Beitrag über Hippokrates in Paulys Reallexik. d. klass. Altert. Bd. VIII (1913). S. 1801–1852.

[260] Beck, Hippokrates' Erkenntnisse. Jena 1907. Das Werk enthält außer einer Untersuchung über die Entstehung und die Bedeutung der Hippokratischen Sammlung eine Auslese der wertvollsten Stellen mit Bezugnahme auf die moderne Heilkunde.

[261] Haeser, Geschichte der Medizin. Bd. I (1875). S. 141.

Nach den Ansichten, die Platon im »Timäos« entwickelt, bewirkt das Herz die Verknüpfung der Adern. Es ist die Quelle des durch alle Glieder heftig herumgetriebenen Blutes. Zur Abkühlung des Herzens dienen die Lungen.

[262] In der lateinischen Fassung von Schiller seinen »Räubern« als Motto vorangestellt: Quae medicamenta non sanant, ferrum sanat. Quae ferrum non sanat, ignis sanat.

[263] R. Burckhardt, Geschichte der Zoologie. S. 18.

[264] Stahr, Das Leben des Aristoteles, als I. Teil von Stahrs Aristotelia. Halle 1830.

[265] Sein Vater Nikomachos war Leibarzt des Königs Amyntas von Mazedonien.

[266] E. Meyer, Gesch. d. Altertums. V. Bd. 1902. S. 338.

[267] Zeller, Die Philosophie der Griechen. Bd. II, 2. S. 172.

[268] Ein Talent hatte in Reichsmünze den Wert von etwa 4700 Mark.

[269] Zeller, Die Philosophie der Griechen. Bd. II, 2. S. 33.

[270] Heller, Geschichte der Physik. Bd. I. S. 48.

[271] Gedruckt wurden die Schriften des Aristoteles zuerst im Jahre 1473 in Rom, und zwar in lateinischer Übersetzung. 1493 erschien die erste gedruckte griechische Ausgabe. Augenblicklich gilt als beste die im Auftrage der Berliner Akademie der Wissenschaften veranstaltete Ausgabe von Bekker. Eine griechisch-deutsche (unvollendete) Ausgabe rührt von Prantl her. Sie erschien in Leipzig bei Wilhelm Engelmann und wurde der hier gegebenen Darstellung der aristotelischen Lehren besonders zugrunde gelegt.

[272] Diese Schrift ist indessen als nichtaristotelisch erkannt.

[273] Zeller, Die Philosophie der Griechen.

[274] Ein Beispiel dafür findet sich nach Eucken in de gener. et corr. (328,23). Aristoteles meint dort, wenn ein großes Quantum mit einem sehr kleinen vereinigt werde, so entstehe keine Mischung, sondern das kleinere schlüge in das größere um. So werde ein Tropfen Wein in zehntausend Maß Wasser geradezu zu Wasser.

[275] Eine Zusammenstellung der auf die Mathematik bezüglichen Stellen hat schon Biancani veröffentlicht: Aristoteles loca mathematica. 1615.

[276] E. Haas, Grundfragen der antiken Dynamik (Archiv f. d. Geschichte d. Naturwiss. u. d. Technik. 1908. 1. Heft).

[277] Mit Haas a. a. O. (Archiv f. d. Geschichte d. Naturwiss. u. Technik. 1908. S. 47.)

[278] Besonders bei Plutarch und bei Lukrez.

[279] Haas a. a. O. S. 44.

[280] Daher lautet der Titel des Werkes auch »Quaestiones mechanicae«.

[281] Mechanische Probleme. Ausg. von Poselger 1881. S. 34.

[282] Haas, Antike Lichttheorien (Archiv für Geschichte d. Philos. 20. Bd. 1907. 3. Heft.)

[283] Aristoteles, Über die Sinne. Kap. II.

[284] Wilde, Über die Optik der Griechen. Berlin 1832.

[285] Die aristotelische Schrift über die Farben gilt allerdings nach neueren Untersuchungen als unecht.

[286] Haas, a. a. O. S. 386.

Platon hatte die Lehre von den Sehstrahlen und den Abbildern zu einer Theorie der Zusammenstrahlung (Synergie) verschmolzen.

[287] Wolff, Geschichte der Astronomie, S. 42.

[288] Nach der Ausgabe von Prantl.

[289] Nach Diog. Laertius VIII, 26, der aber wenig zuverlässig ist.

[290] Nach der Übersetzung von Prantl, Aristoteles' vier Bücher über das Himmelsgebäude. Leipzig 1857. Verlag von W. Engelmann. S. 180–181.

[291] De coelo II, 4.

[292] Schiaparelli, Le sfere omocentriche di Eudosso, di Calippo e d'Aristotele. Mailand 1876; deutsch von Horn. Abhandl. z. Gesch. d. Math. 1. Heft.

[293] Siehe Wolff, Geschichte der Astronomie. S. 195.

[294] Siehe Martin Behaim, 1492.

[295] De coelo II, 7.

[296] De coelo II, 8.

[297] De coelo II, 9.

[298] De coelo II, 8.

[299] Kaiser, Der Sternenhimmel. Berlin 1850.

[300] Daß Nietzsche dieser ἀποκατάστασις genannten Lehre einen besonderen Wert beilegte, ist bekannt genug.

[301] E. v. Lasaulx, Die Geologie der Griechen und Römer. München 1851. S. 32.

[302] Auch im Neuen Testament findet sich ein Anklang an diese Lehre (Apostelgeschichte 3. 21).

[303] S. Günther, Die antike Apokatastasis. Sitzungsber. d. k. bayer. Akad. d. Wissensch. math. phys. Kl. 1916. S. 83–111.

[304] Kap. 4 u. 5.

[305] Arist., Meteor. I, 14.

[306] Ähnliche Anschauungen entwickelten auch Strabon und Eratosthenes. S. a. spät. Stelle. Strabon knüpfte seine Theorien an seine Kenntnis der vulkanischen Erscheinungen an, während Eratosthenes von der Beobachtung von Versteinerungen im Innern der Kontinente ausging.

[307] Die Begründung, die Aristoteles hierfür gibt, sei übergangen. Er spricht von der Blütezeit und dem Alter der einzelnen Teile der Erdoberfläche.

[308] Aristoteles führt dann des Näheren aus, weshalb die Erinnerung an solche Vorgänge selbst im Gedächtnis der Völker, die vor dem eindringenden Meere zurückwichen oder in neuentstandene Länder einwanderten, nicht festgehalten worden ist.

[309] Barthélemy St. Hilaire erklärt diese Darlegungen des Aristoteles in der Vorrede zu seinem Werke »Météorologie d'Aristote«. Paris 1863, für geradezu bewunderungswürdig.

[310] Ovid hat diesen Gedanken in seinen »Metamorphosen« in poetischer Form zum Ausdruck gebracht (XV, 260 u. f.). Es heißt dort:

260 So auch hat gar oft sich gewendet der Gegenden Schicksal.

Ich sah selber als Meer, was fester und trockener Boden

Vormals war; ich sah aus Wogen gewordene Länder.

Fern ab lagen vom Meer in der See einheimische Muscheln,

265 Und man entdeckte sogar auf Gebirgshöhen Anker der Vorzeit.

Was erst Ebene war, das schuf der Gewässer Herabsturz

Um zum Tal, und der Berg ward niedergeschwemmt in die Fläche.

Vordem sumpfiges Land ist lechzend von trockenem Sande,

269 Während von stehendem Sumpf feucht ist, was früher gedürstet.

Zu 265: Pomponius Mela berichtet, im Innern Numidiens seien »Reste von Schnecken, von den Fluten abgeschliffenes und von Strandsteinen nicht unterscheidbares Gestein, in Felsen haftende Anker(?), sowie andere Zeichen dafür gefunden worden, daß einst das Meer bis in diese Gegend gereicht habe«.

[311] Diodori bibliotheca historica I, 39. Dieser Darstellung der geologischen Ansichten Demokrits ist die oben erwähnte Schrift Löwenheims (siehe S. 75) zugrunde gelegt.

[312] Aristoteles bemerkt an dieser Stelle, daß er es lächerlich finde, wenn einige annehmen, die Sonne werde durch die feuchten Dünste ernährt und mache deswegen ihren Umlauf, da ihr nicht immer dieselben Orte die Nahrung liefern könnten.

[313] So sagt Plutarch: »Die Insel Pharos, die einst eine Tagfahrt von Ägypten entfernt war, ist jetzt ein Teil des Landes. Sie bewegte sich aber nicht an das Land heran, sondern das dazwischen liegende Meer wich vor dem, festes Land bildenden Flusse zurück.« Weiter bemerkt Plutarch: »Ägypten war nämlich ein Meer. Daher findet man noch jetzt viele Muscheln in den Schächten und auf den Bergen. Alle Quellen und Brunnen haben salziges und bitteres Wasser als Rest des ehemaligen Meeres« (Plutarch, »Über Isis und Osiris«, herausgegeben von Parthey, Berlin 1850. S. 70 u. 71).

[314] Auch Platon entwickelte schon die Lehre von den vier Elementen, sowie Ansichten über die Stoffe, aus denen sich die Mineralien, die Pflanzen und die Tiere zusammensetzen. Alchemistische Vorstellungen begegnen uns bei Platon und bei Aristoteles noch nicht, dennoch sind ihre Lehren von der Natur der Stoffe von großem Einfluß auf die Entstehung der Alchemie gewesen. Näheres hierüber enthält die Abhandlung O. E. v. Lippmanns, Chemisches und Physikalisches aus Platon (Journal für praktische Chemie, Bd. 76. S. 513 u. f.). Siehe auch v. Lippmanns Abhandlungen und Vorträge zur Gesch. d. Naturwiss. Bd. II, Leipzig 1913.

[315] Von den chemischen Kenntnissen des Aristoteles und seinen Vorstellungen handelt E. v. Lippmann im Archiv für die Gesch. der Naturwiss. u. d. Technik. 1910. Bd. 2. S. 235–300.

[316] Nach der »Physik«, nach »Entstehen und Vergehen« und der Schrift »Über das Himmelsgebäude«. Die betreffenden Stellen hat O. E. v. Lippmann im zweiten Bande des Archivs für die Gesch. d. Naturwissensch. u. d. Technik zusammengestellt. Dort findet man auf S. 235–300 eine große Zahl weiterer, die Hauptgedanken des Aristoteles wiedergebender Zitate.

[317] Mechanische Probleme. S. 9 u. 32. Die in dieser Schrift entwickelten allgemeinen Ansichten entsprechen denjenigen der älteren peripatetischen Schule. Trotzdem wird die Schrift nicht für echt aristotelisch gehalten, weil die Probleme und Lösungen im einzelnen auf praktische Anwendungen hinzielen. Dies gilt nämlich als unaristotelisch und entspricht mehr der Richtung Stratons, der nach dem Tode des Theophrast die Leitung der peripatetischen Schule übernommen hatte. Über grundlegende kritische und erklärende Ausgaben siehe Paulys Reallex. der klass. Altertumswiss. II. Bd. (1896) S. 1012–1055 (Aristoteles).

[318] »Physik« VIII, 1 und »Metaphysik« XII, 6.

Man darf solche Vorahnungen nicht zu hoch einschätzen, vor allem aber sie nicht den neuzeitlichen Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung als gleichwertig zur Seite stellen. Andererseits läßt sich auch nicht in Abrede stellen, daß sie häufig durch die Jahrhunderte hindurch anregend und befruchtend gewirkt haben. Man vergleiche z. B. hierzu die Beziehungen des Koppernikus zu den alten Schriftstellern.

[319] Aristoteles, Politik. I, 8.

[320] Aristoteles, Zwei Bücher über Entstehen und Vergehen. Übersetzung von Prantl. Leipzig, W. Engelmann. 1857. S. 451.

[321] A. a. O. S. 437.

[322] Aristoteles' Tierkunde, kritisch berichtigter Text mit deutscher Übersetzung, sachlicher und sprachlicher Erklärung und vollständigem Index von H. Aubert und Fr. Wimmer. 2 Bände. Mit 7 lithograph. Tafeln. Gr. 8. Leipzig, Verlag von Wilh. Engelmann. 1868.

[323] Aristoteles, Teile der Tiere. III, 4.

[324] Als Probe für die Art, wie Aristoteles die anatomischen Verhältnisse betrachtet, möge folgende Stelle aus seiner Schrift über die Teile der Tiere dienen (Aristoteles, Vier Bücher über die Teile der Tiere. Griechisch und Deutsch; herausgegeben von Franzius. Leipzig, W. Engelmann. 1853):

»Da das Blut eine Flüssigkeit ist, so muß notwendig ein Gefäß da sein, für welchen Zweck die Natur die Adern bildete. Für diese muß notwendig ein einziger Anfang sein. Denn, wenn es sein kann, ist einer besser als viele. Das Herz aber ist der Anfang der Adern, denn sie entspringen offenbar aus diesem, nicht aber gehen sie durch das Herz hindurch, und dessen Beschaffenheit als eines verwandten Teiles ist aderartig.«

[325] Aristoteles, 5 Bücher von der Zeugung und Entwicklung der Tiere, übersetzt und erklärt von H. Aubert und Fr. Wimmer. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1860.

[326] Nach einem von O. Lenz in seiner Zoologie der Griechen und Römer mitgeteilten Auszug. S. dort S. 519.

[327] Lenz, a. a. O. S. 137.

[328] Zwischen der von Aristoteles erwähnten harten und weichen Haut (dura und pia mater) befindet sich noch die sehr zarte Spinnwebenhaut (Arachnoïdea).

[329] S. Günther, Geschichte der antiken Naturwissenschaft. Handbuch der klass. Altertumswissensch. Bd. V. 1. Abt. S. 100. Selbst den Elefanten, der bald darauf zu Kriegszwecken in die Mittelmeerländer eingeführt wurde, kannte Aristoteles nur vom Hörensagen (Beloch, Griech. Geschichte).

[330] Er unterscheidet Knorpelfische (Haie) und Grätenfische.

[331] Vgl. J. Müller, Über den glatten Hai des Aristoteles. Abhandl. der Berliner Akademie. 1840.

[332] Claus, Lehrbuch der Zoologie. 1883. S. 677.

[333] Der Name Insekten, welcher heute die sechsfüßigen Arthropoden bezeichnet, wurde von Aristoteles in viel weiterem Sinne gebraucht; er rechnete auch die Spinnentiere, sowie die Tausendfüßler und Eingeweidewürmer, kurz alle Geschöpfe mit Einschnitten rings um den Körper, zu den Insekten.

[334] Im dritten Buch der Schrift »Über die Teile der Tiere«.

[335] H. Stadler zieht einen Vergleich mit dieser Betrachtungsweise des Aristoteles und derjenigen moderner Biologen (Biologie und Teleologie, in den neuen Jahrbüchern für das klass. Altert. 1910. S. 147). Als Beispiel führt er folgende Stelle aus dem Lehrbuch der Zoologie von Schmeil an: »Schließt die Katze das Maul, so greifen die Zähne des Oberkiefers dicht an denen des Unterkiefers entlang. Da die Zähne aneinander vorbeigleiten, reiben sich ihre Kronen nicht ab, sie bleiben also stets scharf und schneidend, wie dies für ein Raubtier notwendig ist. Wenn die Katze gähnt, sieht man, daß ihr Maul weit gespalten ist. Sie vermag daher ihre Zähne tief in das Opfer einzuschlagen.« Ähnlich drückt sich auch Goethe in seiner Metamorphose der Tiere aus (siehe Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher, 3. Aufl. W. Engelmann 1908. S. 4).

[336] Tierkunde I, 69.

[337] De anima. I, 4 u. 5.

[338] Eine Sammlung dieser Fragmente aristotelischer Pflanzenkunde gab Wimmer heraus. Fr. Wimmer, phytologiae Aristotelicae fragmenta. Breslau 1838. Eine Übersetzung dieser Fragmente findet sich in E. Meyer, Geschichte der Botanik, Bd. I. S. 94 u. f.

[339] Histor. animal VIII. cap. 1.

[340] De anima. cap. 6.

[341] De part. animal. 4, 5.

[342] De animalibus II. cap. 1.

[343] De part. animal. II. cap. 3.

[344] Politic. VII. cap. 16.

[345] Diogenes Laert. 5, 38, 51.

Diogenes Laertios schrieb im 3. Jahrhundert n. Chr. »Zehn Bücher über das Leben, die Lehren und Aussprüche der in der Philosophie berühmten Männer«. Das Werk ist indessen nur oberflächlich und wenig zuverlässig.

Von Plutarch rührt eine Schrift her, die unter dem Titel »Über die Meinungen der Philosophen« bekannt ist. Wahrscheinlich ist das Vorhandene nur ein Auszug einer Schrift des Plutarch.

Trotz ihrer Unvollkommenheiten sind die erwähnten Schriften wichtige Quellen, weil sie über manches berichten, was anderweitig nicht mehr festgestellt werden kann.

[346] Diogenes 39, 37.

[347] Cicero, tuscul. disput. 3. 28.

[348] Diogenes führt 227 Titel an.

[349] Zeller, Philos. der Griechen. II. 2. S. 642.

[350] Über die Schriften des Theophrast siehe auch W. Christ, Griechische Literaturgeschichte. Nördlingen 1889. S. 435 u. f.

[351] Theophrast, Naturgeschichte der Gewächse, übersetzt und erläutert von K. Sprengel. 1822. Die Hauptausgabe seiner Werke rührt von Wimmer her. Breslau und Leipzig 1842–1862. Theophrasti Eresii Opera, quae supersunt, omnia. – Theophrast fußt auf Schriften anderer, die jedoch nicht auf uns gelangt sind.

[352] Eine Untersuchung über die einigermaßen sicher zu bestimmenden Pflanzen des Theophrast findet sich in Sprengels Geschichte der Botanik. I. S. 58–90.

[353] Strabon sagt von den Nachrichten der Griechen über Indien: Was sie sahen, erkannten sie nur auf den Feldzügen im Vorbeigehen. Buch 15. Ausgabe von Grosskurd. Bd. III. S. 108.

[354] H. Bretzl, Botanische Forschungen des Alexanderzuges. Mit 11 Abb. und 4 Karten. Gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Leipzig, B. G. Teubner. 1903. 412 Seiten.

[355] ἱστορίαι τῶν φυτῶν.

[356] Hist. plant. IV. 7, 8. Siehe Bretzl a. a. O. S. 121.

[357] Die Wirkung der Pflanzen auf den Menschen wird im 9. Buch geschildert, das aber gerade in diesen Teilen unecht ist (H. Stadler, Neue Jahrbücher f. d. klass. Altertum. 1911. S. 86).

[358] Gesch. der Pflanzen. 1, 5.

[359] Von den Ursachen der Pflanzen. 2, 14.

[360] Gesch. d. Pflanzen. 8, 2.

[361] O. Warburg, Berichte der Deutsch. bot. Gesellschaft XIX (1901). S. 153.

[362] Ursache d. Pflanzen. I. 5, 5.

[363] Περὶ λίθων. Theophrasti Eresii Opera. Griechisch und lateinisch von F. Wimmer.

[364] Beloch, Griechische Geschichte. I, 1. S 212.

[365] Böckh, Abhandlungen der Berliner Akademie. 1814/15. S. 104. Die von den Athenern aufgehäuften Schlacken enthalten noch 10% Blei und 0,004% Silber; sie werden neuerdings wieder auf diese beiden Metalle verarbeitet. (Siehe Dammer, Handbuch der chemischen Technologie. 1895. II. Band. S. 549.)

[366] H. Fühner, Beiträge zur Geschichte der Edelsteinmedizin. Berichte der Deutschen pharmazeutischen Gesellschaft. 1901. S. 435 u. f. 1902. S. 86 u. f.

Siehe auch Lenz, Mineralogie der alten Griechen und Römer. 1861.

[367] Siehe das Reallexikon der indogermanischen Altertumskunde von O. Schrader unter »Bergwerk«.

[368] C. v. Ernst, Über den Bergbau im Laurion. Berg- und Hüttenmännisches Jahrbuch der k. k. Bergakademien zu Leoben und Pribram. 1902. Die Abhandlung stützt sich auf das Gutachten Cordellas, der Jahrzehnte lang die Wiederaufnahme und den Betrieb der Bergwerke des Laurions leitete.

[369] Der Meister derjenigen, die Wissenschaft treiben.

[370] Auch in der neuesten Phase der Biologie begegnet uns eine Wiederbelebung aristotelischer Gedanken. Siehe an späterer Stelle (Bd. IV).

[371] J. Tyndall, Religion und Wissenschaft. Autorisierte Übersetzung. Hamburg 1874.

[372] Aubert und Wimmer.

[373] Cantor, Vorlesungen über Geschichte der Mathematik. Bd. I. S. 223. Leipzig 1880.

[374] Genaueres über die alexandrinische Bibliothek und die übrigen Bibliotheken des Altertums findet man in Paulys Reallexikon d. klass. Altertums. Bd. III (1899). S. 405 u. f.

[375] Euklid ist oft mit einem Zeitgenossen Platons, Euklid von Megara, verwechselt worden.

[376] Vgl. auch Cantor, Euklid und sein Jahrhundert (Leipzig 1867). Eine neuere Ausgabe sämtlicher Werke Euklids rührt von Heiberg und Menge her (Leipzig 1883–1896).

[377] Heiberg, Euklidstudien. S. 88.

[378] Siehe die merkwürdige Anwendung, die später Kepler von den fünf regelmäßigen Körpern zur Begründung einer astronomischen Lehre machte.

[379] H. Hankel, Die Entwicklung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten.

[380] Tropfke, Gesch. d. Elementarmath. Bd. II. S. 3.

[381] Mehrere Handschriften enthalten noch ein 14. und 15. Buch. Sie werden indessen nicht Euklid, sondern Hypsikles von Alexandria (um 150–120) zugeschrieben. Wahrscheinlich rührt aber nur das erste Buch von ihm her. Beide handeln von den regelmäßigen Körpern. Näheres siehe bei Cantor, Gesch. d. Math. I (1907). S. 358.

[382] Einen ausführlichen Beitrag über Archimedes bringt Hultsch in Paulys Realenzykl. d. klass. Altert. Bd. II (1896). S. 507.

[383] Hippokrates stammte aus Chios. Er lebte in der zweiten Hälfte des 5. vorchristlichen Jahrhunderts in Athen.

[384] Siehe S. 83.

[385] Nach Cantor (Gesch. d. Mathem. Bd. I. S. 253) ist es wahrscheinlich, daß er von niederer Abkunft war.

[386] W. Schmidt, Aus der antiken Mechanik (Jahrbuch für das klassische Altertum). Bd. 13 (1904). S. 329.

Die Abbildung ([Abb. 17] S. 159) ist der Heronausgabe von Schmidt entnommen (Op. II, 1. Fig. 62).

[387] O. Spieß, Archimedes von Syrakus. Mitteilungen zur Geschichte der Mediz. u. Naturwiss. III. Bd. S. 230.

Siehe auch Cicero, De rep. I, 14 und die Abhandlung von F. Hultsch, Über den Himmelsglobus des Archimedes, in Schlömilchs Zeitschr. H. XXII. A. 106–108.

[388] Polybios, Geschichte. Übersetzt von Haakh. Stuttgart 1868. 8. Buch. Kapitel 5–9. Plutarchos: Marcellus 14–19.

[389] Cicero erzählt diese Begebenheit (Tusculanae disputationes V. 23) mit folgenden Worten: »Als ich in Sizilien Quästor war, fand ich das Grab des Archimedes, das die Syrakusaner selbst nicht kannten. Mir waren nämlich einige kleine Verse in der Erinnerung, die man auf dem Grabmal eingemeißelt hatte. Die Verse weisen darauf hin, daß sich an dem oberen Teile des Monumentes eine Kugel mit einem Zylinder befindet. Nun bemerkte ich unter den vielen Gräbern, die sich vor dem nach Agrigent führenden Tor befinden, eine kleine Säule, die nur wenig aus dem Gestrüpp hervorragte und auf der sich das Bild einer Kugel mit einem Zylinder befand. Sogleich sagte ich zu den Syrakusanern, von denen mich die vornehmsten begleiteten, dies sei das gesuchte Grabmal. Wir ließen den Platz mit Hacken erschließen und säubern. Darauf erschien auf der Vorderseite des Sockels jene Inschrift. Die vornehmste und einst so gelehrte Stadt Großgriechenlands besäße also keine Kenntnis von dem Grabe ihres größten Denkers, wenn nicht ein Fremder es ihren Bürgern gezeigt hätte.«

[390] De republica I, 22.

[391] So urteilt auch H. Diels in dem Archimedes gewidmeten Abschnitt seines Buches »Antike Technik«.

[392] Archimedes' von Syrakus vorhandene Werke. Aus dem Griechischen übersetzt und mit erläuternden und kritischen Anmerkungen begleitet von Ernst Nizze. Stralsund 1824. Eine neuere Archimedesausgabe rührt von Heiberg her. Sie erschien im Jahre 1880: J. L. Heiberg, Archimedis opera omnia cum comentariis Eutocii. Leipzig, bei B. G. Teubner. Eine neue erweiterte Ausgabe erfolgte 1910.

Eutokios, der einen Teil der Archimedischen Schriften kommentierte, lebte zur Zeit Justinians (um 550 n. Chr.).

[393] Nach Simplicius. Siehe auch die Abhandlung von W. Schmidt über Isoperimetrie im Altertum (Bibl. math. 1901. S. 5).

[394] Hippias von Elis lebte um 420 v. Chr. Seine unter dem Namen der Quadratrix bekannte Linie ließ Hippias durch die Verbindung einer drehenden mit einer fortschreitenden Bewegung entstehen. Mit Hilfe dieser Linie hoffte man zur Quadratur des Kreises zu gelangen. Näheres bei Cantor, Gesch. d. Math. I (1907). S. 197.

[395] Heiberg entdeckte sie in einem in Konstantinopel aufbewahrten Palimpsest und veröffentlichte sie in der Zeitschrift »Hermes«. Berlin 1907. S. 235 u. f.

In der neuen Archimedesausgabe von Heiberg (1913) findet sich die »Methodenlehre« mit lateinischer Übersetzung (Bd. II. S. 427). Eine deutsche Übersetzung veröffentlichte Heiberg mit Zeuthen in der Bibl. mathem. III. Folge. VII (1907). S. 322 u. f.

[396] Heiberg, a. a. O. S. 302.

[397] Des Apollonios Schrift über die Kegelschnitte wurde 1861 in deutscher Bearbeitung von H. Balsam herausgegeben. Die in der Ursprache erhaltenen Schriften gab Heiberg heraus (Leipzig 1891–1893). Das Werk über die Kegelschnitte umfaßt 8 Bücher. Die ersten vier sind in der Ursprache, Buch 5–7 in arabischer Übersetzung erhalten. Das achte dagegen ist verlorengegangen. Eine gute Bearbeitung rührt von dem englischen Astronomen Halley her (1710), der das Werk unter Beifügung des griechischen Textes, soweit er vorhanden war, ins Lateinische übersetzte und verlorengegangene Teile zu rekonstruieren suchte.

[398] Die ersten Ansätze zur Erforschung der Kegelschnitte finden sich schon bei dem im 4. Jahrhundert v. Chr. lebenden Menächmos.

[399] Das 5. Buch.

[400] Daß Archimedes bei Volum- und Flächenbestimmungen sich schon einer dem Verfahren Cavalieris entsprechenden Infinitesimalmethode bediente, und zwar neben den üblichen Beweisverfahren, hat die Entdeckung des »Ephodion« bewiesen (s. S. 164).

[401] Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. I. S. 253.

[402] Eine gekürzte Wiedergabe enthält Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher. Verlag von Wilhelm Engelmann. Leipzig 1908. S. 10.

[403] δός μοι ποῦ στῶ καὶ κινῶ τὴν γὴν (Pappus VIII, 11, ed. Hultsch).

[404] Archimedes' Werke. Ausgabe von Nizze. S. 26 ff.

[405] Die erwähnten hydrostatischen Grundgesetze finden sich in Archimedes' erstem Buch von den schwimmenden Körpern. Siehe die Archimedesausgabe von Nizze. S. 225–228.

[406] Vitruvius, de architectura IX. Übersetzt von V. Reber. Stuttgart 1865.

[407] Euklids Optik und Katoptrik wurde 1557 zu Paris griechisch und lateinisch herausgegeben. Eine neuere Ausgabe von Gregory erschien im Jahre 1703. Die Hauptausgabe rührt von Heiberg und Menge her. Bibl. Teubn. 1883.

[408] 30. Theorem der Katoptrik Euklids.

[409] Euklids Optik und Katoptrik findet sich im 7. Bande der Gesamtausgabe von Heiberg und Menge.

[410] Gesamtausgabe Bd. 7. S. 343. Siehe auch die Abhandlung von Würschmidt in den Commemoration Essays, Oxford 1914.

[411] E. Wiedemann, Über das Experiment im Altertum und Mittelalter (Vortrag).

[412] Gesamtausgabe Bd. 7.

[413] 7. Erfahrungssatz der Katoptrik.

[414] Eigentlich müßte man Sehstrahlen sagen, da nach der Vorstellung Euklids die Strahlen aus dem Auge kommen.

[415] Von Smith und Helmholtz.

[416] Nach Stadler handelt es sich hier nicht um eine Insel, sondern um Skandinavien (Jahrbücher f. d. klass. Altert. 1911. S. 86). Auch Island oder die Shetlandsinseln galten wohl für Thule. Siehe Peschels Geschichte der Erdkunde. 1877. S. 2.

[417] Genauere Angaben über die räumliche Begrenzung der griechischen und der römischen Erdkunde enthält der erste Abschnitt von Peschels Geschichte der Erdkunde.

[418] Die von ihm erhaltenen Fragmente gab M. Fuhr heraus. Darmstadt 1841.

[419] Beloch, Griechische Geschichte. Bd. III. 1. Abt. S. 476 (1904).

[420] Plin. lib. II. cap. 65. Plinius verweist an dieser Stelle auch auf die Angaben Dikäarchs.

Aus der Angabe des Aristoteles würde sich für den Kaukasus eine Höhe von etwa 70000 m ergeben haben.

[421] A. Gercke und E. Norden, Einleitung in die Altertumswissenschaft. II. Bd. S. 314. B. G. Teubner. 1912.

[422] Siehe Bernhardy, Eratosthenica, Berlin 1822, eine Sammlung von Bruchstücken der Schriften des Eratosthenes. Eratosthenes starb um 194 v. Chr. Bernhardys Schrift ist veraltet. Doch fehlt eine neuere zusammenhängende Darstellung aller Fragmente. Ferner H. Berger, Die geographischen Fragmente des Eratosthenes. Leipzig 1880.

[423] Siehe S. 180.

[424] Siehe auch Günther, Die Erdmessung des Eratosthenes (in der Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik. III. Band).

[425] 3 Am ersten Nilkatarakt, fast unter dem nördlichen Wendekreis gelegen (das heutige Assuan).

[426] Alexandria liegt um 3° 14' westlich von Syene.

[427] Das Skaphium. Siehe Schaubach, Geschichte der griechischen Astronomie. Tab. III. Fig. 2.

[428] S. Cantor, Bd. I. S. 283.

[429] Näheres siehe bei Lepsius, Das Stadium und die Gradmessung des Eratosthenes auf Grundlage der ägyptischen Maße, in der Zeitschrift für ägyptische Sprache u. Altertumskunde. 1877. 1. Heft. S. 3–8. Nach Lepsius kann es keinem Zweifel unterliegen, daß das Stadium des Eratosthenes eine Länge von 180 Metern besaß. A. a. O. S. 7. Dies war die Länge des griechischen Stadiums. Das ägyptische Stadium belief sich auf 179 Meter.

[430] Siehe S. [93].

[431] Siehe S. [95].

[432] Koppernikus, De revolutionibus I, 10.

[433] Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.

[434] G. Bilfinger, Die antiken Stundenangaben. Stuttgart 1888. S. 74.

[434] Aristarchos, Über die Größen und Entfernungen der Sonne und des Mondes. Übersetzt und erläutert von A. Nokk. Als Beilage zu dem Freiburger Lyzeumsprogramm von 1854.

Aristarchs Schrift wurde durch eine 1488 erschienene lateinische Übersetzung bekannt. Den griechischen Text hat erst 1688 Wallis nach einem Manuskript veröffentlicht. Erneut wurde der griechische Text dann 1856 durch E. Nizze herausgegeben. Eine Ausgabe des griechischen Textes mit deutscher Übersetzung wird von K. Manitius vorbereitet.

[436] Aristarch, Über die Größen usw., Lehrsatz 15–18.

[437] Des Archimedes Sandesrechnung (Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher. S. 13).

[438] Über Hipparch handelt ein Artikel von A. Rehm in der Realenzyklopädie des klassischen Altertums von Pauly-Wissowa-Kroll. 8. Bd. Sp. 1666–1681.

Hipparchs »Geographische Fragmente« wurden von H. Berger gesammelt und bearbeitet; eine weitere Sammlung von Fragmenten liegt bisher nicht vor. Daß sich wissenschaftliche Bedeutung wohl mit astrologischen Vorstellungen vereinigen läßt, hat Hipparch ähnlich wie später Kepler bewiesen. Im Original erhalten ist von Hipparch nur ein Jugendwerk von geringerer Bedeutung (Τῶν Ἀρατοῦ καὶ Εὐδόξου φαινομένων ἐξηγησέων βιβλία).

[439] J. Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. II. S. 223.

[440] Der neue Stern trat, wie auch aus chinesischen Berichten hervorgeht, im Sternbilde des Skorpions auf.

[441] F. Boll, Die Sternkataloge des Hipparch und des Ptolemäos (Bibl. math. Jahrg. 1901. S. 185). Nach Boll umfaßte Hipparchs Katalog 850 Sterne.

[442] Die Erscheinung erklärt sich daraus, daß die Erdachse innerhalb eines Zeitraums von etwa 26000 Jahren einen Kegelmantel beschreibt. Infolgedessen ändert der Himmelsäquator, der sich als eine Projektion des Erdäquators darstellt, gleichfalls seine Lage innerhalb derselben Periode. Der Vorgang wird als Präzession oder Vorrücken der Nachtgleichen bezeichnet, weil dabei der Frühlings- und der Herbstpunkt langsam ihren Ort im Sinne der täglichen Umdrehung ändern.

[443] Mitteilungen zur Gesch. d. Mediz. u. d. Naturwissenschaften. Nr. 53 (1913). S. 431.

[444] Siehe auch S. [121] dieses Bandes.

[445] Hipparch nahm die Dauer des tropischen Jahres zu 365 Tagen 5 Stunden 55' an, während sie in Wahrheit 365 Tage 5 Stunden 48' 51'' beträgt.

[446] Die mittlere Entfernung zwischen den Mittelpunkten von Mond und Erde beträgt 60,27 Halbmesser des Erdäquators oder 384400 km.

[447] Durch den in Jever geborenen Hildericus. Eine spätere Ausgabe besorgte 1819 Halma im Anschluß an seine Ptolemäosausgabe.

[448] Genaueres über diese Messungen siehe in Peschels Geschichte der Erdkunde. München 1877. S. 43–45.

[449] Die stereographische Projektion wurde auch von Ptolemäos empfohlen. Ob Hipparch sie kannte, ist nach Hoppe nicht sicher.

[450] Die Erfindung der Feuerspritze wird dem Ktesibios (um 150 v. Chr.) zugeschrieben. Siehe Vitruvius, De architectura X, 7.

[451] 1795 in der Nähe von Civitavecchia ausgegraben.

[452] Einen sehr ausführlichen Artikel über Heron enthält Paulys Realenzyklopädie f. d. klass. Altert. Bd. VIII (1913). S. 992–1080.

[453] Herons von Alexandria Pneumatica et Automata. Griechisch und deutsch herausgegeben von Wilhelm Schmidt. Teubner, Leipzig 1899.

Herons »Pneumatik« wurde 1575 durch Commandinus aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt und im Druck herausgegeben (Heronis Alexandrini Spiritualium liber. A Federico Commandino Urbinate. Ex Graeco nuper in Latinum conversus. Urbini 1575). Der Urtext wurde zuerst 1693 von Thévenot veröffentlicht.

[454] W. Schmidt, Aus der antiken Mechanik. Neue Jahrbücher für das klassische Altertum. Bd. 13 (1904). S. 329.

[455] W. Schmidt, Die Geschichte des Thermoskops (Abhandl. z. Gesch. d. Mathem. Bd. VIII. S. 161–173).

[456] Durch Carra de Vaux. Dieser gilt jedoch als wenig zuverlässig.

[457] Heronis Alexandrini Opera quae supersunt omnia. Leipzig, B. G. Teubner. Bd. I: Druckwerke und Automatentheater, griechisch und deutsch herausgegeben von W. Schmidt. 1899. Bd. II: Herons Mechanik und Katoptrik, herausgegeben und erläutert von L. Nix und W. Schmidt. 1901. Bd. III: Herons Vermessungslehre und Dioptra, griechisch und deutsch von H. Schoene. 1903.

[458] Baldo v. Urbino.

[459] Ausgabe von Schmidt. S. 24.

[460] Ausgabe von Schmidt. S. 29.

[461] Heronis Alexandrini spiritualium liber. Amstelodami 1680. Siehe auch Mach, Die Prinzipien der Wärmelehre. Leipzig 1896. S. 5.

[462] Das »Klavier« der alten Römer (Mitteil. zur Geschichte d. Medizin u. Naturwiss. 1905. S. 342). Der Bau der Wasserorgeln hat sich während des Mittelalters im oströmischen Reich erhalten, so daß die Konstruktion nicht, wie man früher annahm, gegen den Ausgang des Mittelalters von neuem entdeckt werden mußte.

[463] Schmidt, a. a. O. S. 133.

[464] Heronis Alexandrini opera, ed. Schmidt. S. 475.

[465] Ausgabe von Schmidt. Abb. 115.

[466] Pappi Alexandrini collectionis lib. VIII, ed. F. Hultsch. Berlin 1878. Über die vor kurzem entdeckte arabische Bearbeitung der Mechanik Herons siehe die folgende Seite.

[467] Ausgabe von Schmidt. Bd. II. S. 102.

[468] Papp. Kap. X. Heron, Opera omnia, Ausgabe v. Schmidt. Bd. II. 1. Teil. S. 259.

[469] Diels, Ant. Technik, Abb. 28.

[470] Näheres über derartige antike Automaten enthält Diels' Antike Technik im 3. Abschnitt. Leipzig, B. G. Teubner. 1914.

[471] Von Carra de Vaux im Journal asiatique X, 1–2. Von dem griechischen Text sind nur einige Fragmente vorhanden. Bd. II der Opera omnia (Ausg. v. Schmidt) enthält die Übersetzung der Mechanik nach der arabischen Bearbeitung dieser Schrift Herons. Die Katoptrik wurde nach einem lateinischen Text übersetzt.

[472] Journal asiatique IX, 2. S. 264 u. f.

[473] Eine gute Übersicht über das physikalische Wissen Herons bietet die Programmabhandlung von F. Knauff, Sophiengymnasium, Berlin. Ostern 1900.

[474] Der griechische Text wurde 1858 von Venturi und Vincent mit französischer Übersetzung herausgegeben, und zwar in den Notices et extraits des manuscrits de la bibliothèque impériale XIX, 2. Paris 1858. Dioptra heißt etwa Sehrohr oder Instrument zum Visieren durch zwei sich gegenüberstehende Öffnungen (siehe die [Abb. 35]).

[475] Sie rührt von Hermann Schöne her und wurde im Jahrbuch des Kaiserl. deutschen archäolog. Institutes (Bd. XIV. 1899. Heft 3) veröffentlicht.

[476] Siehe Abschn. 25 des Heronschen Werkes sowie Cantor, Geschichte der Mathematik. Bd. I. S. 324.

[477] Siehe Cantor, Geschichte der Mathematik. I (1907). S. 382 u. f.

[478] Heronis Alexandrini Opera, quae supersunt omnia. Ausgabe von Schmidt. Bd. I-III. Leipzig 1889, 1900, 1903. Die »Metrika« finden sich im III. Bande; sie wurden von R. Schöne 1896 entdeckt.

[479] Siehe S. 200. Anm. 3.

[480] Diels, Antike Technik. S. 9.

[481] E. Merkel, Die Ingenieurtechnik im Altertum. 1899. S. 151.

[482] F. Zink, Die Entwicklung der Entwässerungen mit offenen Gräben und Drainagen von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. – Drainierungsanlagen mit Tonröhren wurden in Babylonien schon um 1900 v. Chr. hergestellt.

[483] Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 98.

[484] Haas, Antike Lichttheorien, im Archiv für Geschichte d. Philosophie. 20. Bd. (1907). S. 356.

[485] Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. I. S. 215.

[486] Einen ausführlichen Beitrag über Erasistratos enthält Paulys Realenzyklopädie f. d. klass. Altertum. Bd. VI (1909). S. 333. Er rührt von Wellmann her.

[487] Wie Diels (Antike Technik, S. 24) angibt, maß Herophilos den Puls seiner Kranken mit Hilfe einer Taschenwasseruhr.

[488] Haeser, Geschichte der Medizin. Bd. I. S. 233.

[489] Lindner, Weltgeschichte. Bd. I. S. 26.

[490] Nach einem Ausspruch Cantors (Gesch. d. Math. Bd. I. S. 45).

[491] Cicero, Tuscul. disput. Lib. I. 2, 5.

[492] Siehe Cantor, Röm. Agrimensoren. Leipzig 1875.

[493] Die betreffende Grabschrift wurde im XIV. Bande der II. Serie der Abhandlungen der Turiner Akademie veröffentlicht.

[494] Siehe Cantor, Bd. I. S. 456.

[495] In der Nähe von Regensburg.

[496] Näheres siehe bei Schmidt, Neue Jahrbücher f. d. klassische Altertum. Bd. 13 (1904). S. 329. Ferner Bibl. math. 3. Folge. 4. Bd. Die Frage, ob die römischen Feldmesser von Heron abhängig waren, wird von Schmidt außer Betracht gelassen.

[497] Siehe S. 4 dieses Bandes.

[498] Plinius, Hist. nat. III. 2.

[499] Ihr früherer Besitzer hieß Peutinger. Er lebte im Anfang des 16. Jahrhunderts in Augsburg und erhielt die Karte von Konrad Celtes, der sie 1500 aufgefunden hatte. Entworfen wurde die Karte im Jahre 375 n. Chr. Celtes war einer der bedeutendsten Humanisten Deutschlands. Er bevorzugte die Realien des Altertums gegenüber den literarischen Erzeugnissen.

[500] Eine neuere Ausgabe der Karte mit Erläuterungen rührt von K. Miller her. Stuttgart 1916.

[501] Plinius, VII. 60. Siehe auch Bilfinger, Die antiken Stundenangaben. Stuttgart 1888. S. 75.

[502] H. Löschner, Über Sonnenuhren. Beiträge zu ihrer Geschichte und Konstruktion. Graz 1905. Das Buch enthält zahlreiche Quellenangaben.

[503] C. Merkel, Die Ingenieurmechanik im Altertum. Mit 261 Abbild. Springer, Berlin 1903.

[504] Vitruvius, Zehn Bücher über die Architektur. Übersetzt von Reber. Stuttgart 1865.

[505] Beherzigenswert sind die Worte, welche Diels an sie knüpft, wenn er sagt, es sei der Archimedische Punkt der Pädagogik, in der Jugend weltoffene Anschauung und praktische Fertigkeit, verbunden mit Wissen und wissenschaftlicher Einsicht, zu wecken (Antike Technik, 1914. S. 32).

[506] Terquem, La science romaine à l'époque d'Auguste. Paris 1885. S. 75. Fig. 9.

[507] Gerland und Traumüller, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. S. 56. Leipzig 1899. W. Engelmann.

[508] C. Köhne, Die Ausbildung der Ingenieure in der römischen Kaiserzeit. Mitteil. z. Gesch. d. Medizin u. d. Naturw. 1907. S. 17.

[509] Epistol. III, 5.

[510] Epistol. III, 5.

[511] Siehe Abschnitt 7 dieses Bandes.

[512] Rerum rustic. libri tres. I. 12, 2.

[513] Siehe S. 100 dieses Bandes.

[514] Haeser, Lehrbuch der Gesch. d. Medizin. Jena 1875. 1. Bd. S. 254.

[515] Cornelius Celsus, Über die Grundfragen der Medizin, als 3. Band von Voigtländers Quellenbüchern herausgegeben von Dr. Th. Meyer-Steineg. Celsus war kein Arzt, wenn er auch eins der besten medizinischen Werke geschrieben hat. Er wurde wahrscheinlich in Verona geboren und starb in Rom.

[516] Siehe Heeger, Zur Geschichte der Blutstillung im Altertum und Mittelalter (Wiener klin. Wochenschrift 1910. S. 1006 u. 1079). Über Parés Verfahren der Arterienunterbindung siehe später.

[517] Pron, Les maladies de l'estomac et du foie et leur traitement dans Celse. La France Médic. 1910. S. 374.

[518] Seine Vaterstadt war Prusa in Bithynien.

[519] Montigny, Quaestiones in Plinii nat. hist. de animalibus libros. 1844, und Müntzer, Beiträge zur Quellenkritik der Naturgesch. des Plinius. 1897.

[520] In einem Plinius gewidmeten Bande der »Klassiker der Naturwissenschaft und Technik«, die bei Eugen Diederichs in Jena erscheinen, habe ich dasjenige aus der »Naturgeschichte« zusammengestellt, was besonders geeignet ist, von dem wissenschaftlichen Geist des Altertums, soweit er sich in Plinius spiegelt, und den Errungenschaften jener Zeit ein Bild zu geben. Die Herausgabe ist durch den Krieg verzögert worden, wird aber voraussichtlich im nächsten Jahre erfolgen.

[521] Eine Handschrift, nach der die übrigen angefertigt wurden, findet sich im Vatikan. Ein von Dr. H. Philipp herrührender Auszug erschien als 11. und 31. Band von Voigtländers Quellenbüchern.

[522] Als Beispiel diene der 6. Abschnitt von Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher. Leipzig, W. Engelmann. 1908.

[523] Plinius, VII. 1.

[524] Einen ausführlichen Artikel über Gartenbau im allgemeinen enthält Paulys Realenzyklopädie f. d. klass. Altert. im VII. Bande auf S. 768–841.

[525] Plinius, Naturgeschichte. II. 65.

[526] Plinius, Naturgeschichte. II. 75.

[527] Koppernikus erwähnt, er habe bei Cicero und Plutarch gelesen, daß die heliozentrische Lehre im Altertum Anhänger gefunden habe. Copernicus, De revolutionibus (Ausg. v. Curtze). S. 6.

[528] Plinius, Naturgeschichte. II. 40.

[529] A. a. O. II. 99.

[530] A. a. O. II. 97.

[531] A. a. O. XI. 3.

[532] Nach H. Bretzl, Die botanischen Forschungen des Alexanderzuges. Leipzig 1903. Siehe auch S. 142 dieses Bandes.

[533] E. Meyer, Geschichte der Botanik. 4 Bände. 1854.

[534] v. Humboldt, Kosmos. Bd. II. 1847. S. 230.

[535] Galen fußte besonders auf Erasistratos, einem der bedeutendsten Anatomen der vorchristlichen Zeit (geb. 280 v. Chr.), der auch den Bau des Gehirns untersucht haben soll. Sein Zeitgenosse Herophilos lieferte eine genaue Beschreibung des Auges.

[536] A. Hirsch, Geschichte d. Medizin. S. 10.

[537] H. Haeser, Lehrbuch d. Gesch. d. Medizin. Jena 1853. Bd. I. S. 154.

[538] Galen meint, daß man den belebenden Bestandteil der Luft, den er als Pneuma bezeichnet, später noch entdecken werde.

[539] Galen war ein außerordentlich fruchtbarer und vielseitiger Schriftsteller. Man kennt (nach Christ, Geschichte der griech. Literatur, S. 630) mehr als 350 Galensche Schriften, von denen 118 echte und 45 zweifelhafte erhalten sind. Die meisten sind medizinischen Inhalts. Geschätzt war vor allem eine kurz gefaßte Therapeutik (τέχνη ἰατρική), die im Mittelalter unter dem Namen »Mikrotechnikum« bekannt war. Außerdem hat Galen auch Schriften philosophischen und grammatischen Inhalts verfaßt, z. B. Kommentare zu Platons »Timaeos«, zu Aristoteles und zu Theophrast. Die Hauptausgabe der Galenschen Schriften ist die Aldina (1525; ed. Chartrier, Paris 1679). Eine ausführliche Darstellung der Bedeutung Galens enthält Paulys Realenzyklopädie des klass. Altert. Bd. VII. S. 578–591.

[540] Galenos. Sieben Bücher Anatomie des Galen. ΑΝΑΤΟΜΙΚΩΝ ΕΓΧΕΙΡΗΣΕΩΝ ΒΙΒΛΙΟΝ Θ - ΕΙ. Zum ersten Male veröffentlicht nach den Handschriften einer arabischen Übersetzung des 9. Jahrh. n. Chr., ins Deutsche übertragen und kommentiert von Dr. med. Max Simon. I. Band: Arabischer Text. Einleitung zum Sprachgebrauch, Glossar mit 2 Faksimiletafeln. LXXXI u. 362 S. gr. 8o u. 2 Tafeln. II. Band: Deutscher Text. Kommentar, Einleitung zur Anatomie des Galen. Sach- und Namenregister. – Leipzig, J. C. Hinrichs, 1906. LXVIII u. 366 S. gr. 8o.

Die ersten 8 Bücher von Galens Anatomie und ein Stück des 9. Buches sind im griechischen Urtext bekannt. In ihnen werden die Gliedmaßen, Kopf, Hals, Rumpf, die Organe der Verdauung und die Atmungswerkzeuge beschrieben. Das 9.-15. Buch, die Simon nach der arabischen Handschrift herausgegeben hat, waren bisher so gut wie unbekannt. Das 9. Buch bringt die Beschreibung des Gehirns. Im 10. werden die Augen, die Zunge und die Speiseröhre, im 11. der Kehlkopf, im 12. die Geschlechtsorgane beschrieben. Buch 13 handelt von den Gefäßen, Buch 14 und 15 von den Nerven. Es handelt sich in diesen sieben Büchern fast überall um eigene anatomische Untersuchungen am lebenden und toten Tiere, wobei stets auf den Menschen bezuggenommen wird. An manchen Stellen wird der berühmte alexandrinische Anatom Erasistratos zitiert. Ausdrücklich wird gefordert, daß jeder, der über Anatomie liest, es nicht versäumen solle, die einzelnen Dinge am Tierkörper mit eigenen Augen anzusehen.

[541] Bd. II der Ausgabe von Simon. S. 45.

[542] Bd. II der Ausgabe von Simon. S. 94.

Der häufig anzutreffende Zusatz Klaudios zu Galenos ist nicht berechtigt. Der große Arzt ist nicht Klaudios Galenos, sondern nur Galenos zu benennen. Siehe Mitteil. zur Gesch. d. Med. u. d. Naturwissenschaft. 1902. S. 3.

[543] H. Haeser, Geschichte der Medizin. Bd. I (1875). S. 364.

Unter anderem hat Galen schon versucht, sich eine Vorstellung von dem Sitz der einzelnen Funktionen des Gehirns zu machen, indem er die Gehirnmasse schichtenweise abtrug. Siehe Falk, Galens Lehre vom Nervensystem. Leipzig 1871.

[544] Näheres siehe Gerster-Braunfels, Abriß der Geschichte der Jatrohygiene vom Altertum durchs deutsche Mittelalter bis zur Neuzeit.

[545] Dioskorides lebte im 1. Jahrhundert n. Chr. Die authentische Namensform ist Dioskurides; Dioskorides ist aber die allgemein übliche. Er war Grieche und besuchte als Arzt im Gefolge römischer Heere viele Länder. Seine Werke wurden griechisch und lateinisch von Sprengel herausgegeben. Leipzig 1829. (Diese Ausgabe ist völlig überholt durch die neuere von Wellmann.) Sie sind in vielen Handschriften erhalten. Berühmt ist der mit Abbildungen versehene Kodex der Wiener Bibliothek aus dem 6. Jahrhundert, der in Konstantinopel für Maximilian II. erworben wurde. (Siehe W. Christ, Geschichte der griechischen Literatur. München 1889. S. 629.) Zu beachten ist auch der Artikel über Dioskorides von M. Wellmann in Pauly-Wissowas Realenzyklopädie. V. 1131.

[546] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. II. S. 113.

[547] Bd. II. S. 94.

[548] O. Warburg, Geschichte der angewandten Botanik (Berichte der Deutsch. bot. Gesellsch. XIX [1901]. S. 159).

[549] Warburg, a. a. O. – Das Wichtigste über den Ackerbau bei den alten Völkern enthält der Artikel »Ackerbau« in Paulys Realenzyklopädie der klass. Altertumswiss. 1894. S. 261 u. f.

[550] Seneca erwähnt solche Beete als neuere Erfindung.

[551] Cato, De re rustica. Eine treffliche Ausgabe rührt von Keil (1892) her. Cato starb 149 v. Chr.

[552] Auch Marcus Terentius Varro, der zur Zeit Ciceros lebte, schrieb ein Buch über die Landwirtschaft. Näheres siehe unter den Quellen des Plinius. Varros »De re rustica« wurde 1884 gleichfalls von Keil herausgegeben.

[553] L. Wittmack, Die in Pompeji gefundenen pflanzlichen Reste. Englers Botanische Jahrbücher. 33. Bd. (1903). S. 38–63. Identifiziert wurden unter anderem: Allium Cepa, Amygdalus communis, Castanea vesca, Corylus Avellana, Iuglans regia, Lens esculenta, Olea europaea, Panicum italicum, Panicum miliaceum, Phoenix dactylifera, Pinus Picea, Pisum sativum, Prunus persica, Triticum vulgare, Vicia Faba, Vitis vinifera.

Es handelt sich bei diesen Resten um Samen und Früchte.

Auf den Wandgemälden Pompejis sind etwa 50 Pflanzen dargestellt, die sich identifizieren ließen, während dies bei manchen nicht möglich war. Comes, Darstellung der Pflanzen in den Malereien von Pompeji. Stuttgart 1895.

[554] Plutarch, Vita Demetrii.

[555] Vergil widmete Lukrez die Worte: »Felix, qui potuit rerum cognoscere causas«, ein Ausspruch, der später auf Newton angewandt wurde. Siehe Vergils Georgica II, 490.

[556] Lucretius. Deutsch von Max Seydel. München, R. Oldenbourg, 1881. 2. Gesang, V. 258 u. f.

[557] Nach Vitruv dagegen werden die Quellen durch das in den Boden sickernde Regenwasser gespeist.

[558] allerdings wohl vielfach interpolierten.

[559] Quaest. natur. 1, 6.

[560] Plinius, Hist. nat. 37, 5. Diese Stelle ist jedoch unklar und ihre Deutung nur unsicher.

[561] Poggendorffs Ergänzungsband 4. S. 452.

[562] Nach einer Mitteilung des Berosos.

[563] Seneca, Quaestiones VII. 22 u. 23.

[564] A. v. Zittel, Geschichte der Geologie und Paläontologie. 1899. S. 10.

[565] Vitruv, De architectura 8, 3.

[566] Die chemischen Kenntnisse des Plinius in E. v. Lippmanns Abhandlungen u. Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. Leipzig 1906. Im 2. Bande der Abhandlungen und Vorträge von Lippmanns (Leipzig 1913) findet sich in der zweiten Abteilung Wichtiges über die chemischen und physikalischen Kenntnisse der Griechen zusammengestellt.

[567] Plinius 36, 64.

[568] Plinius 36, 66 u. 67.

[569] Jahresbericht über die Fortschr. d. klass. Altertumswiss. 1902. Bd. III. S. 26–82 (Stadlers Bericht).

[570] E. v. Meyer, Geschichte der Chemie. 1914. S. 17.

[571] E. v. Lippmann, Abhandlungen u. Vorträge z. Gesch. d. Naturwissenschaften. Leipzig 1906. S. 56.

[572] Die bekannten Erzählungen über das »Auflösen« der glühend gemachten Felsen mit Essig durch Hannibal, u. dgl., gehen jedoch nach v. Lippmann auf die rein abergläubische Vorstellung zurück, daß der Essig von äußerster Kälte sei und daß deshalb das Zusammentreffen dieses Extrems mit der Glut des Feuers auch ganz außergewöhnliche Wirkungen bedinge.

[573] Über die alexandrinischen Bücherschätze und deren Schicksale siehe auch Ritschel, Breslau 1838, sowie F. Schemmel, Die Hochschule von Alexandrien im 4. u. 5. Jahrh. n. Chr. Neue Jahrbücher f. d. klass. Altertum. 1909. S. 438. Nach der dort gegebenen Darstellung wurde die große Bibliothek mit ihren 400000 Bänden erst 272 n. Chr. zerstört.

[574] Johannes Frischauf, Grundriß der theoretischen Astronomie und der Geschichte der Planetentheorien. 2. Auflage. Leipzig 1903. S. 104. Die Änderung der Geschwindigkeit der scheinbaren Sonnenbewegung erklärt sich daraus, daß die Erde im Winter der Sonne näher ist als im Sommer.

[575] Frischauf, a. a. O. S. 103.

[576] Durch Kalippos.

[577] Der exzentrische, mit dem Epizykel verbundene Kreis wurde als der deferierende Kreis bezeichnet.

[578] Aus dem arabischen Artikel und dem ersten Wort des griechischen Titels (ἡ μεγίστη σύνταξις) entstanden. Die Übersetzung ins Arabische fand spätestens um 827 statt. Seit dem 12. Jahrhundert wurde der Almagest wiederholt ins Lateinische übertragen. Eine ungenügende Ausgabe des griechischen Textes nebst einer Übersetzung ins Französische veranstaltete Halma (2 Bde., Paris 1813–1816). Eine griechisch-lateinische Ausgabe besorgten Wilberg und Grashof, Essen 1838–1845. Unter den neueren Schriftstellern, die den Almagest zugänglich gemacht haben, ist neben Heiberg besonders Manitius zu nennen (Des Claudius Ptolemaeus Handbuch der Astronomie. Aus dem Griechischen übersetzt und mit erklärenden Anmerkungen versehen von Karl Manitius. Leipzig 1912. B. G. Teubner).

[579] Die Zahl der mit bloßem Auge sichtbaren Fixsterne beläuft sich auf 4-5000. Hipparch stellte das erste wissenschaftliche Fixsternverzeichnis mit Angabe der Positionen und der Größenverhältnisse auf.

[580] Es bildet das 7. Buch des Almagest und wurde 1795, übersetzt und erläutert, herausgegeben von J. E. Bode: J. E. Bode, Claudius Ptolemäus' Beobachtung und Beschreibung der Gestirne. Berlin 1795.

[581] Die beste Ausgabe rührt von Halley her. Sie erschien in Oxford im Jahre 1758.

[582] Eine lateinische Übersetzung von Xylander (Basel 1575) vermittelte zuerst die Kenntnis von Diophants Werken.

[583] M. Cantor, Geschichte der Mathematik. Bd. I. S. 402.

[584] Diophant, lib. VI. 19. Näheres siehe Cantor, I. S. 407.

[585] H. Hankel, Die Entwicklung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten. S. 10.

[586] Die erste brauchbare Ausgabe rührt von Halley her. Sie erschien in Oxford im Jahre 1758.

[587] Aus Repsold, Zur Geschichte der astronomischen Meßwerkzeuge. 1908.

[588] D. h. Sternfasser. Über noch vorhandene Astrolabien gibt der Bericht über die Ausstellung im South Kensington Museum (Berlin 1877. S. 394 u. f.) Auskunft.

Nach dem Almagest (V, 1) war das von Ptolemäos benutzte Astrolab eine Art Armillarsphäre, da es aus einem System teils fester, teils beweglicher, mit Absehen (Dioptern) versehener Ringe bestand.

[589] Im einzelnen hat dies neuerdings Repsold dargetan. S. S. 256.

[590] Repsold, a. a. O. S. 6.

[591] Diels, Antike Technik. S. 25. In dem noch erhaltenen Turm der Winde in Athen befand sich eine Wasseruhr, während außen eine Sonnenuhr und eine Wetterfahne angebracht waren. Unter dem Gesimse sind die acht Hauptwinde allegorisch dargestellt. Auf sie zeigt der Pfeil der Wetterfahne je nach der Richtung des herrschenden Windes.

[592] Herausgegeben von Nobbe. 3 Bde., Leipzig 1843–1845. Eine deutsche Übersetzung findet sich im 1. Bande der »alten Geographie« von Georgii (Stuttgart 1838) auf dem Titel als Anhang angekündigt, ist aber nie erschienen. Eine Übersetzung der Kapitel 21–24 findet sich im Jahresbericht des Kgl. Gymnasiums zu Chemnitz von 1909. Sie rührt von Th. Schöne her.

[593] C. Ritter, Geschichte der Erdkunde u. d. Entdeckungen. Berlin 1861.

[594] Siehe S. [189].

[595] So hatte Marinus die Längenausdehnung der den Alten bekannten Welt (von den glückseligen Inseln bis zur Südostküste Chinas) auf 225° angegeben. Ptolemäos beschränkte diese Ausdehnung auf 180°. Ihr tatsächlicher Wert ist 140°.

[596] Siehe die Abhandlung von Th. Schöne über »Die Gradnetze des Ptolemäos im ersten Buche seiner Geographie.« Chemnitz 1909 (Programmbeilage des Kgl. Gymnasiums).

[597] Strabons Erdbeschreibung, übersetzt von Forbiger, Stuttgart 1856–1862. Eine neuere Ausgabe veranstaltete Meineke, Leipzig 1866.

Siehe A. v. Humboldt, Examen critique de l'histoire de la géographie. I. 152–154. Strabon war griechischer Abstammung, lebte indes meist in Rom. Er wurde 63 v. Chr. geboren und lernte einen großen Teil des römischen Weltreichs durch eigene Anschauung kennen; er schrieb in griechischer Sprache.

[598] Im 3. Abschnitt seines I. Buches.

[599] Eratosthenes erblickte auch in den Salzseen der Landenge von Suez den Beweis dafür, daß diese Landenge früher vom Meere bedeckt war.

[600] Vitruvius, De architectura VIII, 1.

[601] Seneca, Naturales quaestiones III, 5 und 28. Seneca, römischer Dichter und Philosoph, lebte von 4 v. Chr. bis 65 n. Chr. Eine Übersetzung seiner Werke veranstalteten Moser und Pauly, Stuttgart 1828–1855. Eine neuere Ausgabe rührt von Haase her (Teubner, 1893 und 1895).

[602] L. v. Ranke, Weltgeschichte III, 313.

[603] O. Peschel, Geschichte der Erdkunde. S. 12.

[604] C. Ritter, Gesch. der Erdkunde und Entdeckungen. Berlin 1861.

[605] Marinus aus Tyrus lebte im 2. Jahrhundert n. Chr. kurz vor Ptolemäos. Er bemühte sich, für jeden Ort die Länge und die Breite festzustellen.

[606] Die in den auf uns gekommenen Handschriften »der Geographie« enthaltenen Karten rühren allerdings nicht von Ptolemäos selbst, sondern von einem jüngeren Zeitgenossen her, der die vorhandenen Karten einer Durchsicht und Verbesserung unterzog.

[607] Eine Ausgabe mit lateinischer Übersetzung gab Fr. Hultsch heraus. Berlin 1875–1878. Im Jahre 1871 erschien das VII. und VIII. Buch mit deutscher Übersetzung von Gerhardt.

[608] Über die eigentümlichen Schicksale der »Optik« des Ptolemäos berichtet Wilde in seiner Geschichte der Optik, Bd. I. S. 51 u. f. Danach war das Werk Roger Bacon, Regiomontan und auch noch zu Anfang des 17. Jahrhunderts bekannt. Dann galt es lange als verloren, bis es vor einigen Jahrzehnten in einer lateinischen Übersetzung aus dem Arabischen wiederentdeckt wurde. Eine kritische Ausgabe besorgte Gilberto Govi: L'ottica di Claudio Tolemeo. Torino 1885.

[609] Die Werte in Klammern sind aus dem Brechungsindex n = 1,3335 berechnet (nach J. Hirschberg, Zeitschr. f. Psychologie u. Physiologie der Sinnesorgane. XVI. S. 331).

[610] Alhazen im 7. Buche seiner Optik. Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.

[611] Sie wurde griechisch und deutsch von R. Schöne herausgegeben (Berlin 1897).

[612] So heißt es bei Aristoteles (de anima I. 2): »Auch Thales scheint die Seele für etwas Bewegendes gehalten zu haben, da er von dem Magneten sagt, daß er eine Seele besitze, weil er das Eisen bewegt.«

[613] Lukrez VI, v. 1043–1044. Lukrez lebte von 98 bis 55 v. Chr. Seine aus sechs Büchern bestehende Schrift »De rerum natura« befaßt sich mit den Grundlehren der Physik, der Psychologie und der Ethik. Von den Ausgaben sei hier diejenige Lachmanns erwähnt. 4. Aufl. Berlin 1871. Eine Übersetzung rührt von Seydel (München 1881) her.

[614] Lukrez VI, v. 1005–1006.

[615] Eingehend berichtet über die Kenntnisse der Alten auf dem Gebiete der magnetischen und elektrischen Erscheinungen unter Anführung zahlreicher Literaturstellen A. v. Urbanitzky im 34. Bande der Elektrotechnischen Bibliothek. Wien, A. Hartlebens Verlag, 1887.

[616] Plinius, Naturgeschichte, Buch 37, Kap. 12.

[617] So erwähnt Theophrast in seinem Buche über die Steine einen Edelstein, welcher durch Reiben elektrisch werde.

[618] Plinius, Naturgeschichte, Buch 2, Kap. 50 u. 55.

[619] Plinius, Naturgeschichte, Buch 2, Kap. 37.

[620] R. Hennig im Archiv f. Gesch. d. Naturw. u. Technik. Bd. II. Heft 1.

[621] Oppian, de piscat. 2. 43.

[622] Plinius, 32, 1 u. 2.

[623] Aelian, 9, 14.

[624] Galeni opera, ed. C. S. Kühne. Bd. XII. S. 365.

[625] Meyer, Gesch. d. Chemie. S. 16.

[626] Siehe auch Berthelot, Les origines de l'Alchimie. Paris 1885. Berthelot gilt als einseitig und durch neuere Forschungen, vor allem die v. Lippmanns, überholt.

[627] Neuerdings hat man Gegenstände aus ziemlich reinem Zinn in ägyptischen Gräbern gefunden.

[628] Liquor aeternus, venenum rerum omnium.

[629] Der Urtext dieser Schriften nebst französischer Übersetzung wurde von Berthelot in den Jahren 1887 und 1888 unter dem Titel »Collection des anciens alchimistes grecs« veröffentlicht.

Berthelot (Die Chemie im Altertum u. Mittelalter. Deutsch von Kalliwoda und Strunz. 1909. S. 5) hat Texte griechischer Chemiker, sowie diejenigen von syrischen und arabischen veröffentlicht und zugänglich gemacht, darunter auch Handschriften, die bis dahin in den Bibliotheken von Paris, London und Leyden vergraben und vergessen waren.

Etwas anders, wie auf dieser Seite angegeben, stellt sich der Beginn der Alchemie nach v. Lippmann dar. Näheres darüber siehe im Anhange und in v. Lippmanns »Alchemie«.

[630] Diels, Antike Technik. S. 111.

[631] Siehe die hiervon abweichende Meinung v. Lippmanns in dessen »Alchemie«.

[632] Berthelot a. a. O. S. 20.

[633] Einen Beitrag über Hermes Trismegistos enthält Paulys Realenzyklopädie d. klass. Altert. im VIII. Bande auf S. 792–822.

[634] Kopp, Beiträge zur Geschichte der Alchemie. S. 377.

[635] Berthelot, Collection des anciens alchemistes grecs. Paris 1888.

[636] Berthelot, Collection des anciens alchemistes grecs. II. 272 u. 274.

[637] Berthelot, Collect. II. 276.

[638] Eine ihm zugeschriebene Abhandlung führt den Titel: »Der alexandrinische Philosoph über Zosimos, Hermes und die Philosophen.«

[639] In ähnlicher Weise wurden die 12 Edelsteine, die man unterschied, den 12 Tierkreisbildern zugeteilt. »Alle irdischen Dinge und alles irdische Geschehen waren in himmlischen Vorbildern vorgezeichnet« (M. Berthelot, Die Chemie im Altertum u. Mittelalter. Deutsch von Kalliwoda u. Strunz. 1909. XV). Nach E. v. Lippmann sind manche der von Berthelot herrührenden Angaben einseitig und unzuverlässig. Siehe v. Lippmanns »Alchemie«.

[640] Die in syrischer Sprache übermittelten Lehren Demokrits sind in einigen in England befindlichen Manuskripten vorhanden. Näheres darüber siehe in E. v. Lippmanns Entstehung und Ausbreitung der Alchemie. Berlin 1919. S. 40 u. f.

[641] E. v. Lippmann, Alchemie. S. 31.

[642] Ausführlicher bei E. v. Lippmann, Alchemie. S. 32.

[643] Stockholmer Papyrus (Ausg. v. Lagercrantz). S. 4.

[644] Eine Drachme = 41/2 g.

[645] Eine genaue Analyse des Inhalts beider Papyri gibt E. v. Lippmann in seiner Alchemie auf S. 1–26. Nach Diels, Antike Technik S. 21, läuft die Vermehrung der Metalle nicht etwa lediglich auf Betrug, sondern ursprünglich auf die Vorstellung hinaus, daß das Metall sich ähnlich vermehren lassen müsse wie ein in die Erde gepflanztes Samenkorn.

[646] So sagt H. v. Mohl in einer 1863 gehaltenen Rede von den Alten: »Sie blieben in den Naturwissenschaften auf einer durchaus kindlichen Stufe und bieten ein Beispiel dafür, daß der höchste philosophische Scharfsinn unfähig ist, in den Naturwissenschaften etwas zu leisten, wenn er sich nicht auf die genaue Erforschung der Körper stützt.« Wie Mohl, so urteilten die meisten Naturforscher während des größten Teiles des 19. Jahrhunderts. Erst in den letzten Jahrzehnten, nachdem der Sinn für die Geschichte der Wissenschaften bei ihren Vertretern lebendiger wurde, ist man anderer Ansicht geworden. Und der ganze Gang unserer bisherigen Betrachtung hat zur Genüge gezeigt, daß ein Urteil, wie dasjenige v. Mohls, in seiner Allgemeinheit wenigstens, nicht zutrifft.

[647] Lindner, Weltgeschichte. I. 34.

[648] Dieser richtete sich nur gegen die Heiden, nicht aber gegen Christen, Juden und Parsen (Bem. von E. Wiedemann).

[649] Lindner, Weltgeschichte seit der Völkerwanderung. I. 96.

[650] K. Lasswitz, Geschichte der Atomistik. Bd. I. S. 12.

[651] Tertullian, De praescr. haeretic. cap. 7.

[652] Bedeutende Fragmente dieser Schrift sind als Bestandteile der Werke von Eusebius auf uns gekommen (Ausgabe von Dindorf, Leipzig 1867. Bd. II. S. 321). Eine Übersetzung dieser Fragmente enthält: Georg Roch, Die Schrift des alexandrinischen Bischofs Dionysios des Großen »Über die Natur«. Leipzig 1882.

[653] So sagt Lasswitz in seiner trefflichen Darstellung der Atomistik im Mittelalter (K. Lasswitz, Gesch. d. Atomistik. Bd. I. S. 29).

[654] Nach v. Lippmann bestritten die Kirchenväter, daß die Sterne die Ereignisse bewirken. Daß letztere dagegen durch die Bewegungen der Gestirne angezeigt würden, hielt man wohl für möglich.

[655] Lindner, Weltgeschichte. Bd. I. S. 305.

[656] Erlassen auf der Kirchenversammlung zu Paris vom Jahre 1209. Siehe auch v. Humboldts Kosmos II. S. 31, sowie die bezügliche Anmerkung.

[657] Libri, Histoire des sciences mathématiques en Italie. Bd. I. S. 82.

[658] Variarum (epistolarum) libri XII.

[659] De artibus ac disciplinis liberalium literarum.

[660] Siehe den Abschnitt über die Quellen des Plinius, S. 222 dies. Bds.

[661] De consolatione philosophiae. Herausgeg. von Peiper 1871.

[662] Cassiodorus, Varia I. 45.

[663] Boëthius, Fünf Bücher über Musik. Deutsch von Oscar Paul, Leipzig 1880.

[664] Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.

[665] Ich verdanke darüber Herrn Prof. E. Wiedemann folgende Bemerkung: Es scheint, als ob ein Ereignis, das sich in Persien abgespielt hat, auf Ägypten übertragen wurde. Ibn Khaldun, ein arabischer Historiker, bemerkt: Wir wissen, daß die Mohammedaner bei der Eroberung Persiens eine Unzahl von Büchern vorfanden und daß ihr Feldherr Saad Ibn Abi Waggâs beim Kalifen Omar anfragte, ob diese Bücher mit der Beute an die Gläubigen zu verteilen seien. Omar antwortete: »Wirf sie ins Wasser. Enthalten sie etwas, was zur Wahrheit führt, so haben wir von Gott, was uns noch besser dahin leitet. Enthalten sie aber Falsches, so sind wir derselben ledig.« Infolge dieses Befehles vernichtete man die Bücher durch Wasser oder Feuer.

[666] Genaueres über das wechselnde Schicksal der in Alexandrien aufbewahrten Bücherschätze siehe bei Ritschl, S. 188, Anm. 1.

[667] Wüstenfeld, Die Akademien der Araber und ihre Lehrer. Göttingen 1837.

[668] S. 304.

[669] Die Nestorianer waren um 450 aus dem byzantinischen Reich vertrieben worden. Durch sie wurden die Araber mit den syrischen Übersetzungen astrologischer und alchemistischer Schriften bekannt. Eine selbständige alchemistische Literatur als Fortsetzung der griechischen und syrischen schufen die Araber wohl erst während der Herrschaft der Abbasiden (750–1258). Man kann wohl mit E. v. Lippmann (Alchemie S. 357) annehmen, daß die Araber, sobald sie auf das Treiben der Goldmacher aufmerksam wurden, sich der Alchemie nicht aus wissenschaftlichem Interesse zuwandten, sondern weil sie durch die Aussicht auf Gewinn dazu verlockt wurden.

[670] M. Berthelot, Die Chemie im Altertum und im Mittelalter. Herausgegeben von E. Kalliwoda und F. Strunz. Leipzig und Wien 1909. Berthelots Buch ist nach E. v. Lippmann zum Teil wenig zuverlässig.

[671] Siehe v. Lippmann, Über das Feuerbuch des Marcus Graecus in der »Alchemie«. 1919. S. 477 u. f.

[672] Das Manuskript befindet sich im Britischen Museum. Näheres siehe in v. Lippmanns »Alchemie«.

[673] Sie befindet sich in Cambridge. Siehe Berthelot a. a. O. S. 43.

[674] Nestorios war in Syrien geboren. Er war ein Anhänger des Anastasios, dessen Lehre für Ketzerei erklärt wurde.

[675] Unter diesen ist die Schule zu Nisibis zu nennen und die Akademie von Dschondisabur, die bereits im 6. Jahrhundert in hoher Blüte stand.

[676] Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. III. S. 107.

[677] Heller, Geschichte der Physik. 1882. Bd. I. S. 160.

[678] Über die Zeiteinteilung und den Uhrenbau der Araber haben E. Wiedemann und F. Hauser eine sehr ausführliche Darstellung gegeben: Über die Uhren im Bereich der islamischen Kultur. E. Harras, Halle 1915. 272 S. – Nach Wiedemann und Hauser ist Einhards Erzählung nicht ganz zutreffend.

[679] S. Günther, Studien zur Geschichte der mathematischen und physikalischen Geographie. 1877. S. 59.

[680] Peschel, Geschichte der Erdkunde. 1877. S. 122.

[681] E. Wiedemann, Bestimmungen des Erdumfanges von Al Beruni (Archiv für Geschichte der Naturwiss. u. der Technik). I. Bd. (1908). S. 66.

[682] E. Wiedemann a. a. O. S. 69.

[683] Abul Wafa (940–998). Siehe v. Braunmühl, Vorlesungen über Geschichte der Trigonometrie. S. 55.

[684] Repsold, Zur Geschichte der astronomischen Meßwerkzeuge. Leipzig 1908. S. 11.

[685] Sédillot, Mémoire sur les instrumens astronomiques des Arabes. Paris 1841.

[686] C. Brockelmann, Geschichte der arabischen Literatur. 1898/1902. Bd. I. S. 222.

[687] C. Brockelmann, Bd. I. S. 220.

[688] C. Brockelmann, Gesch. d. arabischen Literatur. Bd. I (1898). S. 215.

[689] Klaproth, Sur l'invention de la Boussole. 1834.

Neuere Untersuchungen verlegen die chinesischen Angaben über den Kompaß bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurück. Siehe E. Gerland, Der Kompaß bei den Arabern und im christlichen Mittelalter. Die Chinesen benutzten den Kompaß zuerst bei Landreisen; auf Seereisen wurde er wohl nicht vor dem 3. Jahrhundert n. Chr. gebraucht.

[690] Heller, Geschichte der Physik. Bd. I. S. 210.

[691] La Bible von Guyot de Provins.

[692] Von Alexander Neckam. Die betreffende Stelle lautet: »Nautae enim mare legentes, cum beneficium claritatis solis in tempore nubilo non sentiunt, aut etiam cum caligine nocturnarum tenebrarum mundus obvolvitur, et ignorant in quem mundi cardinem prova tendat, acum super magnetem ponunt, quae circulariter circumvolvitur usque dum ejus motu cessante cuspis ipsius septentrionalem plagam respiciat.« Siehe Hellmann, Die Anfänge der magnetischen Beobachtungen. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Bd. 32. Berlin 1907. In der Übersetzung lautet die Stelle: »Wenn die Seeleute bei nebligem Wetter die Sonne nicht sehen oder bei Nacht nicht wissen, nach welcher Himmelsrichtung das Schiff sich bewegt, so bringen sie eine Nadel über einem Magneten an. Diese dreht sich so lange, bis ihre Spitze, nachdem die Nadel zur Ruhe gekommen ist, nach Norden zeigt.«

[693] A. Breusing, Flavio Gioja und der Schiffskompaß. In der Zeitschr. d. Gesellsch. f. Erdkunde zu Berlin. Bd. IV. 1869.

[694] Siehe E. Wiedemann, Zur Geschichte des Kompasses bei den Arabern. Verhandl. d. Deutschen physik. Gesellschaft zu Berlin. 1907. Bd. 9. S. 764–773. Wiedemann gibt darin unter anderem eine Stelle aus dem Jahre 1232 an, aus der hervorgeht, daß man dem Eisen durch Reiben mit dem Magnetstein die Eigenschaft gab, sich in die Nord-Südrichtung einzustellen.

[695] Nach der Übersetzung von E. Wiedemann.

[696] Von den Verbesserungen, welche der Kompaß in der neuesten Zeit erfuhr, wird an späterer Stelle die Rede sein.

[697] Das Manuskript befindet sich in Paris.

[698] Marcus Graecus, Liber ignium. Berthelot, Chimie au moyen âge. Bd. I. S. 108.

[699] Näheres darüber siehe bei Diels, Antike Technik. S. 97 u. f. Die obige nach Diels, der wieder Berthelot gefolgt ist, gegebene Darstellung wird von E. v. Lippmann bestritten. (Siehe dessen Abhandlungen und Vorträge Bd. I.) Nach v. Lippmann ist Marcus Graecus' Schrift erst um 1250 verfaßt. Siehe auch die neueste Schrift von Ruska über diesen Gegenstand. Näheres siehe im Anhang des vorliegenden Bandes und in v. Lippmanns »Alchemie« S. 477 u. f.

[700] So pflegte Ibn al Haitam (Alhazen) in jedem Jahre den Euklid und den Almagest abzuschreiben, um von dem Erlös zu leben. Siehe E. Wiedemann, Ibn al Haitam, ein arabischer Gelehrter. Leipzig 1906. S. 152.

[701] Die Übersetzung wurde 1857 in der Bibliothek zu Cambridge entdeckt und bildet das I. Heft der von dem Fürsten Boncompagni herausgegebenen Trattati d'aritmetica.

[702] Trattati d'aritmetica I. 8.

[703] Alfarabi verfaßte eine enzyklopädische Darstellung der Wissenschaften, die arabisch und in lateinischen Übersetzungen erhalten ist (De scientiis). Näheres enthält die Abhandlung von E. Wiedemann, Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. XI. Erlangen 1907. (Sitzungsberichte der physikalisch-medizinischen Sozietät in Erlangen. 39. Bd.)

[704] Dieser erschien, ins Lateinische übersetzt, im Druck zuerst in Venedig im Jahre 1493.

[705] E. Renan, Averroes et l'Averroisme. Paris 1852.

[706] Reliqua librorum Friderici II. imperatoris de arte venandi cum avibus. Ed. J. G. Schneider. T. I. II. Lipsiae 1788/89. Siehe auch Carus, Geschichte der Zoologie. München 1872. S. 206, und Burkhardt, Geschichte der Zoologie. Leipzig 1907. S. 45.

[707] Opticae thesaurus Alhazeni Arabis libri VII, nunc primum editi a Frederico Risnero. Basileae 1572. Vergleiche auch Schnaase, Die Optik Alhazens. Programm des Friedrichs-Gymnasiums zu Stargard. 1889. Alhazens vollständiger Name lautet Abû Alî Muhammed ben el Hasan ibn el Haitam el Basri. Eine arabische, mit Abbildungen versehene Handschrift seines Werkes wird in Leyden aufbewahrt. Risners Übersetzung ist eine gekürzte, indes getreue Wiedergabe des Originals.

Über eine spätere arabische Bearbeitung von Alhazens Optik hat E. Wiedemann ausführlich berichtet. Siehe das Archiv f. d. Geschichte d. Naturwiss. u. d. Technik. 1912. S. 1–53.

[708] Diese Ansicht begründet er fälschlich damit, daß die Zerstörung der Linse eine Vernichtung der Sehkraft zur Folge habe, während die Verletzungen anderer Teile des Auges seiner Meinung nach eine solche Wirkung nicht hervorbringen.

[709] Im 3. Buche seiner Optik.

[710] Siehe auch Schnaases »Alhazen« in den Schriften der Danziger Gesellschaft. N. Folge. Bd. VII. S. 140.

[711] Optic. Thes. VII. 48.

[712] In einem Anhange zum Optic. Thesaur.

[713] Alhazen nahm den Erdumfang gleich 4800 (statt 5400) Meilen an.

[714] Zeitschr. d. morgenl. Gesellsch. 1882. Baarmann, »Über das Licht« von Ibn al Haitam.

[715] Optic. Thesaur. VII. 48. Siehe auch Schnaase, »Alhazen«, in den Schriften der Danziger Natf. Gesellschaft. N. Folge. Bd. VII. S. 140.

[716] Montucla z. B.

[717] Besonders durch Schnaase und E. Wiedemann.

[718] Die Tabelle findet sich bei Al Khazini her, der im Jahre 1137 ein die »Wage der Weisheit« betiteltes Buch verfaßte. Siehe Wiedemanns Annalen. Bd. 20. S. 539.

[719] Näheres siehe Gerland und Traumüller, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. Leipzig, Wilh. Engelmann. 1899. S. 71 u. f.

[720] E. Wiedemann, Über das Experiment im Altertum und Mittelalter (Vortrag).

[721] Starb 1274.

[722] Summa theologiae. Venet. 1593. T. XI. p. 407.

[723] In der Bibliothek zu Lucca. Siehe Berthelot a. a. O. S. 28.

[724] E. v. Lippmann, Alchemie. S. 405.

[725] Eine Übersetzung erschien in den »Historischen Studien«, Jahrg. 1893. Einen Auszug brachte E. v. Lippmann unter der Überschrift »Chemie vor tausend Jahren« in der Zeitschrift f. angewandte Chemie. 1901. H. 26; siehe auch dessen Abhandlungen und Vorträge.

[726] Näheres siehe bei E. v. Lippmann, Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. Leipzig 1906. S. 139.

[727] E. v. Lippmann a. a. O. S. 132.

[728] Nach E. v. Lippmann (a. a. O. S. 263) in der Zeit zwischen 300 und 600 n. Chr. Geb.

[729] Über die Ergebnisse der neuesten Untersuchungen, die v. Lippmann hierüber angestellt hat, siehe den Anhang dieses Bandes.

[730] Deutsche Ausgaben erschienen 1710 in Erfurt und 1751 in Wien. Eine Aufzählung der Schriften Gebers siehe bei Wüstenfeld, Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher. 1840. S. 12 u. 13.

[731] Siehe auch E. v. Lippmann in der Zeitschrift f. angewandte Chemie. 1901. H. 26.

[732] Berthelot a. a. O. S. 61.

[733] Die wichtigsten sind die »Summa perfectionis magisterii«, die Schrift »de inventione veritatis« und die »Alchimia Geberi«. In der letzteren wird die Zubereitung der Salpetersäure und des Königswassers beschrieben. Nach Berthelot ist es unrichtig, wenn man annimmt, die genauere Kenntnis unserer Mineralsäuren und ihrer Salze sei auf die arabischen Autoren des 12. und 13. Jahrhunderts zurückzuführen. Vielmehr wurden die »komplizierten und umständlichen Darstellungsmethoden von damals erst im lateinischen Abendland im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts entwirrt«.

Die Ergebnisse der Forschungen Berthelots erscheinen in neuester Zeit durch die von E. v. Lippmann in seiner »Alchemie« über Geber veröffentlichten Untersuchungen in mancher Hinsicht anfechtbar. Siehe den Anhang des vorliegenden Bandes.

[734] Siehe auch die Abhandlung von E. Wiedemann, Über chemische Apparate bei den Arabern; erschienen in Diergart, Beiträge aus der Geschichte der Chemie.

[735] H. Kopp, Geschichte der Chemie. Bd. I. S. 53.

[736] Na2CO3 + Ca(OH)2 = 2 NaOH + CaCO3.

[737]

6 KOH + 12 S = K2S2O3 + 2 K2S5 + 3 H2O
K2S2O3 + 2 HCl = 2 KCl + SO2 + S + H2O
K2S5 + 2 HCl = 2 KCl + H2S + 4 S.

[738] In den echten Schriften Gebers ist nach Berthelot diese Theorie noch nirgends erwähnt (a. a. O. S. 65).

[739] Die Kenntnis des metallischen Zinks läßt sich nicht weiter als bis gegen den Ausgang des Mittelalters zurückverfolgen. Nach E. v. Lippmann (siehe dessen »Alchemie«) ist das metallische Zink sogar erst in der Neuzeit bekannt geworden. Die Legierung von Kupfer und Zink, das Messing, war dagegen schon zur römischen Kaiserzeit bekannt. Mitteil. z. Gesch. d. Med. u. d. Naturwissensch. 1903. S. 150 u. 174.

[740] Zur Erläuterung diene folgende von Berthelot (a. a. O. S. 66) wiedergegebene Stelle: »Das Kupfer wird von einem trüben und dicken Quecksilber und einem trüben und roten Schwefel erzeugt. – Das Zinn wird von einem klaren Quecksilber, das kurze Zeit mit einem weißen und klaren Schwefel gekocht wird, erzeugt. Wenn die Kochung von langer Dauer ist, gewinnt man Silber usw. Diese Erzeugung der Metalle wird im Schoß der Erde allerdings in dem langen Zeitraum von hundert Jahren vollendet, aber die Kunst kann die Vollendung abkürzen. Sie wird also in einigen Stunden oder in einigen Minuten in Erfüllung gehen.«

[741] E. v. Lippmann, Alchemie. 1919. S. 487. Ferner Stillmann und Sudhoff.

[742] Eine unvollendet gebliebene Übersetzung wurde nach der Wüstenfeldschen Textausgabe von H. Ethé im Jahre 1868 herausgegeben. Den Abschnitt, der von den Steinen handelt, hat (1895) J. Ruska übersetzt und erläutert. Er wurde hier zugrunde gelegt.

[743] Siehe über den »Physiologus« an späterer Stelle.

[744] Siehe Carus, Geschichte der Zoologie. S. 173.

[745] Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. III. S. 263.

[746] Ins Englische übersetzt von S. Lee. London 1829.

Ins Französische von Defremerie u. Sanguinetti. Paris 1854. Neue Aufl. ebd. 1913.

[747] Näheres enthält: Berendes, Das Apothekenwesen, seine Entstehung und geschichtliche Entwicklung. Stuttgart 1907. S. 61.

[748] Siehe Hirschberg, Über das älteste arabische Lehrbuch der Augenheilkunde (Berichte der Berliner Akademie der Wissenschaften. 1903).

Ferner J. Hirschberg, Geschichte der Augenheilkunde. Zweites Buch. 1. Abteil. Geschichte der Augenheilkunde bei den Arabern. Leipzig, W. Engelmann. 1905.

[749] C. Brockelmann, Gesch. d. arab. Literatur. Bd. II (1902). S. 3.

[750] C. Brockelmann a. a. O. Bd. II. S. 6.

[751] F. Boll im Reallexikon der germanischen Altertumskunde von Hoops (1911–1918) unter »Astronomie«.

[752] Hoops, Reallexikon des german. Altertums.

[753] Er wurde 754 in Friesland erschlagen und in Fulda beigesetzt.

[754] De Universo libri. XXII.

[755] L. Geisenheyner, Über die Physika der heiligen Hildegard und die in ihr enthaltene älteste Naturgeschichte des Nahegaues. Berichte über die Versammlungen des Botan. und des Zoolog. Vereins f. Rheinland-Westfalen. 1911. Bonn. Vgl. auch die Veröffentlichungen von Ch. Singer, Oxford (siehe Mitteil. z. Gesch. d. Med. 1919. S. 338).

[756] Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 13.

[757] Vgl. H. Würschmidt, Archiv f. Gesch. d. Mathem. 1913.

[758] Durch den englischen Mönch Atelhart um 1120.

[759] Auch Fibonacci oder Bonacci genannt. Fibonacci bedeutet Sohn Bonaccis (filius Bonacci).

[760] Cantor, Bd. II. S. 3.

[761] Eine ausführliche Inhaltsangabe des Liber abaci gibt Cantor in seiner Geschichte der Mathematik. Bd. II. S. 7–32.

[762] Am bekanntesten ist die Ausgabe von F. Risner. Basel 1572.

[763] Ad Vitellonem Paralipomena, quibus astronomiae pars optica traditur. Francof. 1604.

[764] So auch von Cantor in seiner großen Geschichte der Mathematik.

[765] Die Reisen des Venezianers Marco Polo im 13. Jahrhundert. Zum ersten Male vollständig nach den besten Ausgaben deutsch mit einem Kommentar, von Aug. Bürck. Leipzig 1845.

[766] Reste und Eier riesiger, ausgestorbener Vögel sind bekanntlich später in Madagaskar gefunden worden (Äpyornis). Ein Auszug über die zoologischen Angaben Marco Polos findet sich in Carus, Geschichte der Zoologie. München 1872. S. 197 u. f.

Unter dem Titel »Chemisches bei Marco Polo« hat E. v. Lippmann eine Abhandlung in der Zeitschrift für angewandte Chemie veröffentlicht. 1908. 34. Heft.

[767] Die Gründung der Städte bedeutet eine der fruchtbarsten Errungenschaften des Mitteltalters. Dadurch erfolgte eine Loslösung der Arbeit von der Scholle. Vor der Entwicklung der Städtefreiheiten besaß im Mittelalter niemand Rechte und ausgiebige Lebensquellen, der nicht mit der Scholle verknüpft war. Siehe Grupp im 2. Bande seiner Kulturgeschichte d. Mittelalters.

[768] Der älteste bekannt gewordene Geldwechsel stammt aus dem Jahre 1207. Siehe Grupp, Kulturgeschichte d. Mittelalters. 1894. Bd. II. S. 56. Im Orient waren Wechsel, Geldanweisungen und Abrechnungsanstalten weit älter.

[769] Beide gehören der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an.

[770] Diese Lehre war aber nicht allgemein angenommen. (Bemerkung von Würschmidt.)

[771] M. Maywald, Die Lehre von der zwiefachen Wahrheit, ein Beitrag zur Geschichte der scholastischen Philosophie. Berlin 1861. Siehe auch J. Tyndall, Religion und Wissenschaft, sowie Langes Geschichte des Materialismus.

[772] Jourdain, Geschichte der aristotelischen Schriften im Mittelalter, übersetzt von Ad. Stahr. Halle 1831.

[773] Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S.

[774] In Lauingen. Als Geburtsjahr ist neuerdings mit großer Wahrscheinlichkeit das Jahr 1207 nachgewiesen (Enders im Histor. Jahrbuch der Görresgesellschaft. 1910. S. 293).

[775] Siehe auch Peters, Der griechische Physiologus und seine orientalischen Übersetzungen. Berlin 1898. Das genannte Werk enthält auch eine Geschichte der merkwürdigen Schrift.

[776] M. Goldstaub, Der Physiologus und seine Weiterbildung, besonders in der lateinischen und byzantinischen Literatur. Philologus, 1901. Supplementband 8, 3.

[777] H. Stadler, Neue Jahrbücher f. d. klass. Altertum. 1911. S. 86.

[778] Carus, Geschichte der Zoologie. S. 231.

[779] Eingehender wird Albertus Magnus gewürdigt in E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 9–84. Vgl. auch Fellner, Albertus Magnus als Botaniker. Wien 1881.

Eine kritische Ausgabe der botanischen Schriften rührt von E. Meyer und K. Jessen her: Alberti Magni de vegetabilibus libri VII. Berlin 1867.

[780] H. Stadler, Albertus Magnus als selbständiger Naturforscher (Forschungen zur Geschichte Bayerns. Bd. 14. S. 95–114).

[781] H. Stadler a. a. O.

[782] Des Nikolaos Damaskenos.

[783] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 40.

Anzuerkennen waren jedoch die Verdienste der Araber um die Botanik. (Bem. von E. Wiedemann.)

[784] E. Meyer, Geschichte der Botanik.

[785] Auch nach Warburg (Berichte der Deutschen botan. Gesellschaft. 1901. S. 153) hat das Mittelalter weder für die wissenschaftliche, noch für die angewandte Botanik neue Bahnen erschlossen, wenn auch die Araber auf dem Gebiete der Heilmittellehre manche neue Tatsache fanden.

[786] Nach H. Stadler, Albertus Magnus von Cöln als Naturforscher und das Kölner Autogramm seiner Tiergeschichte. Leipzig 1908.

Nach der Kölner Handschrift, welche nach Stadler von den vorhandenen Handschriften die beste ist, hat der Genannte eine Ausgabe der Tiergeschichte des Albertus Magnus veranstaltet: Albertus Magnus, De animalibus libri XXVI. Nach der Cölner Urschrift. Erster Band, Buch I-XII enthaltend. Münster i. W., Aschendorff. 1916.

[787] Die Albertus Magnus zugeschriebenen, eigentlich alchemistischen Werke sind nach E. v. Lippmann als Fälschungen zu betrachten.

[788] Kopp, Beiträge z. Geschichte der Chemie. 3, 64 u. f.

[789] Das Geburtsjahr steht nicht fest. Die Angaben schwanken zwischen 1210 und 1214. Doch nimmt man wohl meist 1214 an. (Feier in Oxford 1914. Vgl. »Die Roger Bacon-Commem.«.)

[790] Sebastian Vogl, Die Physik Roger Bacons. Inaug.-Dissertation. Erlangen 1906.

[791] Von Peregrinus ist noch eine Schrift über den Magneten erhalten. Peregrinus unterschied die Pole des Magneten und wies die Anziehung der ungleichnamigen Pole nach.

[792] Gerbert war in Frankreich geboren. Er besuchte die arabischen Hochschulen in Sevilla und Cordova und wurde im Jahre 999 zum Papst gewählt; als solcher führte er den Namen Sylvester II.

[793] Vogl a. a. O.

[794] Epistola de secretis artis et naturae operibus atque nullitate magiae. 1260. Eine Ausgabe dieser Schrift erschien im Jahre 1542 in Paris.

Ausführlich über Bacon handelt Siebert, Roger Bacon, sein Leben und seine Philosophie. Marburg 1861.

[795] Bacon, Opus tert. cap. 43. Siehe auch K. Werner, Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco. Wien 1879.

[796] Opus majus cap. 1.

[797] Opus majus cap. 13.

[798] Vogl, Die Physik Roger Bacons.

[799] Bacon erklärt die Förderung des geistigen und materiellen Wohlseins als Zweck sämtlicher Wissenschaften. Doch gibt es nach Bacon ein noch höheres Ziel, das er in dem Wort ausspricht: »Humana nihil valent nisi applicentur ad divina« (Opus majus p. 108).

[800] Döring, Die beiden Bacon (Archiv für Geschichte der Philosophie. 1904. S. 341).

[801] Clemens IV.

[802] Eine Neuausgabe veranstaltete J. H. Bridges. London 1897–1909. 3 Bände. Das Werk enthält den lateinischen Text und eine ausführliche Analyse jedes Kapitels in englischer Sprache, ferner eine Einleitung über das Leben und die Bedeutung Bacons.

Eine ältere unzuverlässige Ausgabe wurde von Jebb (London 1733) herausgegeben.

Zur Feier des 700. Geburtstags Bacons erschien 1914 ein Erinnerungsband, der Abhandlungen über Bacons wissenschaftliche Tätigkeit und Bedeutung enthält (Oxford, Clarendon press, 1914). Genannt seien: F. Picavet (Paris), La place de Roger Bacon parmi les philosophes du XIIIe siècle. – E. Smith (New York), The place of R. Bacon in the history of mathematics. – E. Wiedemann (Erlangen), R. Bacon und seine Verdienste um die Optik. – Pierre Duhem (Bordeaux), Roger Bacon et l'horreur du vide. – Pattison Muir (Cambridge), Roger Bacon, his relations to alchemie and chemistry.

[803] »Visio non completur in oculis, sed in nervo« heißt es bei ihm (Opus majus V cap. 2).

[804] Die Brennkugel erwähnen schon Aristoteles und Plinius.

[805] J. Würschmidt, Roger Bacons Art des wissenschaftlichen Arbeitens, dargestellt nach seiner Schrift »De speculis« (Roger Bacon Commemoration Essays IX).

[806] Sine experientia nihil sufficienter sciri potest.

[807] Opus majus IV cap. 3.

[808] Ein Wort, das lebhaft an Kants späteren, oft zitierten Ausspruch erinnert.

[809] De secretis operibus artis et naturae, cap. 4.

[810] Als Erfinder wird ein Salvino degli Armati in Florenz genannt. Nach anderer Nachricht ist Alexander de Spina als Erfinder der Brillen zu betrachten. Beide Angaben sind unrichtig. Soviel ist jedoch sicher, daß die ersten Brillen in Italien gemacht wurden und daß dies gegen das Ende des 13. Jahrhunderts geschah (Wilde, Optik. Bd. I. S. 96).

Daß der geschliffene Smaragd, mittels dessen Nero die Zirkusspiele besah, ein Spiegel war, hat schon Lessing nachzuweisen gesucht: Lessing, Antiquarische Briefe. 45. Die Erzählung kommt bei Plinius vor (Nat. hist. XXXVII. S. 84. Sillig).

[811] Sie werden neuerdings als nicht echt betrachtet (E. v. Lippmann).

[812] Nach einer Untersuchung von H. W. L. Hime (R. B. Essays, Oxford 1914) hat er aus Salpeter, Kohlenpulver und Schwefel eine explosible Mischung wohl zufällig hergestellt und die Explosion des Gemisches beobachtet. Die Zusammensetzung des Gemisches hat er anagrammatisch mitgeteilt, wohl um das Geheimnis nicht allgemein zugänglich zu machen und Schwierigkeiten bei der kurz zuvor gegründeten Inquisition wegen dieser gefährlichen Kunst zu vermeiden. (J. Würschmidt, Mon.-Hefte f. d. nat. Unterr. 1915, 264.)

[813] Nach E. v. Lippmann ist dies jedoch nicht zutreffend.

[814] Die Feuerwaffe wurde sehr wahrscheinlich in Deutschland erfunden. Ihr Erfinder ist nicht bekannt. Sicher ist nur, daß sich die neue Erfindung im 14. Jahrhundert schnell durch ganz Europa bis nach Asien verbreitete. Ariost wütet im »Orlando furioso« gegen die »verruchte, dumme Teufelskunst«, von der er sagt:

»Durch dich ging jeder Waffenruhm verloren,

Die Ritterehre ward zum eitlen Dunst!«

[815] Das Buch war eine der Enzyklopädien des Mittelalters. Es entstand im Anfang des 15. Jahrhunderts. Columbus wurde dadurch mit der Ansicht des Aristoteles und des Strabon bekannt, daß die Ostküste Asiens durch eine Fahrt nach Westen zu erreichen sein müsse.

[816] Tschackert, Peter von Ailly. Gotha 1877. S. 335.

[817] Siehe K. Werner, Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco. Wien 1879.

[818] »Seit die Inquisition ihre Ketzerverfolgungen anfing und seit fanatische Pfaffenwut alle selbständigen Gedanken auszurotten trachtete, fielen vier Jahrhunderte lang zahlreiche Schlachtopfer in ganz Europa.« M. Carrierre, Die philosophische Weltanschauung der Reformationszeit. Stuttg. 1847. S. 87.

[819] Näheres über Pico von Mirandola siehe bei M. Carrierre, Die philosophische Weltanschauung der Reformationszeit. 1847.

[820] Es wurde 1862 nach den Handschriften von Fr. Pfeiffer veröffentlicht. Die neueste auszugsweise Bearbeitung rührt von H. Schulz her: Conrad von Megenberg, Das Buch der Natur. Die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache. In neuhochdeutscher Sprache bearbeitet und mit Anmerkungen versehen von H. Schulz. Greifswald 1897.

[821] Es sind noch zahlreiche Handschriften vorhanden, so in Breslau, Wolfenbüttel, Gotha, Paris, London usw. Siehe Carus, Geschichte der Zoologie. S. 214.

Über das Verhältnis Konrads von Megenbergs zu Thomas schreibt H. Stadler bei der Besprechung der ersten Auflage dieses Werkes in den Neuen Jahrbüchern f. d. klass. Altert. 1911. S. 86: »Es ist natürlich bei Konrad von Megenberg nicht an eine direkte Benutzung des Aristoteles, Galen, Plinius oder gar des Theophrast, den kein mittelalterlicher Autor wirklich kennt, zu denken, sondern alle diese Autorenzitate Megenbergs stammen aus Thomas von Cantimpré.« Es existieren neben den vollständigen Handschriften (in Paris und München) des Werkes dieses Autors gekürzte. »Eine Handschrift letzterer Form übersetzte Konrad und fügte gelegentlich eine naive Kritik, eine erweiterte Moralisation und auch einige wenige sachliche Bemerkungen hinzu.«

[822] Daß es eine große Verbreitung fand, beweisen die zahlreichen Handschriften, die sich noch heute besonders in Süddeutschland finden. Auch erschien es bis 1500 sechsmal im Druck.

Megenbergs »Buch der Natur« ist eine Übersetzung des Thomas von Cantimpré und darf nicht als selbständige Arbeit betrachtet werden (H. Stadler, Albertus Magnus, Thomas von Cantimpré und Vinzenz von Beauvais, Natur und Kultur. 1906. S. 86–90).

[823] Siehe Ausgabe von Schulz, Vorrede. VI.

[824] J. Burkhardt, Die Kultur der Renaissance in Italien. Derselbe, Geschichte der Renaissance in Italien.

[825] Giorgio Vasari, Vite di più eccellente pittori, scultori ed architetti. Florenz 1550. Dasselbe deutsch 1832–1849. 6 Bände.

[826] W. Goetz, Mittelalter und Renaissance. Historische Zeitschrift. Bd. 98 (1907). S. 30.

[827] W. Goetz a. a. O. S. 50.

[828] G. Voigt im Vorwort zu seinem Werke: Die Wiederbelebung des klassischen Altertums. Berlin 1859.

[829] Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. I. S. 174 u. f.

[830] Siehe auch Libri, Histoire des sciences mathématiques en Italie. Bd. II. S. 173.

[831] G. Voigt, Die Wiederbelebung des klassischen Altertums. Berlin 1859.

[832] G. Voigt nach Benvenuti Insolensis Comment. in Dantes Comoed.

[833] Auch unter dem Namen Enea Silvio bekannt.

[834] Lindner, Weltgeschichte. Bd. IV. S. 277.

[835] Lindner, Weltgeschichte. Bd. IV. S. 291.

[836] Lindner, Weltgeschichte. Bd. IV. S. 314.

[837] Lange, Geschichte des Materialismus. Bd. I. S. 189.

[838] J. Ranke, Die Geschichte des Zeitalters d. Reformation. Bd. IV. S. 4.

[839] A. Harnack, Geschichte d. Akademie d. Wissensch. zu Berlin. S. 3.

[840] A. Harnack a. a. O. S. 3.

[841] Das »Lob der Narrheit« (Encomium moriae) fand in Holbein einen seiner Bedeutung würdigen Illustrator.

[842] Ranke a. a. O. S. 178.

[843] Das Wort, mit dem Hutten sein Denkschreiben an den Humanisten Pirkheimer schloß.

[844] Peschel, Geschichte der Erdkunde. 1877. S. 386.

[845] Auf dem Konzil zu Basel im Jahre 1437.

[846] Das Original der ersten gedruckten Karte von Deutschland befindet sich im Germanischen Museum in Nürnberg. Die Karte (1491) rührt von Nicolaus von Cusa her. Die erste in Holz geschnittene Karte (Weltkarte) stammt aus dem Jahre 1475.

[847] De docta ignorantia. II. 1 u. 2.

[848] Nach diesem System wurde der Erde eine dreifache Bewegung beigelegt, diejenige um ihre Achse, um zwei im Äquator befindliche Pole und die Bewegung um die Weltpole.

[849] Über »Nicolaus von Cusa und seine Beziehungen zur mathematischen und physischen Geographie« äußert sich Günther in den Jahrbüchern über die Fortschritte der Mathematik (Jahrg. 1899) mit folgenden Worten: »Er zertrümmerte die Kristallsphären der Griechen, verkündete die Wesensgleichheit der Erde mit anderen Weltkörpern, lehrte die Bewegung der Erde und entwarf als erster unter den Neueren eine Landkarte in richtigem geometrischen Netz.«

[850] Max Jacobi, Das Weltgebäude des Kardinals Nicolaus von Cusa. Ein Beitrag zur Geschichte der Naturphilosophie und Kosmologie in der Frührenaissance. Berlin 1904.

[851] De staticis experimentis dialogus.

[852] Vasari.

[853] Lindner, Weltgeschichte. Bd. IV. S. 288.

[854] Er schuf den Kanal von Martesano, welcher den Tessin mit der Adda verbindet.

[855] Libri, Histoire des sciences mathématiques en Italie. T. III. Dühring, Kritische Geschichte der allgemeinen Prinzipien der Mechanik. Berlin 1873. S. 12 ff.

[856] Vgl. H. Grothe, Leonardo da Vinci als Ingenieur und Philosoph. Berlin 1874.

[857] H. Wieleitner, Das Gesetz vom freien Fall in der Scholastik, bei Descartes und Galilei. Mitteilungen zur Gesch. d. Medizin u. d. Naturwiss. Nr. 58. S. 488.

[858] Siehe auch Fritz Schuster, Zur Mechanik Leonardo da Vincis (Hebelgesetz, Rolle, Tragfähigkeit von Ständern und Trägern). In.-Diss. Erlangen 1915. 153 Seiten.

[859] Siehe auch E. v. Lippmann in der Zeitschrift f. Naturwissensch. 72. Bd. S. 291. Siehe auch dessen Abhandlungen u. Vorträge.

[860] Eine Zusammenstellung der wichtigsten Sätze aus dem großen, von der französischen Akademie herausgegebenen Manuskriptenwerk Lionardo da Vincis hat Marie Herzfeld unter dem Titel »Leonardo da Vinci, der Denker, Forscher und Poet« herausgegeben. Jena 1906.

Das Buch M. Herzfelds enthält 745 Notizen Lionardos, die nach bestimmten Gesichtspunkten geordnet sind: Über die Wissenschaft; Von der Natur, ihren Kräften und Gesetzen; Sonne, Mond und Erde; Menschen, Tiere und Pflanzen; Philosophische Gedanken; Aphorismen, Allegorien; Entwürfe zu Briefen; Allegorische Naturgeschichte; Fabeln; Schöne Schwänke; Prophezeiungen. Bei jeder Notiz ist auf die betreffende Manuskriptstelle hingewiesen.

[861] Auch gegen die alchemistischen Bestrebungen wendet sich Lionardo.

[862] Manuskript A. Fol. 22 v.

[863] Siehe F. M. Feldhaus, Leonardo, der Techniker u. Erfinder. E. Diederichs, Jena 1913. Mit 9 Tafeln und 131 Abbildungen im Text. S. 118.

[864] L. Darmstädter, Handbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften u. der Technik. Berlin 1908. S. 136. Dort wird das Jahr 1667 als das Jahr der Erfindung angegeben.

[865] Siehe F. M. Feldhaus, Leonardo, der Techniker und Erfinder.

[866] Durch Lenormand im Jahre 1783.

[867] E. v. Lippmann, da Vinci (Abhandl. u. Vortr. 1906. S. 346).

[868] Eingehender handelt von der »Anatomie des Lionardo da Vinci« M. Roth im Archiv für Anatomie u. Physiologie. Jahrg. 1907. Anat. Abteil. Suppl.-Bd. S. 1–122.

[869] Mit den biologischen Kenntnissen und Anschauungen Lionardo da Vincis befaßt sich de Toni in seiner Schrift »La Biologia in Leonardo da Vinci«. Discorso letto nell' adunanza solenne del R. Istituto Veneto, il 24 maggio 1903. De Toni erblickt den Ausgang der zahllosen Studien Lionardos in der Künstlernatur, die sich in die Gegenstände vertieft, um sie der Wirklichkeit entsprechend darzustellen. In Lionardos anatomischen Tafeln sind nach de Toni die Muskeln stellenweise so genau abgebildet, wie in den besten modernen Werken.

Das gleiche Thema behandelt M. Holl in der Inaugurationsrede »Ein Biologe aus der Wende des 15. Jahrhunderts«. Graz 1905. Holl weist besonders auf die methodischen Grundsätze Lionardos hin und erwähnt als solche seine vergleichende Methode, die Anwendung des Experiments, die Bezugnahme auf die Funktionen des Organismus und die Altersveränderung der Organe usw.

[870] Im »Laokoon« und in den »Briefen antiquarischen Inhalts«.

[871] Les manuscrits de Léonard de Vinci. Paris 1881.

[872] Manuskript F. Fol. 69.

[873] Manuskript CA. Fol. 190v.

[874] Gerland u. Traumüller, Abb. 100.

[875] Manuskript CA. Fol. 345v. in der Übersetzung von M. Herzfeld auf S. 42.

[876] Nach E. Wiedemann hat Lionardo da Vinci sehr viel von den Arabern übernommen und ist sein schriftlicher Nachlaß zum großen Teile eine Sammlung von Notizen.

[877] Manuskript E. Fol. 55 v.

[878] Max Jacobi, Nicolaus von Cusa und Lionardo da Vinci, zwei Vorläufer des Nicolaus Coppernicus. Altpr. Monatsschr. Bd. 39. Heft 3 u. 4.

[879] Einen Vorläufer besaß Peurbach in Johann von Gmunden (1380 bis 1442), der vor Peurbach an der Wiener Hochschule lehrte und wohl als der Vater der deutschen Astronomie bezeichnet wurde. Nach E. v. Lippmann erhob die Universität Protest gegen diese erstmalige Einrichtung einer Professur für Mathematik. Dieser Protest wurde aber durch den einsichtigen Kaiser Maximilian I. abschlägig beschieden.

[880] Alfons X. von Kastilien hatte um 1250 die ptolemäischen Planetentafeln durch neue Tafeln ersetzen lassen.

[881] Repsold, Zur Gesch. der astronomischen Meßwerkzeuge. W. Engelmann, Leipzig 1907. Abt. 7. – Vgl. hierzu Gerbert (J. Würschmidt, Archiv f. Gesch. d. Math. 1919), der gleichfalls sich des Quadratum geometr. bediente. Er hatte es zweifellos von den Arabern übernommen.

[882] Die Anregung empfing Peurbach durch den großen Humanisten Bessarion (um 1500), durch dessen Vermittlung zahlreiche Werke aus Konstantinopel nach Italien gelangten.

[883] Es handelt sich um einen kleinen Ort dieses Namens in Unterfranken.

[884] So berichtet Doppelmayr in seinem Werk »Historische Nachrichten« von den Nürnberger Mathematicis und Künstlern. 1730. S. 22.

[885] Siehe Doppelmayr a. a. O.

[886] Ein mit Gradteilung und Dioptern versehener Ring, in dem sich eine drehbare, gleichfalls mit Dioptern versehene Scheibe befindet. Eine derartige Vorrichtung wurde schon von Hipparch zum Messen von Winkeln benutzt.

[887] Montucla, Histoire des mathémat. Paris. An VII. Tome I. p. 307.

[888] Repsold, Zur Gesch. der astronomischen Meßwerkzeuge. W. Engelmann, Leipzig 1907.

Als Erfinder des Jakobsstabes gilt der Astronom Levi ben Gerson. Er hat dadurch (1325) ein bequemes Mittel für Ortsbestimmungen auf See geschaffen.

[889] Breusing in der Zeitschrift für Erdkunde. Berlin 1868. Über Behaims Globus, sowie andere Globen aus dem Zeitalter der großen Entdeckungsreisen siehe: Matteo Fiorini, Erd- und Himmelsgloben, ihre Geschichte und Konstruktion; frei bearbeitet von S. Günther. Leipzig 1895. Kapitel V. Globen fertigten auch schon die Araber an, z. B. Edrisi im 12. Jahrhundert.

[890] Eine Abbildung enthält das Werk von Ghillany: »Geschichte des Seefahrers M. Behaim«. Nürnberg 1853.

[891] Plastische Darstellungen der Erde fertigte man übrigens auch schon im Altertum an (s. Peschels Gesch. d. Erdk. 1877. S. 51), und die Araber stellten Himmelsgloben her.

[892] Pierre d'Ailly (Petrus de Alliaco) lebte von 1350 bis 1420. Er war ein hoher kirchlicher Würdenträger. In seinem Weltbuch (Imago mundi) findet sich die antike, von Roger Bacon wiederholte Ansicht, Asien erstrecke sich so weit nach Osten, daß seine Küste von Spanien aus in wenigen Tagen zu erreichen sei (Tschackert, Peter von Ailly. Gotha 1877. S. 335).

[893] Doppelmayr, Historische Nachrichten von den Nürnberger Mathematikern und Künstlern. 1730.

[894] E. F. Apelt, Die Reformation der Sternkunde von N. v. Cusa bis auf Kepler. Jena 1852. S. 58. Behaims Verdienst um die Entwicklung und die Übermittelung der wissenschaftlichen Nautik wird heute geringer eingeschätzt. Siehe die Mitteilungen z. Geschichte d. Medizin u. d. Naturwiss. Nr. 60. S. 21.

[895] E. Meyer, Geschichte d. Botanik. Bd. IV. S. 255. Zoologische Gärten finden sich schon bei den Arabern (E. Wiedemann).

[896] Der Leydener Garten wurde 1577, der Heidelberger 1593 eingerichtet.

[897] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 273, ist geneigt, den Italiener Luca Ghini, der in Bologna lehrte, als den Erfinder der Herbarien zu betrachten.

In Leyden ist noch ein Herbarium von Rauwolf vorhanden, der 1573 in den Orient reiste. (Mitteilung von E. Wiedemann.)

[898] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 284.

[899] Es ist archivalisch festgestellt, daß der Name Koppernigk lautete. Das Titelblatt des 1543 in Nürnberg gedruckten Werkes enthält zwar den Namen Copernicus. Es scheint hier aber ein Versehen des Herausgebers (Rheticus) vorzuliegen. Die richtige Schreibweise würde Coppernicus oder Koppernikus lauten. Siehe Max Jacobi, »Koppernikus oder Kopernikus«. Artikel in der »Täglichen Rundschau« v. 14. 8. 1907.

[900] Apian lebte von 1495–1552. Er wurde von Kaiser Karl V. hoch geschätzt und verfertigte für diesen eine Maschine, durch deren Bewegung man den Lauf der Planeten darstellen konnte. Auch empfahl er dunkle Gläser zur Beobachtung der Sonne, in der Hoffnung, auf diese Weise den Vorübergang von Venus und Merkur sehen zu können. Auch der Vorschlag, die Monddistanzen zum Bestimmen der geographischen Länge zu benutzen, rührt von Apian her (Cosmographia § 5).

[901] Anspielung auf das Horazische nonumque prematur in annum.

[902] »Dem Reformator«, sagt Schiaparelli (Die Vorläufer des Koppernikus im Altertum, S. 87), »der ein wesentlich neues Weltschema zur Geltung bringen wollte, konnte es nicht genügen, nur eine allgemeine Idee auseinanderzusetzen, sondern ihm fiel die Pflicht zu, seine Idee bis zu demselben Grade der Vollendung auszuarbeiten, bis zu dem Ptolemäos die seinige gebracht hatte.«

[903] Nicolai Copernici Torinensis, De revolutionibus orbium coelestium, libri VI. Eine Übersetzung von C. L. Menzzer hat der Koppernikus-Verein zu Thorn im Jahre 1879 herausgegeben.

[904] In dem Bestreben, die ungleichförmig erscheinenden Bewegungen der Planeten auf gleichförmige Bewegungen zurückzuführen, nahm man an, diese Himmelskörper beschrieben Kreise, deren Mittelpunkt sich gleichzeitig der Peripherie eines zweiten Kreises entlang bewege; die so entstandenen Linien nennt man Epizyklen.

[905] Siehe S. [180] u. f. d. Bds.

[906] Schiaparelli, Die Vorläufer des Koppernikus im Altertum, übersetzt von M. Curtze.

[907] Die außerhalb des Saturn befindlichen Planeten Uranus und Neptun wurden erst 1781, beziehungsweise 1846 entdeckt.

[908] Die hierin liegende Schwierigkeit wurde erst von Bessel gehoben, der nachwies, daß die Fixsterne in der Tat infolge der jährlichen Bewegung der Erde ihren Ort, wenn auch in sehr geringem Maße, verändern.

[909] Die Schrift galt lange als verschollen. Sie wurde erst im 19. Jahrhundert wieder entdeckt und (1878) herausgegeben. Näheres siehe in dem von A. Kistner herrührenden Bd. 39 von Voigtländers Quellenbüchern.

[910] Die Drehung der Erde wurde durch Fallversuche, sowie den Foucaultschen Pendelversuch nachgewiesen, während die Fortbewegung im Raume aus der Aberration und der Fixsternparallaxe geschlossen wurde.

[911] Anstatt 1 : 49 : 1300000.

[912] In seiner, sechs Jahre nach dem Tode des Koppernikus veröffentlichten Schrift »Initia doctrinae physicae 1549« (Die Anfangsgründe der Naturlehre) beschuldigt Melanchthon den Koppernikus, daß er lediglich zur Befriedigung seiner Eitelkeit Irrlehren, die schon das Altertum als bloße Gedankenspiele erkannt habe, verbreitete (L. Prowe, Nicolaus Coppernicus. Bd. I, 2. S. 232). In den späteren Auflagen seiner »Naturlehre« hat Melanchthon diesen Vorwurf zwar abgeschwächt, den ablehnenden Standpunkt gegen die heliozentrische Lehre aber beibehalten. Melanchthon ließ sich von der Überzeugung leiten, daß auch in den Fragen der Naturwissenschaft die Bibel maßgebend sei. Siehe die Abhandlung von E. Wohlwill: »Melanchthon und Copernicus«. Mitteil. z. Gesch. d. Med. u. d. Naturw. 1904. S. 260 u. f.

[913] Die kirchliche Behörde, der das Zensoramt oblag und die mißliebige Bücher auf den Index, d. h. das Verzeichnis der verbotenen Bücher setzte.

[914] Giordano Bruno wurde zu Nola im Jahre 1548 geboren. Er durchwanderte lehrend Europa, geriet jedoch mit den herrschenden kirchlichen Dogmen in Widerspruch und wurde, weil er nicht widerrufen wollte, 1600 von der Inquisition zu Rom den Flammen übergeben. Siehe Landsbeck, Bruno, der Märtyrer der neuen Weltanschauung. Leipzig 1890.

[915] De Immenso. L. III. c. 5.

[916] Wie klein erscheint Hegel dagegen, der aus spekulativen Gründen annahm, daß es nicht mehr als 7 Planeten geben könne.

[917] Dilthey, G. Bruno und Spinoza. Archiv der Philosophie. 1894. S. 269 u. f.

[918] Übersetzt von Kuhlenbeck 1893.

[919] Breusing, Gerhard Kremer, genannt Merkator, der deutsche Geograph. Duisburg 1869.

H. Averdunk und J. Müller-Reinhard, Gerhard Mercator und die Geographen unter seinen Nachkommen. J. Perthes, Gotha 1914. VIII u. 188 S.

[920] Die »Kosmographie« erschien 1544 in Basel (zuletzt 1628). Sie kam auch lateinisch (1550), französisch, italienisch usw. heraus.

[921] Professor der Medizin und der Astronomie in Löwen; lebte von 1535 bis 1577.

[922] Siehe Breusings zitierte Schrift S. 35.

[923] Philipp Apian (1531–1589), Sohn des Astronomen Peter Apian (zu deutsch Bienewitz).

[924] 1526–1598.

[925] Nova et aucta orbis terrae descriptio ad usum navigantium emendata accommodata. Duisburgi mense Augusto, 1569. Auf 8 Blättern, im ganzen 1,26 m hoch und 2 m breit. Die Karte wurde nach den Originalen in der Stadtbibliothek zu Breslau im Jahre 1891 von der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin herausgegeben.

[926] Rumold Mercator.

[927] Atlas sive cosmographicae meditationes de Fabrica mundi et fabricati figura. Duysburgi Clivorum 1595.

[928] In seiner Schrift »Über die geographische Kunst«.

[929] Die Bedingung der Konformität aufgestellt zu haben, gilt gewöhnlich als ein Verdienst Lamberts (siehe a. a. St.). Mercator spricht sie aber fast mit denselben Worten aus. Die Bedingung der Konformität ist dann erfüllt, wenn das Verhältnis zwischen den Breiten- und Längengraden überall auf der Karte gewahrt bleibt.

[930] Maurolykus, De lumine et umbra. Venedig 1575.

[931] Die Erklärung des Maurolykus beruht gleichfalls auf der geradlinigen Fortpflanzung des Lichtes; jeder Punkt der Öffnung wird dabei als die Spitze eines von der Sonne ausgehenden Strahlenkegels betrachtet, der auf der andern Seite der Öffnung seine Fortsetzung findet.

[932] J. P. Portae Neapolitani, Magia naturalis. 1553 (nicht mehr vorhanden). 1560. 1589.

[933] Eine Beschreibung der schon viel älteren Lochkamera findet sich auch bei Lionardo da Vinci. Sie lautet: »Wenn die Bilder von beleuchteten Gegenständen durch ein kleines Loch in ein sehr dunkles Zimmer fallen, so sieht man diese Bilder im Innern des Zimmers auf weißem Papier, das in einiger Entfernung von dem Loche aufgestellt ist, in voller Form und Farbe. Sie sind aber in der Größe verringert und stehen auf dem Kopfe.« Die Umkehrung des Bildes leitete Lionardo da Vinci ganz richtig von dem Gang der Lichtstrahlen ab.

Von früheren abendländischen Gelehrten haben sich Vitello, Peckham und Roger Bacon mit der Abbildung der Sonne durch verschieden gestaltete Öffnungen beschäftigt; im 14. Jahrhundert hat sich Levi ben Gerson der Camera obscura zu Beobachtungen bei Sonnen- und Mondfinsternissen bedient, Maurolykus im 15. Jahrhundert eine genügend richtige Abbildung der Sonne durch eine enge Öffnung gegeben.

Von den arabischen Gelehrten hat schon Alkindi (750–800) den Strahlengang für den Fall der Lochkamera untersucht, dann haben der große Ihn al Haitam und sein ebenfalls bedeutender Kommentator Kamâl al Dîn die Theorie ausführlich entwickelt. (J. Würschmidt, Zeitschr. f. math. u. naturwiss. Unters. 1915, 466.)

[934] W. Schmidt, Heron von Alexandrien im 17. Jahrhundert. In den Abhandlungen z. Gesch. d. Mathem. 8. Heft (1898). S. 195.

[935] Porta, Pneumaticorum libri tres. Neapoli 1601.

[936] Seine Vorrichtung, mit Hilfe gespannter Dämpfe Wasser zu heben, kann noch nicht als Dampfmaschine bezeichnet werden. Außerdem ist es zweifelhaft, ob de Caus ein Franzose oder ein Deutscher war.

[937] Gilbert, De magnete. I, 1. Von dem Deutschen Georg Hartmann (1489–1564) rührt eine noch ältere, aber ganz ungenaue Beobachtung der Inklination her (9 Grad anstatt etwa 70 Grad).

[938] Deliciae physico-mathematicae. Nach dem Tode Schwenters erschienen. Eine Übersetzung rührt von Harsdörffer her.

[939] A. a. O. 3. Teil XIX.

[940] A. a. O. 11. Teil XVIII.

[941] Dieses Holz hatten Jesuiten in Mexiko kennen gelernt; es wurde Nierenholz (lignum nephriticum) genannt, weil man es gegen Nieren- und Blasenkrankheiten anwandte.

Ausführlicher hat G. Berthold über die Geschichte der Fluoreszenz in Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie, Bd. 158 (1876) S. 620, berichtet. Danach rührt die älteste Nachricht über die Fluoreszenz eines Aufgusses des lignum nephriticum von Monardes (16. Jahrh.) her. Auch Boyle, Grimaldi, Newton und andere haben sich mit dem Phänomen beschäftigt. Newton hat zuerst den Aufguß in homogenem Lichte untersucht. Eingehender geschah dies durch E. Wünsch (Versuche und Beobachtungen über die Farben. Leipzig 1792). Bei Musschenbroek findet sich die Bemerkung, daß Erdöl dieselbe Erscheinung zeige wie der Aufguß des Nierenholzes (Introductio ad philos. nat. 1762. Bd. II. S. 739). Goethe beschrieb sie an dem Aufguß der frischen Rinde der Roßkastanie (Nachträge zur Farbenlehre. Nr. 10). Da indessen die Erklärung dieser Erscheinung nicht gelang, geriet sie in Vergessenheit, bis sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Gegenstande sehr eingehender Experimentaluntersuchungen gemacht wurde. (Siehe Bd. IV.)

[942] Sie soll um 1630 erfolgt sein.

[943] Siehe Wilde, Geschichte der Optik. Bd. I. S. 294.

[944] Schon im 13. Jahrhundert versuchte der Deutsche Jordanus Nemorarius, mechanische Probleme auf dynamischem Wege zu lösen (Liber Jordani Nemorarii de ponderibus. Herausgegeben von Peter Apian, 1533). Näheres siehe Gerland und Traumüller, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. Leipzig, W. Engelmann. 1899. S. 78 u. f.

[945] Tartaglia, Nuova scienza (Venedig 1537).

[946] Nach v. Lippmann.

[947] Dies geschah im Jahre 1423.

[948] Übrigens betrieb Karl VII. von Frankreich, dem die Engländer den Thron zugunsten ihres Königs Heinrich VI. streitig machten, dieselbe Art von Falschmünzerei.

Siehe auch H. Schelenz: »Hermes und seine Kunst, Alchemie in England«. Pharmazeutische Post. Wien 1902. Nr. 6. Danach wurde im Jahre 1440 einer englischen Firma sogar das Privileg zur Herstellung von künstlichem Gold gegeben. Doch sank dadurch der Wert der englischen Goldmünzen um die Hälfte. Nach v. Lippmann handelte es sich um gefälschte Münzen.

[949] Es lehrte, sagt Chamberlain treffend, schärfer beobachten, verdoppelte die Erfindungsgabe, flößte die kühnsten Hypothesen ein und schenkte endlose Ausdauer und Todesverachtung (Chamberlain, Grundlagen. S. 756).

[950] Siehe in v. Lippmanns Werk »Die Alchemie« (1919) den Abschnitt, der von der Alchemie nach 1300 handelt (S. 495 u. f.).

[951] Vereinzelt selbst bis ins 19. Jahrhundert. So entstand 1894 in Paris eine Société hermétique und bald darauf eine Société alchimique. Fristeten diese Regungen ihr Dasein immer wieder durch ihre Verbindung mit Mystik und Okkultismus, so erhielten sie neue Nahrung durch die Umwandlungen, die man am Radium und den radioaktiven Stoffen entdeckte.

[952] Besonders die Studien Sudhoffs.

[953] Siehe F. Strunz, Theophrastus Paracelsus, sein Leben und seine Persönlichkeit. Ein Beitrag zur Geistesgeschichte der deutschen Renaissance. Leipzig, E. Diederichs. 1903.

[954] Siehe E. Sudhoffs Bericht über die neuesten Wertungen Hohenheims in den Mitteil. z. Gesch. d. Medizin u. Naturwiss. 1904. S. 475.

[955] Im Druck erschien es zuerst 1493 und zuletzt in Basel in fünf Bänden 1523, also kurz bevor Paracelsus dort auftrat.

[956] Voll Selbstbewußtsein sprach er einst das Wort: »Engländer, Franzosen, Italiener, ihr mir nach, nicht ich euch!«

[957] Strunz a. a. O.

[958] Über die Anfänge des Apothekenwesens im frühen Mittelalter siehe S. 294 d. Bds.

[959] Es wurde im Jahre 1505 veröffentlicht. Der Titel lautet: »Ein wolgeordnet vñ nutzlich büchlin wie man Bergwerck sůchen und finden sol / von allerley Metall / mit seinen figuren / nach gelegenheyt, des gebijrges / artlych angezeygt / Mit anhangenden Bercknamen / den anfahenden Bergleuten vast dienstlich.« In dem Buch spricht »Daniel der Bergner stendig / zum jungen Knappjo«. Einen Abdruck dieses seltenen Werkes hat die »Zeitschrift für Bergrecht« in Band XXVI gebracht.

Siehe die Besprechung von O. Vogel in den Mitteilungen z. Gesch. d. Medizin u. d. Naturwiss. 1909. S. 299. Ferner W. Jacobi, Das älteste Lehrbuch für den Bergbau. Der Erzbergbau. 1909. Heft 3. S. 52.

[960] Beckmann, Geschichte der Erfindungen. Bd. III.

Siehe auch Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. V. S. 348.

[961] Agricolas Bergwerksbuch. Übersetzt von Bechius 1621. Vgl. auch Agricolas mineralogische Schriften, übersetzt und mit Anmerkungen von E. Lehmann. Freiburg 1816. Der Titel des Originalwerkes lautet: De re metallica libri XII. 1556. Ein Jahr nach dem Erscheinen von Agricolas »De re metallica« wurde eine deutsche Übersetzung von Ph. Beck unter dem Titel »Vom Bergwerk XII Bücher« herausgegeben. Sie erlebte mehrere Auflagen (1580, 1621). Eine neuere deutsche Übersetzung gibt es nicht, wohl aber eine vorzügliche englische vom Jahre 1912 (O. Vogel, Stahl und Eisen. Jahrg. 1916. S. 405).

[962] Vom Marktscheiden, kurzer und gründlicher Unterricht durch E. Reinhard. Erfurt 1574.

[963] Über die Anregungen, die der Bergbau im Laufe der Kulturgeschichte der Naturwissenschaft und der Technik gegeben hat, berichtete E. Gerland im Archiv für Geschichte der Naturwissensch. u. der Technik. Jahrg. 1910. S. 301 u. f.

[964] Lindner, Gesch. Bd. IV. S. 431.

[965] Seit 1566.

[966] Seit 1574.

[967] Historia natural y moral de las Indias.

[968] Näheres siehe in den Mitteilungen z. Gesch. d. Med. u. d. Naturwiss. Nr. 59. S. 592.

[969] Diejenigen Stellen der Bibel, welche der Entwicklung der Geologie besonders hinderlich waren, lauten nach der Ausgabe von E. Kautzsch, Die Heilige Schrift des Alten Testaments, 1896, S. 1 und S. 750:

Da sprach Gott: Es sammle sich das Wasser unterhalb des Himmels an einem Ort, so daß das Trockne sichtbar wird. Und so geschah es, und Gott nannte das Trockne Erde, die Ansammlung der Gewässer aber nannte er Meer. (Die Schöpfung der Welt. Text S. 1.)

Ehe die Berge geboren, und die Erde und der Erdkreis ‚hervorgebracht wurden‘ und von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, o Gott. (Text S. 750. Ps. 90.)

[970] Agricola, De ortu et causis subterraneorum. Basileae 1546. Liber tertius, p. 36.

[971] Principles of geology. 11. Aufl. Bd. I. London 1872. S. 27–28.

[972] Georgius Agricola, De natura fossilium. Basel 1546.

[973] Als Begründer dieser irrigen Ansicht ist Avicenna (980–1037) zu betrachten. Auch Albertus Magnus huldigte ihr. Doch meinte er, Tiere und Pflanzen könnten auch wohl an solchen Orten zu Stein erhärten, wo eine steinmachende Kraft vorhanden sei. (Zittel, Geschichte d. Geol. u. Paläont. 1899. S. 15.)

[974] Konrad Gesner, De omni rerum fossilium genere. 1565.

[975] Zittel, Geschichte der Geologie und Paläontologie. 1899. S. 18.

[976] Palissy, Discours admirable de la nature des eaux et fontaines, des métaux, des sels et salines, des pierres, des terres, du feu et des émaux. Paris 1580. Nach E. v. Lippmann wird seine Originalität neuerdings stark bezweifelt.

[977] Zittel, a. a. O. S. 22.

[978] Nach Löwenheim stimmen Palissy und Cardanus mitunter fast wörtlich überein. Siehe S. 74 u. 75.

[979] Den jüngsten Sohn König Johanns des Ersten.

[980] Siehe S. [399].

[981] Exoticorum libri X.

[982] Sprengel, Geschichte der Botanik. Bd. I. S. 352.

[983] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 290.

[984] Eine ausführliche Schilderung des Lebenslaufes von Brunfels und seiner Verdienste um die Botanik enthält die Abhandlung von F. W. E. Roth: »Otto Brunfels, 1489–1534, ein deutscher Botaniker«. Botanische Zeitung 1901. S. 191 u. f. Brunfels trat als Kartäusermönch mit den bedeutendsten Humanisten, darunter mit Ulrich von Hutten, in Verbindung. Mit Hilfe des letzteren entfloh Brunfels dem Kloster, um offen als Lutheraner aufzutreten. Später wirkte er als Lehrer am Gymnasium in Straßburg. Er starb im Jahre 1534, nachdem er einige Jahre vorher die medizinische Doktorwürde erworben hatte.

[985] S. Killermann, Dürers Pflanzen- und Tierzeichnungen und ihre Bedeutung für die Naturgeschichte. Heft 119 der Studien zur deutschen Kunstgeschichte. Mit 22 Tafeln. Straßburg 1910.

[986] Brunfels lernte, wahrscheinlich im Jahre 1533, die Sammlungen Bocks kennen und veranlaßte ihn zur Herausgabe des Kräuterbuches.

[987] Hieronymus Bock (1498–1554), New Kreuterbuch von Underscheidt, Würkung und Namen der Kreuter, so in teutschen Landen wachsen.

[988] Einige der von Fuchs zum ersten Male abgebildeten deutschen Arten seien hier aufgezählt: Ligustrum vulgare, Salvia pratensis, Hordeum vulgare, Avena sativa, Convolvulus arvensis, Lysimachia Nummularia, Cyclamen europaeum, Lilium candidum, Paris quadrifolia, Daphne Merzereum, Saponaria officinalis, Euphorbia Cyparissias, Prunus spinosa, Clematis Vitalba, Ranunculus acris, Digitalis purpurea, Genista tinctoria, Orchis Morio, Equisetum arvense, Pteris aquilina usw.

[989] Dodonaei stirpium historiae pemptades sex sive libri XXX. Antwerpiae, ex officina Christophori Plantini, 1583, in fol.

[990] Von der Einführung amerikanischer Pflanzen handelt S. Killermann in der Naturwiss. Wochenschrift. 1909. S. 193. Danach ist der Mais in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Europa gekommen. Die Agave americana wurde nach Caesalpin 1561 eingeführt. Weitere Angaben finden sich über Nicotiana tabacum, Solanum tuberosum, Capsicum annuum usw.

Mitgebracht hat den Mais übrigens schon Columbus, wie er (nach E. v. Lippmann) selbst bezeugt.

[991] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. III. S. 325.

[992] Conradi Gesneri, Opera botanica. 2 Bde. Nürnberg 1751–1771. Dieser Nachlaß Gesners wurde also erst lange nach seinem Tode herausgegeben (durch Schmiedel).

[993] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 334.

[994] Siehe S. [337].

[995] A. v. Humboldt, Kosmos. Bd. II. S. 256.

[996] Pro herbis necessariis artis suae.

[997] 1540 und 1547.

[998] E. Meyer, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 270.

[999] H. Schelenz, Über Kräutersammlungen und das älteste deutsche Herbarium. Verhandlungen der Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte. 1906. II. 2.

[1000] L. Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. 5. Bd. 4. Aufl. S. 346.

[1001] Conradi Gesneri, Historiae animalium libri, opus philosophis, medicis, grammaticis, philologis, poetis et omnibus rerum linguarumque variarum studiosis utilissimum simul jucundissimumque.

[1002] Ulisse Aldrovandi wurde 1522 in Bologna geboren. Er gründete dort 1567 einen botanischen Garten. Sein Nachfolger in der Leitung dieses Gartens war der Botaniker Caesalpin. Aldrovandi, Opera omnia. 13 Bde.

[1003] De differentiis animalium.

[1004] Nach Dantes Inferno ruht Friedrich II. in einem feurigen Grabe.

[1005] Siehe S. [313].

[1006] Eustachio lieferte unter anderem eine genaue Untersuchung des Gehörorgans und entdeckte dabei den Steigbügel (um 1546). Hammer und Amboß waren schon früher aufgefunden (um 1480). Haeser, Geschichte der Medizin. Bd. II. S. 61.

[1007] L. v. Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. V. S. 345.

[1008] Namens Johann Stephan von Calcar. Jedoch ist dessen Autorschaft nicht sichergestellt. Siehe Mitteilungen z. Geschichte d. Medizin u. d. Naturwiss. 1903. S. 282.

[1009] Sprengel, Geschichte der Arzneikunde. Bd. III. § 46–78.

[1010] Wunderlich, Geschichte der Medizin. Stuttgart 1859. S. 70.

[1011] De humani corporis fabrica libri VII. Basel 1543.

[1012] Wunderlich, Geschichte der Medizin. Stuttgart 1859.

[1013] Fabricio ab Aquapendente (1537–1619), De formatione ovi.

[1014] Zum Beispiel, daß die Herzscheidewand, durch die Galen das Blut aus dem rechten in den linken Ventrikel hindurchtreten ließ, undurchdringlich ist.

[1015] Sie rühren zum größten Teile von E. Wiedemann (Wi), E. v. Lippmann (Li) und J. Würschmidt (Wü) her.