ZU ABTEILUNG IV.
(Arabische Pflanzennamen aus der Flora von Biskra, nach G. Schweinfurth.)
Meine während zweier Winter und Frühjahre (1901 und 1910), jedesmal vier Monate lang, in der Umgegend von Biskra unternommenen botanischen Ausflüge gaben Gelegenheit, mir die aus dem Munde verschiedener einheimischer Begleiter vernommenen Pflanzennamen oft mehrfach wiederholen und bestätigen zu lassen. Ich habe von den zu 217 verschiedenen Spezies gehörigen arabischen Namen 292 bei den Bewohnern der Oase in Erfahrung gebracht und sie hier transkribiert in alphabetisch geordneten Listen zusammengestellt.
Beim Benutzen meiner Namenliste von Biskra wird auch die von Professor H. Fitting 1912 in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (Bd. LXV, S. 336 bis 348) veröffentlichte Aufzählung von 110 aus derselben Region stammenden arabischen Pflanzennamen zu Rate gezogen werden müssen, da diese zugleich mit arabischer Schrift wiedergegeben ist, dort auch wichtige sprachliche Nachweise und Definitionen enthalten sind, die von Prof. E. Littmann, z.T. auch von Prof. G. Jacob der Arbeit beigefügt wurden. Prof. Fitting hatte die von ihm nach Aussagen eines Arabers vom Stamme der Schrāqa notierten Namen, wie er sagt, „durch einen der arabischen Schrift kundigen Araber, namens Mohhammed-ben-ssa'īd, dem auch die arabischen Pflanzennamen nicht unbekannt waren, nach dem Diktate niederschreiben lassen“; er fügt aber nicht hinzu, ob dies in Gegenwart des ursprünglichen Gewährsmannes und vermittelst wiederholter Aussprache der Namen seitens des Letzteren geschah. Daher mag sich bei der Niederschrift immerhin mancher Fehler eingeschlichen haben, die Umschreibung mithin nicht in allen Fällen zutreffen; denn in diesen Ländern pflegen die Schreibkundigen durch die Bank Städter zu sein, die nur selten ins Freie gelangen. Unter den von Prof. Fitting mitgeteilten 110 Namen stimmen 70 mit den meinigen überein; 29 von ihnen sind dagegen in meiner Liste nicht vorhanden. Von den übrigen erscheinen mir mehrere zweifelhaft.
Die bei den Arabern der Oase übliche Aussprache des gim ج nach Art des französisch j (in je, jamais, jeune = ž) verdient eigens hervorgehoben zu werden. Ich habe den Laut trotzdem, wie in den übrigen Abteilungen, einfach mit unserem g wiedergegeben.
Was die botanische Nomenklatur anbetrifft, so bin ich in dieser und in der folgenden Abteilung derjenigen gefolgt, die Battandier und Trabut in ihrer „Flore analytique et synoptique de l’Algérie et de la Tunisie“ (1910) angenommen haben.