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OBBACH. UFranken BA Schweinfurt.
Schloß. Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh. Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der Richtung Balth. Neumanns.
OBERAILSFELD. OFranken BA Pegnitz.
Pfarr-K. 1760.
OBERAUFSESS. OFranken BA Ebermannstadt.
Schloß. 1690.
OBERBIMBACH. RB Cassel Kr. Fulda.
Dorf-K. Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. rippenloses Kreuzgwb. — Spgot. Schnitzaltar. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2 Rundtürmen.
Burgruine.
OBERBOBRITZSCH. K. Sachsen AH Freiberg.
Dorf-K. 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und Dachreiter. — Das 6flügelige Altarwerk bez. 1521 gehört zu den bedeutendsten des ganzen Landes, die Gemälde von demselben liebenswürdigen Freiberger Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.
OBERCRUMPA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Kirche. Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.
OBERCUNNERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen. — Die Denkmäler des Kirchhofs mit Aufwand.
OBERDÜRRBACH. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.
OBEREICHSTADT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; aus Umbau 14. Jh. die 3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot. Schnitzbilder.
OBEREISENHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.
Nicht uninteressant die Reste der ehem. Marktbefestigung, ein Rundturm bez. 1536.
OBERELLEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche. Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im Bogenfeld Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom. Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.
Herrenhaus got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoß in Holzfachwerk.
OBERESSFELD. UFranken BA Königshofen.
Pfarr-K. in spätem Rok. Gleichzeitiges Deckenbild von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Markershausen).
OBEREUERHEIM. UFranken BA Schweinfurt.
Stattliche Dorf-K. mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung.
Schloß Euerburg (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür mit korinthischen Säulen und Reliefs.
OBERFLADUNGEN. UFranken BA Mellrichstadt.
Dorf-K. von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. Kelch 15. Jh.
OBERGERSDORF. K. Sachsen AH Kamenz.
Dorf-K. Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen gemalten Flügelaltars um 1550, vielleicht von Andreas Dreßler in Kamenz. — Charakteristisch zopfige Denkmäler von guter Qualität.
OBERGREISLAU. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Dorf-K. mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon das Lamm und die Evangelistenzeichen.
OBERGRÜNBERG. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber Turm mit rom. Kuppelfenstern.
OBERHASEL. Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
Dorf-K. — Schnitzaltar vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, trefflich erhalten.
OBERKAUFUNGEN s. Kaufungen.
OBERKOTZAU. OFranken BA Hof.
Pfarr-K. Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — Altar mit gut geschnitzter Kanzel 1691. Zahlreiche ikon. Grabsteine meist 2. H. 16. Jh. — Schloß, großer Komplex, überwiegend aus 18. Jh.
OBERLAURINGEN. UFranken BA Hofheim,
Dorf-K. wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. Kanzel 1705, reich mit Reliefs besetzt. 4 Grabsteine der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.
OBERLEINACH. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der [pg 312] SSeite schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenläufen stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche Sakramentsnische um 1400, gleichzeitige Steinfig. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer Taufstein.
OBERLICHTENAU. K. Sachsen AH Kamenz.
Dorf-K. 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff 1742. Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.
Schloß samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v. Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß um 1730, kleinere Zimmer im fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Überreste von Kaskaden- und Brunnenfigg.
OBERLIND. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
Pfarr-K. Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455, überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. Taufstein. — Von Interesse die wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.
OBERLÖSSNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
Bennoschlößchen um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2 Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.
Hoflößnitz. Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.
Spitzhaus (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg. Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte Dach mit Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.
Haus Sorgenfrei 1786 mit bmkw. Gartenhaus.
Meinholds Weinberg.
OBERMASSFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloß-K. zu Meiningen). — Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; einer bez. 1565.
Kapelle an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild 1534.
Pfarrhaus 1638 (1688?).
Fachwerkhäuser von 1573, 1578, 1595.
Dorflinde. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung, ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die Platte vertieften Rundmaßen bez. 1525.
Werrabrücke, 5jochig, 16. Jh.
OBERMERZBACH. UFranken BA Ebern.
Dorf-K. Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.), Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am Chorbogenkämpfer.
OBERNBREIT. UFranken BA Kitzingen.
Prot. Pfarr-K. 1731. — Moseskanzel 1696. Altargeräte augsburgisch 18. Jh.
Rathaus. Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor Brandenburger Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — Bäckerhaus des 18. Jh. mit steinernem Verkaufstisch.
OBERNDORF. Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
Dorf-K. Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.) eine rck. schließende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?
OBERNEUKIRCH. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau (1500 Stände), Ausstattung um 1750. Grabdenkmäler: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.
Schloß 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche Bildnisse der Frhr. v. Huldenberg.
OBERNSEES. OFranken BA Bayreuth.
Kap. S. Rupert. Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080 falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.
OBERODERWITZ. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. 1816 von K. Ch. Eschke, großer Emporensaal in nüchternstem Klassizismus.
OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. Dorf-K. got., mächtiger Turm mit 4 Schützenerkern.
OBERPESTERWITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j. Kriege. — Lebensvoller Pastorengrabstein 1637. Auf dem Kirchhof Gruft der Familie Opitz 1770.
OBERREICHENBACH. OFranken BA Höchstadt.
Dorf-K. mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung.
OBERREINSBERG. K. Sachsen AH Meißen.
Schloß. Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens und der Kunstformen 1500-1650.
OBERROSPHE. RB Cassel Kr. Marburg.
Dorf-K. Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. Chor.
OBERROTTENBACH. Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.
Dorf-K. Schnitzaltar bez. 1498, Art des V. Lendenstreich.
OBERSCHWAPPACH. UFranken BA Haßfurt.
Dorf-K. Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre aus M. und E. 17. Jh.
Schloß. Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von Joh. Leonhard Dientzenhofer (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst. Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen Proportionen; 3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung kommende Risalite. Ausgedehnter Garten in 3 Terrassen, Treppen mit Brunnenbecken.
OBERSCHWARZACH. UFranken BA Gerolzhofen.
Fürstbischöfl. Jagdschlößchen (Forstamt) um 1600.
OBERSEIFERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
Dorf-K. 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.
OBERSTREU. UFranken BA Mellrichstadt.
Dorf-K. Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollständig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. — Reste der Dorfbefestigung.
Bildstock vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem, verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.
OBERTHERES. UFranken BA Haßfurt.
Ehem. Benedikt-Abtei. Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Völliger Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von Joh. Greising, 1809 abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem. Verwaltungsgebäude 1696. — Rathaus 1727 und einige hübsche Wohnhäuser; über einem Hoftor der Renss. effektvolle Pietasgruppe des 18. Jh. — Originell aufgebauter Bildstock 1630.
OBERWALGERN. RB Cassel Kr. Marburg.
Kleine, rohe rom. Dorf-K.
OBERWEIMAR. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Ehem. Cistercienser-Nonnen-Klst., M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewölbter 2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon Relief des Jüngsten Gerichts. — Doppelgrabstein des Grafen Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. Grabstein des herzogl. Kindes Johann † 1519. — Altarbild von Cranach d. J. Reste von frgot. Malerei in den Fensterleibungen.
OBERWIRBACH. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
Dorf-K. rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.
OBERZELL b. Würzburg s. Zell.
OBHAUSEN S. PETRI. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das landesübliche rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trägt dem neuen Stil Rechnung.
OBSCHITZ. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Dorf-K. Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.
OCHSENFURT. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs. 7jochige Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine Basilika beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation durch Überhöhung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverändertem Profil in die Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches Maßwerk, vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der Hochaltar von 1612, der ähnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das große Kreuzigungsrelief. Die Seitenaltäre aus derselben Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht sehr großes Sakramentstürmchen 1496. Außerdem Sakramentsnische E. 14. Jh. — Bronzenes Taufbecken mit reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler Hinsicht ähnlich dem von Hermann Vischer d. Ä. in Wittenberg von 1457 (der von Riemenschneider gefertigte Deckel nicht mehr vorhanden). — Chorgestühl E. 14. Jh. (Brüstungswände und oberer Abschluß neu). — Auf der Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 Steinstatuen aus 2. H. 14. Jh. — Bmkw. Holzstatue einer schmerzhaften Muttergottes, geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um 1520. Holzstatue des h. Nikolaus, Riemenschneider nahestehend.
Neben der Kirche Michaelis-Kap. (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung 1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer Hans Pauer war erster Polier bei S. Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt mit mehr [pg 316] als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und klar mit fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im Tympanon Jüngstes Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar Steinmadonna, seitlich 2 Holzstatuen, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten, von der Würzburger Schule unabhängig.
Spital-K. (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem Chor von 1499. Im Tympanon des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um 1450. — Spitalhof mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.
Kapuziner-K. 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). Altarblätter von Onghers.
Kap. S. Wolfgang. Bez. 1463. — Hochaltar mit nicht üblem Gemälde 1699. Steinerne Kanzel 1551.
Die meist starke Befestigung aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen Teil erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch. Die Mauertürme rund.
Rathaus 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der längeren Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, Steinmadonna (1498) an der Ecke — einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und Ratssaal. Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener Eicheimer. Ortsmuseum.
Stattliche Beispiele von Amtsgebäuden aus 1. V. 16. Jh., ehemals domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. — Am Marktplatz Fachwerkhäuser A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau von 1717. — Auf dem Markt Ziehbrunnen von 1573. — An der Landstraße zahlreiche Bildstöcke.
OCHSENSAAL. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.
ÖDERAU. K. Sachsen AH Flöha.
Dorf-K. Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage; weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. — Ausstattung um 1720. — — Orgel von Gottfr. Silbermann 1727. — Grabstein des Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. —
Rathaus fr. Renss., verändert 1785.
OHRDRUF. Sachsen-Gotha Amtsstadt.
Michaelis-K. 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27 : 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in [pg 317] einer derselben, und zwar an der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der Turm.
Trinitatis-K. 1709. Einfacher Emporensaal. Grabstein 18. Jh.
Rathaus 1546. — Schloß. Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.
OLBERNHAU. K. Sachsen AH Marienberg.
Dorf-K. 1639 und 1790. — Altargemälde von J. Finck 1648. Mehrere wertvolle Kelche, ein Augsburger bez. A. L. und ein Freiberger von Samuel Klemm.
OLDISLEBEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Benedikt.-Klst. bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut) zerstört. — Dorf-K. spgot.
OLLENDORF. Sachsen-Weimar BV Weimar.
Dorf-K. spgot. und bar. — Großer Kanzelbau, die ganze Breite des Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von Valentin Ditmar aus Erfurt.
OELSHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Dorf-K. rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.
OELSNITZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Stadt-K. Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.
OEPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches Epitaph des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. — Bildnisgrabstein Hans Wilh. v. Haßberg † 1555.
OPPERSHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
Dorf-K. spgot. mit rom. OTurm.
ORB. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Stadt-K. spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei Statuen: Schmerzensmann (tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen Grabfigur, 1354. — Heiliges Grab um 1500. — Aus derselben Zeit stark übermalte Wandmalerei. — Sonstige innere Ausstattung 1683.
ORLAMÜNDE. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Stadt-K., übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen Wert.
Rathaus 1493, Uhrturm 1670
Burg. Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte Kemnate«, ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der [pg 318] Eingang (für Leiter) 10 m über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.
ORTRAND. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Stadt-K. Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch. Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem rck. Altarhaus hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.
Friedhofs-Kap. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.
OSCHATZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten 1443; weitere Brände 1616 und 1842; nach dem letzten von Heideloff mit Willkür rest. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender Hauptchor, rückspringende Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors eine als regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang durch 5 Portale. Am Äußeren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2 stattliche WTürme. — Von der ma. Ausstattung wenig übrig: 3 Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmäler der Sp.Renss.
Franziskaner-K. Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer Taufstein aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — Die Klst. Gebäude nur aus älteren Abb. bekannt.
Gottesacker-K. 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch got., auch mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore im W. Unter den Denkmälern ist das der Susanna Taucher † 1622, junge Frau mit Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit.
Rathaus 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. die Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.
Brunnen 1588 von Gregor Richter.
Schloßruine Osterland.
OSCHÄTZCHEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Dorf-K. 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende Ärmlichkeit. [pg 319] — Schnitzaltar E. 15. Jh. Ein zweiter, besserer, im Stall des Schulhauses.
ÖSLAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse die Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore mit ungewöhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, Holz und Stuck; die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit die Kanzel. Chorbänke um 1700.
Herrenhof 16. Jh. — Herrgottsmühle, am Mühlwerk Schnitzerei, bez. 1617.
OSSA. K. Sachsen AH Borna.
Dorf-K. Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13. Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. mit Säulenportal; die WWand. — Ausstattung 1680. Verstümmeltes Altarwerk um 1490.
OSSLING. K. Sachsen AH Kamenz.
Dorf-K. 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche Denkmäler aus 18. Jh.
OSSMANNSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein, Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.
OSTERBURG. UFranken BA Neustadt.
Burgruine. Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.
OSTHEIM. UFranken BA Hofheim.
Pfarr-K. Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. Kanzel 1727. — Hochaltar 1774 mit entsprechendem Gemälde von Herrlein. — Glocke 14. Jh.
Schmerzhafte Kap. 1675, noch wesentlich got.
OSTHEIM V. D. RHÖN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Stadt-K. 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Säulen der NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das Äußere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen ausgeführten Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der SWand ein eigentümliches Holzschnitzwerk: Szenen aus der Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind älter als die um 1738 ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. — Eine Reihe von Bildnisgrabsteinen [pg 320] in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz † 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573 als Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl. Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und Anna v. Ostheim; G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein † 1575, bez. I. H. 1580; weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch das Material, Gußeisen, die Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.
Befestigter Kirchhof. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter südl. in den fränkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1. H. 15. Jh.
Von den im 17. Jh. genannten 7 Adelshöfen gut erhalten, der Hansteinsche aus E. 16. Jh.
In der Nähe ein runder Wartturm.
OSTRITZ. K. Sachsen AH Zittau.
Dorf-K. Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil des 13. Jh., Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. — Hochaltar rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde ebenfalls von Leubner in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem nördl. Nebenaltar Pietas um 1480. — Sandsteinkanzel 1609. — Prächtige Monstranz um 1500. — Kelche des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg und Prag. — Zahlreiche Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh., hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld † 1661.
OTTENDORF. K. Sachsen AH Pirna.
Dorf-K. spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — Altarwerk 1591. — Schloß. Gemengbau 15.-18. Jh.
OTTENDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Dorf-K. Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., Emporen mit Bildern. Gemalte Glasscheiben bez. 1624. — Im Dorf gute Fachwerkhäuser.
OTTENHAUSEN. RB Erfurt Kr. Weißensee.
Dorf-K. (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage wie die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. got. Chor. — Ziemlich reicher spgot. Schnitzaltar.
OTTERWISCH. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche Denkmäler der Familie von Hirschfeld 1545-1578.
OTTOWIND. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.
OTTRAU. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
Kirche, zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absätzen errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen Holzdecke. In den östl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene Dienste als Träger ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen neu. — Wandtabernakel E. 14. Jh. — Spgot. Wandgrab von ungewöhnlicher Anlage; große, reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt. — Ikon. Grabstein 1604, roh. — Bmkw. Kanzel von 1544, noch in spgot. Formen.
OTZDORF. K. Sachsen AH Döbeln.
Dorf-K. Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. Madonna aus Holz. Eine zweite desgl. wenig jünger. Johannes, ebenfalls Holz, 2. H. 13. Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus großer Zeit.
OYBIN. K. Sachsen AH Zittau.
Burg und Kloster. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb. um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man erkennt sie an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. 1319 gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nördl. Felsenrand. 1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384. 1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als Steinbruch- — Kirche. Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1 gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhöhe zurücktritt. Die NSeite wird durch weitläufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie gestützt; das obere Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehöhlt. Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen. Die Reste des Maßwerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der [pg 322] Parler gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.
Museum im Burgsaale.
Dorf-K. 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.