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SAALBORN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. rom.-got. Übergang. — Altarkruzifix »ganz ausgezeichnete Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer.

SAALBURG. Reuß j. L. LA Schleiz.

Stadt-K. Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein renss. Ofen. Tüchtiger Altarbau 1665.

Bmkw. Reste der Stadtbefestigung.

Klst. Heiligenkreuz gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K. zerstört.

SAALECK. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burgruine. Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh.

SAALECK. UFranken BA Hammelburg.

Burgruine.

SAALFELD. Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

Johannis-K. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. — 3sch. Halle von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor mit 8Eck-Schluß. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört, erhalten die Tympanonreliefs (W Jüngstes Gericht, S Anbetung der Könige und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung der Sakristei NSeite Relief mit Schweißtuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. — Reste von spgot. Altären, einer von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar. Kanzel; Relief von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem Spielmann; Tumbendeckel eines Gf. v. Orlamünde, 14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; Glasmalereien in den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im nördl. Sschiff hl. Grab, 15. Jh.

Siechenkapelle, Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17. Jh. dürftig rest. — Schnitzaltar M. 15. Jh.

Barfüßer-Klst., 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im 19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß jetzt städt. Museum. Im obersten Geschoß Deckengemälde des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.

Nikolai-K. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, nur die glatten Mauern und zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die späteren Veränderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht mehr erkennbar.

Amtsgebäude, 1610.

Rathaus 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte 8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend und in kleinen Giebeln endigend; mit ihm gruppieren sich [pg 359] rechts und links 2 Zwerchhäuser (in etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang zur Renss.; an den Wandflächen Spuren von ornamentaler Malerei.

Herzogl. Schloß. An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst. Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Großes Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. Einige Zimmer in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten.

Hofapotheke um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus; nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.

Stadtapotheke. Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2 Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.

Haus Gerdts, 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben Meister. — Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. in größerer Zahl.

Schloß Kitzerstein; in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst malerisch.

Burgruine Hoher Schwarm, erb. nach 1200 an der Stelle einer weit älteren Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an den Ecken.

Von der Stadtbefestigung 4 Tore erhalten.

Friedhof mit Resten einer Renss.Halle.

SAATHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den vielen Fachwerkkirchen des Kreises.

Herrenhaus, schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden.

SABABURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Schloß. Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.

SACHSENBURG. K. Sachsen AH Flöha.

Schloß. 1488 von Hans Reynhart; bedeutende Anlage, seit der Verheerung im 30j. Kriege entstellt.

SACHSENBURG. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Burgruine.

SACHSENDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor; die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen ausdrucksvolle Kreuzigungsgruppe, 16. Jh.

SACHSENHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. — Spgot. Altarwerk.

SALLMANNSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter Schnitzaltar um 1500, jetzt über dem Chorbogen.

SALZ. UFranken BA Neustadt.

Dorf-K. Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine rom. Basilika zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker.

SALZBURG B. NEUSTADT. UFranken BA Neustadt.

Burgruine. Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200, schöne Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm »Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze« genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance.

SALZUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Stadt-K. Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser der Zopfzeit.

Husenkirche vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt [pg 361] ein ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.

Friedhofs-Kap. spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualität.

SANGERHAUSEN. Pr. Sachsen. Kreisstadt.

Jakobi-K. Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem langgestrecktem Chor. — Der Flügelaltar der größte und beste des Kreises. Einfacher spgot. Taufkessel. Großes Grabmal von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers J. M. Nosseni.

Ulrichs-K. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind; das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise, dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. — Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. Tympanon mit Ludwig dem Springer und dem hl. Ulrich. — Kanzel 1620. — Figurierter spgot. Taufkessel.

Schlösser. Altes 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. Neues 1586 und 1612.

2 km vor der Stadt Ruine der S. Katharinen-K. im Helmstal, gew. 1220, flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.

SANKT GOTTHARDSBERG b. Amorbach. UFranken.

Frauenkloster (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629 hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika von 7 Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor got. Portal sprenss.

SANKT HELENA b. Gräfenberg. OFranken.

Dorf-K. mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, Veit Stoß (vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.

SANKT JOHANNIS. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.

SANKT KILIAN. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1689 im Typus Hinternah, noch got.

SANKT KUNIGUND. UFranken BA Ochsenfurt.

Kapelle. Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht erheblich verändert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt. Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. Schiff flachgedeckt. An den Längsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. — Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu einer Außenkanzel, wohl für Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche diademtragende Figur vorgelegt (Kunigunde). — Friedhofsmauer mit Torbau.

SANKT MICHELN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. Chor, rck. WTurm.

SANKT WOLFGANG. RB Cassel Kr. Hanau.

Von dem 1468 gegr. Kloster wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch. Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.

SAYDA. K. Sachsen AH Freiberg.

Stadt-K. 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller Vorhalle. — 3 Wandgräber der Familie v. Schönberg, besonders bmkw. das jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art Nossenis, ungenügend die Bildnisfigg. — Taufstein mit figürl. Reliefs um 1500.

SCHAALA. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh., spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. — Schnitzaltar aus der Saalfelder Schule um 1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde nach Stichen von M. Schongauer (Erfurter Ausstellung 1903).

SCHACHTEBICH. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein spgot. Altar aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgemälde.

SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. Stadt-K. Spgot. Das 1sch. Lhs. mehrmals verändert, der verlängerte [pg 363] polyg. Chor 1520. — Grabsteine der Familie v. Schaumberg.

Burgruine Schaumberg, wenig erhalten.

SCHANDAU. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. umgebaut 1645 und 1704. — Moseskanzel 1706.

SCHARFENBERG. K. Sachsen AH Meißen.

Burg. Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte Hofstube).

SCHARFENSTEIN. K. Sachsen AH Marienberg.

Burg. Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke 3,25 m. Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot. Verschlingungen zwischen dünnen Pfll.

SCHARFENSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schloß frühes Ma. bis bar.

SCHEIBENBERG. K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500.

SCHELLSITZ. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar. Kanzelaltar. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. Schnitzwerk, jetzt auf der Empore.

SCHENKENSCHLOSSHOF. UFranken BA Würzburg.

Burgruine Roßberg. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp. Höhe von 28 m.

SCHERNECK. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um 1650 mit vielen Schnitzfigg.

SCHESSLITZ. OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest. 1650. — Grabsteine des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. — Hochaltargemälde von Mattenheimer um 1780. — Auf dem Kirchhof schönes Steinbild der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg stammend.

SCHILDAU. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Stadt-K. Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und 1829. — Schnitzaltar der sächs. Schule 15. Jh.

SCHILDECK. UFranken BA Brückenau.

Burgruine aus 13. Jh., wenig erhalten.

SCHIRGISWALDE. K. Sachsen AH Bautzen.

Kath. Stadt-K. 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die Kanzel mit Rok.Elementen.

SCHIRMDING. OFranken BA Wunsiedel.

Kirche, 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.

SCHKAUDITZ. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und Portal.

SCHKEITBAR. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).

SCHKÖLEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Burg aus Ma., mächtige turmreiche Anlage.

SCHLEBERODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und Taufengel geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.

SCHLECHTSART. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1606, rom. OTurm.

SCHLEID. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen und innen durch dorische Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem. Hauptaltar: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus der ev. K. ein hübscher spgot. Schnitzaltar und Taufstein bez. 1529. — Am ehem. Pfarrhaus Hoftor 1591.

SCHLEINITZ. K. Sachsen AH Meißen.

Schloß. Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe im Stichbogen; Sakramentsnische bez. 1518.

SCHLEIZ. Reuß j. L. Amtsstadt.

Stadt-K. spgot. unbedeutend. — Altarbau 1721, für diese Gegend ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.

Berg-K. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl. und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. — Das Innere durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. Altaraufsatz 1635. Tumba Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch die Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur unbedeutend. — Epitaph Heinrichs II. von Reuß, † 1639, kolossal, künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in ungewöhnlich großer Menge.

Schloß. Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden im 18. Jh. erneuert.

SCHLETTAU. K. Sachsen AH Annaberg.

Ulrichs-K. 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor älter.

Schloß. Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit Vorhangbögen; das übrige entstellt.

SCHLETTAU. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. rom., ziemlich gut erhalten.

SCHLEUSINGEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap. 11 Grabsteine der Grafen v. Henneberg 1444-1583.

SCHLÜCHTERN. RB Cassel Kreisstadt.

Ehem. Benedikt.-Klst. (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm und den Klostergebäuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. mit Würfelknäufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, ebenfalls mit Tonne gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. — S. Andreas-Kap. sprom. von 2 Kreuzrippengewölben überdeckt. — Huttensche Kap. 1354 in guten got. Formen. — Kreuzgang-Kap. mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. — Got. Küche. Sonst die Klostergebäude gänzlich verändert.

Rathaus renss. 1567.

SCHLÜSSELAU. OFranken BA Bamberg II.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spätestgot. 1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor, am WGiebel steigender Spitzbogenfries. — Grabstein des Gottfr. v. Schlüsselberg 1308.

SCHLÜSSELFELD. OFranken BA Höchstadt.

Pfarr-K. »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss. (bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne Glasgemälde«. Hochaltar aus der Universitätskirche in Würzburg.

Rathaus 1723. — Brunnen mit Petrusstatue 1715.

SCHMACHTENBERG. UFranken BA Haßfurt.

Burgruine. Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.

SCHMALKALDEN. RB Cassel Kreisstadt.

Stadt-K. S. Georg. Beg. 1437 von Jörg Meier aus Erfurt Gwb. im Chor 1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte) Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen [pg 366] Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. — Äußeres: Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzporträt. Von 2 WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmdächer bar. Reiches 2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit Kantblumen. — In der »Lutherstube« über der Sakristei einige Bildwerke. — Kanzel reich geschnitzt, Taufstein mit biblischen Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 Tafelbilder von 1503. Grabsteine 17. Jh. Großer got. Sakristeischrank und ansehnliche got. Kelche. Tafelbild mit Kreuzigung um 1450. Schnitzaltar um 1500. Prachtvoller messingener Kronleuchter.

Hospital-K. von 1339, neuerlich verrestauriert.

Friedhofs-Kap. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — Das Gespring, gefaßte Quelle in Renss.Architektur.

Hessenhof. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum Wandgemälde aus 1. H. 13. Jh., Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.

Rathaus. Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark verändert, doch manches noch von Interesse.

Herrenhäuser. Große Kemnate in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. Heilig-Grab-Haus in der Pfaffengasse, später Henneberger Hof, Westhälfte got., Osthälfte renss. Rosenapotheke in der Steingasse 1545. Todtenwarthsche Kemnate am Altmarkt 1575.

Bürgerhäuser. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).

Vor der Stadt zahlreiche Gartenhäuser des 18. Jh., meist in feiner baulicher Gestaltung.

Stadtbefestigung. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme meist, die Tore alle abgetragen.

Schloß Wilhelmsburg. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch Christoph und Hans Müller, »Hofschreiner und Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der [pg 367] Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete Kapelle. Die Anlage folgt dem in den Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden Schmalseite übereinander — diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum erstenmal auf — Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom Niederländer Wilhelm Vernucken): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im Anschluß an Cranachs Holzschnittwerk »Passional Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt; [pg 368] nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine; Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten Ensemblewirkungen im »Riesensaal«, hauptsächlich Malerei auf Wandverputz und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das Landgrafenzimmer im Erdgeschoß. Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen Gesch.-Ver. Die Gartenterrassen aus A. 17. Jh. sehr zerstört.

SCHMERLENBACH. UFranken BA Aschaffenburg.

Benedikt-Nonnen-Klst. 1769.

SCHMIEDEBERG. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.

Rathaus 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.

Privathäuser mit renss. Portalen zahlreich.

SCHMIEDEBERG. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dreifaltigkeits-K. 1713-16 von George Bähr. Griechisches Kreuz mit sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr. ein regelmäßiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. Taufstein vom Dresdener Hofbildhauer Benjamin Thomae. In der Sakristei Wachsbüste, wohl von Dubut.

SCHMIEDEHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Der quadr. Turmchor rom.

SCHMOCHTITZ. K. Sachsen AH Bautzen.

Schloß. Hauptgebäude 1764 vom jüngeren Pöppelmann. Im (stark veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx (hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und P.A. v. Schönberg, den Gründer des Parks.

SCHMÖLLN. Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.

Stadt-K.; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand 1772 mit Holzgwb.

SCHMORKAU. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.

SCHNABELWEID. OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.

Schloß mit Rund-Turm einfach renss.

SCHNEEBERG B. AMORBACH. UFranken.

Dorf-K. Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse. Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der Hochaltar, 2. V. 17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.

SCHNEEBERG. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang 1515-16. Baumeister Hans v. Torgau. — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten gleich; der östl. Abschluß gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des 16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in Annaberg und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, sondern durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer Altarbau in strenger Barock-Architektur von 1712. Der alte Flügelaltar von 1539 teilweise in den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt Cranachs; interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel. Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rückseite. — Kanzel 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. — Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. — Hinter dem Altar Gemälde des Schneebergers Wolfgang Krodel 1561.

Hospital-K. von 1567, erneuert 1737.

Rathaus 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. — Kurfürstenbilder von Andr. Engelhard in kunstreichen Rahmen von Andr. Petzold. Kleine Holzädicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 W K (Wolf Kreuter).

SCHNEY. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.

Schloß aus Dientzenhoferscher Zeit auf ma. Burganlage.

2 malerische Torbauten und Mauerreste aus Ma.

SCHÖLLKRIPPEN. UFranken BA Alzenau.

Pfarr-K. spgot. — Schloß, aus einer alten Wasserburg umgebaut.

SCHÖNAU. K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar [pg 370] im Museum Bautzen]. Pastorengrabstein 1653, tüchtig.

SCHÖNAU. UFranken BA Gemünden.

Kloster-K. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.) erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699 (Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der Chor teilweise verändert, die trockene derbe Architektur der Richtung Petrinis nahestehend. Die pompöse Ausstattung aus der Erbauungszeit, Altarblätter (wahrscheinlich) von Oswald Onghers und von Seb. Urlaub (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr gute Arbeiten, möglicherweise eigenhändig von Riemenschneider.

SCHÖNBACH. UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich gut bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15. Jh.

SCHÖNBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. (französ. Kolonie) 1706 von Paul Du Ry.

SCHÖNBERG. K. Sachsen AH Oelsnitz.

Dorf-K. Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.

SCHÖNBORN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. mit rom. Altarhaus. — Altarbild »an Hans v. Culmbachs Art erinnernd«(?)

SCHÖNBRUNN. OFranken BA Wunsiedel.

Pfarr-K. Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. Ikon. Grabstein 17. Jh. Kalkstein und Eisenguß.

SCHÖNBURG. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burg. (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen. Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, also nicht der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, doch auch hier rom. Kennzeichen.

SCHÖNERSTADT. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — Holzstatuen, Reste eines Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.

SCHÖNFELD. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar mit Gemälde von Jonas Eywick zu Pirna 1658; einfache Sandsteindenkmäler 18. Jh.

Schloß einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches. Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem 6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmäßig. Im Erdgeschoß Gewölbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.

SCHÖNFELD. K. Sachsen AH Großenhain.

Schloß. 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.

SCHÖNFELS, s. Alt- und Neuschönfels.

SCHÖNHAGEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 got. Altäre verarbeitet.

SCHÖNRAIN. UFranken BA Aschaffenburg.

Burg. Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556.

SCHOTTENSTEIN. OFranken BA Staffelstein.

Pfarr-K. bar. 1703, got. Turm. — Grabdenkmäler 16. Jh.

SCHRAPLAU. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen (s. dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — Von der »alten« Burg (ao. 979 »Scrapenlevaburg«) und der »neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.

SCHREBITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Große spgot. Dorf-K. 1sch., Netzgwb., WTurm.

SCHRECKSBACH. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. 1754. — Schloß 1580.

SCHULPFORTE s. Pforta.

SCHÜPTITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.

Dorf-K. mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. — Schnitzaltar 16. Jh.; Weihrauchgefäß 13. Jh.

SCHWALLUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen

Dorf-K. Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) von 1537. — Von den Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663.

SCHWANEBERG. UFranken BA Kitzingen.

Schloß in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.

SCHWAPPACH (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.

Stattliche Amtshöfe des Klosters Ebrach von Joh. Dientzenhofer.

SCHWARZACH. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster, Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. Grabstein 1542, 1609. — Wirtshaus schöner Fachwerkbau 1680.

SCHWARZBACH. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. wesentlich rom., neuerdings rest. — Glocke aus 13. Jh.

SCHWARZBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche, in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. Flache Decke mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.

Mehrere geschnitzte Holzfachwerkhäuser des 17.-18. Jh. mit gut geschnitzten Eckpfosten.

SCHWARZBURG. Schwarzburg-Rudolstadt.

Schloß. Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast ganz vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. — 2 Schnitzaltäre von Valentin Lendenstreich, dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und 1503.

SCHWARZENBERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. 1690-99 von Joh. Georg Roth (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von 34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung.

SCHWARZENBORN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor etwas jünger.

SCHWARZENFELS. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Schloßruine 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von 1621.

SCHWEBDA. RB Cassel Kr. Eschwege.

Dorf-K. mit rom. Turm. — v. Keudellsche Grabsteine. — Got. Wasserburg der v. Keudell.

SCHWEBENRIED. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien, namentlich der Orgelgehäuse.

SCHWEBHEIM. UFranken BA Schweinfurt.

Schloß (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, von Türmen flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Häuser mit Staffelgiebeln 1526, die Treppentürme 1574.

SCHWEINA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Pfarr-K. schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese Gegend reich.

SCHWEINFURT. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualität, durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus älterer rom. Bauzeit der Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im 2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die Vierung und die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden. An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter Arbeit des 14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal nicht groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im Obergeschoß entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 große Kreisfenster mit reich profiliertem Gewände, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf Säulchen mit Knospenkaptt. — Taufstein 1367. Kanzel 1694, got. Grabsteine unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg. Fuchs Art des P. Dell d. J. um 1550. An der Außenwand Epitaph des Berthold Rucker † 1377, vor dem Heiland kniend; interessant für die Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schöne Abendmahlskanne E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.

Rathaus 1570 ff. von Niklas Hoffmann aus Sachsen. Es wird den besten seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum des Zierwerks wirkt es vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgeschoß. Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Sälen, die sich in einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das Detail entspricht der sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.

Gymnasium 1582.

Mühltor 1564.

SCHWEINITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon, wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die Schnitzerei gilt für Saalfelder Arbeit, die Gemälde nicht aus Wolgemuts Werkstatt (so Lehfeldt), die Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf dem Altar in Schaala.

SCHWEINSBERG. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Stadt-K. um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb. ohne Strebepfeiler. — Ikon. Grabsteine der Familie Schenk zu Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.

Schloß, ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils bewohnt.

SCHWEPNITZ. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok. Denkmälern.

SCHWETA. K. Sachsen AH Döbeln.

Schloß. Renss. Stattlicher Kamin.

SCHWETA. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1751. Zentralbau unter Einfluß G. Bährs. Gr. in Form eines Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.

SCHWICKERSHAUSEN. Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.

Schloß 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude 1579, 1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.

SEBNITZ. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher Altarbau bez. Martin Roth 1586. Kanzel 1621. Gute Madonnenstatue E. 15. Jh.

SEDLITZ. K. Sachsen AH Pirna.

Schloß und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von Pöppelmann, verkürzt ausgeführt von Knöffel und Longuelune; rest. 1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.

SEEBACH. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche Alabaster-Epitaphe der Familie v. Berlepsch.

SEEBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes Schloß. Hauptgebäude 17. Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die Kapelle, nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen). Außerdem größere Schloß-K., spgot.

SEEGA. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.

SEEGNITZ. UFranken BA Kitzingen.

Rathaus 1608. — Auf dem Friedhof kleines Epit. bez. TK (Thomas Kistner).

SEEHOF. OFranken BA Bamberg I.

Schloß Marquardsburg. Bedeutende Anlage. 1686 von Petrini aus Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der Schloßtypus von Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme 1711 durch Joh. Dientzenhofer verändert, die innere Ausstattung durch B. Neumann 1729.

SEELITZ. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: Gr. ähnlich der Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung gekommen. — Schnitzaltar jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. Aufbau 1771. — Mehrere Grabsteine.

SEIBELSDORF. OFranken BA Steinach.

Pfarr-K. 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.

SEIDMANNSDORF. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. Emporen bez. 1538.

SEIFERSDORF. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gewölbe mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche Altarwerk scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten Grabmals aus der Schule Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen Grabmälern besonders die des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw.

Schloß. Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. — Hervorragende Porträtreihe, u. a. Goethe 1787, Königin Luise v. Preußen 1788, beide von Darbes, mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie von Graff.

Das Seifersdorfer Tal, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde, seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergänglichkeit, Hütte des Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).

SEIFERSDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. architekturlos. Ansehnliches Altarwerk von 1518, die tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer Qualität.

SEIFHENNERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern klassizistisch, von K. Ch. Eschke.

SEINSHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Dorf-K. Holzmadonna von einem der besseren Gesellen Riemenschneiders.

SEITENDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern spitzbg. im Übergang zur Renss.

SELIGENTAL. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. — Mehrere gute Fachwerkhäuser.

SERRFELD. UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. spgot. mit OTurm. — Alabasterreliefs um 1480. — Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.

SESSLACH. OFranken BA Staffelstein.

Anziehendes altertümliches Stadtbild. Mauern und Türme auf größere Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein und Fachwerk.

Kirche. Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522 durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.

SEUSSLINGS. OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere (rom.?) Krypta. Glasfenster. Relieftafeln vom ehemaligen Hochaltar um 1480.

SEUSSLITZ. K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.

SIEMERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. Ungewöhnlich gutes spgot. Holzrelief (hl. Sippe).

SIERSLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Dorf-K. rom. 12. Jh. — Hübsche Sakramentsnische 1484.

SINNERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später Gutshof. An der Gartenmauer rohe frgot. Steinfigur, im Garten mehrere Rok.-Figuren.

SITTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. mit rom. O.-Turm.

SITTICHENBACH. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Cisterc.-K. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert bestanden [pg 377] zu haben; auf ihn gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei 2 frühgot. Kapellen. Am Fenstermaßwerk auf Säulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.

SITZENRODA. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — Schnitzaltar 15. Jh. Mehrere Epitaphe 1530-1626.

SODEN. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Huttensches Schlösschen. 1536 und 1591. Gut erhalten.

SODENBERG. UFranken BA Hammelburg.

Ruine. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen. Sehr verfallen.

SOMMERACH. UFranken B A Gerolzhofen.

Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen spätmittelalterlichen Dorfbefestigung.

SÖMMERDA. RB Erfurt Kr. Weißensee.

Stadt-K. S. Bonifazius. 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem Chor 1462; Turm nördl. daneben. — Guter Schnitzaltar. Hinter ihm 2 Gemälde A. 15. Jh.

Rathaus 1529 ff. ziemlich groß, entstellt.

SOMMERHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.

Anmutiges Mainstädtchen mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2 Figurenbrunnen. In der Kirche schöne geschnitzte Kanzel 17. Jh.

Schloß der Grafen v. Rechteren. — Rathaus kräftiger Renaissancebau. — Auf dem Friedhof originelle Steinkanzel mit Überdachung.

SÖMMERSDORF. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1795 mit nachgot. Turm. Marmoraltar aus St. Michael in Würzburg, um 1750. Reste eines spgot. Altars um 1510.

SOMSDORF. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint rom. [Reste eines großen Altarwerks um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]

SONDERSHAUSEN. Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.

Trinitatis-K. nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; darauf die 4 Evangelisten; schwebende Kinderengel halten Gemälde. Reicher Kelch um 1400.

Fürstl. Schloß 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17. Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rängen.

SONDHEIM V. D. RHÖN. Sachs.-Weimar VB Dermbach.

Pfarr-K. 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. [pg 378] Die Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775, auf der hölzernen Flachdecke Kolossalgemälde (Himmelfahrt) von Peter Herrlein 1775. — Hohe befestigte Kirchhofsmauer. — Von den Adelshöfen ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben.

SONNEBORN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirchenruine mit frgot. Chor. Grabsteine des M. v. Wangenheim 1588 gehört zu den besseren.

SONNEFELD. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1264. Der mächtige Chor, 3 Joche und 5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und sorgfältig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). — Grabsteine aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs; Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, vielleicht der beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.

SONTRA. RB Cassel Kr. Rotenburg.

K. S. Georg. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg. Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. Turm 17. Jh. Unter den Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.

Rathaus, malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe.

SORNITZ. K. Sachsen AH Meißen.

Schloß 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener Tage. Kleines Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von Wassergräben. Nüchterner Umbau 1742.

SPANGENBERG. RB Cassel Kr. Melsungen.

Stadt-K. Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer 1sch. Chor, gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken hölzernen Helm. — Tumba der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten 2 Engel, zu Füßen Löwe und Hund.

Hospitals-K. Schlicht spgot. 1sch. — Holzskulptur, Pietas.

Schloß. Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des 16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gräben und kunstvollem Wall. In verschiedenen Sälen figürliche und ornamentale Malerei.

Schöne alte Fachwerkhäuser in neuester Zeit durch Brand und Umbau zerstört.

Ringmauern schlecht erhalten, besser 3 Türme (1 runder und 2 viereckige).

SPARNECK. OFranken BA Münchberg.

Kirche got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.

SPIELBERG. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.

SPIESSCAPPEL. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. Prämonstratenser-Klst.-K. Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged. Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch. und östl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6 Arkaden, das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8 Männer- und Weiberköpfe, deren Haar und Bart in langen Strähnen durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig profiliertes Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge und Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll. ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des Salvators, der Mutter Gottes und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. — In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein Altarbaldachin in spätesten und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle Steinreliefs von 1500 und 1504. — Springbrunnenbecken bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang.

SPITZKUNNERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1712 von J. Kirschstein, dem Erbauer der K. von Hainewalde und dieser gleich. Altar mit gediegenen Schnitzfiguren von Fr. Bühner aus Böhmen. Zahlreiche bar. Grabdenkmäler.

SPORA. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.

SPREMBERG. K. Sachsen AH Löbau.

K. 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche Grabdenkmäler bar. und rok., unbedeutend

STADELHOFEN. OFranken BA Bamberg I.

Dorf-K. um 1700.

STADTILM. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Pfarr-K. Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten, darunter das wichtigste die 2 Portale an [pg 380] der N- und SSeite mit Vorhallen in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten Statuen der Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. Das schöngegliederte Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Geschoß hochgot. mit niedriger Steinpyramide, Eckfialen und Wimpergen — eine treffliche Komposition, aber neuerdings völlig verrestauriert.

Ehem. Kloster der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete Schloß. (Verständnisloser Anbau A. 20. Jh.).

STADTLAURINGEN. UFranken BA Hofheim.

Pfarr-K. wesentlich 1731.

Rathaus, schöner Fachwerkbau bez. 1563.

Zehntscheuer mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.

STADTLENGSFELD. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Pfarr-K. WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.

Schloß (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh. umgebaut.

STADTPROZELTEN. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh. Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von 1628. — Im Innern gute Sandsteinfigur einer weibliehen Heiligen, um 1430.

Rathaus erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer, zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster, bez. 1600.

Burgruine Prozelten (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg, Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der schönsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer mit großen Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl. Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot.

STADTSCHWARZACH. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser Hochaltar um 1730, die feineren Seitenaltäre um 1710. [pg 381] Spgot. Chorstuhl mit Flachschnitzerei. Sitzende Madonna 1. H. 14. Jh., bäuerisch.

STADTSTEINACH. OFranken BAmtsstadt.

Marien-Kap. 1690, Apsis aus 13. Jh.

Marter 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Säulen.

2 Stadttürme und Strecke der Mauer. Burgruine Nordeck (Hennebergisch); zerst. 1525.

STAFFELSTEIN. OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte Turm, jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481, 1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in Mittelfranken häufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hübsches malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür Rotmarmorrelief 1484; am Turm ein verwitterter Rittergrabstein 14. Jh.

S. Annen-Kap. Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht »Veit Stoß.«

Rathaus 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal ein an Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.

4 Tortürme 14 Jh. (?).

STAUCHITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Schloß für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von J. R. Petersell. 15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit; am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal mit doppelläufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.

STAUSEBACH. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. — Einfache Kanzel etwa E. 15. Jh. Weihwasserstein spätestgot. 16. Jh. — Befestigter Kirchhof.

STECKELBERG. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Burgruine. Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16. Jh.

STEDTEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma — Schloß 1737, einfach.

STEDTEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Rom. Dorf-K., das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. überarbeitet. Großer Flügelaltar.

STEDTLINGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1736, sehr reiche Kanzel. — Geschnitztes Fachwerkhaus 17.—18. Jh.

STEIN. K. Sachsen AH Zwickau.

Schloß, sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und wohlerhalten.

STEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina abgegangen). Unterstein erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau, Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher angelegt Oberstein 1582, 1594.

STEINACH. UFranken BA Kissingen.

Pfarr-K. Crucifixus; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde von 1516 als eigene Arbeit Riemenschneiders beglaubigt; Holz; mit ausgeprägtem Streben nach weicher Schönheit in Haltung und Körperform.

STEINAU. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

S. Katharinen-K. 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im NO. — Geringe Steinfiguren, Reste eines h. Grabes. —

Spgot. Kanzel von Stein.

Schloß. Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage, umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein 3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 Mittelsäulen. Das 2. Geschoß enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen und Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit bar. Bedachung.

Amtshaus 1562 spgot.

Rathaus 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.

Gasthaus zum Schwan 1620.

Ringmauern z. T. doppelt und Stadttürme ziemlich gut erhalten.

STEINBACH. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration — Stattliches Herrenhaus (v. Pflugk) 1715.

STEINBACH. UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.

STEINBACH. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer quadr. Chor und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.

STEINBACH. UFranken BA Lohr.

Pfarr-K. 1723 von Balthasar Neumann. Den Typus der kleineren Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem [pg 383] Maßstabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem WTurm. — Ausstattung gut. — Hochaltar etwas früher als der Bau. Linker Seitenaltar von Leunenschloss 1723.— Silbergetriebenes Kruzifix, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. — Kreuzpartikel, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise nach Neumanns Entwurf.

Schloß der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von Balthasar Neumann. Der ganz originelle Grundriß Längsbau, von zwei Querflügeln rechtwinklig durchschnitten, so daß der Längsflügel noch als Risalit an den Schmalseiten vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet sind, macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit guten Stuckaturen im Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.

STEINBACH-HALLENBERG. KB Cassel Kr. Schmalkalden.

Burgruine Hallenburg. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger. Um 1600 verfallen.

Dorf-K. Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. — Befestigter Kirchhof, am Tor bez. 1605.

STEINBERG. OFranken BA Kronach.

Pfarr-K. angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.

STELZEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung älterer Teile.

STEPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — Die Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem. Schloß in Verbindung. — Fachwerkhäuser 17. und 18. Jh.

STERNBERG. UFranken BA Königshofen.

Pfarr-K. (1673) mit guter Fassade. Stattlicher Hochaltar.

Schloß um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei dem Aschaffenburger Schloß).

STERPERSDORF. OFranken BA Höchstadt.

Wallfahrts-Kap. 1763.

STETTBACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Zwei männliche Holzfigg. neben dem Hochaltar, schwache Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit Riemenschneider.

STETTEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt. wiederbenutzt. Am Taufstein von 1651 Ölgemälde in Kartuschen.

STETTFELD. UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. — Chorbg. Kruzifix überlebensgroß, um 1520, bmkw. — Glocke 1354.

Mühle A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.

STEUDNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem Beschlag.

STÖCKACH. UFranken BA Hofheim.

Schloß um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus.

STOCKHEIM. UFranken BA Mellrichstadt.

Altes Zehnthaus. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.

Ansehnliche Reste der Dorfbefestigung.

STOLBERG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Stadt-K. S. Martin 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne bronzene Grabplatte der Elisabeth von Stolberg, geb. Gräfin v. Wirttenberg, † 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der Vischerschen Werkstatt, desgl. die Gedenktafel für den schon 1488 verstorbenen Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche Bildnisse von Luther und Melanchthon 1611, besser die Pastorenporträts 1656, 1672.

Die alte Münze (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei gezierter Fachwerkbau 1535. — Rathaus 1482, rest. 1600. — Schloß, große Gebäudegruppe, deren östl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss. Portal.

STOLLBERG. UFranken BA Gerolzhofen.

Von der ma. Höhenburg ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile des sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.

STOLLBERG. K. Sachsen AH Chemnitz.

Marien-K. Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H. 15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades Joch und 5/8 Schluß. Über dem Chor Dachreiter. — Spgot. Schnitzaltar mit den 14 Nothelfern.

STOLPEN. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, einige Teile noch unter Dach. Prächtiges Renss.Eingangstor [pg 385] nach M. 16. Jh., nicht 1521; dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt nur der Nebenpforte zu. — Kapelle 1405 und 1440.

STOLZENBURG. RB Cassel Kr. Schlüchtern

Burgruine, mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.

STOLZENHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — Intakte Ausstattung um 1680, recht gut der Altar.

STÖRMTAL. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß angelegtem OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh.

STÖSITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Herrenhaus 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von Dresdner Künstlern zweiten Ranges.

STRASSBERG. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg. Fenster, platter Chor.

STREHLA. K. Sachsen AH Oschatz.

Stadt-K. Spgot. Von Interesse die Ausstattung. Hochaltar 1605 von Hans Ditterich aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, am Sockel Abendmahl; die lebensgroßen Statuen gehören zu den besten der Zeit. Kanzel von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur leider überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer Reliefs. Denkmale des Hans v. Beschwitz † 1496, tüchtige vollplastische Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; des Otto Pflugk † 1568 (wohl von Hans Walther); der Margarethe Pflugk † 1573 (Christoph Walther zugeschrieben); des Otto Pflugk † 1591, bez. WK, das Ornament unter niederländischem Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art Ch. Walthers). Die zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.

Rathaus 1751, schlicht.

STREITBERG. OFranken BA Ebermannstadt.

Burgruine, umfängliche Anlage, wenig erhalten.

STREUFDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um 1500 Verlängerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. — Moses-Kanzel 1650; Taufstein 16. Jh.; im Chor Holzstatuen des Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; ikon. Grabst. 1701, 1716.

STRUPPEN. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; bmkw. rom. Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit spätestrom. Rippengwb. aus 2. H. 13. Jh. — Im Pfarrhaus Reste eines Schnitzaltars aus E. 15 Jh.

STRUTH. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1771. — Dorflinde mit ummauertem Tanzplatz.

SUHL. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Stadt-K. 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher Bar.Kanzelbau.

Kreuz-K. 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die äußere Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern. Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade.

Schloß, gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; Portale und andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis 13. Jh. zurück.

SULZA (DORF). Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17. Jh.

SULZA (STADT). Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.

SÜLZENBRÜCKEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes Antependium um 1400.

SULZFELD. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstärkt). An der Außenwand mehrere Epitaphe, das beste 1605. Großer Ölberg im bekannten Schema, 1497 gestiftet vom Schultheißen Lorenz Götz und zur Erinnerung an diesen † 1534 eine Bronzetafel.

Rathaus 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte Portale.

Heiligenstatuen an den Häusern ungemein zahlreich und von verhältnismäßig hoher Qualität.

Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute Stadtbild mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen, meist zerbröckelten Mauertürmen.

SÜLZFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw. Fachwerkhäuser, Datierungen 1612, 1619. — Dorflinde mit alter Steinbank.

SULZHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Schloß (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher Bau um 1720 (der Hinweis auf Balth. Neumann sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau, an den Enden Querflügel vor- und rückwärts ausspringend. Im Detail Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den Zimmern Rok.Tapeten.

SULZTAL. UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von Bossi u. a., früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.

SYHRA. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. Altarwerk (Holz) 1598. Aus demselben Jahr die Kanzel mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren. Mehrere v. Einsiedelsche Grabdenkmäler.

Herrenhaus 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.

SYLBACH. UFranken BA Haßfurt.

Dorfrathaus 1598. Allerliebster Fachwerkbau.