§. 68.

Die Klarheit einer sinlichen Vorstellung wird entweder vermehrt durch die geringere Dunckelheit ihrer Theile, oder durch die Menge der Theile und Merckmaale, die in ihr enthalten sind. Beyde Vollkommenheiten müssen bey einem feurigen Schertze verbunden werden. Die letzte wird insonderheit die Lebhaftigkeit genennt. Ein feuriger Schertz muß uns sehr vieles auf einmal vorstellen. Er muß unserm Auge die Aussicht in ein Feld eröfnen, dessen Ende es vor Menge der Gegenstände nicht gewahr werden kan. Wir müssen durch den Schertz von einem Chaos der Begriffe überhäuft werden dessen Entwickelung wir entweder vorzunehmen nicht Zeit haben, oder in der Geschwindigkeit nicht anzufangen wissen. Eine jede dieser Vorstellungen muß zwar nicht völlig klar, aber auch nicht vollkommen dunckel seyn. Ich habe nicht nöthig zu zeigen, wie diese Schönheit der Schertze könne hervorgebracht werden. Das ist nicht nur von meinem jetzigen Zweck entfernet, sondern ich glaube auch, daß es nicht eben nöthig sey. Wer nur die Schönheiten der Schertze, die ich bisher abgehandelt habe, zu erhalten sucht, sonderlich die erste bis zur vierten, der wird in seinem Schertze eine unendliche Mannigfaltigkeit hervorbringen. Weiß er sie nun dem Zuhörer dergestalt vorzustellen, daß dieser sie gewahr wird, so bekommt sein Schertz die nöthige Lebhaftigkeit.