§. 79.

Ich habe zur achten Vollkommenheit eines feurigen Schertzes, die Geschicklichkeit desselben, ein Lachen zu verursachen, angenommen. [§. 25.] Ich habe schon einmal erinnert, daß meine Meinung nicht darin besteht, als wenn ein Spaß würcklich müsse mit einem lachen begleitet werden, noch viel weniger werde ich die Grösse des Lachens bey einem Zuhörer, zum Merckmal der Grösse und Stärcke eines feurigen Schertzes, annehmen. Es kan jemand eine so ernsthafte Gemüthsfassung besitzen, daß er entweder gar nicht, oder doch sehr selten lacht; dieser wird auch über den feurigsten Schertz nicht lachen, ob er gleich noch so sehr dazu gereitzt wird. Mancher kan einen sehr heftigen Trieb zum lachen fühlen, und doch aus überwiegenden Gründen sich zwingen nicht zu lachen. Jener lacht über Kleinigkeiten, über ein Nichts, daß ihm der Othem vergeht, dieser lächelt nur bey den allerlächerlichsten Dingen. Ich sehe mich also genöthiget, die Schönheit eines Schertzes, die aus dem Verhältniß desselben zum lachen entspringt, nur darin zu setzen, daß er etwas belachenswürdiges enthalte, und dergestalt eingerichtet sey, daß ein Mensch der gerne und leicht, doch nicht ohne Grund, lacht, durch denselben zu einen starcken lachen sehr starck bewegt werde.