§. 80.

Man kan aus und mit Verdruß lachen, man kan aber auch aus Vergnügen lachen, und das Lachen kan unser Gemüth dergestalt aufheitern, daß dadurch alle bange Ernsthaftigkeit aus der Seele vertrieben wird. Man kan sagen, daß ein solches Lachen den Winden ähnlich sey, die die Wolcken zertheilen, vertreiben, und den Himmel aufheitern. Ein solches lachen ist eine so starcke Bewegung des Gemüths, die fähig ist, der Seele eine Munterkeit und aufgeräumtes Wesen zu geben, so der Betrübniß entgegengesetzt ist. Man wird mir ohne Schwierigkeit einräumen, daß die letzte Art des lachens diejenige sey, die durch einen Schertz muß gesucht werden. Der Schertz muß das Gemüth auf eine angenehme Art erschüttern, und die verwirrte Bewegung verursachen, die wir das Lachen nennen. Wenn man jemand zu einem verdrieslichen Lachen zwingt, so werden wir wenig Danck verdienen. Er wird sich wider uns rüsten, und alle seine Kräfte samlen uns zu widerstehen. Er wird unserm Schertze den Eingang verwehren, und wir werden ihm mit unsern Schertzen zur Last werden. Ueberdem müste es ein elender Spaß seyn, der wenig Schönheit haben würde, wenn er dem Zuhörer nicht zugleich vergnügen könnte. Es scheint überdies das Vergnügen eine nothwendige Verbindung mit dem Schertze zu haben, weil wir alsdenn am wenigsten zu schertzen im Stande sind, wenn wir nicht aufgeräumt, sondern mißvergnügt sind. Noch einmal, ein feuriger Schertz muß geschickt seyn, ein lachen zu verursachen, das von einem starcken sinlichen Vergnügen begleitet wird. Ich erinnere nur noch das einzige, daß ich nicht behaupte, als wenn ein Lachen möglich wäre mit welchem gar kein Vergnügen verbunden ist, ich behaupte nur, daß manchmal mit dem Lachen ein Verdruß verbunden seyn kan, der grösser und stärcker ist, als das Vergnügen so zugleich dabey angetroffen wird.