Dritter Auftritt.
Jeronimo. Balboa.
Jeronimo.
Erwachet, Balboa!
Balboa (erwachend).
Wer ruft? — Ha, wie?
Noch hier? noch hier! Seid ihr’s, Jeronimo?
Jeronimo.
Ihr habt nun sanft geruht.
Balboa.
Sehr sanft! sehr süß!
O wunderbar ist doch des Schlafes Kraft!
Ich fühle mich gestärkt, belebt, erheitert!
Jeronimo.
Ich hatte nicht den Muth, euch zu erwecken.
Balboa.
Bei mir gewachet also? — Dank, mein Freund!
Beginnt der Tag? —
Jeronimo.
So denk’ ich fast. Die Fackeln —
Seht hin! sind abgebrannt.
Balboa.
Und auch mein Leben!
Jeronimo.
Nicht euer Glaube!
Balboa.
Auch nicht meine Liebe!
O daß Maria doch geschlummert hätte!
Jeronimo.
Aus eurer Ruhe wird sie Ruhe schöpfen.
Balboa.
Ich wäre ruhig, wüßt’ ich sie nur glücklich.
Jeronimo.
Von euch geliebt zu seyn, beglücket sie;
Ihr mögt hier unten, mögt dort oben wallen!
Balboa.
Ich hoff’ es selbst. — So schwach ihr Körper ist;
Doch regt in ihr sich männlich stark der Geist.
O herrliches Geschöpf! o Himmelsbild!
Umsonst hätt’ ich gelebt? — Nein, glaub’ es nicht;
Was nur im Unmuth ich dir sagen konnte.
Für dieses Leben dank’ ich sterbend Gott!
Marien gab es mir, und o der Wonne:
Mariens Liebe raubt mir nicht der Tod!
Jeronimo.
Wenn wahrhaft Liebende harmonisch fühlen,
So fließet Balsam ihr in’s wunde Herz.
Balboa.
Ihr tröstet mich!
Jeronimo.
Sie wünscht euch selbst zu trösten!
Balboa.
So ließ sie mir ein liebend Wort schon melden? —
Jeronimo.
Selbst nahen will sie euch, daß ihr im Tode
Ein Zeugniß ihrer Liebe noch gewahrt.
Balboa.
Bedarf es dessen?
Jeronimo.
Doch, mein Balboa!
Wer andre fühlend tröstet, hebt sich selbst!
Balboa.
Sie komme!