Vierter Auftritt.

Maria. Balboa. Jeronimo.

Maria.

(nähert sich ihm von rückwärts, und umarmt ihn.)

Balboa!

Balboa.

O Gott! schon hier?

Maria.

Du bist so ruhig?

Balboa.

Winkt mir nicht die Ruhe?

Bald bin ich frei! Bald hab’ ich überwunden!

Maria.

Ja wohl! O stille, Herz! Auch du wirst frei!

Balboa.

Maria!

Maria.

Ach! Es nur zu denken ist schon süß!

Die Erde decket

Mich leicht und kühl;

Mein Engel wecket

Mich zum Gefühl!

Balboa.

Denk’ nicht an dieses Trauerlied, Maria!

Maria.

Ein Trauerlied? Und klingt so freudig nach!

Und sanft und still

Fühl’ ich im Herzen

Es neu sich regen,

Sich leis bewegen,

Wie sanft! wie still! —

Wo seyd ihr Schmerzen?

Seyd ihr hinab

Nun schon gesunken;

Im kühlen Grab

So schnell versunken? —

Und wünschen sollt’ ich nicht den Tod? — Warum? —

Balboa.

Ha, welcher Geist beseelet dich, Maria?

Dein Auge funkelt wonnevoll und herrlich!

Maria (begeistert).

Mein Engel hebt mich in die Lüfte,

Balsamisch wehen Rosendüfte! —

Wie süß melodisch tönt

Sein goldnes Flügelpaar!

Welch sanfter Schimmer krönt

Sein lockenreiches Haar!

Wer bist du, Engel, mild und licht? —

Wohl kannt’ ich einst dein Angesicht!

Balboa.

O töne fort! Eröffne mir den Himmel!

Maria.

Wie lächelt nun dein Angesicht,

So himmlisch hold, so freundlich licht!

O dieses Lächeln sah ich schon,

Auch deinen Seelenblick!

Das ist dein Herzenston!

Der Schleier fällt!

Verschwinde Welt! —

O Himmelsglück!

(fällt ihm in die Arme.)

Bald rufe mich! Laß mich nicht lange warten!

Jeronimo.

(mit gefalteten Händen.)

O guter Gott! Laß sie nicht lange warten!

Jetzt, Kinder! Seyd gefaßt! Die Schlösser rauschen.

Maria.

O Gott!

Balboa.

Fahr’ hin, o Welt! Komm, Himmelsglück!