Fünfter Auftritt.
Die Vorigen. Ragnar Brovik.
Hilde (macht einige Schritte).
Ragnar (Hilde erblickend). O — Entschuldigen Sie, Herr Solneß — (Er will sich zurückziehen.)
Solneß. Nein, nein, bleiben Sie nur. Dann ist's gethan.
Ragnar. Ach ja — wär's nur so weit!
Solneß. Ihrem Vater geht's ja nicht besser, wie ich höre.
Ragnar. Mit dem Vater geht's rasch abwärts. Und darum bitte ich Sie recht inständig — geben Sie mir ein paar gute Worte auf einem von den Blättern! Etwas, was der Vater zu lesen bekommen kann, ehe er —
Solneß (heftig). Sie dürfen mir von Ihren Zeichnungen nicht mehr reden!
Ragnar. Haben Sie sie angesehen?
Solneß. Ja — das hab ich.
Ragnar. Und sie taugen nicht? Und ich tauge wohl auch nicht?
Solneß (ausweichend). Bleiben Sie hier bei mir, Ragnar. Sie sollen's bekommen, wie Sie's selber haben wollen. Dann können Sie Kaja heiraten. Sorgenfrei leben. Glücklich vielleicht auch. Nur denken Sie nie daran, auf eigene Hand zu bauen.
Ragnar. Ja, da muß ich also heimgehen und das dem Vater sagen. Denn das versprach ich ihm. — Soll ich das dem Vater sagen — ehe er stirbt?
Solneß (mit sich selber ringend). Ach, sagen Sie ihm — sagen Sie ihm meinetwegen, was Sie wollen. Das beste ist, Sie sagen ihm gar nichts! Ich kann nicht anders handeln, als wie ich thue, Ragnar!
Ragnar. Darf ich also die Zeichnungen mitnehmen?
Solneß. Ja, nehmen Sie sie — nehmen Sie sie nur! Sie liegen dort auf dem Tisch.
Ragnar (geht hin). Ich bin so frei.
Hilde (legt die Hand auf die Mappen). Nein, nein, lassen Sie sie liegen.
Solneß. Warum denn?
Hilde. Ich will sie nämlich auch ansehen.
Solneß. Aber Sie haben sie ja — (Zu Ragnar.) Nun, lassen Sie sie also hier liegen.
Ragnar. Sehr gern.
Solneß. Und dann gehen Sie gleich heim zu Ihrem Vater.
Ragnar. Ja, das muß ich wohl.
Solneß (wie verzweifelt). Ragnar — Sie dürfen von mir nicht etwas verlangen, was ich nicht kann! Hören Sie, Ragnar! Sie dürfen das nicht!
Ragnar. Nein, nein. Entschuldigen Sie — (Er verbeugt sich und geht zur Eckthür hinaus).