Den 14. September.

Heute ist in Einsiedeln große Abendprocession mit glänzender Erleuchtung des Klosters. Wir wollten hin und in der Nacht zurück, aber ich bin noch zu matt.

Ein Blinder aus Stuttgart hat eben den Flügel glücklich auf den Kammerton gebracht, was dem guten Instrument seit dem Tage seiner Existenz noch nicht begegnet sein soll.

Hellblauer Himmel, hellblauer See, sonniggrüner Vorgrund, dunkelblaue Alpen, große, weiße Wolken darauf.

Alte Zeitungen studiren wir durch. Sehen, wie's heillos gewesen in der Welt diesen Sommer. Sind dadurch bedrückt noch außer unserm eigenen Kummer. Deutschland, – werde nur Deutschland eins mit Preußen, Preußen durch Deutschland groß, mächtig und prächtig! Mir füllt's manchmal die Brust: Preußens deutsche Größe sei das Räthselwort dieser zwei Jahre.

In drei Monaten hunderttausend Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Was für unreine Elemente in den Gährungsproceß, der sich dort allmählich vorbereitet!

Unser Herr Hediger möchte auch hin. Der Kulmwirth vom Rigi ist ebenfalls europamüde. Sind die Schweizerwirthe närrisch?

Nestroy schreibt noch Possen. Das heißt auch Charakter.

Gegenüber liegt die Rütli, wo die drei Schweizer gegen Oesterreich schworen. Ich möchte hier auch ein antiösterreichisch Gelübde thun, wenn – ein Gelübde von mir Etwas hülfe.

An die Welt thue ich jetzt täglich die Frage: Was wirst du einst für meinen Knaben sein?