Vorrede zur zweiten Auflage.
Obgleich mein Büchlein bei einigen Wenigen Widerspruch fand, so war doch die Zahl derer, die mir ihren gütigen Beifall schenkten, weit größer, und daher kommt es denn nun, daß mir die Freude zu Theil geworden ist, die erste Auflage binnen vier Jahren vergriffen und eine zweite in’s Leben treten zu sehen. Wenn man es nun Herrn Kecht in Berlin nicht verargt, oder für Stolz auslegt, daß er in der Vorrede zur fünften Auflage seines Buches über den Weinbau, mehrere Empfehlungen seines Werkes hat abdrucken lassen, so wird man es ja auch mir nicht verargen, oder für Stolz auslegen, wenn ich mich gedrungen fühle, in gegenwärtiger Vorrede zur zweiten Auflage meines Büchleins, allen denen meinen schuldigen Dank öffentlich abzustatten, die mein geringes Bemühen gnädig und gütig anerkannt, und durch öffentliche Empfehlungen die Verbreitung desselben befördert haben. Demüthigen Dank also erstens Dem, der mir und meiner geringen Arbeit den Weg bahnte, und sie mit seinem göttlichen Segen krönte. -- Für’s zweite spreche ich hier meinen unterthänigsten Dank Einer Hochlöblichen Königl. Preuß. Regierung zu Merseburg aus, die im 63sten Stücke des öffentlichen Anzeigers, vom Jahre 1836, unter Nr. 850, durch eine allergnädigste Empfehlung den Absatz meines Büchleins ungemein beförderte. Jene Empfehlung lautet wörtlich also:
„Der Schullehrer in Döbern, Ephorie Delitzsch, Johann Gottfried Bornemann, hat eine Schrift herausgegeben: Anweisung zum Weinbau, an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen u. s. w. 62 Seiten in Octav, welche bei L. Meyner in Delitzsch gedruckt, und dort sowohl als bei dem Verfasser für fünf Silbergroschen zu haben ist. Nach dem Urtheile Sachverständiger, ist diese Schrift sehr wohlgelungen und verdient empfohlen zu werden.”
Merseburg, den 9. August 1836.
In der deshalb an Sr. Hochehrwürden, den sel. verstorbenen Herrn Superintendent Dr. Rudel in Delitzsch ergangenen schriftlichen Erklärung heißt es:
„Die von Ew. Hochehrwürden unterm 2ten vorigen Monats eingereichte Schrift des Schullehrers Bornemann in Döbern: Anweisung zum Weinbau, haben wir von einem Sachverständigen prüfen lassen, und dieser hat sie dem Inhalte nach, richtig und zweckmäßig abgefaßt befunden, und kann eine Anzeige derselben in den öffentlichen Anzeiger aufgenommen werden.”
Merseburg, den 9. August 1836.
Königl. Regierung, Abtheilung für das
Kirchen- und Schulwesen.
Unterthänigsten Dank daher meinen Hohen Vorgesetzten, die mein geringes Bemühen so gnädig anerkannten. -- Dank allen den Edlen und Guten in der Nähe und Ferne, die mich und mein Büchlein so liebevoll aufnahmen, und sich die Verbreitung desselben angelegen seyn ließen. -- Dank den Thätigen, die meinen Winken und Vorschlägen treulich folgten, und unaufgefordert erklärten, das was sie nach Anleitung meines Büchleins versuchten, auch in der That bewährt und richtig befunden zu haben. Dank besonders noch den aufrichtigen Freunden, die mich auf das noch Fehlende aufmerksam machten, und mich dadurch in den Stand setzten, es in dieser zweiten Auflage nachfolgen zu lassen. Einiges werde ich im Eingange erwähnen, und das Uebrige dem Büchlein selbst, da, wo es hingehört, einverleiben.
Zum Schlusse dieser Vorrede bitte ich die Freunde der Wahrheit und Aufrichtigkeit herzlich, mir jeden vielleicht auch in dieser zweiten Auflage vorkommenden Irrthum bestens anzuzeigen. Ich werde diese mir dadurch erzeigte Gefälligkeit mit dem größten Danke erkennen.
Möchte doch der Wunsch des Verfassers, durch diese kleine Schrift den Trieb zum Weinbaue in allen, ja auch schon in den Kindern zu wecken und zu stärken, im reichen Maaße erfüllt, und jede bis jetzt noch leere und doch für den Weinbau nutzbare Stelle zum Wohle der Menschheit und zur Verschönerung des Landes angebaut werden.
Möge der Geber alles Guten auch dieser zweiten Auflage seinen Segen zu Theil werden lassen, damit sie recht Vielen noch faßlicher und nützlicher werde, als die erste es war. Und wenn dann erfüllt ist, was im vorstehenden Gedichte steht:
„Es müssen alle leere Stellen
„Wo ja sonst nichts kann gedeih’n
„Von Euch grün bepflanzet seyn,
dann wird sich für seine darauf gewendete Mühe hinlänglich belohnt fühlen
Geschrieben
im Sommer des Jahres
1840.
der
Verfasser.