Die Nächte
O schleichet durch die Nächte! Sie erlaben.
Da werden Tag und Schmerz und Wunsch heraufgespült.
Wir Blinden balde Seheaugen haben,
Uns Öfen heiß mildere Witterung kühlt.
Hast du gesehen jenen Mensch, der fiel?
Er schnappte feixend in die Welt hinaus.
Schon blauet Nacht. Nun ist er Drang wie Ziel,
Der Stern im Baum, der fernsten Länder Braus.
Er tönet ausgesöhnt mit allen Stücken
Und aufgelöst in den Zusammenhang.
Wir Lahmen tuen ab die Holperkrücken
Und schreiten aus in fabelhaftem Gang.
Wir Arme füllen uns. Die Trauer tanzet
Und alles jauchzet, völlig eingewohnt.
Wir schöpfen aus der dunklen Troge Kranze
Ewigen Trank, den gelben Wonnemond.
Es dehnet Wald schon weit sich. Helle Wiesen
Von dicken Mooren überfließen.
Es berstet kreischend irdisches Gewand.
Es greifen aus die Berge, gute Riesen.
Die Meere nagen an der Himmel Rand.