IV

Da ich überwand

Im steten Aufwärtssteigen selig mich mühend

Glühende Gipfel: sei mir gegrüßt

Ebene, weites blühendes Land!

Du Sinn der Erde! Wie oft hat mich dein Blühen

Aufgeweckt und der herbe Duft deiner Saaten.

Wie oft hat mir der Geruch deiner Fluren verliehen

Hoffnung und Mut zu neuen Taten.

Ach, deiner verschwenderischen Fruchtbarkeit

Goldener Segen

War oft als stille Hoffnung über meinem tiefen Leid,

Als ein heller Himmelstrost über meiner argen Schmach gelegen.

O, und wie liebte ich deiner Wälder Brausen,

Das Sausen des Sturms über die Heide.

Das Rauschen deiner großen Ströme.

O Wandermusik! Welch fröhlich Geleite!

Ihr fliehenden, ziehenden Wolken hoch dort oben!

Ihr purpurglühenden in dunkel wehenden, bewegten Lüften!

Ihr Feuerwolken, Feuerrosen! Glut über meinem Menschenhaupt!

O Frühling du! Himmlischer Heros du! Verschwender du in Blut und Düften!

Ich nenn mich deinen besten Held. Ich habe dir geglaubt . . .

Sieh, alle Menschenherrlichkeiten und Verworfenheiten,

Wenn auch seltsamst verworren noch, trag ich in meinem irdischen Menschenblut.

Aus tiefstem Niederfall hast du erbarmend dich mich jäh erhoben.

Dereinst, das weiß ich, herrsch ich königlich. Du gabst mir Kraft dazu und Mut.

Goldene Schätze sind in mir enthalten.

Einst werde ich die Arme ausbreiten,

Einst werde ich Schwingen entfalten

Zum Flug in die sternenen Unendlichkeiten.

So träume ich oft, und mein himmlisches Schweben

Geht verzückt von hinnen zu silbernen Wolken hin.

Die großen Städte im Abendrot heben

Ihre blinkenden Zinnen. Brücken, Wälder, Ströme vorüberfliehn.

So wird alles Traurige, dein irdisches Leben,

O Mensch einst unter dir vorüberziehn

Überwunden, klein und doch so bedeutend

Und das alles in einem großen kosmischen Zusammenhang

Und du wirst kaum mehr unterscheiden

Können, wo ist von diesem Ding das Ende und wo von jenem der Anfang . . .

Du wirst staunen nur. Über alles dich tief verwundern.

Jahrhunderte brechen auf.

Deine blaue Glocke, Himmel, wird herrlich läuten.

Deiner Engel Posaunen schmettern den Triumphgesang.