Straße und Fuhrwerk im Müglitztal

Von A. Eichhorn, Glashütte

In tiefer Wildnis träumte einst das Tal den »Mogelicz«. Herabgestürzte Felsblöcke vereint mit entwurzelten urhaften Baumleibern stauten oft das Wasser des felsbeengten Waldflusses. Baum, Stein und Wasser machten das Tal unwegsam und zwangen Huf und Rad sich andren Weg zu suchen. Aus den Hammerwerken am blockgefüllten Flusse schleppten sich die Eisenkarren mühsam auf die Höhenwege. Das war zu der Zeit, da rußige Hammerknechte mit schwerem Eisengerät am Schmiedefeuer schafften, das Klingen aus der Hammerschmiede sprang, von den nahen Felsen zurückprallte und sich mit neuem Hammerschall vertönte. Das war in jenen Jahrhunderten, da hier schwarzbekittelte Schatzgräber mit Hammer, Schlägel und Bergeisen die Erze aus dunklem Felsengange lösten und Albinus schrieb: »Das dritte und fürtrefflichste Eisen wird zu Lawenstein vnd Berggießhübel vnd Glaßhütten gemacht«. Lasttiere trugen aus den Mahlmühlen auf dem »Eselssteig« und andren schmalen Pfaden das Mehl in die Bauerndörfer. Über die Höhen liefen Straßen. Aber gar arg waren die Höhenstraßen beschaffen, die vom Elbtal nach dem Erzgebirge führten. Geifernde Zugtiere zerrten unter Fluch und Prügel den Wagen aus schlammigem Loch, um nach wenigen Wagenlängen gleiche Marter zu überwinden. Und war der Höhenweg gezwungen, das wegsperrende Tal zu durchqueren, so folterte steinigter Hangweg, wurzelüberflochten und wasserzerrissen, Mensch und Tier bis zur Erschöpfung. Eine lasttragende Brücke führte selten zum Gegenhang. Durch geröllstrotzende Furt knarrte der Wagen. Und wenn Schmelzwässer im Felsental in tollen Wellensprüngen gurgelten, dann kam zu all den Mühen noch eine qualvollere Wartezeit. Nur eine feste Brücke überspannte schon vor vier Jahrhunderten die Müglitz: die Kurfürst-Moritz-Brücke in Glashütte (Abb. 1). Aus dem Urgestein der Uferfelsen und Sandsteinquadern gefügt, trotzte sie durch Jahrhunderte dem zuzeiten wütenden Wasserprall und dient zur Stunde gleichem Zwecke wie in längst vergangnen Tagen. Aus dem pestbefallenen Freiberg war Herzog Moritz mit Gefolge ins einsame Bergstädtchen Glashütte geflüchtet. Sechs Wochen hindurch genoß er die Gastfreundschaft der Bergleute, die 1545 dafür ihren Lohn in der steinernen Brücke über die Müglitz erhielten.

Abb. 1 Kurfürst-Moritz-Brücke in Glashütte (Aufnahme von Max Nowack, Dresden)

Jahrhundertelang dienten die Höhenstraßen im östlichen Erzgebirge dem Verkehr vom Kamm bis hinab zum Elbstrom und umgekehrt. Da kam auch für das Müglitztal die Stunde, in der ihm seine Unwegsamkeit und Stille genommen ward. Es war im Jahr 1846, als man bei Weesenstein im Tal anfing zu graben, Erde aufzuwerfen und Steine zu klopfen. Achtzehn Jahre hindurch galt es zu graben, Ufermauern zu formen, Felsstücke abzusprengen, Bäume zu fällen, Quarzporphyr aus den Gängen zu brechen, die den Gneis durchziehen, um Straßenschotter zu gewinnen. 1864 wurde die letzte Teilstrecke von Lauenstein bis Geising vollendet. Weit über fünfhunderttausend Mark kostete die neue Talstraße von Mügeln bis Geising, eine gewaltige Summe für jene Zeiten.

Abb. 2 Botenfuhrwerk aus Altenberg bei der Rast (Nach einem alten Negativ)

Nun bewegten sich die Fuhrwerke von der »Pirnaischen Chaussee« aus im Tale hinauf zum Grenzwald. Bestimmte Rastorte wählten die Botenfuhrleute. Vor dem Gasthof in Häselich hält auf unserm Bilde der Botenfuhrmann (Abb. 2). Eine Ruhepause muß er seinen Pferden gönnen nach anstrengender, talaufgerichteter Zugarbeit. Ein gar langes Fuhrwerk ist solch ein Frachtwagen mit Gespann. Nur auf so wohlgepflegter und allmählich steigender Fahrbahn, wie sie die Müglitztalstraße einst bot, vermochten zwei muskelstramme Gäule die Last zum Gebirgskamm zu bringen. Auch wurde der Wagen von Ort zu Ort von warengefüllten Kisten, Fässern und Säcken entlastet. Dann meisterten zwei Zugtiere auch die steile Straße von Geising nach Altenberg. Wohl waren mitunter mehr als zwei Pferdekräfte notwendig, den überplanten Lastwagen kammwärts zu ziehen, gegen die Mühen auf den einstigen Höhenstraßen war die Fahrt im Tale angenehm.

Abb. 3 Große Bogen der Müglitztalstraße zwischen Glashütte und Schüllermühle vom Hahneberg aus gesehen (Aufnahme von Max Nowack, Dresden)

1855 kam auch der gelbe Wagen ins Müglitztal. Sechs Reisenden gab er zur Mitfahrt Platz. Elf Neugroschen forderte der Postillon von jedem Fahrgast für die Strecke von Glashütte nach Mügeln. Die Boten, die ehedem »über die Berge« auf der Straße durch Lungwitz und Kreischa dreimal wöchentlich nach Dresden gingen, um im »Königlichen Hofpostamte« die »Glashütter Post« abzuholen, waren nun ihrer anstrengenden Märsche ledig. An den Dresdner Markttagen rollten auch dreispännig neunsitzige Wagen von Glashütte nach Mügeln. 1857 fuhr am 15. März zum erstenmal die Postkutsche von Glashütte nach Lauenstein. Sieben Neugroschen verlangte der »Schwager« für diese Fahrstrecke. Es waren reizbietende Fahrten für die Reisenden in einem Tale, darinnen die Straße gar oft zum Richtungswechsel (Abb. 3) gezwungen wird und in scharfen Bogen sich krümmt um arg zerfressene, jäh sich verstürzende Felsen; da im Hartung der Frost die felsenüberrieselnden Wasser fesselt, daß sie sich zu vielformigen Eismassen wandeln und die langen Eisstangen mit den wenigen Lichtboten der Wintersonne ein glitzerndes Farbenspiel treiben und der grimme Forstriese die Tröpfchen des flüssigen Elementes, die dem »Ursohn« in die feinsten Äderchen seines geschichteten Körpers dringen, in festen Stoff verwandelt, der das beengende Gehäus sprengt, an glutheißen Sommertagen Millionen anderer Äderchen geweitet werden und das Urgestein stetig zermürben; da Fels und Wurzel sich fest verbrüdern, so daß selten ein Baum vom Felsen nicht widerstand, wenn die baumfällenden Winterstürme ihre Kraft am heimischen Wald erproben; da in Gilbhardtstagen der große Farbenmeister seine kräftigsten Farben verschenkt und den Mischwald an den Talhängen in allen Farbenfeuern auflodern läßt. Sinnende Fahrgäste kamen zum Genuß dieser Talschönheiten, denn sie waren auf der wohlgebauten Müglitztalstraße nicht zu den Leiden verdammt, die Postreisende vergangener Jahrhunderte auf den schlechten Landstraßen erdulden mußten. An einem Nebelungsabend des Jahres 1890 war es, als die Posthalterei Glashütte zum letzten Male eine Fahrpost nach Mügeln und Geising abgehen ließ. Im Tale war die »eiserne Straße« fertig geworden, auf ihr fuhr das »Zügle« und übernahm die Postarbeit. Und mit der Talstraße laufen seit der letzten Jahrhundertwende noch viele metallne Wege parallel, in denen der Mensch mit »Blitzschrift« seine Gedanken talauf und talab jagt. Noch einmal lebte die Postkutschenzeit für kurze Zeit auf, als die niedergehenden Wasser im Heumond 1897 Straße, Brücken und Eisenbahn zerstörten. Nur »über die Berge« konnte der Wagen fahren: Glashütte–Kunnersdorf–Hausdorf–Maxen–Sürßen–Dohna–Mügeln. Nur Postsachen sollten auf diesen Fahrten mitgenommen werden. Doch der »Schwager« konnte die leeren Plätze in seinem Wagen nicht immer leiden und ließ sie durch manchen »blinden« Fahrgast besetzen (Abb. 4). Ja sogar »über den Berg« mußte er einige Tage fahren, um vom Hammergut Gleißberg im Müglitztale, wohin die Postsachen aus den »oberen« Orten gebracht wurden, nach dem zehn Minuten talab gelegenen Glashütte zu kommen, da die Talstraße auf dieser kurzen Strecke gerade nicht befahrbar war. Wenn wir uns auf dem Bilde den steilen, dazu überaus steinigten Weg zum Hahneberg hinauf anschauen und im Geiste sehen, wie die Pferde auf diesem jahrhundertalten Fußweg von Glashütte nach Johnsbach die Postkutsche aufwärts zerren, um aus dem Müglitztal ins Prießnitztal zu gelangen, dann wird uns einmal die große Verkehrshemmung bewußt, die jene gewaltige Wasserflut plötzlich brachte, zum andern auch ein schwaches Abbild dafür, welche Anstrengung zerfurchte und steile Hangwege vergangner Jahrhunderte für Fuhrmann und Zugtier brachten. Erst als das zerstörte Menschenwerk an Straße und Brücken im Tale wieder hergerichtet war, fuhr die Post »unten« und nahm auch Personen mit. Über zwei Monate flackerte »die alte Zeit« noch einmal auf, um dann für immer zu verlöschen. Im Herbstmond des Vorjahres trat auch der Postwagenführer jener Tage heraus aus unsrer Zeit. Nur die Postmeilensäule an der Müglitztalstraße weckt zuweilen die Erinnerung an die ehemaligen Verkehrsverhältnisse. Ursprünglich stand die Säule mitten in der Stadt, wie aus einer Urkunde vom Jahre 1764 hervorgeht (Abb. 5).

Abb. 4 Alter Weg von Glashütte nach Johnsbach über den Hahneberg vom »Kanzelfelsen« aus gesehen (Aufnahme von Max Nowack, Dresden)

Gegenwärtig sind Holzstoff-, Rinden-, Heu- und Brotwagen eigenartige Fuhrwerke fürs Müglitztal. Seit dem Kriege kam, wie überall, das Lastauto hinzu.

Abb. 5 Postmeilensäule in Glashütte (Nach einem alten Negativ)

Abb. 6. Wie Tuchballen wird der Holzstoff gerollt. Hochaufgeschichtet lagert er auf dem Wagen, der nach dem Bahnhof Glashütte fährt. Seitdem Friedrich Gottlob Keller die Holzstoffpapierbereitung erfunden hatte, wandelte mancher Kleinmüller des Tales seine Mahlmühle in eine Holzschleiferei um. Schleifmühlen waren diese Betriebe, denn das Mühlrad bedeutete für sie das Lebensrad. Als aber auf der »eisernen Straße« die Kohle ins Tal gebracht wurde, da bekam das Wasser im Dampf einen gewaltigen Gehilfen, der ihm im trocknen Sommer und kalten Winter die Arbeit abnahm, lange Hauptantriebskraft blieb, bis in unsren Tagen die »über Land gejagte Kraft« den Dampf abzulösen beginnt. Die Eisenbahn ist auch der Grund dafür, daß der Wanderer ganz selten einem Holzstoffuhrwerk auf der siebenstündigen Talwanderung von Mügeln (Heidenau) bis Geising begegnet, da Gleisanschluß den Eisenbahnwagen bis in den Hofraum der Fabrik fahren läßt und hier die Erzeugnisse sogleich hineingeladen werden. Nur auf dem kurzen Wegstück von Glashütte bis Bärenhecke wird es möglich sein, ein Fuhrwerk mit den gelblichen, feuchten Holzstoffballen zu sehen. Die Fahrt zum Bahnhof geschieht aber nicht an jedem Tage.

Abb. 6 Holzstoffuhrwerk auf der Fahrt zum Bahnhof Glashütte
(Aufnahme des Verfassers)

(Abb. 7.) Fichtenrinden, seltener Eichenrinden, holte der Lohmüller mit seinen Leuten von heimischen Holzschlägen. Unterm Schuppendach und auch auf dem Oberboden des Hauses trocknen die gerbstoffhaltigen Rollschalen. Im düsteren, gebälkigen und gar staubigen Mahlraume wandelt sie das Schneidmesser zu Lohe, die der Häutezurichter als Gerbmittel kauft. Eine besondere Freude ist es für den Heimatfreund, wenn er einen Rindenwagen sieht, denn nur noch zwei Lohmühlen, viertelstündlich geschieden, liegen am oberen Müglitzlauf, und nur an wenigen Tagen im Jahre wird Arbeit fürs Mühlrad geholt.

Abb. 7 Zwei Rindenwagen vor der Büttnermühle (Lohmühle)
(Aufnahme des Verfassers)

(Abb. 8.) Vierzig Zentner des kräuterreichen Gebirgsheues ruhen in getürmter Last auf dem Wagen, ästezerrend, mitunter auch ästeknickend, wenn ein Gegenfahrzeug die Hälfte der Fahrbahn verlangt. Und kommt die glückliche Zeit der Obstreife, oh, zu welch einem willkommenen Äpfelpflücker wandelt sich dann der Heuwagen in Kinderaugen! An des Tales geringster Weite, am schwersten Fahrstück für den Fuhrmann hält auf unserm Bilde der Heuwagen. In scharfer Krümmung umläuft die Straße den überhängenden Felsen, und die hohe Ufermauer kündet von schwerer, erdaufschüttender Arbeit. Kommt hier ein andres Fuhrwerk talauf gefahren, dann ritzen die vorspringenden Zacken des Wittigschloßfelsens die heuschützende Plane. Wohnung und Schutz soll dieser Fels dem Raubritter Wittig und seinen Raubbrüdern gegeben haben in jener Zeit, da maßlose Wildnis dieses Land deckte. Eine geschichtliche Heimatschrift erzählt: »In alten Zeiten, als die ›böhmischen Wälder‹ durch ihre Räuberbanden berüchtigt waren und das Faustrecht herrschte, gab es auch viele Raubschlösser, und eins der festesten und verrufensten war das, welches der Raubritter Wittig auf obenerwähnten starken Felsen erbaut hatte. Dieser Wittig machte das ganze Land Meißen unsicher und trieb es mit seiner Bande so frech, daß die Markgrafen von Meißen es deswegen hatten ›öffentlich auskündigen lassen, daß, were diesen Räuber ihnen entweder lebendig oder todt überantwurten würde, derselbe einer großen und möglichen Bitte Vergünstigung haben sollte‹«. Woher kommt der Heuwagen, der hier an geschichtlich denkwürdiger und geographisch eigenartiger Stätte hält? Aus der Bergstadt Altenberg. Im Heumond schreiten die Mäher über die Bergwiesen um den Geising, und all die bunten Gebirgskräuter sterben unter zischendem Stahle. Schnell gilt es auf den Wiesen der Kammorte zu heuen. Die dunkelste Farbe trägt diese Gegend auf Sachsens Niederschlagskarte. Schon im Herbstmond hetzt oft zerfetzter Nebelflug am basaltnen Wetterberge vorüber. Und wenn der Bergwinter auf den Wiesen lastet, dann erinnert der Heuwagen den Talsiedler an ihre Sommerbuntheit, wie sie so wundersam leuchtete kurz vor den Tagen, in denen der Sensentod über die Hänge ging. Mehr als ihr Vieh brauchte, heimsten die Gebirgler an Heu ein, darum brachten Botenfuhrleute den überschüssigen Erntesegen aus Altenberg, Geising, Zinnwald, Fürstenau, Fürstenwalde und Bärenstein an bestimmten Tagen im Wochenlauf in die Hauptstadt des Landes zum Heumarkt. Zwölfmal überholte dabei der lange Weiser den kurzen auf Fuhrmanns Taschenuhr. Und heute? Nur selten fährt noch ein Heuwagen vom Gebirge zum Elbufer. Der Heubedarf nahm auf dem Markt erheblich ab, als das Lastauto die Zugtiere großer Betriebe ablöste. Der Häusler »droben« braucht jetzt meist selbst seine Bergwiesenernte. Immer mehr Sommergäste weilen in den Kammorten, und da er sie mit stärkender Ziegen- oder Kuhmilch bewirtet, so stellt er mehr Vieh in seinen Stall. Da kann kein Heu mehr verkauft werden. Nahe gerückt ist der Tag, an dem das letzte Heufuhrwerk vom Grenzwalde das Tal hinab fährt und damit für den Heimatfreund die wehmutsbange Stunde, in der er ein Stück alte Talschönheit für immer hinwegfahren sieht.

Abb. 8 Heufuhrwerk aus Altenberg
(Aufnahme des Verfassers)

Regelmäßig fährt ein brauner Brotwagen auf der Talstraße. Jeden Dienstag zur bestimmten Stunde rollt er über die Brücke vor der Schüllermühle, um das Mühlenbrot ins Nachbarstädtchen Glashütte zu bringen. Wenn die Seiten- oder Hintertür geöffnet wird, dann gucken aus vielen Fächern die braunen »Laibe« heraus. Ein Geländer auf dem Wagendache läßt die Körbe nicht herunterfallen.

Abb. 9 Blick nach der Dittersdorfer Straße (links) und ins Kohlbachtal (rechts)
(Aufnahme von Max Nowack, Dresden)

Regelmäßig fährt seit ungefähr einem Jahr ein neues Botenfuhrwerk im Tale, das »Tänzlerauto«. Es kommt aus Dresden und bringt Kisten und Säcke mit Lebensmitteln zu den Kaufleuten, Messing und Eisenstangen in die mechanischen Werkstätten. Vor dem Laden des Ofensetzers werden Ofenkacheln, Ofentüren, Ofenroste und auch eiserne Öfen abgeladen. Auch mit Bierfässern, Benzinkannen, Leiterwagen, Nähmaschinen, Fahrrädern, Möbelstücken und vielen anderen schweren Lasten eilt das neue Botenfuhrwerk zu Berg und zu Tal. Montag, Mittwoch und Freitag sind seine Fahrtage. Auch mit »Anhänger« fährt es seit einiger Zeit. Recht müssen wir dem alten Fuhrmann geben, wenn er uns erzählt, daß seine Gäule einst leichtes Ziehen auf der glatten Fahrbahn der Müglitztalstraße hatten, sich in unsern Tagen aber tüchtig mühen müssen, um die gleiche Last fortzubewegen, denn arg zerfahren wird die Straße von den mancherlei Kraftfahrzeugen.

(Abb. 9.) Will der Heimatfreund noch einmal einen leisen Nachklang an die Einsamkeit des »Mogelicztales« empfinden, so macht er sich zum Gast der Seitentäler, da auch zerfressene Felsen zum Bache treten und Geröll und Blockwerk das Wasser zwingt vom schnellen Lauf ein wenig auszuruhen oder über sich dahinschießen läßt zu kleinem Fall und kreisendem Wirbel. Da wohlgewachsene Baumgestalten die Hänge hinabsteigen und im munter lärmenden Bach ihre Wurzeln baden. Da er den eigenen Reiz der Waldbachpflanzen spürt, als Vogelfreund zuweilen noch den Eisvogel beim Fischen belauschen kann und zuletzt auf sumpfigen Quellwiesen anlangt, wandert er dem Wasser entgegen. Trebnitzgrund, Kohlbachtal, möge euch im Zeitenlauf noch lange eure Schönheit und Stille bewahrt bleiben, kommenden Geschlechtern zu körperlicher und geistiger Gesundung!