Keuchhusten.

Jedermann in unserem Klima kennt die für kleine Kinder so außerordentlich ansteckende quälende Krankheit, die wegen der ungemein heftigen Hustenanfälle den Namen Keuchhusten trägt, und die, wenn auch im allgemeinen nicht gerade das Leben bedrohend, doch durch ihre lange Dauer außerordentlich schädlich und namentlich für ganz kleine Kinder nicht unbedenklich ist. Die große Ansteckungsgefahr bei dieser Krankheit ist ja allgemein bekannt. Die Verbreitung erfolgt entweder durch direkte Berührung, etwa beim Küssen, oder auch durch die beim Husten verspritzten Tröpfchen, die ihrerseits wieder entweder eingeatmet werden können oder auf Umwegen in den Mund und in die oberen Luftwege gesunder Kinder gelangen. Der Verbreitung der Krankheit läßt sich ausschließlich durch die möglichst frühzeitige Isolierung der erkrankten Kinder bis zu einem gewissen Grade vorbeugen.

Während mehrfache Versuche, den Krankheitserreger zu finden, zu unbestrittenen Ergebnissen nicht geführt hatten, scheint es jetzt, daß es den belgischen Forschern Bordet und Gengou vor zwei Jahren endlich gelungen ist, den Keuchhustenerreger in einem sehr kleinen und nur schwer in Kulturen zu gewinnenden Stäbchenbakterium zu entdecken. Eine erhebliche Stütze für die Ansicht, daß dieses Bakterium der spezifische Krankheitskeim ist, liegt in der Feststellung, daß das Serum von Rekonvaleszenten häufig spezifische Antikörper gerade gegen diesen Bazillus aufweist. Wie weit man danach zu der Hoffnung berechtigt ist, daß es in absehbarer Zeit gelingen wird, auch ein Heilserum für die Krankheit zu gewinnen, das ist vorderhand nicht abzusehen.