I.
Frühe spaltet die Mauer, die Mauer Nacht.
Flammender Riß in der Ewigkeit: Tag erwacht.
Nachttiefen schleudern schon schwanke blaugoldne Gefilde
an meine rasenden Fenster. Dämongebilde.
Höhlen und Hallen aufdämmern, draus donnert ein Urgesang.
Schaukelnde Wände noch stauen den schütternden Morgendrang.
Ewigkeit schäumt über Deine Erden und Welten,
Schöpfer Du, trunkene Deines erhabenen Gesichts,
nun die geschäftigen Menschen in Hütten und Zelten
verkrochen noch harren des deutenden flachenden Lichts.
Teile mit mir, Deinem Einsamen, göttliche Stunde!
Jauchzenden Urbeginn pflück ich aus Deinem Munde.
Einziger Quell ich im Weiten! Jetzt finde ich rauschenden Chor
in Deiner stummen Geschöpfe ewigem Hymnen.
Erdschollen schwer aus der Finsternis rollen hervor,
Wälder schon gischtend im Morgenschaum jubelnd erglimmen.
Türme, ein königlich Bruderpaar, stürmen herein,
Edelwild, kühn aus den Träumen von schlafenden Städten.
Flammenden Himmel sie tragen auf goldnen Geweihn
zum Strome und huldigend beugen sich Hügelketten.
Rasender Schnellzug! Mein zischender Pfeil durch die Nacht,
splitterst du? Schmilzst an des Morgens glühenden Rändern?
Schreit ein Getöse auf. Plötzlich ein Ungetüm lacht,
reißt alle Sichten zu tanzenden jagenden Bändern.
Hetzt alle Bilder gegen mich an, fordert Gestalt.
Werdenden Tages Begehren aus blauer Frühe!
Alles Lebendige hat sich in mich verkrallt,
fordert Leben und Sinn. O marternde Mühe!
Taumel der Schöpfung in mir! Fieber des Werdens!
Schädel ist nicht mehr Schädel! durchrissene Schau.
Lauschend zerstiebt mein Gehirn, zertümmelt von wütenden Herden,
brandende Morgennot taumelt um neues Vertraun.
Schlürfe ich — werd ich geschlürft von rasenden Schwingen?
Stürzendes Einfallstor unausgedachtem Verlauf!
Ungeheueres, werdender Tag, wirst Du bringen!
Läutet, ihr Berge, aufdampfende Meere! Menschen, wacht auf!