II.
Hoher Tag schwingt in Kristallen auf mich zu.
Reife Stunde ruft: o du! o du!
An mir vorüber wild jagen
Bilder aus vorigen Tagen.
Gebirge vor mir her
Mein Wünschen rast.
Doch über allem donnerschwer
wuchtet Gesang dieses Tags:
Mensch, o daß du dem Rhythmus der Welten genast,
ertrag’s! Ertrag’s!
Stunde ist geladen mit brechender Magie:
Rühr mich nicht an!
Aufspritzender See seine Wogen spie,
Sphären saugen wie Vampyrn sich an.
Schicksale schreien wild sich entgegen,
Fernen sich aufgetan regen
von unerhörten Tumulten des werbenden Tags.
Geheimnis aller Symbole stob hin
entsetzt solchen Taumeln. Gedanke, Gedanke muß fliehn.
Ertrag’s! Ertrag’s!
Jetzt press’ ich nackte Welt an nackte Brust.
O rasender Pulse Ineinanderhämmern.
Wirf einen Haß, eine Liebe, Raserei in diese Brust,
mich in die Endlichkeiten einzudämmern!
Wie trag ich solches? Furchtbar schwillt mein Tanz,
Kampf mit Unendlichem, den ich wage!
Götter, herunter zerr ich euern Kranz.
Ich Träger des Lebens!
des Heute und seiner ewigen Lust!
Mein ist der Tag!