I.
Mein Vater, wandeln Deine Sterne nimmer?
So müder Himmel meine Schulter drückt,
ach, hämmert solch Geschrei aus meinem Wimmern:
Wer hat mich frech aus Deiner Hand gepflückt?
Brautgarten, drin Dein Lächeln mich umkoste,
mir blaue Stürme kündeten Dein Nahn,
was läßt Du mich verwelken, Deine Blüte?
Dein Schwert, das Dich aus allen Steinen sprühte,
zürnend der Scharten, hast Du’s abgetan?
Im armen Winkel läßt Du es verrosten.
Wie starb ich von Dir ab? o müdes Sinken,
kaum such ich mehr nach Brücken oder Weg
und trage doppelt Sterben, nun Dein Winken
aus vorigen Tagen dunkelt im Geheg.
Als Du ein Ahnen, dem ich mich vertraut,
zu Domen über meinem Tag erbaut!
Ich Meer, gestürzt in bodenlose Tiefe!
Aufschossen Ufer, Feld, ragende Wand,
dran Wellenträume fetzen, die Dich riefen.
Jetzt bin ich hohler Sumpf und Modersand.
Nur manchmal bröckelt Sturm in meine Nächte.
Dann schreck ich auf, von Himmeln ganz erdrückt,
und grabe müder armem Tag die Schächte,
der mich von Deinem Flammenstrauch geknickt.
O, ward ich überwachsen von den Bäumen,
die ich, versuchend frech Dein hohes Dulden,
in Deine Gunst zu pflanzen mich getraut!
O durft ich mich an Ding und Ding versäumen,
an lautem Tun mich lästernd so verschulden,
da noch aus Dickichten Dein Strahl mir taut!