II.

Schau her, mein Vater, wie ich mich zerbreche.

Mein arges Tun, ich schlepp es keuchend her,

hier steht er nackt, des Gottes trunkner Zecher!

Ach, seine Schalen sind von Dir so leer.

Sein Mund: noch grinst Verrat an seinem Rande.

Dies Auge: kaum verdeckt es seine Gier.

Die Hände immer tastend nach der Schande

und Leib und Bein so träg, so stumpf, so Tier.

Schau, welke Blumen reiß ich mir vom Scheitel!

In wildes Schreien trotzt jetzt meine Scham.

Ach, wo ich gut mich nannte, war ich eitel,

und Falschheit gab ich, wo Vertrauen nahm.

In wüstem Heute meine Tänze stöhnen.

Jetzt büße, daß Du mich so klein erschufst.

Gestrüpp von Fluch und Kniefall, Betteln und Verhöhnen.

Zertritt mich doch — ich trag’s nicht, daß Du rufst.

Und doch ist Lauschen noch in meiner Seele.

Barmherziger! Jetzt stürzst Du groß zu Tal.

O bist Du süßeste Frucht aus allem Fehle?

Ringt sich zu Dir nur alle Sündenqual?

Brauch ich mein Lästern reiner Dich zu quellen,

ras’ ich durch Buße tief in Deinen Schoß?

Soll ich an jedem lauten Tag zerschellen?

Nur Abtakt Deines Reigens ewig groß!