Siebentes Kapitel.

Die Wartburgsfeier. Die Mißgriffe mehrerer academischen Senate. Rippel. Reise zum Burschencongreß nach Jena. Gotha. Weimar. Schillers Denkmal. Die Pfannkuchen in Kunitz. Der Halbmeister von Jena. Ankunft in Jena.

Im Jahre 1817 hatte die Jenaer Universität ein großes Ausschreiben an alle Deutsche Hochschulen erlassen und dieselben zur Feier des Wartburgfestes eingeladen. Schon damals war ich von der Heidelberger Burschenschafft zur Gesandschaft designirt. Der Gedanke aber, daß ich ein »Brandfuchs« (Student im zweiten Semester) mithin ein gar zu junger Botschafter sein würde, veränderte die mir günstige Majorität zu meinem Nachtheil. Mein Freund L. erhielt eine Stimme mehr als ich, und reißte fort nach Eisenach.

Diese Feier ist vielfach besprochen worden und hat wahrscheinlich zuerst die polizeilichen Augen der Regierungen auf die Deutschen Hochschulen gelenkt. Das übermüthige Verbrennen eines Hessischen Zopfes, einer Russischen Knute, der Schriften einiger hochgestellten Minister klang wie eine auf etwas Bestimmten basirte Herausforderung, war aber am Ende nichts als ein Hochverrath, den die Hunde am Firmament begehen, wenn sie den Mond anbellen. Hätte man sich dahin beschränkt, die Verbindungen jedes Studenten mit Leuten aus dem bürgerlichen Leben genau zu beachten, und ihn nur zur Verantwortung zu ziehen, wenn er auch im Philisterio sich nicht dem allgemeinen Staatswillen unterwerfen würde, man hätte einen ewigen polizeilichen Conductor gehabt und so manchen talentvollen Jüngling Deutschlands vor einem Unglück bewahrt, das eine furchtbare Nemesis ihnen noch in seinen bürgerlichen Verhältnissen auf den Hals geschickt hat, nachdem er in der Schule des Lebens ganz anderes Sinnes geworden ist. — Wahrlich! es giebt nichts Thörichteres als bei unsern Deutschen staatlichen Einrichtungen von den Sprudelköpfen unserer academischen Jugend das Mindeste zu fürchten. Die Reichen sind ohnehin die Conservativen, da aber der Mangel die Leibfarbe fast aller unserer Candidaten ist, so tritt nach dem Abgange von der Universität, vielleicht die ersten vier Wochen nach der Rückkehr in das väterliche Haus abgerechnet, in welchen der Schneider einen neuen Anzug zur Cour bei den Examinatoren angefertigt und von dem Exburschen mit einigen seines Gleichen noch eine entsetzliche Menge Bier zur Erinnerung an das verlorne Paradies vertilgt wird, — ein solcher Katzenjammer, verbunden mit Examensangst, daß man veranlaßt werden könnte, den ehemaligen Freiheitshelden für seinen ehemaligen Hausphilister zu halten. Ja, ich glaube nicht, daß irgend eine homöopatische Verdünnung existirt, welche der gleicht, die ein Canzleidirector, Generalsuperintendent oder ein collegium medicum, an dem allerkräftigsten demagogischen fluidum eines sothanen Candidaten durch ihre erste Anrede beschaffen.

Allein in jener Zeit fing man die Sache verkehrt an. Entweder machte man das Treiben der Deutschen Studenten, welche aus der reinsten, edelsten Empfindung hervorging, lächerlich, oder man wandte zu spät eine barbarische Strenge an, und schuf so — Zeloten und Märtyrer. Von der Wahrheit meines ersten Satzes liefert der unglückliche Kotzebue ein Beispiel, von dem Zweiten die Geschichte fast aller Verurtheilten. Dabei ist aber nicht zu übersehen, daß die Schuld nicht eigentlich an den Regierungen, sondern an dem zaghaften, eigennützigen und schwachen Benehmen der meisten academischen Senate lag. Denn wenn die Regierungen nicht das Treiben der Burschenschaft als eine unschädliche Kinderei ansehen wollten, so war es die Pflicht aller academischen Polizeibehörden, solches sofort auszurotten, was ihnen allerdings möglich gewesen wäre, da nichts leichter auszukundschaften ist, als die Verbindungen unter den Studenten. Anstatt dessen temporisirten viele der Herren Professoren, zum Theil selbst vom demagogischen Kitzel angesteckt, der aber nur so lange sie angenehm juckte, bis er auf das Terrain der Selbsterhaltung kam, zum Theil ließen sie aus Furcht ihre Zuhörer zu verlieren, fünf gerade sein, nahmen eidliche Versicherungen der Nichtexistenzen von Verbindungen entgegen, deren Mitglieder ihnen alle namentlich bekannt waren, und nur wenn ein mächtiger Erlaß von Oben kam, übernahm es einer der Professoren, und zwar dann gewöhnlich der rigoristischste, die von ihm selbst genährten und gesäugten Schlachtopfer der Hand der Gerechtigkeit zu überliefern.

Schon 1820 habe ich die Universität verlassen, nachdem ich das letzte Jahr, fern von aller Verbindung, in Kiel zugebracht hatte. — Daß aber, (das Verbot einer Verbindung im Allgemeinen ausgenommen,) bis 1819, keine im Entferntesten strafbare oder gar hochverrätherische Tendenz in den Deutschen Burschenschaften gelegen hat, dies glaube ich später mit einer Abschrift der Protocolle, welche im Jahre 1818 zu Jena abgehalten wurden, evident belegen zu können.

Es ist ein komisches Ereigniß, das bei dem Wartburgsfest sich ereignete und gar wenig bekannt geworden, zu referiren. Ich muß indessen vorher bemerken, daß bei dem Vor- oder Nachtrinken, das Wort ein Gelehrter einen halben Schoppen, ein Doctor einen ganzen Schoppen, ein Rippel etwa zwei Drittheil Flaschen, bedeutete, welches Vortrinken sich bis zum Pabst hinauf, in einigen mir nicht mehr erinnerlichen Gradationen, steigerte. Rippel war aber auch ein Krug, welcher das angegebene Quantum faßte und insbesondere in der Weberei von den hübschen Töchtern credenzt wurde. Über den historischen Ursprung dieser Namen wußte Niemand, selbst nicht die weibliche Ganymede etwas anzugeben.

Als nun an dem Wartburgfeste die meisten Studenten dem Gottesdienst beigewohnt, zum Theil auch das heilige Abendmahl genossen, sich sodann unfern der Burg Luthers, in einen engen Kreis zusammengescharrt hatten, um nach kurzem Gebet ihre Reden fortzusetzen, zertrennte auf einmal ein Mann, angethan mit einem ins Schwärzliche übergegangenen, ehemaligem weißen Flaus, in fliegendem Haar, gewaltig dicker Pfeife und Quästen, welche Ahasverus auf Universitäten getragen haben mochte, den engen Chor, indem er ausrief:

»Wo sind die Heidelberger Burschen?

Die Heidelberger müssen mich sehen.«

Mit einer Art Respect wichen die jungen Musensöhne dem sichtbaren cidevant studio. Dieser aber hatte kaum die Heidelberger gefunden, als er Stille gebot und mit Stentorstimme ausrief:

»Kinder! ich bin »Rippel,« ich bin ein Avantagewort, ich bin Rippel, nachdem die Heidelberger Bierkrüge Rippel genannt werden.«

Die Wirkung dieses Ausrufs soll zwar höchst originell gewesen sein, doch sollen nur die humoristischen Burschen über den ewigen Cerevisianer gelacht, viele ihn arg geschmäht haben.

Gegen Ostern 1818 erließ Jena abermals eine Einladung an alle Burschenschaften und Landsmannschaften, zu einer allgemeinen Burschenschaftsversammlung. Heidelberg wählte mich zu seinem Großbotschafter und ich folgte diesem Ruf. Von Frankfurt bis Eisenach reis’te ich mit Carrové, gegen den ich in meiner Verblendung eine Menge Spottpfeile zur Vernichtung der Hegelschen Philosophie abschoß. Unsere Gespräche waren ohne Resultat. Wahrlich! mein Freund Stieffel in Carlsruhe hat Recht, wenn er sagt:

»Ein Lehrer der Philosophie kann seinen Schülern, welche so gern in der Vorstellung bleiben, die Sinnlichkeit nicht genug austreiben. Wenn man sich es am Wenigsten ersieht und meint sie in einem Luftballon der Erde entrückt zu haben, da sitzen sie im dichtesten Rohr und schneiden Pfeifen.« —

In Gotha fuhr ich mit einem Hauderer in das Thor. Ein Unterofficier trat an den Wagen, sah mich an und fragte dann nachlässig: »Doch kein Von?« Ich antwortete sehr prägnant »Zufällig ja,« weshalb ich nun eine Vernehmung ad personalia bestehen mußte. Als ich Gotha verließ, geschah dies zu Fuß, ohne daß man einen entfernten Versuch gemacht hätte, zu erfragen, ob ich ein Edelmann sei.

Als ich in Weimar angelangt war, fühlte ich das Verlangen, Schillers Grab zu sehen. Der Todtengräber verstand mich erst nicht als ich den Namen des größten Deutschen aussprach. Endlich aber faßte ihn sein Ohr doch auf, und er entgegnete: »Ach Sie meinen den Herrn »»Hofrath von Schiller,«« Ja der liegt hier. Der Herr Hofrath muß sehr viele Verbindungen in der Welt gehabt, in Geschäftssachen alle seine Kunden sehr gut bedient und sehr viel Gutes gethan haben, denn alle Reisende fragen nach dem Herrn Hofrath mehr, als nach allen Geheimeräthen.« — Damals wunderte ich mich, nachher habe ich in vielen Orten mehrere solche Todtengräber kennen gelernt, welche ihre Schriftsteller nur nach der Classe und Ordnung kennen, in welche sie das Linne’sche System des Staats, die Rangordnung setzt. — Aber in Weimar mag dies Ignoriren der großen Geister überhaupt zu Hause sein. —

»Das Nächste liegt uns oft zu fern.« Erzählt man sich doch von der Gemahlin des großen Göthe, daß sie bei dem Anblick eines Gedichts ausgerufen haben soll: »Ach das sind Fehrsche (Verse) der Herr Keheimerath macht auch Fehrsche

Von Schillers Nicht-Denkmal zurückkehrend, ging ich in den Erbprinzen, wo ich zum ersten Male in den Sächsischen Herzogthümern und zwar durch Rebhühner meinen Hunger stillte. Damals kannte ich Jena noch nicht, und hatte noch keine Ahndung davon, daß ich mich erst in Göttingen auf meiner Rückkehr nach Heidelberg wieder satt essen wurde. Zwar muß ich die Pfannkuchen des alten Tyks in Kunitz ausnehmen, von denen ich übrigens ein langer ausgehungerter Jüngling von Grenadiergröße, in der Zeit des Wachsthums so übermäßig viel genoß, daß ich noch Jahre lang nachher den Artikel omelette auf den Repertoirs der Restaurants mit der Hand bedecken mußte. — Jetzt bin ich, wie überhaupt mit dem ganzen Leben, auch wieder mit den Pfannkuchen versöhnt und rufe gar oft bei dem Anblicke leider aus: »quel bruit pour une omelette

Mein Dejeuner war beendigt, jetzt sollte ich zum Congreß. Bis jetzt war ich wegen körperlicher Schwäche gefahren. Es schien mir aber des Deputirten einer Deutschen Burschenschaft total unwürdig, zu Wagen in Jena anzukommen, ich machte mich also auf die Wanderung, überhaspelte, wie ich dies auch jetzt noch wol thue, aber besser vertragen kann, meine ohnehin flüchtigen Schritte, bei welche mich die in mich gesenkten Rebhühner nicht wenig incommodirten, und kam müde und athemlos zu Ketschau, etwa auf der Hälfte des Weges von Weimar nach Jena, an. Vorher aber hatte ich Sorge getragen mir das Ansehen eines weitgereis’ten Fußgängers zu geben, indem ich meine ohnehin undeutsche Polonica mit Chauseestaub bepudert, die seidenen Schnüre verdeckt und ihnen eine gleiche Farbe, wie dem Tuche meines Habits verliehen hatte. —

Sehr willkommen war es mir daher, als ich vor dem Wirthshause ein Wägelchen mit einem Pferde bespannt fand, dessen Kopf nach dem Wege gerichtet war, der nach Jena führte. Ich fragte nach dem Eigenthümer und, als ich ihn ermittelt, was er verlange, wenn er mich mit nach Jena nehme. Auf seine Versicherung, daß er sich eine große Ehre daraus mache, wenn ich einen Platz auf seinem Wagen einnehmen wolle, besah ich mich im Spiegel, aus Furcht, noch zu aristokratisch philiströs auszusehen, folgte aber, in diesem Puncte vollkommen beruhigt, der Einladung. Ich lernte aber bald den Grund der Devotion des Fremden kennen, sein Chaischen konnte nicht als Triumpfwagen eines, wenn auch nur burschikosen Deutschen Bundesgesandten dienen, es gehörte dem Freiknechte Jonas. — Hilf Himmel! das war ein Moment. Stolz und Mitleid kämpften alsbald in mir. — Auf einem solchen Karren als Heidelberger Deputirter zu fahren, das wäre, sobald es ausgekommen, ein unauslöschbarer Schimpf für meine Burschenschaft gewesen, ich hatte ihr einen verächtlichen characterum indelebilem angehängt, das Ereigniß wäre zudem eine ewige Fundgrube schlechter Witze für die Landsmannschaften in Heidelberg geworden. Denn damals war Jules Janins »todter Esel« noch nicht ins Leben gerufen und die Lieblingslecture aller Damen geworden. Auf der andern Seite habe ich immer das Vorurtheil gehabt keins zu haben, und stets die Ansicht gehegt, daß es für den nur »Teufel,« »Mandarinen« und »Parias« gebe, der daran glaubt. Ich wollte daher nach der gemachten Entdeckung nicht den Ganzmeister im Samariterwesen als Halbmeister demüthigen, und ihn nach der Erforschung seines Status nicht sofort verlassen. Habe ich es doch nie über das Herz bringen können, undankbar zu sein!

»Aber so hilf Dir doch, ein Deputirter, ein Diplomat, eine Eminenz,« raunte mir mein Genius, dann aber die Idee zu, die ich sofort ergriff und ausführte.

»Mein Bein ist mir eingeschlafen,« hub ich an »ich muß mich ein wenig vertreten und es Ihrem Pferde leichter machen. Doch will ich Ihnen zuvor noch ein Histörchen zum Besten geben. Sie gehören einem Stande an, in dem Liebe, Freundschaft und Ansehen weder durch Reichthum und Fürstenlaune einem Cours unterworfen sind. Die Ehre, welche eigentlich nur in der Meinung der Andern besteht, also eigentlich wie ein Buckel keine Realität hat.«

»Wie ist das mit dem Buckel zu verstehen?« fragte der Wasenmeister, »Wie stehen die beiden Dinge in Verbindung?«

»In der allernächsten,« versetzte ich, »Beide bestehen in der Meinung Anderer. Denn da wir aus Erfahrung wissen, daß es keinen Bucklichten giebt, der sich seiner Deformität bewußt ist, so sind wir im Allgemeinen möglicher Weise auch dieser Selbsttäuschung unterworfen. Wer steht sich selbst dafür, daß er nicht einen Buckel hat, wer kann über die Ansicht eines Anderen gebieten, wer schafft sich eine Anerkennung bei einem verblendeten Volke, das einmal annimmt, daß man an Rückenüberfluß oder an Mangel an Ehre leidet? Hieraus ergiebt sich, daß Ehre und Buckel keine Wirklichkeit haben, vielmehr nur in der Meinung Anderer bestehen.«

Der Freiknecht lächelte. »Aber Ihre Geschichte wenn ich bitten darf.«

»Ja so! Sehen Sie, ich bin ein geborner Holsteiner. Bei mir zu Lande nähren die klugen Halbmeister das Vorurtheil der dummen Leute, daß sie nicht ehrlich seien. Sie riskiren nicht, daß ihnen irgend ein Wollüstling ihre Tochter verführt und leben bei einem reichlichen Erwerb lustig und in Freuden. Sie heirathen unter einander wie die Fürsten und erhalten ihr Blut reichlich so rein wie diese. Als vor etwa sechszig Jahren die humane Dänische Regierung diese Anrührigkeit, welche dort auf ihrem Stande lastete, aufheben wollte, supplicirten die Freiknechte: »»Seine Majestät der König möge doch von dieser Intention abstehen, denn dann könne ja jeder Esel und Dummkopf Halbmeister werden.««

Ich habe niemals mit einer Erzählung so viel Glück gemacht als mit dieser. Freudenblitze schossen aus den Augen des Wagenlenkers, dann folgte ein herzliches Gelächter, und diesem die Versicherung, daß er nie eine so vortreffliche Historie gehört habe und zu Hause eilen wollen, um sie Weib und Kind mitzutheilen. Ich aber verließ meinen dankbaren Fuhrmann und pilgerte auf Jena zu. Endlich zeigte sich die Ölmühle und hinter einer Staubwolke ein Rudel Burschen. — Und hier mag es der Ort sein, eine freilich schon von mir, wenn auch bis jetzt nicht ganz getreu der Wahrheit gemäß, publicirte Anecdote unverschleiert zu erzählen, welche lehrt, daß so gefährlich, ja tödtlich es sein mag, viel Bier zu vertilgen, zuweilen doch Eine Flasche Einem das Leben zu retten, wenigstens vor großen Unannehmlichkeiten bewahren vermag. —

Die Studenten sahen mir gleich das Congreßmäßige und die Burschenqualität an, und ich wurde sofort nach dem in Jena herrschenden Generalsmollis, mit einem »Lieber Kerl, wo kommst Du her?« empfangen; als man aber hörte, daß ich ein Deputirter sei, wurde ich unter Flötenton freudiger Lippen, halb als Arrestant, halb als Triumphator auf den Burg-Friedrich (Burgkeller) gebracht, mir der möglichst amphitheatralische Platz angewiesen, und zu meiner Labung eine köstliche Biersorte versprochen. Jeder wollte dabei seine Geliebte recommandiren. Bringt Wölnitzer — Pfui doch! Schwerstädter — nein, Lichtenhainer — warum nicht gar! — Oberweimarisches Bier wird ihm munden! Mit diesen und vielen andern ähnlichen Phrasen verwirrten die Gastlichen den alten Wirth, »Vetter« genannt, bis dieser auf den Rath seiner häßlichen Tochter sich beeilte, eine lebende Probekarte von allen Bieren auf den Tisch zu stellen.

Nun ging es an ein Untersuchen. Alle Krüge vergossen ihr Blut, und marschirten an meine Mundküste, um sich von mir köhren zu lassen. Begierig tranken die einzelnen Blicke der Anhänger der verschiedenen Sorten mit meinen Lippen, etwa wie die mütterlichen Augen auf den Bällen mit den Füßchen ihrer Töchter tanzen.

Da fiel mein Blick auf ein Dintenmäßiges schwarzes Cerevis, das, in ein kleineres Glas geschenkt, verborgen, wie ein Bierveilchen blühte. Sein Name war mir nicht genannt; als ich dieses aber, nachdem ich es probirt, für das beste erklärte, schlugen meine Freunde die Hände über den Kopf zusammen, und zum Erstaunen erfuhr ich, daß dieser schwere starke Stoff nur den ärgsten Biersäufern zu munden pflege, daß mein Geschmack um so mehr auffalle, weil ich von einer Universität komme, wo derzeit immer Wein getrunken wurde.

Während ich mich als diplomatische Person wegen meines Geschmackes zu schämen anfing, erhielt ich plötzlich einen sanften Schlag auf die Schulter von einem ziemlich ältlichen Burschengesichte, das durch seine gelbe Farbe und Zusammengeschrumpftheit einem ledernen Schlauche nicht unähnlich sah. Bei meinem Eintreten saß dasselbe still in einer Ecke vor einem Kruge des dunkeln Biers, so daß durch die Fäden der Erinnerung vielleicht meine Wahl einer gleichen Sorte bestimmt worden war. »Du bist ein herrlicher Kerl,« scholl eine heisere, bald mit dem Sprechenden verschwindende Stimme, begleitet von einigen leuchtenden travestirten Blicken von Stolbergs altem Ritter. »Wer war das?« fragte ich unheimlich ergriffen. Das ist der alte sogenannte »Peter General,« belehrte mich mein Nachbar.

»Nur seine abgöttische Verehrung des schwarzen Köstritzer Biers und Dein diesem gespendetes Lob wird ihn zu dieser Zärtlichkeit gegen Dich vermogt haben. Er kennt sonst keinen andern Beruf als Scandale (Duelle) und besonders gegen junge Burschenschaftler anzuzetteln, steht dafür aber auch bei allen Hallischen Teutonen und einigen blindschleichenden Landsmannschaftern in großem Ansehen, bei denen er grade wegen dieser moralischen Ansäuerlichkeit Alles vermag.«

Als wir unsere Sitzung aufgehoben, eilten wir auf den Markt, der, wie sein College der Neapolitanern, den meisten Jenaer Studenten als Wohnung und Kaffeehaus diente. Hier wurde geraucht, conversirt, rappirt und gesungen. Eine Kopfbedeckung war keine durchaus gewöhnliche Tracht, ich habe Jenaer Studenten gekannt, welche sich diese Ausgabe drei Jahre erspart, ja ganze Fußreisen durch das Fichtelgebirge in ihren lang herab wallenden Haaren gemacht haben. Der Cynecker Diogenes hätte überhaupt vielleicht hie und da Gelegenheit gehabt, seine Laterne auf dem Jenaer Markte auszulöschen.

Inzwischen hatten sich am Nachmittage wieder einige Bundestagsgesandte ich glaube von Königsberg und Leipzig, eingefunden. Wir wurden von den Kümmeltürken (eingeborenen Studenten) angestaunt und umringt, etwa wie einst die Weißen von den Indianern, indessen dies doch größtentheils nur mit jener Freundlichkeit und Herzlichkeit, welche nur den academischen Jahren eigen ist, und die dem Menschen zu einem höheren verklärt.

Nur eine Ratte bewegte sich in Knäulform mit grinsendem und spöttischem Gesichte, dem man weder Gastlichkeit noch Wohlwollen ansah. Der General ihr geistiger Chef, war indessen nicht dabei. Es waren größtentheils ehemalige Anhänger der Jenaer und andere Landsmannschaften auf fremden Hochschulen, die burschikosen Titanen, welche der ihnen verhaßten, damals souverainen Burschenschaft, auf alle mögliche Weise ein Drangsal anzuthun suchten. Dazu bot sich nun die paßendste Gelegenheit, wenn man einen der Gäste und gar einen Deputirten beleidigte. Ihr Blick war auf mich, der ich, eine Hopfenstange über Allen hervorragte, gefallen, worauf die malcontenten Verschwornen mir unvorzüglich nahten.

»Ich kann vor der Heidelberger Burschenschaft keinen Respect haben,« bemerkte nach kurzer Anrede A., ein Gießener, ziemlich laut prahlend, »da Ihr einen Kerl unter Euch gehabt, der eine Gans gestohlen hat.«

Und der wäre?

»Ein gewisser O. aus X., ich will es ihm beweisen, daß er eine Gans gestohlen hat.«

O. gehörte nicht zu meinen nähern Bekannten, ich konnte es ihm füglich selbst überlassen, diesen ihm angethanen Schimpf von sich abzuwaschen. Allein die levis notae macula, welche A. der Heidelberger Burschenschaft angethan, konnte ich nicht sitzen lassen. Ich foderte ihn daher auf, zu erklären, daß wenn sich die Wahrheit seiner Behauptung auch herausstelle, die Existenz eines räudigen Schafes in unserer Heerde unmöglich unserer Burschenschaft präjudiciren könne. Allein darauf wollte sich A. nicht einlassen. »Ich bleibe bei dem was ich gesagt habe,« wiederholte er, »und wenn Du dadurch die Heidelberger Burschenschaft touchirt glaubst, so kannst Du es nehmen wie Du willst.« —

»Du bist gefordert,« war meine nothgedrungene Antwort. Trotz meiner nicht eben angenehmen Situation, mußte ich in dem Augenblick laut lachen, was meinen mit seiner Suite scheidenden Gegner zu erbittern schien. Mir kam nemlich das Einlagerrecht, in den Sinn, ein im Westphälischen Frieden in Deutschland aufgehobenes und nur für die Holsteinischen Lande reservirtes Institut, auch Obstagium genannt. Man verstand darunter die Verpflichtung, wornach der Schuldner versprach, wenn er seine Zusage nicht erfüllen würde, auf erfolgte Einmahnung, sich mit einem bestimmten Gefolge an einem gewissen Orte einzufinden und denselben bei Strafe der Ehrlosigkeit nicht eher zu verlassen, als bis er alles Versprochene geleistet haben würde. Auch die Herzöge von Holstein konnten sich auf das Einlager verpflichten, wenn sie aber ihre Verbindlichkeit nicht pünctlich erfüllten, so durften sie sich remplaciren lassen und mußten alsdann Drei Räthe für sie in eine Herberge einreiten, wo immer das Einlager (das auch deshalb das Einreiten heißt,) gehalten wurde. Einer dieser Herrn Räthe schien ich mir in dem Augenblick zu sein.

Noch an demselben Tage erwählte ich meinen Sekundanten. Da ich aber nur den Hieber, mein Gegner den Stoßdegen zu führen gewohnt war, so wurde ein Pistolenduell unter ziemlich gefährlichen Auspicien beschlossen.

Die Jenaischen Burschenschaftler fühlten sich tief über diese Verletzung der Gastlichkeit an einem Deputirten gekränkt, um so mehr jubelten aber ihre Feinde im Stillen, begeistert durch die Ermunterungen ihres despotischen Generals.

Eine Stunde vor dem Zweikampf ging ich über den Markt, woselbst mein Gegner sich im eifrigsten Gespräche mit seinem Gelichter befand, das auf mich, als auf einen Passagier nach Elisum zeigte. Aber siehe, plötzlich traf mich der Blick des dermal anwesenden Generals.

»Ist das Dein Gegner?« fragte er den bejahenden Nachbar. »Nun« sagte er, »denn wird aus Eurem Kampfe nichts. Diesse Kehrl hät bi de erste Pröv von twintig Sorten Beer dat schwarte Köstritzer för dat beste erklärt.« (Dieser Kerl hat bei der ersten Probe von zwanzig Sorten Bier das schwarze Köstritzer für das Beste erklärt.)

Der General hatte nie so gesprochen, mein erstaunter Gegner aber gehorchte mit jesuitischem Gehorsam. Er gab mir eine genügende Erklärung und der General trank mit uns eine Flasche Köstritzer Bier zur Versöhnung.

Die Jenaer Philister waren mir von Thibaut ganz anders geschildert, als ich sie fand. Dieser, welcher dort Professor gewesen, nannte sie die demüthigsten Menschen, welche ihm je vorgekommen seien. Er behauptete sogar, daß sie sich in der Anrede der Brieftitulaturen bedienten, und die lernenden und lehrenden Mitglieder der Academie mit »Ew Wohlgeboren, Ew Hochwohlgeboren und Ew Hoch und Wohlgeboren« anredeten. Mir kamen sie keineswegs so demüthig vor, vielmehr wie enthusiastisch liebende Jungfrauen, welche alle Thorheiten ihres Liebhabers (hier der Studenten) vergöttern, oder besser gesagt, wie reine Sancho Pansa’s, welche sich ganz nach ihren Don Quichotischen Herren gemodelt haben. — Als ich den alten Kneipier Senfft, in dessen Hause die Burschenverhandlungen gehalten wurden, zum ersten Male mit zwei anderen Deputirten sah, bat uns dieser um die Erlaubniß Eine Frage an uns richten zu dürfen. Da ihm dies gewährt worden, erkundigte er sich, was für Landsleute wir seien. Als darauf die Antworten »ein Sachse, ein Kurhesse, ein Holsteiner«, ertheilt worden waren, versetzte er gravitätisch: »Falsch geantwortet meine Herren! Sie sind alle Deutsche und das sollen Sie hier erst recht kennen lernen.«

Der Jenaer Burgkeller bot insbesondere zur Zeit des Mittags- und des Abendessens einen besondern Anblick. — Wenn man in die Thüre des Saales trat, der von einem großen Pfeiler in der Mitte getragen wurde, sah man rechts an einem Tische einige Privatdocenten, welche unter sich das kümmerlichste Mahl verzehrten was einem geboten werden kann. Unter ihnen befand sich der Sohn Wielands. Dasselbe Diner wurde dem Bruder Studio vorgesetzt, welcher die Mitte und den Hintergrund des Saales einnahm, während die linke Seite von Bier und Branntwein zechenden Philistern, größtentheils von Frachtfuhrleuten, besetzt war, welche ungehindert ihren Kneller pafften, der sich mit den magern Speisedämpfen zu einem, den Göttern gewiß nicht gefälligen Rauchopfer vereinigte. —

Man speiste von zinnernem Geschirr, die Suppen erinnerten nicht, wie in Norddeutschland, an einen Pfauenschwanz, höchstens an einen Cyclopen, denn es war in derselben selten ein Fettauge zu bemerken. Die meisten Teller boten auf der Kehrseite ein Studium für Alterthumsforscher. Condordia res parvae erescunt — Gloria virtutis comes. — Vivat circulus fratrum Rhenanorum, Elise ist ein Engel, gekreuzte Schläger, Todtenköpfe. »Falsch ist Jena« »Vivat Jena!« »1763, 1785, 1800,« und manche mehr oder wenig verwischte Inscriptionen, waren es die den archäologischen Hunger viel mehr als den physischen befriedigten. Der räthselkundigste Hosteiner hätte als Oedip auf dem Rathskeller ohne Zuflüsterung nicht gerathen, daß das graue Zeug, welches man in Rüben verhüllt ihm auftischte, Rindfleisch sein sollte.

Nach Tisch zog eine große Menge der Burschenschaftler gewöhnlich nach Ziegenhain. — Der Wirth war sehr tolerant und verzapfte sein, nach meiner Meinung mit betäubenden Kräutern geschwängertes Bier fast Alles auf Credit, jedoch mußte man den ersten Krug mit einem Groschen baar bezahlen. Dieser Punct war ein präjudizieller. Daher riefen die oft alles baaren Geldes entblößten Musensöhne, bevor man von dem Markt zog: »Wer hat einen Spieß, daß ich mitgehen kann?« Und fast immer fand sich ein Freund in der Noth. —- Sobald aber alle gehörig mit einem Spieß bewaffnet waren, ging es im lauten Gesange auf das Dorf. Die Landsmannschaftler zogen nach Lichtenhain, wo eine Cerevisia, freilich sehr im Anderssein der meinigen haus’te und dermalen ein Bierkönig »Thus der achte« regierte. Ich bin nie dort gewesen. Abends zog der Schwarm brüllend heim, am andern Morgen aber erinnerten die blassen Gesichter der Bierhelden, welche nicht so frisch wie die Walhallahelden aufgestanden waren, an die Theriakisten, (Opiumesser) der Türken.

Die Jenaer Burschenschaft, so arm sie auch war, bewirthete die Deputirten auf eine höchst gastliche Weise. Jeder theilte sein Logis mit den Burschen, welche sich zum Congreß eingefunden hatten, es wurde nicht allein den Deputirten während ihren ganzen Aufenthaltes freie Kost gereicht sondern demselben an den Sessionstagen sogar eine Flasche Würzburger vorgesetzt, eine so rührende Gastlichkeit, daß sie selbst die Säure des Weines überwand. Ja man ging soweit innerhalb des Umkreises von einer Meile jeden Deputiten zu signalisiren und jedem Wirth bei Strafe des Verrufs zu verbieten, von einem Deputirten Zahlung zu nehmen. —

Mir fiel oft das Sprichwort dort ein — »Ein Engel löffelt mit dem Andern.«

Unter den Deputirten waren Leute, die jetzt einen ausgezeichneten Namen und bedeutende Stellungen sich erworben haben. Obgleich ich es für ganz unpräjudicirlich für sie halte, dieselben namentlich aufzuführen, da, wie ich bereits erwähnt habe, die Acten ergeben, daß jene Versammlung nur das Gas entwickelte, welches alle Fürsten Deutschlands von Napoleonischem Drucke befreit, daß die Idee eines Deutschen Bundes in das Leben gerufen hat, und daß die Fürsten um Gotteswillen zu conserviren haben, so scheue ich doch jeden Vorwurf einer Indiscretion, und will mich daher begnügen hier nur zweier zu erwähnen, die jetzt schon in zweiter und letzter Instanz gerichtet sein werden. Es sind dies Loresen und Sand. Der Dänische Canzleirath Loresen war damals von Kiel deputirt. Ein blonder, breitschulteriger Insulaner imponirte er mehr durch seinen Körper, seine Gutmüthigkeit als durch seinen Geist. Man kam in Versuch diesen kräftiger zu halten als er war und es ist mir ohne allen Zweifel, daß alle seine nachherigen Schritte, von denen ich übrigens keinesweges unterrichtet bin, von ihm nur auf fremde Einflüsterungen gethan sind. — Überhaupt ist es nicht zu leugnen, daß die Deutschthümlei in jener Zeit sowohl im guten wie im bösen Sinne über die Maaßen einseitig und oft nur zu Werkzeugen Anderer machte. Gewiß paßte auf Viele damals der bekannte Satz:

»Du glaubst zu schieben und Du wirst geschoben.«

Ein ähnlicher Character war der Sands. Die Ermordung Kotzebues war lächerlich und deutet hinlänglich auf die partiale Schwachköpfigkeit des unglücklichen Mörders. Und dennoch war viel Edles und Großes in ihm verborgen. Nicht ohne Rührung sind folgende Worte zu lesen, die er mir in das Stammbuch schrieb, als ich voll heiterer fast französischer Laune ihm das Epigramm beim Abschiede geweiht hatte:

Lieber Freund, wer Dir vertraut,

Der hat auf keinen Sand gebaut.

Sand, dem alle Scherze fatal waren, und den ich wenigstens nie lächeln sah, antwortete darauf diese ernste Worte:

»Die Kraft, jegliche die Du hast, ist dem Vaterlande, damit du ihm selbst heimbezahlen die unerlösliche Schuld für Sprache, Sitte und Erziehung für den Boden, worauf Du groß geworden bist und auf welchem Du Deine Thaten üben willst, für Alles was Du von ihm hast. Dieses wollen wir wohl bedenken, — aber wollen wir dann noch Wohlgefallen haben an der bisherigen Kleinheit, oder suchen wir wieder die Größe und Erhabenheit der alten Zeit? Soll uns endlich das ganze deutsche Land zum Tummelplatze werden, und wollen wir uns eines Volkes erfreuen, daß nach altem Brauche den mächtigen Schiedsrichter in Europa zu machen, berufen ist?«

Wir haben Ja gesagt und wollen dem nachleben. —

Jena, am Burschentage vom 29. März
bis 14. April 1818.

Dein deutscher Bruder Carl Sand,
G. G. B. aus dem Fichtelgebirge.

Merkwürdig war es, daß, als ich Sand Lebewohl sagen wollte, ich denselben auf seinem Sopha liegend fand. Er schien eine Anwandlung von Pleuresie zu haben, denn er griff mit der Hand krampfhaft in die Seite und rief mir zu: »Lebewohl! ich sterbe an diesem Stich in der Brust.« —

Als ich in Weimar den Postwagen bestieg um über Göttingen den Rückweg nach Heidelberg zu machen, war mein Mitpassagier der Sohn Kotzebue’s, den allerhand Spöttereien welche man aus Rache seinem Vater, ich glaube bei einer maskirten Schlittenfahrt, angethan hatte, von Jena vertrieben hatten und der Deutschland verließ, um seine Studien in Dorpat zu beendigen. Er war ein liebenswürdiger Mensch und ist eine der angenehmsten Bekanntschaften meines Lebens.

Während ich diese Memoiren schreibe und nach einem von mir entworfenen Schema die einzelnen Begebenheiten zu einer Schnur zusammen reihe, komme ich mir vor wie ein Fährmann der bereits vom Ufer abgestoßen ist, von demselben her aber noch immer ein »Heda! nimm mich doch auch mit!« vernimmt. Die Erinnerungen tauchen in mir zu Hunderten auf, ich muß alle Augenblick verneinen um nicht gar zu viel Überfracht zu bekommen. Mir wird dabei ängstlich, wie einem Reisenden, der auf der Schnellpost reiset und nur 30 l̶b an Bagage frei hat. Und was zeigt sich da meinen Blicken? Nichts weniger als ein Todter, ein Leichenhemd. Eine Geistergeschichte, die, weil sie erlebt ist und wahrscheinlich noch von einem Lebenden außer mir documentirt werden kann, wohl berechtigt ist, noch als Passagier in das Schiff meiner Erzählung zu steigen. — Das ganze ist eine sogenannte Vorahnung worin ich überhaupt ziemlich stark bin, obgleich ich sonst nicht zu den Sonntagskindern gehöre. Das mag indessen in meinem Blute liegen. Träumte doch meinem ältesten Bruder, Peter von Kobbe, dem Historiker, einem dreizehnjährigen Knaben, in der folgenden Nacht, da sich das Ereigniß im mittelländischen Meere zugetragen hat, die Schlacht bei Trafalgar, (mit Ausnahme dieses Namens) der Tod Nelsons, die Zahl der von ihm eroberten Schiffe, das Datum der Schlacht, die Nummer des Hamburger Correspondenten worin diese gemeldet wurde, und der ganze Artikel, welcher den Sieg und die Himmelfahrt Nelson’s enthielt. Sah er doch in Itzehoe in dem Hause der Generalin Hedemann einen Tag vorher die Leiche eines Knaben in jedem Zimmer, der am andern Tage aufgefischt und in das Haus der Generalin gebracht wurde. Mein Bruder, ein Mann von seltener Gelehrsamkeit, der als rühmlichst bekannter Geschichtsforscher dem legitimen Princip ergeben ist, hat für seinen Kaßandratact die Undankbarkeit der Fürsten erfahren, welche ihm ehren sollten, wie keinen seines Gleichen, und ihm ein Prytaneum bauen. Ich bin aus zu luftiger Construction, weder für Aristokraten noch für Democraten recht brauchbar, aus viel Respect gegen den Himmel und aus viel Verachtung gegen die Erde zusammengesetzt und daher ein Humorist geworden, oder besser gesagt, geblieben, habe übrigens meine Qualität als Geisterseher, wovon ich noch einige andere merkwürdige Beispiele erzählen könnte, wahrscheinlich für dieses Leben verscherzt. Erzogen von einem frommen Großvater im sogenannten Mysticismus, wofür ich übrigens Gott als Poet noch auf meinen Knieen danke, habe ich alle meine Sonntagskindseigenschaft durch eine ganz im Ernste gemeinte Bemerkung meines Freundes v. St. verloren, welcher kurzsichtig war und nach einer Relation mehrerer Geistergeschichten in einem Kreise von Freunden sich höchst naiv über seinen Mangel an Aperception von solchen Dingen mit den Worten darüber beklagte: »Ich kann leider! keine Geister sehen, weil ich einen Geist nicht von einem Bettlacken zu unterscheiden vermag.« Seit dem heftigen Gelächter, worin ich damals über diese crassa minerva ausbrach, bin ich kein Seher mehr, sondern nur noch höchstens ein Fühler geworden. Ich fordre den Buchhändler Herrn Berndt zu Oldenburg hiemit zum Zeugen auf, ob ich ihm nicht im Jahre 1832 als eine Neuigkeit erzählt habe, daß ich innerhalb drei Tagen ein Bein brechen würde. Am zweiten Abend hatte ich durch ein bloßes Ausgleiten die tibia zersprengt. —

Vielleicht hätte ich übrigens Restitution als Geisterseher bekommen. Allein ich habe einen zu rationalistischen Weg eingeschlagen, der mich bald ganz um meine Swedenborgschen Eigenschaft bringen wird. Da nämlich der Zufall mich auf alle Weise chicanirt, habe ich mich entutirt, denselben zu besiegen. Ich habe ihn lieb gewonnen, wie Richard Savage seine grausame Mutter, ich lasse nicht von ihm, ich erscheine ihm bald als Berliner, bald als Braunschweiger, bald als Osnabrücker, d. h. ich spiele häufig in der Lotterie, und verwende alle meine Sehergaben dabei um einen großen Gewinn zu ergattern. Ja, mein Streben geht soweit, daß wenn ich in stiller Mitternacht zu meiner villa kehre, welche vor dem Heiligengeistthore unfern des Kirchhofes liegt, und den Todtenweg hinunter wandre, auf dem es bekanntlich in dieser Stunde nicht recht richtig ist, — — sobald mir irgend ein Geist begegnet, sei es ein edler Hingeschiedener im unversehrten Todtengewande oder nur so ein Lump in der Form des Bettlakens, ich sogleich rufe: »Bester! oder Beste, welche Nummer in der Preußischen oder in der Braunschweigischen Lotterie wird das große Loos gewinnen?« Die Verstorbenen müssen allerhöchste Ordre haben, auf diese epinöse Frage, vielleicht aus Furcht, daß der souveraine Zufall sie doch nachher blamirt, nicht zu antworten; sogleich wenden sie sich. Wenn man darauf losgeht sind sie verschwunden und man muß sich Mund und Augen wischen, in denen sich dann höchstens von der ganzen Erscheinung, noch etwas alter Weibersommer befindet.

Doch zur Sache. — Ich logirte in Jena bei zwei Gebrüder B. aus Mecklenburg, welche in der Apotheke am Markt wohnten. Eines Tages ging ich mit Sand und einem Andern, dessen Name mir entfallen ist, ich glaube aber es war der jetzige Professor Leo in Halle über das forum vor das Thor, um einen Platz zu suchen, wo wir am 3. März zur Feier der Einnahme von Paris eine Eiche pflanzen wollten, welches auch an dem fraglichen Tage mit großer Feierlichkeit vollführt worden ist. Ich beklagte mich, daß der Taback schlecht sei und daß ich um mich Sächsisch-Weimarsch-Eisenachsch auszudrücken, den Lausewenzel nicht mehr bleffen möge. »Ei!« bemerkten meine Begleiter, »wenn Du sechs gute Groschen für das Viertelpfund anwenden willst, so gehe nur in den Kramladen da, dicht neben der Sonne, da kannst Du Hamburger Justus bekommen.« »Hängt!« (das lateinische accipio) entgegnete ich burschikos und ging in das mir bezeichnete Kaufhaus, worin sich der Krämer mit seinem Lehrburschen befand. Die Anderen warteten meiner draußen. —

Ich foderte den mir bezeichneten Taback. Der Kaufherr erklärte mir, daß die fragliche Sorte auf dem Boden liege, daß er sie mir holen wolle. Aber in demselben Augenblicke sah ich diesen guten Mann als Leiche auf einem Paradebett. Die Vision schwand indessen sogleich und beängstigte mich eben auch nicht sehr, denn es war heller Mittag. —

Nichts desto weniger bemerkte ich dem Ladenjungen: »Geben Sie Acht Ihr Herr stirbt bald.« »Ei warum entgegnete dieser, er ist ja kerngesund.« »Er ist so corpulent,« versetzte ich, hiedurch Entscheidungsgründe für mein Gottes-Urtheil suchend.

»O das hat nichts zu bedeuten,« versetzte der Lehrling. »Ich kenne den Herrn schon seit vielen Jahren, er hat immer so ausgesehen.«

In dem Augenblicke kam der Kaufmann und überreichte mir das Paquet Taback. Ich zahlte, glotzte ihn noch einmal an und fühlte nun wohl daß ich mich total geirrt hatte. Er sah in der That kerngesund aus.

Wenn man im Norden einen Bauer fragt: »Freund! wie weit habe ich bis zu X.?« so hört man nicht selten die Antwort: »Eine Pfeife Taback.« Es wird von den Antwortenden darunter eine gewisse Zeit verstanden. In diesem Sinne kann ich von einem Viertelpfund Taback weiter referiren. Ich blies meine letzte Pfeife nach wenigen Tagen aus dem zweiten Stock der Jenaer Marktapotheke in die Luft, als ich vor dem bereits erwähnten Kramladen, dicht an der Sonne, einen Leichenzug halten sah.

Ich gestehe, nie in meinem Leben von einer solchen innern Angst ergriffen worden zu sein, als an dem fraglichen Nachmittage. »Seht Ihr,« rief ich aus, abermals eine Vision wähnend, mit dem Finger nach dem Kramladen zeigend, »seht Ihr was dort vorgeht?«

»Es ist ein Leichenzug,« war die, aus dem Munde der Gegenwärtigen einstimmig hervordringende Antwort.

In Bremen lebt ein geistreicher Schiffsmackler Namens Heineken, der erste und vielleicht der einzigste, welcher nach einem Compaß von Schwedisch nach Russisch Lappland gesteuert ist. Zehn Tage und zehn Nächte hat derselbe sich mit gefrorner Milch und Fleisch vom Rennthier und mit Branntwein genährt, und schon die Hoffnung aufgegeben, je wieder menschliche Wohnungen in diesen Schnee- und Eisgefilden zu finden, als er endlich am eilften an einem Tannengehölz gekommen ist, aus dem ein Hundegebell ihm die Nähe von bald gefundenen Menschen verkündigt hat. »Nie,« pflegte er oft zu sagen, »hat mich eine menschliche Stimme, nie der Ton einer Sängerin so entzückt, wie dies Wau-Wau eines unvernünftigen Thieres.«

So war auch mir zu Muthe, als ich merkte, daß meine Erscheinung kein Spuck sei, sondern diesmal wirklich Realität hatte. Neugierde und Tabacksbedürfniß führten mich indessen noch an demselben Tage in das Haus des Krämers, dessen Tod mir die Nachbarn bestätigt hatten. Im Anfang gab der Bursch mir sorglos die verlangte herba nicotiana; als ich ihn aber an meinen prophetischen Spruch erinnerte, wurde er kreidebleich und rief aus: »I Herr Jesus es ist wahr, Sie haben den Tod meines Herrn vorausgesagt, er ist noch an demselben Abend, da Sie zuletzt hier waren am Schlagfluß gestorben.«

Ich überlasse die nähere Anatomie dieser Geschichte den Medizinern, Philosophen und selbst den, bald hiezu berechtigt werdenden Wassertrinkern, wahr ist sie auf Cerevis und Ehrenwort. Überhaupt lüge ich nie, habe es auch nicht nöthig. Denn warum? Es wäre dies ein abscheulicher Luxus. Mir passirt Gott sei Dank! und Gott leider! vielmehr, als sich die tollste Fieberphantasie auszubrüten vermag, und vor allen auf Reisen; ich brauche oft nur das Erlebte zu schildern um zu riskiren, daß man mich für einen Münchhausen hält. Zwar gilt von mir auch der Göthische Vers:

»Das Geisterreich ist nicht verschlossen;

Dein Sinn ist zu, Dein Herz ist todt,

Auf Schüler! bade unverdrossen

Die ird’sche Brust im Morgenroth.«

Ich bin vigilant und Vigilantibus, »jura sunt scripta« sagen wir Juristen. Zudem versäume ich nicht leicht eine Gelegenheit, um meinen Abentheuerschatz zu bereichern. Wenn ich reise und es bricht in dem Orte wo ich mich befinde, sei es auch in der weit entferntesten Vorstadt, Feuer aus, so stehe ich auf und eile hin, wie ein guter Landesherr, weil ich mich für einen humoristischen Prinzen von Geblüt ansehe, dem zu Ehren das Feuerwerk gegeben wird.

Hiebei fällt mir wieder eine Erzählung aus dem Philisterio ein, die an das Unglaubliche gränzt und meinen Satz schlagend bewahrheitet. Also wieder ein Passagier der in mein Schiff springt.

Ich besitze das Talent, so ziemlich jeden Dialect zu copiren, und ein wie schlechtes musicalisches Ohr ich auch habe, so scharf und sicher höre ich doch aus jeder Rede des einzelnen Deutschen den Ort seiner Geburt oder besser gesagt, seiner Erziehung, und bin dabei im Stande die meisten gehörten Idiome zu reproduciren.

Hiebei will ich eine Historie zum Besten geben, welche der Vergangenheit entrissen zu werden verdient. —

Vor ungefähr 6 bis 8 Jahren saß ich in den Gasthof hôtel de Russie in Oldenburg an der table d’hôte, mir zur Rechten der noch lebende Agent Herr Jürgens, am Ende der Tafel ein Hannoverscher Officier Herr Major Magius, welcher mit seinem Nachbar sich über Paganini unterhielt.

»Können Sie nun wohl rathen, was der Officier für ein Landsmann ist? raunte mir mein Nachbar zu.« —

Ich besann mich, auf die Rede des Majors horchend, dann aber sage ich: »Der Herr spricht wie ein Lübecker

»Wollen Sie eine Flasche Wein darauf wetten?« lächelte Herr Jürgens scherzend.

»Die ist gehalten,« entgegnete ich.

Ich wartete nun bis Herr Magius einen Punct in der Rede hatte und bat ihn dann da wir eben eine Wette gemacht hätten, um Bescheid was er für ein Landsmann sei.

»Das werden Sie nun und nimmer rathen,« versetzte der Herr Major ablehnend, und gab dann eine Menge, mich freilich nicht von meiner Juryüberzeugung abbringende Gründe an, weshalb es unmöglich sei, daß ich seine Heimath errathe. Mir ist nur der, seines längern Aufenthaltes in Italien vor allen noch erinnerlich. —

Endlich schloß der Redner: »Ich will Ihnen nur sagen, daß ich ein geborner Lübecker bin.«

»Ich danke Herr Major! ich habe meine Wette gewonnen.«

Während mein Treffer dem Herrn Magius wol etwas magisch vorkommen mochte, ich hingegen mich des Triumphzuges meines Steckenpferdes freute, erhob sich ein jüdischer Kaufmann, welcher mir die viel kitzlichere Frage stellte ob ich wol merken könne woher er denn sei.

Das war eine sehr schwere Nuß. Man weiß, daß der Dialect der Juden eben so selten wie ihr Herz an einer Provinz gebunden ist, und wenn der Frager auch zu den Gebildeten seines Volkes gehörte, so war er doch nicht frei von der mosaischen Pronunciation. — Indessen gab ein Gott mir doch folgende Antwort in die Seele:

»Ich kann aus Ihrem angebornen Dialect nicht recht klug werden. Bald reden Sie wie ein Nordhesse, bald wie ein Hamburger.«

»Wunderbar!« rief der besiegte Sphinx, »Ich bin in Bückeburg geboren und erzogen, allein seit zehn Jahren in Hamburg etablirt.«

Mit diesem Knalleffect ist meine Geschichte noch nicht aus.

Sie kam mir nämlich etwa anderthalb Jahre später, an einer Abendtafel in demselben Hause, als von Dialecten die Rede war, wieder in den Sinn. Ich erzählte sie den um mich her sitzenden Oldenburgern.

Der Obergerichtsanwald Herr Hahne bemerkte scherzend, daß man wol daran gewöhnt sei, nie eine Unwahrheit zu hören, daß diese Geschichte mit dem Bückeburger Juden doch zu sehr in das Gebiet des Unglaublichen gehe, und wenigstens auf einer Täuschung beruhen müsse.

Leider war Herr Jürgens nicht zugegen. —

Die Möglichkeit eines Zweifels an meiner Rede jagte mir das Blut in das Gesicht. —

Das Roth aber ist die Farbe der Schuld wie der Unschuld. Es ist die Leibfarbe des Defensors wie des Anklägers.

Man schien dem meinigen eine böse Deutung zu geben.

Der Gedanke war höchst peinigend.

Da erhob sich ein deus ex machina im Hintergrunde an der Wirthstafel.

»Ich kann die Geschichte eidlich bezeugen,« rief es aus, »sie ist mir passirt.« — Und siehe! ich erkannte meinen bis dahin nicht beachteten Bückeburger-Hamburger, dessen Persönlichkeit bereits aus meinem Gedächtniß desertirt war.

Schon während der ersten Tage meiner Ankunft in Jena war Wit v. Dörring als Fuchs dort angelangt. Es waren schon unterweges Zeichen und Wunder mit ihm geschehen, man hatte ihm in Erfurt seinen ganzen Wechsel gestohlen.

Dieser rubricirte Exdemagoge, der in den neuern Zeiten eine so verschiedene Beurtheilung erfahren hat, verrieth schon in seiner Jugend seltene Anlagen. In seinem vierten Jahre hielt er vor seiner vortrefflichen, jetzt verstorbenen Mutter ganze Predigten aus dem Stegreife. Seine Mitschüler, zu denen ich auch gehörte, liebten ihn. Zu allen Aufopferungen bereit, zeigte er ein liebenswürdiges Herz. Sein Hang zum Mysticismus aber blieb in seiner Seele und er redete oft wie ein Missionär. Das aber verdroß den alten Doctor Gurlitt, der damals Director des Johannei in Hamburg war, welches Wit von Altona aus frequentirte. Gurlitt sprach oft von orthodoxen Rindfleischseelen, und pflegte die Mystiker Hechte zu nennen.

Ein Tag in jedem Monat war zu öffentlichen Redeübungen in den verschiedenen Sprachen bestimmt. Wit hatte das Thema: »Wer die Gottheit fassen will, der ist verloren,« gewählt und sprach mit ergreifenden Worten, aber manche dunkle Deutung war in seine blumenreiche Rede gewirkt. Mit komischem Ernste betrachtete ihn der alte Schulmonarch. Zitternd ging er zu ihm als er geendet hatte, und eine große Thräne entperlte den Augen des gutmeinenden Greises. »Liebes Kind, ich fürchte am Ende, Sie glauben an den Teufel?« rief er bebend. »Ja, Herr Doctor,« versetzte Wit sich verbeugend: »den lasse ich mir nicht nehmen!« »Armer junger Mensch,« versetzte Gurlitt betrübt: »wie oft werden Sie noch die Alten vertiren und revertiren müssen, ehe Sie zur richtigen Ansicht in der Religion gelangen!«

Nach wenigen Tagen hatten sich sämmtliche Abgeordnete eingefunden. In dem Burschenhause, dessen Wirth der altdeutsch gewordene Senft war und zu dem man durch ein enges Gäßchen vom Markt aus geht, wurden unsere Versammlungen vom 29. März bis zum 3. April 1818 gehalten. Wir saßen an einem Tisch der mit schwarzem Tuch behangen, welches mit goldenen und rothen Frangen, unsern Farben, verbrämt war. Die Sitzungen waren öffentlich, doch trennte eine Barriere die Deputirten von den Zuhörern, welchen zwar auch zu reden vergönnt war aber erst dann, wenn der Präsident ihnen das Wort bewilligt hatte. —

Vor zehn Jahren habe ich die Verhandlungen, welche ich der Heidelberger Burschenschaft übergeben, ohne daß ich eine Abschrift davon behalten hatte — in einem kleinen Hannoverschen Ort, bei einem jungen Staatsdiener zu meiner großen Freude wiedergefunden und zum Geschenk erhalten. Ich stehe nicht an dieselben mitzutheilen, theils um jene Gerüchte zu wiederlegen, als habe jener Burschencongreß die geringste revolutionäre Tendenz gehabt, theils um darzuthun, daß man im Anfang durch Mißgriffe die Studenten wie schon erwähnt zu Zeloten und Märtyrern gemacht hat.

Wahrlich! ich verpflichte mich unter Garantie meines Kopfs, eine ganze Universität von funfzehnhundert Studenten, in der besten Ordnung in der loyalsten Stimmung und ferne von jeder Aufregung zu halten, ihre Phantasie zu beschäftigen ohne sie zu verbrennen und durch die Burschen fortwährend selbst von ihren geheimsten Gedanken in Kenntniß gesetzt zu werden. Aber man muß auch das Gemüth haben auf die Jugend zu wirken und sie ruhig gewähren lassen, wenn sie in die Sackgassen der Phantasie laufen. Sie kommen schon von selbst zurück und schlagen dann beschämt die Augen nieder.

»Pueri sunt pueri, pueri puerilia tractant.«