Aufregung
Im hellen Kellerfenster ducken
Fünf Kinderchen sich still und gucken
In kalter Nacht
Mit langem Hals und offnem Munde,
Wie man das Brot, das schöne, runde,
Da unten macht.
Sie sehn den grauen Teig, es wenden
Gesellen ihn mit flinken Händen,
Hoch aufgestreift,
Sie hören, wie vergnügt und lecker
Das Brot backt, wie der dicke Bäcker
Ein Liedchen pfeift.
Des Feuers milde Flammen locken
Wie einer Mutter Schoß; sie hocken
Ganz still, kein Glied
Bewegt sich, bis mit nacktem Arme
Der Bursch das Brot heraus, das warme,
Um ein Uhr zieht.
Wenn dann zur Mitternacht, zur stillen,
Der Brotgeruch, der Sang der Grillen
Steigt mit dem Rauch,
Dann spüren die zerlumpten Kleinen
Dort oben auf den kalten Steinen
Des Lebens Hauch.
Dann merken diese Kinderseelen
Nicht mehr, wie Frost und Kälte quälen,
Und leise flieht
Aus Mäulchen, die heut kaum gegessen,
Die sie ans kalte Gitter pressen
Ein altes Lied.
Dort unten lacht zu ihren Füßen
Der Himmel, den sie frierend grüßen,
Es schmeckt und schmatzt
Das kleine Volk, und alle bücken
Sich so weit vor, daß auf dem Rücken
Das Höschen platzt.