Der Kaisermantel
Ihr, deren Werke Labsal schaffen,
Ihr, die um Beute zu erraffen
Nach flüchtigem Wohlgeruch nur strebt,
Ihr, die Ihr den Dezember fliehet,
Den Blumen ihren Duft entziehet
Und uns den süßen Honig gebt,
Ihr, deren unbefleckte Lippen
Am reinen Tau des Morgens nippen,
Ihr, denen Keuschheit Lust und Pflicht,
Der Blüten liebliche Genossen,
Ihr Bienen, die dem Licht entsprossen,
Setzt Euch auf diesen Mantel nicht!
Ihr hochgemuten, arbeitsfrohen,
Die Ihr noch keinen Feind geflohen,
Stürzt Euch, Ihr Bienen, auf den Mann!
Von Euer Flügel Gold getragen
Sollt Ihr den Schuft mit Pfeilen jagen,
Fragt ihn: „Wofür siehst Du uns an?
Verräter Du, wir sind die Bienen!
Dem Frieden stiller Hütten dienen
Mit unseren Körben wir zur Zier.
Wir schwärmen durch die klaren Lüfte,
Aus Rosen saugen wir die Düfte,
Auf Platos Lippen wohnen wir.
Zu Nero magst Du Dich gesellen,
Dich neben Karl den Neunten stellen,
Der nach des Volkes Blute lechzt.
Nicht des Hymettus Biene habe
Des Mantels Hut, sie hat der Rabe,
Der auf dem Hochgerichte krächzt.“
Ihr sollt ihn peinigen, ihn lähmen,
Das Volk, das vor ihm bangt, beschämen,
Stecht ihm die Augen aus, dem Wicht!
Sollt mitleidlos ihn jagen, hetzen,
Wenn Menschen feige sich entsetzen,
Hält Euer Stachel das Gericht.