Der Vampyr
Die du gleich einem scharfen Stahl
Mir in das zage Herz gedrungen,
Die du, ein Dämon, mir zur Qual
Hast gleißend meinen Sinn bezwungen,
Du, die der Seele Schwung mir brach,
Die sie entweiht zum Lotterbette,
Die mich gefesselt an die Schmach,
Wie den Verbrecher an die Kette,
Wie Spieler an des Teufels Buch,
Wie Säufer an die vollen Gläser,
Wie ekle Maden an die Äser ...
Verfluchte, dafür meinen Fluch!
Ich bat das Schwert: Hilf schnell und ehrlich
Mit einem Hieb, der offen trifft!
Verzweifelnd heischte und begehrlich
Erlösung ich vom feigen Gift.
Umsonst! sie höhnen und versagen,
Das schlechte Gift, das gute Schwert:
Du sollst die Ketten ewig tragen,
Du bist der Freiheit nicht mehr wert.
Füg Feigling dich! du wirst es müssen,
Denn brächten wir Erlösung dir,
Erwecktest du mit deinen Küssen
Zu neuem Leben den Vampyr.