Die Eulen

Die Eulen sitzen stumm, versenken

Den Blick in Nacht, ihr Auge flieht

Des Lichtes Strahl. In Reih und Glied

Wie Hexen hocken sie und ... denken.

Bewegungslos ist ihre Rast,

Die Augen blinzeln müd, die matten,

Bis in der Dämmerung die Schatten

Sich recken, bis das Licht verblaßt.

Der Weisheit Vogel will uns lehren,

Die wir uns ruhelos verzehren,

Was unserm wilden Leben fehlt.

Ein Tropfen schon kann uns berauschen,

Wir stoßen uns, gehetzt, gequält,

Begierig stets, den Platz zu tauschen.

Trauriges Madrigal

Bist du nur klug? Taugt das den Frauen?

Sei traurig und sei schön, mein Kind!

Die Zähren, die den Blick betauen,

Sie schmücken, wie der Bach die Auen,

Wie Regen, der auf Blüten rinnt.

Ich hab es gern, wenn düsteres Schweigen

Die Stirne dir umkränzt und Leid,

Wenn plötzlich in gespenstigem Reigen

Empor die finstern Schatten steigen,

Die Schatten der Vergangenheit.

Ich hab es gern, wenn deine Wangen

Die Träne, warm wie Blut, verschönt,

Wenn deine Brust, von mir umfangen,

In Ängsten keucht, wenn voller Bangen

Sie wie im Todeskampfe stöhnt.

Ich trinke sie in vollen Zügen,

Die Seufzer ...., Götter, welch ein Fest ....

Mehr, mehr, ich kenne kein Genügen,

Wie sie zum Diadem sich fügen,

Die Perlen, die sie fallen läßt!

Ich kenne es, das alte Feuer,

Das dir noch tief im Busen flammt,

An Manen zahlst du Zoll und Steuer,

Den Stolz, ihn kenn ich auch, der teuer

Nur solchen ist, die Gott verdammt!

So lang dein Herz im Traum nicht fühlte

Der ganzen Hölle heiße Last,

So lang das Schwert darin nicht wühlte,

Nicht Gift die Pulse dir durchspülte,

So lang du dies erlebt nicht hast,

So lang vom Albdruck, der dich quälte,

Dich nicht erlöst ein wilder Schrei,

So lang die Qual dein Herz nicht stählte,

Sich nicht der Ekel ihr vermählte,

So lange bist du noch nicht frei.

So lange ist dir’s nicht gegeben,

Die du mich liebst, vor Schrecken bleich,

Dich, Sklavin, Herrin, zu erheben,

Zu jauchzen in verjüngtem Leben:

Mein König du, ich bin dir gleich!