Die Straßen
An Flämmchen, die durch endlos lange Gassen irren,
Entzünden die Laternen sich beim Straßenbord,
Jetzt die und dann die nächste, und so immerfort
Den Schatten nach, die leise durch den Abend schwirren.
Gradaus streckt sich die Straße, traurig eingefaßt
Von Häusern, die in ödem Einerlei sich gleichen,
Um draußen tief im Sand ihr Ende zu erreichen,
Ein abgebrochner Stumpf. Dahinter ein Morast.
Die dicken Nebel drücken nieder, sie benützen
Des Daches First, dort hakt das Leichentuch sich ein,
Durch dunkle Wolken bricht des Mondes bleicher Schein,
Er spiegelt zitternd sich in fäulnisschwangern Pfützen.
Ein Karren schwankt hinaus, der Rosse Atem dampft,
Der Wagen ächzt und kreischt, selbzweit mit steifen Beinen
Keucht müde das Gespann auf abgetretenen Steinen,
Die seiner Hufe abgetretenes Eisen stampft.
Im grauen Dunst erwacht das Firmenschild am Laden,
Das jetzt ein heller Strahl der Gaslaterne trifft,
Wie Tränen glänzt der Riesenlettern goldne Schrift,
Die Scheiben bluten rot, die Herzen der Fassaden.
An Flämmchen, die durch endlos lange Gassen irren,
Entzünden die Laternen sich beim Straßenbord,
Jetzt die und dann die nächste, und so immerfort
Den Schatten nach, die leise durch den Abend schwirren.