Das Idol
Von Efeu eng umspannt und schwer bedrückt von Pinien
Hebt von des Horizontes fahlem Dämmerschein
Der Berg sich, einem schwarzen Riesenbild von Stein
Vergleichbar sind die großen, feierlichen Linien.
Die Sonne, die sich neigt, umkränzt mit Strahlenpracht
Die Stirn, ein Feuer loht von Bronze und Karfunkel,
Und dieses goldene Geschmeide, das im Dunkel
Den reichen Glanz verschwendet, lockt aus tiefem Schacht
Die Schatten grauser, rätselhafter Göttersage,
Erinnerung versunkner Zeiten, die erstarrt
Auf ungeheurer Genien Werden einst geharrt,
Aus deren Blick Äonen ihrer Schöpfungstage
Ins Leere schaun. Der Berg beherrscht den Raum, die Last
Ruht wuchtig auf dem Wald, bedrückt das Blachgefilde;
Das Haupt hebt sich vom Platz, nach seinem Spiegelbilde
Umzuckt vom Wetterstrahl zu spähen im Morast.
Und wenn die Täler, wenn des Waldes Wipfel schwinden,
Wenn mit dem Nebel dieses Abends Klagelied
Nach oben trauernd steigt, erwacht der Traum und sieht
Das Opfer sich im Qualm der roten Flamme winden.