Unkraut

Der Aberwitz sproßt wie das Kraut der tauben Nessel

Aus unseres Herzens Grund, aus Seele und Gehirn,

Kein Heiland mehr steht auf, kein Held mit freier Stirn

Und wir verkommen in des Köhlerglaubens Fessel.

Zum Stumpfsinn führt mein Weg, zur Sonne, die das Feld

Bleich wie der Mond am Tag bestrahlt, zu seinem tollen,

Verrückten Widerhall, das Echo hör ich rollen

Und auch den roten Hund, wie er da unten bellt.

Vom Schnee umrahmt ein See in tiefer Abendröte,

Ein Vogel, der vom Sturm gewiegt zu nisten wagt,

Im Dunkel gähnen Höhlen, unbeweglich nagt

Davor an einem Stückchen Grün die goldne Kröte.

Um nichts sperrt sich des Reihers Schnabel auf, es loht

Ein Strahl, die Fliege sitzt erstarrt im warmen Kreise,

Frohsinn, der längst sich selbst vergaß, tickt müd und leise ...

Ich weiß es wohl, das ist des Narren stiller Tod.